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Deinem Hund das Bellen abgewöhnen mit einer Wasserpistole – Geht das wirklich?

Deinem Hund das Bellen abgewöhnen mit einer Wasserpistole – Geht das wirklich?

Vielleicht hast du schon mal gesehen, wie jemand mit einer Wasserpistole oder einer Wasserflasche mit seinem Hund trainiert.

Der Hund tut etwas, was er nicht soll, bekommt einen Wasserstrahl ab und zack! Schon stellt er sein Verhalten ein.

Wow, geht das wirklich so leicht? Kannst du deinem Hund nun endlich abgewöhnen, wegen jeder Kleinigkeit zu bellen? Diese und weitere Fragen beantworte ich dir im folgenden Artikel.

Wie viel Bellen ist normal?

Dass ein Hund nun mal bellt, ist ja klar.

Aber gibt es eine Grenze, ab der er auch zu viel bellt?

Diese Frage kann man wohl mit einem ganz klaren Jein beantworten. Jeder Hund bellt. Aber wie viel und wie oft hängt von vielen Faktoren ab.

Manche Tiere sind einfach redefreudiger als andere. Es gibt auch Rassen, die auffallend mehr bellen. Im Schnitt lauter wird es mit Schäferhunden und vielen kleinen Rassen wie Terriern und Möpsen.

Doggen und Bernhardiner lassen sich seltener zum Bellen verleiten.

Übrigens bellen Wölfe nicht.

Wolfsrudel in der Sonne
164159498 / depositphotos.com

Daher geht man in der Forschung davon aus, dass Hunde erst durch die Nähe zum Menschen damit angefangen haben. Ähnlich wie Katzen, die untereinander nicht miauen.

Bei ihnen sind es nur die Babys, die auf diese Weise nach ihrer Mutter rufen. Ausgewachsene Tiere miauen nur, wenn sie mit dem Menschen sprechen wollen.

So extrem ist es bei Hunden nicht. Bellen gehört auch zu ihrer Sprache untereinander. Einem Hund das Bellen völlig abzugewöhnen, ist also unmöglich und nicht artgerecht. Oder würdest du dir abgewöhnen, zu sprechen?

Rechtliche Probleme durch Bellen

Nachbarin beschwert sich wegen des Lärms
Iakov Filimonov / Shutterstock.com

Auch wenn Bellen zum Hund sein gehört, kannst du dadurch rechtliche Probleme bekommen.

Bellt dein Hund mal, wird sich niemand daran stören. Bellt er jedoch nachts oder auch tagsüber über Stunden, haben Gerichte bereits gegen den Hundehalter entschieden.

Solche Ruhestörungen werden mit Bußgeldern belegt. Um sie zu vermeiden, kannst du das Gespräch mit deinen Nachbarn suchen, wenn diese sich beschweren.

Sage ihnen, dass du an dem Problem arbeitest, das Training jedoch etwas Zeit brauchen wird. Du kannst auch anmerken, dass Hunde nun mal bellen und deiner auch nach dem Training seine Stimme gelegentlich austesten wird.

Die meisten Menschen haben dafür Verständnis und sehen vom rechtlichen Weg ab.

Warum bellen Hunde?

Warum dein Hund bellt, hat viele verschiedene Gründe. Kaum ein Hund wird sich dabei auf nur eine Gelegenheit beschränken, seine Stimme auszupacken.

Hunde bellen

  • aus Langeweile,
  • bei Schmerzen,
  • aus Angst oder Unsicherheit,
  • vor Aggression,
  • im Spiel,
  • bei Überforderung und Frust sowie,
  • weil sie es so gelernt haben.
Lies auch:  Hund bellt Besuch an – 7 praktische Tipps

Bellen ist also nicht gleich Bellen. Allein am Geräusch kannst du bereits ungefähr den Grund erkennen, aus dem dein Hund laut wird.

Lasse aber seine Körpersprache nicht außer acht und beziehe auch die gesamte Situation mit ein. Mit ein wenig Übung wirst du schnell auf den ersten Blick erkennen, warum dein Hund bellt.

Bellen im Spiel

Im Spiel oder bei Freude und wenn du nach der Leine greifst, wird dein Hund sehr wahrscheinlich höher bellen. Trefft ihr auf einem Spaziergang einen Rivalen, klingt dein Vierbeiner tiefer und bellt in kürzeren Abständen.

Bellen aus Langeweile

Hund langweilt sich
Cher KFM / Shutterstock.com

Ist deinem Hund langweilig und er versucht, deine Aufmerksamkeit zu bekommen, schaut er dich beim Bellen direkt an. Sein Bellen ist immer wieder von kurzen Pausen unterbrochen, in denen er auf deine Reaktion wartet.

Bellen vor Aggression

Hund bellt aggressiv
Naamtoey / Shutterstock.com

Aggressives Bellen ist tief und immer wieder von Knurren unterbrochen. Der Hund wird sich außerdem steif machen und sein Gegenüber fixieren.

Möglich sind auch Übersprungshandlungen wie Beißen in die Leine. Hat er eher Angst, bellt er hoch und schnell hintereinander. Sein Körper ist auch hierbei angespannt.

Bellen aus Frust

Bei Frust wechseln sich Winseln und hohes, kurzes Bellen ab. Möglich ist zudem, dass dein Hund hechelt oder ebenfalls Übersprungshandlungen zeigt.

Bellen vor Schmerz

Wird dein Hund laut, weil er Schmerzen hat, geht sein Bellen eher in ein Heulen oder Jaulen über.

Je nach Charakter kann es von kurzem Bellen unterbrochen sein. Dadurch möchte er möglicherweise dem Tierarzt sagen, dass dieser seine Finger besser wegnehmen sollte.

Achte auf die Körpersprache

kleiner Hund bellt lautstark
417669964 / depositphotos.com

Wichtige weitere Signale in der Körpersprache eines Hundes sind seine Ohren. Aufmerksam nach vorne gerichtet bedeuten sie meist etwas Positives.

Zeigt dein Hund seine Zähne, fixiert jemanden und reagiert nicht mehr auf deine Ansprache? Dann ist er mit der Situation hingegen sehr unzufrieden.

Typische Überforderungssituationen für Hunde sind der erste Besuch in der Hundeschule oder allgemein Treffen mit mehreren Hunden. Die Tiere müssen sich erst untereinander zurechtfinden. Gerade am Anfang kann es daher lauter werden.

Wenn du dich jetzt sorgst, ob du das Bellen deines Hundes wirklich so einfach zuordnen kannst, kann ich dich beruhigen. In einer Studie spielten Forscher sowohl Hundehaltern als auch Personen ohne Vierbeiner Hundegebell vor.

Beide Gruppen waren erstaunlich gut darin, das Gebell mit der richtigen Situation zu verknüpfen.

Bellen abgewöhnen, aber wie?

Jetzt, da du weißt, warum dein Hund bellt, kannst du mit dem Training beginnen.

Je nach Ursache solltest du nämlich unterschiedlich an die Sache herangehen. Neben der Wasserpistole, deren Einsatz ich dir gleich erklären werde, ist auch dein allgemeines Auftreten bei diesem Training sehr wichtig.

Es kann auch sein, dass du erst dann Erfolg hast, wenn du etwas an deinem Tagesablauf veränderst.
Einen Hund, der aus Langeweile bellt, bekommst du durch reines Training nicht ruhig.

Eine Alternative, also eine Beschäftigung, muss her. Dein Hund braucht etwas, in das er seine Energie stecken kann, sodass er sich nicht mehr durch Bellen auszupowern versucht.

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Hunde toben auf der Wiese in der Hundepension Bottrop
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Warnt dein Hund durch sein Bellen seine Artgenossen, achte auf deine eigene Körpersprache. Wirkst du beim Zusammentreffen mit anderen Hunden angespannt?

Dann kopiert dein Hund dein Verhalten. Er nimmt die Rolle des Beschützers ein, was er auf keinen Fall sollte.

Auch durch Schmerzen verursachtes Bellen, ist durch Training natürlich nicht beizukommen. Bist du dir unsicher, lasse Bello daher besser einmal von deinem Tierarzt durchchecken.

Es müssen nicht immer die Knochen, Gelenke oder Bänder sein. Auch schleichend auftretende, chronische Krankheiten können zu dauerhaften Schmerzen führen.

Die Wasserpistole als Hilfsmittel

Beim Training mit der Wasserpistole geht es darum, den Hund im richtigen Moment nass zu machen.

Timing ist hierbei ganz besonders wichtig. Sobald dein Hund zu bellen anfangen möchte, musst du schon bereitstehen, um direkt reagieren zu können.

Nur so hat dein Hund eine Chance, den Wasserspritzer mit seinem Verhalten zu verknüpfen.

Wasserpistole
43898437 / depositphotos.com

Andernfalls kann die Wasserpistole mehr Schaden anrichten, als dass sie hilft. Ist dein Hund schon auf etwas konzentriert und bellt, wie er es immer tut, hilft auch eine Dusche nicht mehr.

Dein Hund erschreckt sich höchstens und kann überhaupt nicht zuordnen, woher das Wasser kam und warum es ihn getroffen hat. Im schlimmsten Fall verknüpft er es mit dem, was er angebellt hat.

Bei aggressivem Bellen hat das noch mehr Aggression zur Folge.

Mein Tipp ist daher, die Wasserpistole zu Anfang erst einzusetzen, wenn du deinem Hund bereits auf andere Weise korrigiert hast.

Stelle dir als beispielhafte Situation vor, dass dein Hund immer zum Gartenzaun rennt, wenn ein Artgenosse vorbeigeht.

Natürlich wird dann auch heftig gebellt, bis der andere Hund endlich an deinem Grundstück vorbeigelaufen ist.

Anstatt jetzt einfach stumm von hinten noch eine Ladung Wasser draufzuschütten, sagst du deinem Hund, was du von ihm erwartest: „Aus“, „Schluss“ oder welches Kommando du dafür auch immer verwendest.

Reagiert dein Hund darauf nicht, wiederholst du das Kommando und unterstreichst es mit der Wasserpistole.

Hund spielt mit dem Wasserschlauch im Garten
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Auf diese Weise hat dein Hund die Chance, dein Kommando, das Wasser und sein Fehlverhalten korrekt zu verknüpfen. Es ist wichtig, dass das Wasser als Letztes folgt, weil dein Hund nur so das Kommando mit dem Wasser verbindet.

Achte auch darauf, wie dein Hund auf diese Trainingsmethode reagiert.

Einige wenige Hunde sind von der Wasserpistole gar nicht beeindruckt. Andere, ebenfalls wenige, erschrecken sich dadurch so sehr, dass du kaum Erfolge verzeichnen wirst.

Beobachte deinen Hund daher genau und wähle gegebenenfalls eine andere Trainingsmethode.

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Wann du die Wasserpistole nicht einsetzen solltest

Hast du einen traumatisierten Hund, ist die Wasserpistole nicht für euer Training geeignet.

Auch sehr unsichere Hunde oder aggressive Tiere profitieren davon nicht. Der Wasserstrahl wird ihr Verhalten nicht ändern, sondern im schlimmsten Fall nur verstärken.

Ein Beispiel: Ich kenne einen Hund, der schon immer sehr unsicher war.

Er hat sein ganzes Leben als Zweithund in einer Familie verbracht und sich ständig an seinem Artgenossen orientiert.

Auf Spaziergängen hat er abgewartet, wie der andere reagiert und dessen Verhalten kopiert. Zuhause lief es ähnlich. Klingelte es an der Tür, blieb der Zweithund in sicherer Entfernung und ließ seinen Artgenossen nachsehen, ob von dem Besucher eine Gefahr ausgeht.

Der Ersthund ist vor einiger Zeit verstorben.

Diesen Verlust merkt man dem Zweithund bis heute ganz deutlich an. Klingelt es nun, bleibt er an Ort und Stelle, entfernt sich möglicherweise noch von der Tür, aber bellt über Minuten.

Das passiert auch bei Personen, die er gut kennt. Selbst Mitglieder des Haushalts fördern dieses Verhalten zutage.

Eine Wasserpistole hilft da gar nicht. Der Hund ist einfach nur unsicher und mit der Situation überfordert. Ihn dafür auch noch bestrafen und dann Besserung erwarten?

In diesem Video erfährst du einige Alternativen zur Wasserpistole.

So kannst du das Bellen deines Hundes stoppen! Profi-Tipps/Hundeerziehung!

Letzter Ausweg Hundeschule

Drei Hunde in der Hundeschule mit Trainer
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Hast du einen Extremfall, ist es vermutlich hilfreich, wenn du dir Hilfe in der Hundeschule suchst.

Gerade wenn es bereits zu Streitereien mit Nachbarn gekommen ist oder du einfach unter der Situation leidest, brauchst du eine Einschätzung eines Experten.

Erwarte auch hier keine Wunder. Durfte dein Hund über Jahre uneingeschränkt bellen, wird er auch einige Zeit brauchen, um sich von diesem Verhalten wieder zu verabschieden.

Fazit

Hunde bellen, das weiß wohl jeder.

Dass Hunde aber durch den Menschen deutlich mehr bellen als untereinander, ist einigen sicher neu. Sie teilen damit Freude, Angst, Überforderung, Aggression, Frust, Langeweile oder Schmerz mit.

Dennoch muss kein Halter es hinnehmen, dass sein Vierbeiner ihn ständig ankläfft.

Das Training mit der Wasserpistole wird äußerst kritisch beäugt.

Tatsächlich richtet es falsch angewendet Schaden an. Greife daher besser zu anderen Methoden, wenn dein Hund traumatisiert, sehr aggressiv oder ängstlich ist.

Ein Hundetrainer hilft dir dabei, dass dein Hund bald wieder leiser ist.

Häufig gestellte Fragen

Kann man einem Hund das Bellen abgewöhnen?

In Maßen ja, allerdings wird man einem Hund niemals komplett das Bellen abgewöhnen können. Bellen ist normales Hundeverhalten, das sich nicht abstellen lässt.

Eignet sich die Wasserpistole für alle Hunde?

Nein, die Wasserpistole eignet sich nur für Hunde, die angemessen auf sie reagieren. Stört sich dein Hund gar nicht daran oder reagiert, indem er das Verhalten, das du korrigieren willst, verstärkt, ist das Training mit der Wasserpistole nicht geeignet.

Ich habe ein Bußgeld bekommen, weil mein Hund zu viel bellt. Ist das rechtens?

Ja, denn übermäßiges Bellen gilt als Ruhestörung, die deine Nachbarn nicht hinnehmen müssen. Bellt dein Hund während der Ruhezeiten oder auch längere Zeit tagsüber, musst du möglicherweise ein Bußgeld zahlen.