Mein Hund zieht an der Leine – Wo will er denn hin?

Hund zieht an der Leine

Hand aufs Herz, hast du dir das auch schon oft beim Gassi gehen gedacht? „Wo will er denn nur hin, wieso zieht er so?“ Wenn dein Hund an der Leine zieht und dabei mehr röchelt und in die Leine beißt, anstatt das gemeinsame Erlebnis des Spaziergangs zu genießen, dann ist es allerhöchste Zeit, deinem Vierbeiner die Leinenführigkeit beizubringen.

Was ist das richtige Alter für Leinenführigkeit?

Welpen

Wie bei allen Folgsamkeiten, ist es auch bei der Leinenführigkeit gut, möglichst früh damit anzufangen. Die Welpenschule ist der richtige Ort dafür. Hier bekommt dein Hund von Anfang an, die Ausbildung, die er braucht.

Beim Welpen bedeutet Leinenführigkeit kein Spaziertraining mit Leine, sondern positive Assoziationen schaffen. Versuche deinen kleinen Welpen während des Fütterns, Schmusens oder Spielens an die Leine zu nehmen.

Zeig ihm, dass sie nichts ist, was den Spaß verdirbt oder wovor man gar Angst haben müsste. Je natürlicher sein Bezug zur Leine (die ja eigentlich etwas gänzlich Unnatürliches darstellt), umso leichter wird der Schritt zur Leinenführigkeit sein.

Erwachsene Hunde

Falls du einen älteren Hund zu Hause hast, der offenbar noch nie etwas von Leinenführigkeit gehört hat – entweder, weil du ihn aus dem Tierheim adoptiert hast oder weil offenbar nie die richtige Zeit war, um Bello zu zeigen, wo es langgeht – dann musst du keine Angst haben.

Hans lernt zwar schwerer als Hänschen, aber nimmermehr, wie das Sprichwort androht, stimmt beim besten Freund des Menschen nicht. Es ist alles eine Frage eurer Beziehung. Wenn dein Hund deine Autorität akzeptiert, dann wird er auch noch als Greis an die Leinenführigkeit zu gewöhnen sein.

Mit 6 Tipps zur Leinenführigkeit

Klingt zu schön, um wahr zu sein? Muss es nicht sein! Wenn du dich an folgende drei Tipps konsequent hältst, dann wird auch deine Fellnase sehr bald an der Leine laufen, ohne zu zerren. Egal, was er erschnuppert oder erblickt hat.

✔ Tipp 1: Starte einfach

Verlange nicht zu viel am Anfang. Das erste Leinentraining sollte nicht in einem aufregenden Waldstück oder gar im Hundepark stattfinden, wo Bello tausenden von Spuren auf den Grund gehen will.

Wähle bewusst ein „langweiliges“ Gebiet, den eigenen Garten oder das altbekannte Wegstück vorm Haus, um ihm die ersten Kommandos an der Leine beizubringen.

Tipp 2: Schaffe Vertrauen

Dein Hund muss in erster Linie dir vertrauen, das ist klar. Wenn er aber den Radius der Leine als Schutzbereich ansieht, ist die Führigkeit kein Problem mehr.

In Situationen, in denen er sich unwohl fühlt (Kinder stürmen auf ihn zu, andere Hunde kommen ihm zu nah), führe ihn an der Leine hinter dich, um dich schützend vor ihn stellen zu können.

✔ Tipp 3: Nutze deine Körpersprache

Ziel des Ganzen soll doch sein, dass der Spaziergang sich so anfühlt als dein Hund gar nicht angeleint, richtig? Alles soll sich natürlich anfühlen, deswegen achte darauf, die Kommandos über deinen Körper auszusenden.

Alle beschriebenen Übungen sollst du also nicht mit Zug auf der Leine durchführen, sondern durch eine starke Körpersprache. Die sieht dein Hund nämlich auch dann, wenn ihr die Leine irgendwann weg lasst.

✔ Tipp 4: Setze die Leine bewusst ein

Verbinde alle Übungen mit der Leine und lass deinen Hund nicht einfach nur daran laufen. Dein Hund soll sich an dir orientieren.

Wenn die Fellnase dich beispielsweise überholt, dann dreh sofort um. Er muss dann folgen und sieht, dass du die Richtung angibst. Baue kleine Übungen mit Richtungswechseln ein. Dein Hund geht rechts von dir? Dann beginne mit dem linken Bein in eine Rechtswendung und umgekehrt.

Diese ungewöhnliche Einleitung lässt ihn schnell erkennen, was kommt und er kann sich immer besser darauf einstellen. Du gibst die Richtung an, wohin dein Hund will, ist zweitrangig. Spiele außerdem mit der Geschwindigkeit des Spaziergangs.

✔ Tipp 5: Den Hund nicht vorauslaufen lassen!

Hierin liegt der springende Punkt, denn wenn der Hund nie vor dir läuft, kann er auch nie ziehen.

Und nun zum vielleicht wichtigsten Tipp, der sich nicht nur auf Leinenführigkeit bezieht:

✔ Tipp 6: Hab Geduld!

Es gibt so viel zu lernen für deinen kleinen Liebling und er gibt sich alle Mühe, dir zu gefallen. Lobe ihn dafür. Nicht unbedingt mit Leckerli, zumindest nicht am Anfang, denn die lenken ihn zu sehr ab.

Lobe ihn mit Worten und gelegentlichen Streicheleinheiten und übertreibe das Training nicht. Achte darauf, dass du genügend Pausen einlegst, in denen er einfach nur toben darf. Sei ein guter Lehrer, denn die machen bekanntlich die besten Schüler!

Diese Tipps sind zwar so einfach wie effektiv, wem das aber zu knapp und theoretisch war, dem möchte ich folgendes Video empfehlen:

LEINENFÜHRIGKEIT ▶︎ 3 einfache Tipps wie es dein Hund schnell lernt

Hier erklärt ein zertifizierter Hundetrainer auf sehr unterhaltsame Art und Weise, wie wir unser Ziel Leinenführigkeit erreichen können. Die DogUniversity hat auch noch zu anderen Aspekten der Hundeerziehung spannende Videos. Es lohnt sich in jedem Fall, dort vorbeizuschauen.

Mein Hund läuft gut an der Leine, aber er beißt immer wieder hinein

Hund beißt in Leine

Das hören und sehen wir sehr oft. Die gute Nachricht vorneweg: Das ist nichts Schlimmes und kann schnell behoben werden.

Wie fast immer, liegt der Fehler beim Menschen, nicht beim Tier. Wenn wir der Leine zu große Aufmerksamkeit schenken (und das tun wir natürlich, wenn wir Leinenführigkeit trainieren), dann wird unser Liebling eifersüchtig und denkt sich: „was hat diese blöde Leine, was ich nicht habe?“. Gut, genau das wird er nicht denken, aber versuche die Leine weitestgehend zu ignorieren.

Sobald er in die Leine beißt, muss er merken, dass das nicht gut ist. Wenn er schon auf andere Kommandos hört, dann lass ihn diese ausführen. Also ein schnelles „Platz“, das er statt beißen ausführen muss, lenkt von seiner eigentlich Aktion ab. Wenn er folgsam war, sofort loben.

Falls es noch nicht so gut klappt mit Kommandos, dann lass die Leine bei jedem Beißen fallen und stell dich auf sie. Der Bewegungsablauf wird gestoppt und das geliebte Spazierengehen kommt zu einem unerwünschten Halt für ihn.

Unterforderung

Beißen ist generell auch eine Übersprungshandlung unserer Hunde. Überlege, ob dein Bello gerade über- oder unterfordert sein könnte? Handle dementsprechend.

Hast du ihn stark gefordert mit viel Training und Übungen? Dann ist jetzt die Zeit, eine Pause einzulegen. Trottete er schon lange ohne Beschäftigung neben dir her als er in die Leine gebissen hat? Dann war ihm langweilig. Unterhalte ihn mit sinnvollen Übungen.

Ein ganz banaler Grund kann sein, dass dein Hund einfach wirklich Kaubedarf hat. Diese einfachste aller Ursachen solltest du natürlich vorher ausschließen. Achte immer darauf, dass es genügend für ihn gibt, worauf er nach Herzens Lust kauen kann.

Die richtige Leine

Besser gesagt: die falsche Leine.

Ob du nämlich eine Führleine oder eine Schleppleine bevorzugst, spielt keine Rolle. Was du aber in jedem Fall meiden solltest, ist die Rollleine. Ich weiß, die sind super praktisch. Ja, da hat man so viel Flexibilität.

Aber: Um deinem Hund Leinenführigkeit beizubringen, ist es die denkbar schlechteste. Dein Hund spürt ständig Zug und kann überhaupt nicht einschätzen, wie viel Freiraum er hat.

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