Skip to Content

Mein Hund pinkelt, wenn er eine bestimmte Person sieht – Gründe und Ursachen für dieses merkwürdige Verhalten

Mein Hund pinkelt, wenn er eine bestimmte Person sieht – Gründe und Ursachen für dieses merkwürdige Verhalten

Wohnt ein Hund im Haushalt, dauert das Begrüßen doppelt so lange, wenn Besuch kommt.

Da muss erst mal jeder ausgiebig streicheln und Kekse verteilen. So weit, so normal. Lichtet sich der Flur langsam und bleibt eine Pfütze zurück, ist das schon ungewöhnlich.

Vor allem dann, wenn dein Hund nur bei dieser einen, bestimmten Person pinkelt.

Woran das liegt, was dein Hund damit sagen möchte und wie du ihm das abgewöhnst, verrate ich dir hier.

Mein Hund pinkelt, bei bestimmter Person – Ist das normal?

Mensch ist nicht gleich Mensch für deinen Hund. Er wird einige lieber mögen als andere und entsprechend unterschiedlich auf sie reagieren.

Es kann auch vorkommen, dass er bei der Begrüßung bestimmter Personen pinkelt. Normal ist das aber nicht.

Passiert es nur ausnahmsweise, wirst du nichts dagegen unternehmen müssen. Wird es zur Regel, stört dieses Verhalten jedoch. Dann kannst du mit Training entgegensteuern.

Warum reagieren Hunde so?

Hunde sind hochsoziale Tiere. Vor lauter Aufregung kann es ihnen schon mal passieren, dass sie ein paar Tropfen Urin verlieren.

Sie können aber auch bewusst pinkeln, wenn sie eine bestimmte Person sehen.

Folgende Gründe kommen dafür infrage:

  • Aufregung,
  • Freude,
  • Unterwürfigkeit und
  • Markieren.

Aufregung

Du wirst dieses Phänomen selbst kennen:

Vor einer Prüfung oder auf dem Weg zu einem tollen Event spielt unsere Blase einfach verrückt. Ständig müssen wir, obwohl wir gerade erst waren und zwischendurch gar nichts getrunken haben.

Wird es krankhaft oder schränkt den Alltag ein, spricht man beim Menschen von einer nervösen Blase. Die Blase reagiert auf Aufregung und Stress, weil sie vom vegetativen Nervensystem im Gehirn gesteuert wird.

Lies auch:  Warum pinkelt mein Hund mich an? - Mit einem Baum verwechselt?

Bei Stress schickt das Gehirn Signale direkt an die Blase.

Das Ganze hat auch einen praktischen Nutzen: Es lenkt Feinde ab und hilft uns, schneller zu flüchten.

Gut, heute haben wir von dieser Verbindung zwischen Gehirn und Blase nicht mehr so viel. Aber vor ein paar Tausend Jahren konnte eine volle Blase über Leben und Tod entscheiden.

Deswegen lassen Vögel auch einen Klecks fallen, bevor sie losfliegen. Dieser Ballast belastet sie nur und lässt sie schneller ermüden.

Deinem Hund geht es da ganz ähnlich. Aufregung führt nicht immer direkt dazu, dass dein Hund pinkelt. Aber sie lockert die Muskulatur um die Blase, sodass es schneller passiert.

Freude

Pinkeln vor Freude hängt eng mit der Aufregung zusammen.

Liebt dein Hund diese bestimmte Person abgöttisch? Dann ist in dem Moment, in dem er sieht, einfach alles andere unwichtig.

Da muss Bello kuscheln, springen, mit dem Schwanz wedeln, sein liebstes Spielzeug holen, … Seiner Blase schenkt er da keine Aufmerksamkeit mehr.

Unterwürfigkeit

Hunde zeigen ihre Unterwürfigkeit auf vielfältige Weise. In diesem Video siehst du das Verhalten bei Timberwölfen.

Timberwolf Unterwerfung

Der Wolf, der sich unterwirft, macht sich klein, klemmt seine Rute ein und winselt. Auch typisch ist, dass er dem ranghöheren Tier die Schnauze ableckt.

Das ist ein Überbleibsel aus der Welpenzeit. Welpen animieren Elterntiere dadurch, Futter hochzuwürgen. Hier sagt der Wolf damit „Du bist der Boss, ich mache dir deinen Posten nicht streitig.“

Auch das auf den Rücken legen und die verwundbaren Körperstellen präsentieren, gehört zur Unterwerfung. Das Ganze wird häufig begleitet von einem schnellen Wedeln der tief hängenden oder eingeklemmten Schwanzspitze.

Was in dem Video nicht zu sehen ist, ist, das Urinieren während der Unterwerfung.

Auch das kommt vor und hat mit Aufregung zu tun. Das Tier nutzt den Urin aber auch bewusst. Damit stellt es sich quasi vor. Sein Urin ist wie ein Erkennungsmerkmal.

Markieren

Markieren und Pinkeln sind zwei unterschiedliche Vorgänge.

Das eine ist die Erfüllung eines Grundbedürfnisses. Beim anderen handelt es sich um eine Form der Kommunikation. Markieren kann mit Dominanzverhalten zusammenhängen, muss es aber nicht.

Lies auch:  Mein Hund pinkelt vor meinen Augen in die Wohnung - Und Tschüß Stubenreinheit

Rüden markieren auch ohne den Hintergedanken, ihre Stellung im Rudel anzuzeigen. Sie können damit ebenso gut das reine Zusammengehörigkeitsgefühl stärken wollen.

Markiert dein Hund immer, wenn er eine bestimmte Person sieht, hat er ein Problem mit ihr. Möglicherweise liegt das gar nicht an der Person selbst.

Hat sie selbst Hunde, fühlt dein Hund sich vielleicht durch ihren Geruch bedroht.

Welche Bedeutung hat Urin bei Hunden?

Hunde kommunizieren über alles, was riecht.

In ihrem Urin befinden sich zusätzlich unzählige Pheromone, die ihren Artgenossen wichtige Nachrichten überbringen. Der Urin deines Hundes ist quasi sein Profil.

Name, Alter, sozialer Status und Familienstand teilt er darüber mit. Im Alter und bei Krankheit verändert sich der Geruch ebenfalls. Dein Hund kann also auch alte, schwache und gesunde Tiere durch ihren Urin voneinander unterscheiden.

Wie macht er das? Hunde haben ein spezielles Organ, um Pheromone zu verarbeiten. Das Jacobson’sche Organ befindet sich zwischen Nase und Mund.

Dadurch kommt es ständig, beim Atmen, Schnüffeln und Fressen, mit möglichen Pheromonen in Kontakt. Deshalb lecken Hunde auch gelegentlich an fremdem Kot oder Urin.

Sie wollen davon nichts aufnehmen, sondern ihr Jacobson’sches Organ intensiver mit Pheromonen füttern. Sie möchten sich das Profil also genauer durchlesen.

Auch Katzen haben dieses Organ und kommunizieren durch Pheromone. Beide Arten verstehen sich offenbar auch durch die des jeweils anderen Tieres.

Eine Studie der University of Licoln kam zu dem Ergebnis, dass sich Hunde und Katzen besser verstehen, wenn sie den Pheromonen des einen oder anderen ausgesetzt werden.

Menschen haben übrigens kein Jacobson’sches Organ. Deswegen ist auch fraglich, ob wir überhaupt mit Pheromonen kommunizieren.

Wenn das Pinkeln bei bestimmter Person zum Problem wird

Begegnet ihr der fraglichen Person nur selten, musst du das Verhalten deines Hundes nicht ändern. Möchtest du es oder seht ihr euch ständig, ist es was anderes.

Ohne Training müsstest du schließlich täglich Pfützen aufwischen.

Kommt das Pinkeln durch starke Aufregung und Freude zustande, kannst du dem durch ruhiges Auftreten entgegenwirken.

Schicke deinen Hund auf seinen Platz, wenn Besuch kommt. Alternativ ignorierst du ihn, bis er sich von sich aus beruhigt. Das funktioniert aber nur, wenn dein Besuch von deinem Vorhaben weiß.

Lies auch:  Mein Hund pinkelt vor meinen Augen in die Wohnung - Und Tschüß Stubenreinheit

Auch er muss sich entsprechend verhalten, darf deinen Hund nicht kraulen oder durch Worte weiter anstacheln.

Erst wenn dein Hund ruhig wird, sich hinsetzt oder ablegt, wird er von deinem Besuch begrüßt. Auch diese Begrüßung sollte nicht überschwänglich sein. Ruhiges Streicheln und ein „Hallo“ sind hier hilfreicher.
Unterwirft sich dein Hund dieser bestimmten Person ständig, sollte diese ihm auf Augenhöhe begegnen.

Auch hier geht es wieder darum, Aufregung zu vermeiden. Ruhige Begrüßungen ohne Streicheleinheiten von oben wirken weniger bedrohlich auf deinen Hund.

Zusätzlich sollte sich die Person in Gegenwart deines Hundes insgesamt zurückhaltender verhalten. Schreien oder extrem lautes Lachen weckt in deinem Hund nur wieder das Bedürfnis, sich zu unterwerfen.

Mein Hund pinkelt bei bestimmter Person – Das Fazit

Der häufigste Grund für plötzliches Pinkeln bei einer bestimmten Person ist Aufregung.

Sie führt wie beim Menschen zu erhöhtem Harndrang. Konzentriert sich dein Hund nur auf die Person, verliert er womöglich ein paar Tropfen Urin.

Überschwängliche Freude und Unterwerfung lösen das Verhalten ebenfalls aus. Beide hängen mit der Aufregung zusammen. Bei Rüden kann es sich auch um Markieren handeln. Damit möchte er eventuell seinen Status im Rudel verteidigen oder eure Zusammengehörigkeit verdeutlichen.

Durch Training kannst du das Pinkeln verhindern. Alle, vor allem aber die Person, bei der das Verhalten auftritt, sollten deinen Hund nur noch ruhig begrüßen.

Er soll keinen Grund haben, sich aufzuregen oder Angst zu haben.

Häufig gestellte Fragen

Warum pinkelt mein Hund, wenn er eine bestimmte Person sieht?

Als Gründe kommen Aufregung gepaart mit Freude oder Unterwürfigkeit infrage. Es kann auch vorkommen, dass Hunde markieren, wenn sie bestimmte Personen sehen.

Mein Hund legt sich vor mir auf den Rücken. Heißt das, er unterwirft sich mir?

Wenn ein Hund sich auf den Rücken legt, heißt das nicht immer, dass er sich unterwerfen möchte. Typische Zeichen für Unterwerfung sind Lecken, Winseln, eingekniffener Schwanz und geduckter Gang.

Warum lecken Hunde dort, wo andere markiert haben?

Auf diese Weise nehmen sie die Pheromone des anderen Tieres auf. Die Pheromone informieren sie über Geschlecht, Paarungsbereitschaft, Alter und Gesundheitszustand.