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Mein Hund bellt mich an, wenn ich Nein sage – Diskussionen zwischen Hund und Mensch

Mein Hund bellt mich an, wenn ich Nein sage – Diskussionen zwischen Hund und Mensch

Freche Antworten kennen wir normalerweise nur von unseren Kindern.

Aber auch Hunde können richtig bockig werden und zeigen das durch Gebell. Besonders unangenehm wird es, wenn der Vierbeiner auf jedes „Nein“ mit einem „Wuff“ reagiert.

Nimmt er dich nicht ernst? Fordert er dich damit sogar heraus? Solltest und wenn ja, wie kannst du dieses Verhalten wieder abstellen?

Mein Hund bellt mich an, wenn ich „Nein“ sage – Ist das normal?

Hunde bellen sich untereinander und auch ihre Menschen an. Das ist völlig normal.

Unangenehm wird es, wenn das Bellen überhandnimmt oder der Hund seinen Besitzer eindeutig nicht ernst nimmt. Stört es dich, dass dein Hund dich anbellt, solltest du daher etwas dagegen unternehmen.

Da Hunde ihr Bellen mehr zur Kommunikation mit Menschen als mit Artgenossen nutzen, wirst du es nicht ganz abstellen können. Das sollte aber auch nicht dein Ziel sein.

Warum dein Hund dich anbellt

Hunde erkennen an unserem Tonfall, ob wir ein Kommando ernst meinen.

Deswegen ist es gerade bei Welpen für uns so schwierig, sie konsequent zu erziehen. Stellen sie irgendetwas an, sehen dabei aber süß aus, merken sie an unserer Stimme sofort, dass wir ihnen gar nicht so böse sind.

Dass Hunde dazu in der Lage sind, hat auch eine Studie (engl.) bestätigt. Hunde schütten dieselben Hormone aus wie wir, wenn wir beispielsweise ein Baby weinen hören.

Sie empfinden Freude und Liebe, wenn sie ihre Besitzer sehen und erkennen, wenn es uns schlecht geht.
Die Hunde, die bei der Studie mitgewirkt haben, wollten schneller zu einem offenbar traurigen Menschen gelangen, um diesem zu helfen.

Dieses Verhalten ist einzigartig im Tierreich. Kein anderes Tier würde für jemanden außerhalb seiner Art so reagieren.

Das heißt leider nicht, dass unsere Vierbeiner es immer nur gut mit uns meinen. Bellt Bello dich an, wenn du „Nein“ sagst, kommen folgende Gründe dafür infrage:

  • Protest
  • Freude
  • Falsch verknüpftes Kommando/anerzogenes Verhalten
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Meinst du es mit deinem „Nein“ wirklich ernst, kannst du davon ausgehen, dass dein Hund das verstanden hat. Möglicherweise weiß er nicht genau, was dein „Nein“ ausgelöst hat, aber er merkt definitiv, dass du wütend bist.

Bellt er jetzt, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Protestbellen.

Er ist mit deinem „Nein“ nicht einverstanden und teilt es dir mit. Wiederholst du das Kommando, bellt dein Hund vermutlich weiter. Man könnte die Situation mit einem Kleinkind vergleichen, dass nur noch mit „Doch“ antwortet.

Ihr seid euch nicht einig, aber niemand will nachgeben.

Erfolgt das Bellen in weniger ernsten Situationen, vielleicht sogar im Spiel? Dann ist dein Hund vermutlich überdreht und registriert dein „Nein“ nicht sofort. Das ist gerade dann wahrscheinlich, wenn das Kommando zunächst als Reaktion auf sein Bellen erfolgt.

Viele Hundehalter werden einen solchen Moment beim Griff nach der Leine kennen. Der Hund weiß sofort, dass es gleich auf einen Spaziergang geht, und drückt seine Freude darüber aus.

Möchtest du das Gebell durch ein „Nein“ unterbrechen, wirkt das häufig nur kurz.

Bellen ist selbstbestätigend.

Das bedeutet, dass dein Hund sich mit Gebell ständig selbst belohnt. Es ist daher besonders schwierig für ihn, damit aufzuhören.

Verstärkt wird das Ganze noch, wenn er dein „Nein“ falsch verknüpft hat.

Hast du in der Vergangenheit häufiger lange Diskussionen mit deinem über das Bellen geführt? Damit meine ich, dass du das Kommando ständig wiederholt hast und dein Hund darauf mit mehr Gebell reagiert hat.

Dann glaubt dein Hund, dass sein Verhalten völlig okay oder sogar von dir gewünscht ist. Nicht nur wirkt sein Bellen selbstbestätigend, er bekommt auch von dir viel Aufmerksamkeit. Warum sollte er also damit aufhören?

Wie du deinem Hund das Bellen bei einem „Nein“ abgewöhnst

Wie in den meisten Fällen fällt es jungen Hunden leichter, ihr Verhalten zu ändern. Bellt dein Hund dich seit Jahren an, wenn du „Nein“ sagst, wird das Training länger dauern.

Auf der anderen Seite sind zu junge Hunde nicht in der Lage, sich lang genug zu konzentrieren. Ist dein Hund noch kein halbes Jahr alt, achte besonders darauf, nur kurz zu üben und ihn nicht zu überfordern. Ansonsten bellt er möglicherweise aus diesem Grund noch mehr.

Wie du einem Welpen das „Nein“ richtig beibringst, lernst du in diesem Video. Hast du das Gefühl, dass dein Hund dich gar nicht für voll nimmt, frage am besten einen Hundetrainer.

Wie du deinem WELPEN ,,NEIN" beibringst (Beispiel an Tamaskan Welpe)

Das Bellen als Antwort auf dein „Nein“ wäre in diesem Fall nur ein Symptom und nicht das Hauptproblem. Daher sollte sich ein Experte euer Zusammenspiel genau ansehen, um herauszufinden, wie ihr wieder ein Team werdet.

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Ignorieren, aber nur im richtigen Moment

Da Bellen selbstbestätigend ist, hilft es eigentlich nicht, es zu ignorieren.

Nur dann, wenn dein Hund sich noch nicht in Rage gebellt hat, kann ein Ignorieren von deiner Seite sinnvoll sein.

So eine Situation besteht beispielsweise, wenn dein Hund etwas Verbotenes tut und du ihn mit einem „Nein“ unterbrichst. Er hört mit dem, was er gemacht hat, auf und bellt stattdessen einmal. Du ignorierst seine Antwort und gehst.

Beobachte deinen Hund aber genau. Möglicherweise steigert er sich trotzdem langsam weiter in die Situation hinein. Dann ist es besser, wenn du einen anderen der hier vorgestellten Tipps befolgst.

Neues Abbruchsignal

Dieser Ansatz eignet sich vor allem für Hunde, die das „Nein“ mit ihrem Bellen verknüpft haben. Sie benötigen ein neues „Nein“, um zu verstehen, was du von ihnen möchtest.

Dafür bieten sich Worte an, die ansonsten kaum verwendet werden. „Nein“ hören Hunde ständig und auch dann, wenn sie gar nicht gemeint sind. Das Wort verliert schon dadurch an Kraft.

Besser eignet sich „Tabu“ oder „Off“ und „No“ aus dem Englischen. Diese Wörter wird dein Hund kaum zu hören bekommen, wenn er nicht gemeint ist.

Alternativ kannst du deinem Hund auch durch Körpersprache zeigen, dass er dich nicht anbellen soll. Leichtes Anrempeln nutzen Hunde auch untereinander, um sich Grenzen aufzuzeigen.

Alternative anbieten

Wir sind mit unseren „Neins“ leider sehr schnell. Für uns ist es leicht, unserem Hund zu sagen, was er nicht darf. Einem Hund fällt es aber schwer, einfach nur mit etwas Verbotenem aufzuhören, ohne eine Alternative zu bekommen.

Besser ist es daher, neben dem „Nein“ noch ein weiteres Kommando zu benutzen. Schicke deinen Hund in sein Körbchen, lasse ihn sitzen oder liegen. Dein Hund hat etwas zu tun und wird eher mit dem Bellen aufhören. Dadurch kannst du ihn einfacher loben und die Situation wird positiver.

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Timing

Während des gesamten Trainings ist das Timing sehr wichtig.

Bellen dauert meist du den Bruchteil einer Sekunde bis wenige Sekunden. Dein Abbruchsignal und das Alternativkommando müssen innerhalb dieser Zeit erfolgen. Ansonsten verknüpft dein Hund beides nicht korrekt miteinander.

Du musst also darauf achten, dass du das Bellen deines Hundes unterbrichst. Lässt du ihn erstmal kläffen und sagst anschließend „Nein“ oder schickst ihn auf seinen Platz, verbindet er Bellen und Kommando nicht miteinander.

Es ist auch nicht hilfreich, ihn zu loben, wenn er kurz ruhig ist. Du wirst in der Situation einschätzen können, ob dein Hund nun tatsächlich ruhig bleibt.

Handelt es sich nur um eine Pause, in der er auf eine Reaktion deinerseits wartet, wäre ein Lob unangebracht.

Halte dich also in Situationen, in denen du bereits weißt, dass dein Hund auf dein „Nein“ mit Gebell reagieren wird, ständig bereit.

Oder versuche doch mal folgendes: >> Meinem Hund das Bellen abgewöhnen mit einer Wasserpistole

Fazit

Hunde wissen nicht automatisch, was „Nein“ bedeutet.

Weil wir dieses Wort häufig verwendet, passiert es leicht, dass unsere Vierbeiner es falsch verknüpfen oder für weniger wichtig halten.

Auf der anderen Seite wissen manche Hunde ganz genau, warum wir „Nein“ sagen. Sie sind nur so gar nicht unserer Meinung und drücken das durch ihr Bellen aus.

Ein neues Abbruchsignal, Alternativen, die dein Hund statt Gebell befolgen soll, und, ganz wichtig, richtiges Timing helfen in diesen Fällen.

Bleibt der Erfolg aus oder hast du das Gefühl, dass das eigentliche Problem woanders liegt, befrage am besten einen Hundetrainer.

Häufig gestellte Fragen

Warum bellt mein Hund mich an, wenn ich beim Spielen „Nein“ sage?

Sehr wahrscheinlich ist dein Hund in diesem Fall aufgeregt und überdreht. Sein Gebell gilt nicht speziell deinem „Nein“, er möchte damit eher positiven Stress abbauen.

Wieso versteht mein Hund das Kommando „Nein“ nicht?

Anders als andere Kommandos und Tricks, läuft das Training für „Nein“ meistens nur nebenher und nicht gezielt. Wir verwenden das Wort schlicht immer dann, wenn der Hund etwas falsch macht und hoffen, dass er unser Anliegen versteht.

Ich muss mein „Nein“ ständig wiederholen, bis mein Hund aufhört zu bellen. Woran liegt das?

Durch das Wiederholen verliert das Wort an Bedeutung und du und dein Hund verfallt in eine sinnlose Diskussion. Besser ist es, wenn du deine Taktik spätestens nach dem zweiten „Nein“ änderst.