Mein Hund bellt den Mond an

Ein Spaziergang bei Nacht ist gerade bei Vollmond so romantisch… Die Welt schläft, alles ist in blaues Licht getaucht… und alle Nachbarshunde machen einen Heidenlärm.

Wie kommt es, dass Hunde gerade nachts mehr bellen?

Hat der Mond etwas damit zu tun? Und wie kannst du etwas gegen dieses Verhalten tun?

Diese und weitere Fragen beantworte ich dir im heutigen Artikel!

Mein Hund bellt den Mond an – Ist das normal?

Das kommt darauf an, ob dein Hund wirklich den Mond anbellt. Oftmals sieht es für uns nur so aus.

Hunde strecken den Kopf beim Bellen oder Heulen natürlicherweise nach oben. Bei Nacht, wenn der Vollmond am Himmel steht, wirkt das dann so, als würde er diesen verbellen wollen.

Dabei ist das nur wirklich selten der Fall.

Bellt dein Hund einfach nur zufällig in die Richtung des Mondes, handelt es sich um völlig normales, aber möglicherweise nervtötendes, Verhalten.

Will er mit seinem Bellen tatsächlich den Mond vertreiben oder macht dieser ihm Angst, sieht es anders aus.

Wie Hunde kommunizieren

Dass Hunde und Wölfe den Mond anheulen, ist eine romantische, aber falsche Annahme.

Tatsächlich wollen sowohl unsere Haushunde als auch ihre Vorfahren sich in den meisten Fällen nur mit Artgenossen unterhalten.

Damit der Schall weite Strecken zurücklegt, legt das Tier den Kopf in den Nacken. Andernfalls würden seine Rufe direkt vom nächsten Baum, Felsen oder Haus zurückgeworfen werden.

In diesem Video kannst du sehen, dass Wölfe auch tagsüber auf diese Weise heulen.

Schaurig schönes Wolfsgeheul

Wir Menschen kommunizieren anders. Wir müssen einander nicht über Kilometer entfernt anschreien.

Daher kommen wir, wenn wir einen laut bellenden Hund sehen, gar nicht auf die Idee, dass er gerade eine Unterhaltung führt. Schon gar nicht mit einem Artgenossen, der sich nicht in Sichtweite befindet.

Viel näher liegt für uns die Annahme, dass der Hund ein bisschen schusselig ist und mit dem Mond spricht. Den sehen wir schließlich und der Hund bellt ja auch in seine Richtung.

Dass Hunde gerade nachts auf die Idee kommen, einen Gruppencall mit den Nachbarshunden zu führen, hat auch einen Grund: Sie hören nachts besser.

Nachts gibt es weniger atmosphärische Störungen, also elektromagnetische Signale.

Die empfindlichen Hundeohren können daher nachts besser arbeiten und bekommen viel mehr aus ihrer Umgebung mit.

Außerdem gibt es weniger Verkehr, es laufen nicht so viele elektrische Geräte und die meisten Menschen schlafen.

Übrigens bellen gerade Hunde mit eingeschränkter Mimik, beispielsweise durch langes Fell im Gesicht, mehr (Quelle).

Die Rolle des Vollmondes

Am meisten bellen Hunde nachts, wenn zusätzlich auch noch Vollmond ist.

Das klingt auch wieder sehr romantisch, hat aber ganz pragmatische Gründe: Bei Vollmond ist es heller.

Hunde sind nicht gerade für ihre scharfen Augen bekannt. Trotzdem ist es ihnen lieber, wenn sie sehen, was um sie herum passiert. Der Vollmond spendet deutlich mehr Licht als eine dünne Mondsichel am Himmel.

Wenn also ein Vollmond am Himmel steht und die Nachbarschaft schläft, hört und sieht Bello Mäuse und Eichhörnchen viel besser. Das möchte er seinen Nachbarn dann gern mitteilen.

Das funktioniert natürlich nur, wenn dein Hund auch draußen ist. Im Haus oder der Wohnung wird der Vollmond im Normalfall kaum Auswirkungen auf sein Bellverhalten haben.

Übrigens hat sich auch so der Mythos vom Wolf, der den Vollmond anheult, entwickelt: Wölfe heulen zur Paarungszeit im Februar und März viel mehr. Wölfe sind nacht-, bzw. dämmerungsaktiv.

Daher ist die Wahrscheinlichkeit, sie zu hören, während der Mond am Himmel steht, deutlich höher. Ein heller Vollmond begünstigt das zusätzlich.

Durch die kahlen Bäume im Februar und März war es zusätzlich einfacher, die heulenden Wölfe zu sehen.

Rechtliche Konsequenzen

So manch ein Nachbar fühlt sich schon gestört, wenn der Grillabend etwas länger geht. Spätestens wenn ein Hund nachts dauerhaft bellt, hört für die meisten Menschen wohl der Spaß auf.

Lebst du in deinem eigenen Haus und befindet sich dein Hund drinnen, musst du wahrscheinlich keine Konsequenzen befürchten.

Vermutlich ist dein Hund nicht laut genug, um mit seinem Bellen die Nachbarn zu wecken. Anders sieht es aus, wenn dein Hund im Garten schläft oder du in einem Mehrfamilienhaus wohnst.

Eine Störung der Nachtruhe liegt dann schnell vor.

Ein Problem in diesem Fall kann zusätzlich sein, dass dein Hund gar nicht der Auslöser ist. Vielleicht bellt ein paar Häuser weiter ein anderer Hund und deiner antwortet nur höflich darauf.

Nächtliche Gesprächsrunden unterbinden – So klappt’s!

Bellt dein Hund nachts viel, stört das natürlich. Folgende Tipps können dir dabei helfen, wie dein Vierbeiner bei Nacht ruhiger wird.

Laste deinen Hund aus, geistig und körperlich

Ein gelangweilter und unausgelasteter Hund schläft weniger. Wenn er nachts wach liegt, kommt er natürlich eher auch dazu, zu bellen.

Fülle seinen Tag daher mit Spaziergängen, Spielen und Denkaufgaben. So kommt er gar nicht erst auf die Idee, nachts zu bellen. Viel eher möchte er sich von seinem spannenden Tag erholen, um für den nächsten bereit zu sein.

Achte auf Zeichen für Einsamkeit

Häufig neigen Hunde, die sich einsam fühlen, zu vermehrtem Bellen. Diese Einsamkeit spüren sie gerade nachts.

Achte daher darauf, dich viel mit deinem Hund zu beschäftigen und ihn selten allein zu lassen. Kuschel mit ihm und beziehe ihn in deinen Tag mit ein.

Gib deinem Hund das Gefühl, wirklich zu deiner Familie zu gehören. Ein ausgeglichener, glücklicher Hund, wird nachts weniger bellen.

Anerzogenes Bellen

Das passiert leider immer wieder ungewollt. Hunde lernen schnell, wie sie zum Erfolg kommen können.

Gibst du ihnen ein, zweimal das, was sie möchten, wenn sie lautstark danach verlangen, merken sie sich das.

Nachts, wenn du ihrem Wunsch nicht sofort nachkommen kannst, kann dieses anerzogene Bellen wirklich anstrengend werden.

Je tiefer dieses Wissen verankert ist, desto schwieriger ist es auch, dieses Verhalten loszuwerden. Daher ist es wichtig, dass dein Hund niemals etwas bekommt, wenn er durch Bellen danach verlangt.

Kein Streicheln, keine Leckerlis. Du entscheidest, wann du deinen Hund belohnst.

Aber mein Hund bellt wirklich den Mond an!

Ja, auch das ist möglich, wenn auch sehr unwahrscheinlich. Wie gesagt, in den meisten Fällen sieht es für uns Menschen nur so aus, weil Hund eben anders kommunizieren.

Bellt dein Hund aber tatsächlich den Mond an, kannst du das folgendermaßen erkennen:

Dein Hund…

  • bellt nur draußen oder wenn er durch ein Fenster Sichtkontakt zum Mond herstellen kann,
  • sucht den Himmel sofort nach dem Mond ab, wenn er draußen ist oder
  • bellt möglicherweise auch die Sonne an.

Darüber hinaus wird er vielleicht auch nervös, wenn er Straßenlaternen oder andere helle Lichter sieht.

Auch Drohnen am Himmel oder Heißluftballons lösen in manchen Hunden Furcht oder Aggression aus, die sie auf den Mond übertragen können.

Bellen aus Angst vor dem Mond behandeln

Hat dein Hund wirklich Angst vor dem Mond, solltest du diese Angst behandeln.

Beim Mond handelt es sich immerhin nicht um einen Gegenstand, den du ganz einfach aus dem Leben deines Hundes verbannen kannst.

Für den Anfang wäre es gut, wenn du eure Spaziergänge zeitlich so planst, dass der Mond nicht sichtbar ist. Gerade Vollmondnächte solltest du erst einmal meiden.

Entspannt sich dein Hund nachts langsam, kannst du Spaziergänge bei dünnen Mondsicheln wagen.

Wichtig dabei ist immer, dass du selbst entspannt bist. Dein Hund kopiert dein Verhalten. Bist du nervös, überträgst du dieses Gefühl sofort auf deinen Hund.

Geht dein Hund entspannt neben dir her, darfst du ihn ausgiebig belohnen.
Hat dein Hund auch Angst vor Heißluftballons oder großen Deckenlampen?

Dann erweitere dein Training auch auf diese Gegenstände. Führe deinen Hund langsam heran, bleibe selbst entspannt und lobe ihn, wenn er ruhig bleibt.

Trainingsvorschläge bei aggressivem Verhalten

Sehr territoriale Hunde sehen in dem Mond möglicherweise einen Eindringling, den sie vertreiben wollen.

Tun sie das auch im Haus, wenn der Mond durch ein Fenster fällt, solltest du dazwischengehen. Versperre deinem Hund die Sicht und schicke ihn weg. Du hast die Kontrolle über die Situation.

Bellt er draußen, kannst du ähnlich wie beim Bellen aus Angst beginnen. Vermeide den Mond eine Weile, bis dein Hund sich nachts entspannter verhält.

Dann kommt es auf gutes Timing an. Führe deinen Hund langsam an den Mond heran, also gehe zu Beginn nicht bei Vollmond spazieren. Sieht dein Hund den Mond an, bleibt aber ruhig, lobst du ihn.

Auch hier ist es möglich, dass dein Hund sein Verhalten auf mondähnliche Gegenstände ausweitet. Bei ihnen verfährst du genauso.

Wenn alles nichts hilft…

… muss vermutlich ein Hundetrainer ran.

Bellt dein Hund nachts pausenlos oder hat eine richtige Phobie vor dem Mond entwickelt, solltest du mit einem Experten sprechen.

In beiden Fällen steht dein Hund unter extremem Stress, der nicht sein muss.

Mit den richtigen Trainingsansätzen, verhilfst du deinem Hund, dir selbst und womöglich auch deinen Nachbarn zu einem entspannteren Leben.

Fazit

Dass ein Hund tatsächlich den Mond anbellt, ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

In den meisten Fällen nutzen Hunde die Ruhe der Nacht nur zur Kommunikation. Es kann auch sein, dass dein Hund sich vor dem Mond oder anderen Gegenständen, die ihm ähnlich sehen, fürchtet.

Auch aggressives Verhalten dem Mond gegenüber ist möglich.

Mit ein wenig Training und einem gefüllten Tag ist es aber möglich, dieses Bellen zu unterbinden. Nur in seltenen Fällen wie Phobien muss ein Hundetrainer ran.

Häufig gestellte Fragen

Bellen Wölfe bei Vollmond wirklich mehr?

Nein, sie sind für uns Menschen nur einfacher zu entdecken. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn die Wälder kahl sind, spendet ein Vollmond genug Licht, um heulende Wölfe zu sehen.

Warum bellen Hund nachts mehr?

Nachts gibt es weniger Störgeräusche, sodass Hunde einfacher über weite Strecken miteinander kommunizieren können. Mit dem Mond hat das nur sehr selten zu tun.

Kann ein Hund Angst vor dem Mond haben?

Ja, das ist möglich. Wenn sich daraus eine richtige Phobie entwickelt, sollte man einen Hundetrainer aufsuchen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*