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Mein Hund bellt, wenn ich gehe – 6 Tipps um entspannter das Haus zu verlassen

Mein Hund bellt, wenn ich gehe – 6 Tipps um entspannter das Haus zu verlassen

Den meisten Hundebesitzern fällt der Abschied zu ihren Vierbeinern schwer. Viel schlimmer wird es, wenn der Hund die Trennung mit herzzerreißendem Gebell und Gejaule untermalt.

Der Gedanke, dass der Hund so sehr unter der Trennung leidet, macht auch uns Menschen fertig.

Daher erfährst du im heutigen Beitrag, warum Hunde bellen, wenn man sie alleine lässt, und was du dagegen unternehmen kannst.

Hund bellt, wenn ich gehe – Ist das normal?

Manche Hunde leiden enorm darunter, wenn ihr Futterspender das Haus verlässt. Das können sie durch Bellen oder Zerstörungswut zeigen. Beides ist aber nicht normal, sondern ein Zeichen für wahnsinnigen Stress.

Bellt dein Hund regelmäßig, wenn du ihn alleine lässt, solltest du der Sache unbedingt auf den Grund gehen. Es kann auch sein, dass eine Krankheit hinter dem Verhalten steckt.

Fühlt sich Bello nicht wohl, reagiert er womöglich empfindlicher darauf, von dir getrennt zu sein.

Warum dein Hund bellt, wenn du gehst

Hunde sind Rudeltiere. Zwar kann ein Hund zwischen Artgenossen und Menschen unterscheiden. Aber du als Herrchen oder Frauchen bist trotzdem eine wahnsinnig wichtige Bezugsperson.

Für einen Hund gibt es kaum schlimmeres, als von seinen Liebsten getrennt zu sein. „Ich bin ja in zwei Stunden wieder da“, interessiert den Vierbeiner da wenig. Für ihn zählt das Jetzt. Jetzt bist du weg, also geht es ihm schlecht.

Warum er unter der Trennung so leidet, hat verschiedene, sogar ganz gegensätzliche Gründe.

  • Trennungsangst
  • Langeweile
  • Kontrollverlust

Trennungsangst

Diesen Grund reden sich die meisten Hundebesitzer wohl am liebsten ein. Ihr Vierbeiner bellt nur, weil er uns so sehr liebt, dass er es keine fünf Minuten ohne uns aushält.

Das klingt vielleicht süß, ist aber ein ernstes Problem. Es wird im Alltag immer wieder zu Trennungen kommen. Sei es nur, weil du auf die Toilette oder in den Keller musst.

Dein Hund kann nicht überall mitkommen, daher muss er das Alleinbleiben unbedingt lernen.
Trennungsangst erkennst du folgendermaßen: Wenn dein Hund alleine ist,

  • winselt oder heult er mehr als dass er bellt,
  • kaut er auf Schuhen oder anderen Gegenständen, die stark nach dir riechen,
  • kommt er nicht zur Ruhe, kratzt an Türen,
  • verletzt er sich durch das Kratzen oder übermäßige Körperpflege selbst (erkennbar an Pfoten und Flanken) und
  • wird er möglicherweise in der Trennungszeit unsauber (häufig im Zusammenspiel mit Durchfall und Erbrechen).

Die Lautäußerungen sollen dich zurückholen.

Seid ihr durch eine Tür getrennt, kann dein Hund dir nicht mehr folgen. Er versucht deswegen, dich zu sich zu rufen. Mit dem Kratzen an der Tür will er das ebenfalls erreichen.

Eventuell versucht er auch, die Tür zu öffnen, indem er daran hochspringt.

Wird er unsauber oder beleckt und beknabbert er sich selbst so sehr, dass er Fell verliert?

Dann handelt es sich um eine Form des Stressabbaus. Dein Hund ist mit der Situation völlig überfordert. So wie wir mit dem Bein wippen würden oder an den Fingernägeln kauen, sucht auch dein Hund nach einem Ventil.

Übrigens ist sich ein Hund vermutlich gar keiner Schuld bewusst, wenn er Schuhe oder Möbel zerkaut.

Eine englische Studie hat ergeben, dass Hunde mit diesem schuldbewussten Blick wohl immer reagieren, wenn ihr Besitzer wütend ist.

Sie tun das selbst dann, wenn sie gar nichts falsch gemacht haben. Sei also nicht sauer, wenn dein Hund in deiner Abwesenheit etwas Verbotenes tut. Verhindere besser, dass es überhaupt dazu kommt.

Das unsaubere Verhalten gepaart mit Verdauungsbeschwerden ist gleichzeitig ein psychisches und ein körperliches Stresssymptom. Dein eigentlich stubenreiner Hund macht vor Aufregung wieder ins Haus.

Sicher kennst du es von dir selbst, dass du vor wichtigen Prüfungen, Präsentationen oder Gesprächen mit deinem Chef Bauchschmerzen bekommst. Deinem Hund geht es in dieser Situation ganz ähnlich.

Langeweile

Ich habe es in früheren Artikeln schon erwähnt: Bellen ist selbst belohnend.

Dein Hund benötigt kein „Feiiiiiin“ von dir, um zu bemerken, dass Bellen was ganz Tolles ist.

Beim Bellen schüttet er Endorphine aus und bekämpft damit ganz alleine seinen Stress und seine Langeweile.

Neben starker Trennungsangst kann es also auch einfach sein, dass dein Hund sich mit seinem Gebell selbst unterhalten möchte. Sein Bellen klingt in diesem Fall nicht nach Winseln oder Jaulen.

Stattdessen wird es aus vielen einzelnen, klaren Lauten bestehen, zwischen denen jeweils kurze Pausen liegen.

Außerdem wird sein Bellen nicht zielgerichtet sein. Er steht dabei nicht unbedingt an der Tür, durch die du das Haus verlassen hast. Vielleicht legt er sich aufs Sofa und singt dort ein wenig.

Oder er läuft von einem Zimmer ins nächste und prüft die Akustik.

Kontrollverlust

Ich habe dieses Thema in einem früheren Artikel schon mal angesprochen, aber es stimmt auch hier:

Wir verwöhnen unsere Hunde den ganzen Tag. Zusätzlich sprechen wir mit ihnen wie mit Kleinkindern. Das gefällt den Vierbeinern einerseits. Andererseits erweckt das für den Anschein, als wären wir auch hilflose Kinder.

Bellt dein Hund, wenn du gehst, kann dieses Verhalten also auch daran liegt, dass er deinen Fähigkeiten nicht vertraut.

Er glaubt, du bist in der großen, weiten Welt ohne ihn völlig aufgeschmissen. Wie eine Mutter, die ihrem Teenager noch die Schuhe binden möchte, will dein Hund dann auf dich achten.

Kann er das nicht mehr, wird er nervös.

An diesem Verhalten erkennst du, ob dein Hund dich kontrolliert: Dein Hund

Dieser Kontrollzwang ist häufig gepaart mit ein wenig Trennungsangst.

Viele Hundebesitzer erziehen ihren Vierbeinern das Verhalten aus Versehen an. Als Welpen lassen wir unseren Hunden viel mehr durchgehen. Es ist aber auch zu süß, wenn sie uns auf die Toilette begleiten oder mit in die Dusche springen.

Alleine bleiben müssen die Kleinen häufig auch kaum.

Das führt zum einen dazu, dass dein Hund nicht lernt, dass es nicht schlimm ist, wenn du kurz weg bist. Zum anderen ist er es gewohnt, jeden deiner Handgriffe zu kontrollieren. Kann er das nicht mehr, löst das eine Panik in ihm aus,

6 Tipps um Deinem Hund das Bellen abzugewöhnen, wenn Du das Haus verlässt

Bellen ist vollkommen normales Hundeverhalten.

Manche Rassen bellen mehr als andere und ganz abgewöhnen wirst du es deinem Hund niemals. Weil das Bellen in diesem Fall aber ein Zeichen für Stress ist, solltest du etwas dagegen unternehmen.

Ist dein Hund weniger gestresst, wird er auch weniger bellen.

Idealerweise beugst du dem Problem vor, indem dein Hund von Beginn an alleine zu bleiben lernt.

Dafür schickst du ihn auf seinen Platz, verabschiedest dich von ihm und gehst. Zwei Minuten später kommst du wieder.

Mache keine große Sache aus deiner Rückkehr.

Sollte dein Hund kräftig aufdrehen, kannst du ihn ruhig kurz ignorieren. Schenke ihm erst dann Aufmerksamkeit, wenn er sich ein wenig beruhigt hat.

Mit jeder Trainingseinheit steigerst du die Zeit, die dein Hund alleine bleibt. Denke aber daran, dass Welpen nicht so lange alleine bleiben sollten wie ausgewachsene Hunde.

Tipp 1: Wohlfühlort mit Belohnung

Dieser Tipp eignet sich für alle Auslöser des Bellens.

Schaffe deinem Hund einen Ort der Entspannung, an dem er gerne liegt. Idealerweise darf er sich dort auch mit Kauartikeln beschäftigen.

Diese erfüllen gleich mehrere Aufgaben: Sie lenken deinen Hund vom Alleinsein ab und füllen die Zeit mit etwas Schönem.

Dein Hund wird dem Moment, in dem du endlich das Haus verlässt, entgegenfiebern, weil er dann etwas zu Kauen bekommt.

Gewöhne deinen Hund an den Entspannungsort, indem du ihn dorthin schickst. Lasse ihn dort liegen und entferne dich von dem Ort.

Bleibt dein Hund liegen, lobe ihn. Steht er auf, schicke ihn zurück. Entferne dich in kleinen Schritten immer weiter, bis du das Zimmer verlässt. Ab jetzt kannst du Kauartikel als Beschäftigung einführen.

Komme anfangs zurück, wenn dein Hund noch kaut. Später lässt du deinen Hund immer länger alleine, auch wenn er sein Leckerli schon aufgefressen hat.

Das Ziel ist nicht, dass dein Hund acht Stunden auf seiner Decke liegen bleibt, bist du von der Arbeit zurückkommst. Er soll aber lernen, dass es einen Ort in seinem Zuhause gibt, der der Entspannung dient.

Daher solltest du ihn auch nicht zum Spielen auffordern, wenn er sich von sich aus an diesen Ort begibt.

Tipp 2: Kurze Verabschiedung, kurze Begrüßung

Ich habe es schon angesprochen, dass du dich kurz von deinem Hund verabschieden solltest.

Auch deine Rückkehr sollte nicht in eine Willkommensparty ausarten. Behandele dein Kommen und Gehen als etwas Normales und Alltägliches.

Andernfalls steigert ihr, also du und dein Hund, euren Übermut gegenseitig, was wieder in Stress und damit Bellen endet. „Tschüss, Bello“ reicht völlig aus.

Du musst deinem Hund nicht erklären, wohin du unterwegs bist, wann du wiederkommst und dass du ihn ja eigentlich viel lieber mitnehmen möchtest.

Halte den Abschied kurz und schmerzlos, sodass dein Hund gar keine Zeit hat, sich in die Trennung hineinzusteigern.

Übrigens: Genauso solltest Du es auch handhaben, wenn Dein Hund bellt, wenn Besuch kommt. Das Hauptproblem liegt nämlich darin, dass dein Besuch Bello so überschwänglich begrüßt, dass er bei jedem Besuch weiterbellen wird.

Tipp 3: Ausreichend Beschäftigung

Damit in der getrennten Zeit keine Langeweile aufkommt, fülle eure gemeinsame Zeit mit Spielen und Spaziergängen.

Im besten Fall schläft dein Hund dadurch hauptsächlich, wenn er alleine ist. Das reduziert die Zeit, in der er bellen könnte, schon mal erheblich.

Tipp 4: Mach es deinem Hund ungemütlich

Im Kontrast zum Wohlfühlort steht dieser Tipp.

Dein Hund sollte nicht in jedem Zimmer einen Liegeplatz haben. Auf diese Weise wird er von sich aus sein Körbchen aufsuchen, auch wenn ihr dann in getrennten Räumen seid.

Der Tipp eignet sich für Hunde mit Trennungsangst ebenso wie für Hunde mit Kontrollzwang. Beiden sollte also nicht in jedem Raum ein Hundebett zur Verfügung stehen.

Tipp 5: Schließe Türen

Diesen Tipp kannst du in zwei verschiedenen Situationen anwenden.

Erstens eignet er sich, um einen kontrollierenden Hund loszuwerden, der dir bis auf die Toilette folgt. Ab jetzt ist Schluss damit. Verlässt du das Zimmer, machst du die Tür hinter dir zu.

Dein Hund bleibt von dir getrennt. Schaffe damit Tabuzonen, die dein Hund nicht mehr betreten darf.
Zweitens wirkt ein begrenzter Raum auf einen Hund beruhigend, wenn er alleine ist.

Hat er eine ganze Wohnung zur Verfügung, fühlt er sich viel verlassener. Reduziere seine Bewegungsfreiheit für die Zeit daher auf ein Zimmer.

Tipp 6: Mache langsam

Kontrollzwang und Trennungsangst sind zwei schwierige Themen.

Verlange keine Höchstleistungen von deinem Hund, sondern taste dich langsam heran. Gerade wenn dein Hund dir lange Zeit auf Schritt und Tritt folgen durfte, wird ihm das Training schwerfallen.

Steigere dich daher langsam und lasse das Training nicht schleifen.

Dieses Video behandelt das Thema Trennungsangst bei Hunden und wie du mit ihnen trainierst sehr ausführlich.

Hund Trennungsangst abgewöhnen I Hunde mit Trennungsangst richtig trainieren

Bonus-Tipp 7: Online Kurs zum Bellverhalten von Conny Sporrer

Manchmal macht es einfach Sinn einen Profi dazu zu holen. Conny Sporrer ist eine erfahrene Hundetrainerin und hat es einen umfangreichen Online Kurs zum Thema „Bellverhalten“ erstellt.

Der Kurs hilft Dir die Ursachen hinter dem Bellverhalten Deines Hundes zu entdecken. Damit kannst du wieder einen entspannten Alltag genießen ohne ständigem Gebelle. 

Dich erwarten anschaulich und einfach erklärte Trainingstipps, die extrem viel Zeit und Frust ersparen.

Rechtliche Konsequenzen, wenn dein Hund in deiner Abwesenheit bellt

Hundegebell kann als Ruhestörung gelten, wenn es regelmäßig länger als 30 Minuten pro Tag zu hören ist. Bellt dein Hund einmalig länger, wird dich kaum ein Nachbar ansprechen.

Zur Regel sollte dieses Verhalten aber nicht werden. Wenn doch, können Bußgelder fällig werden.

Sprich am besten mit deinen Nachbarn, wenn du weißt, dass dein Hund in deiner Abwesenheit bellt. Kläre sie darüber auf, dass ihr an dem Problem arbeitet, es aber Zeit braucht, bis ihr Erfolge feiern könnt.

Die meisten werden Verständnis dafür haben.

Wann du zur Hundeschule solltest

Fruchten all diese Tipps nicht, solltest du zunächst zu deinem Tierarzt und abklären, ob organische Ursachen vorliegen.

Möglicherweise ist dein Hund krank und reagiert deshalb so empfindlich auf die Trennung.

Ist das nicht der Fall, aber ihr kommt in eurem Training trotzdem nicht voran? Dann kannst du Hilfe in einer Hundeschule suchen.

Die Trainer schauen genau, warum dein Hund sich so schlecht von dir trennen kann, und geben darauf abgestimmte Tipps.

Fazit

Wenn ein Hund exzessiv bellt, wenn er alleine gelassen wird, ist das ein Zeichen für enormen Stress.

Häufig stecken Trennungsängste oder ein Kontrollzwang dahinter. Egal aus welchem Grund dein Hund bellt, du solltest etwas dagegen unternehmen, denn dadurch verringerst du auch seinen Stress.

Verlasse das Haus dafür ruhig und komme ebenso entspannt zurück. Erschaffe Ruhezonen für deinen Hund und sorge dafür, dass er sich daran gewöhnt, auch mal von dir getrennt zu sein.

Dabei hilft gezieltes Training sowie ein paar geschlossene Türen, durch die dein Hund dir nicht mehr folgen kann.

Häufig gestellte Fragen

Aus welchen Gründen bellt mein Hund, wenn ich das Haus verlasse?

Die meisten Hunde bellen aus Langeweile, weil sie Angst vor dem Alleinsein haben oder weil sie ihre Besitzer kontrollieren wollen.

Sollte ich meinen Hund ausschimpfen, wenn er bellt?

Da Bellen selbst belohnend ist, hilft es nichts, es zu ignorieren. Erwischst du deinen Hund beim Bellen, wenn du gehst, solltest du ihm klar mitteilen, dass er damit aufhören soll.

Mein Hund bellt, sobald wir voneinander getrennt sind. Woran liegt das?

Dein Hund hat entweder große Angst davor, von dir getrennt zu werden oder er glaubt, dass du ohne ihn nicht zurechtkommst. Häufig handelt es sich dabei auch um anerzogenes Verhalten oder dein Hund hat in der Vergangenheit ein Trauma erlitten.