Antijagdtraining

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Wie du deinem Hund beibringst, seinem natürlichen Jagdtrieb zu widerstehen

Wie hält man Hunde vom Jagen ab? Was ist ein Antijagdtraining? Diese Fragen stellen sich täglich zahlreiche Hundehalter und viele verzweifeln schier an dieser Aufgabe. Manche aber haben mit diesem Problem überhaupt nicht zu kämpfen, weil ihr Hund keine Lust zum Jagen hat.

Der Jagdtrieb ist von Hund zu Hund unterschiedlich stark ausgeprägt. Natürlich kommt es auch auf die Rasse an. Hast du einen Vierbeiner, der explizit zur Jagd gezüchtet wurde, dann steht dir ein großes Stück Arbeit bevor.

Ich habe selbst in meinem Rudel mehrere Hunde der unterschiedlichsten Rassen. Während einige den Vögeln im Garten zusehen, wie sie im Brunnen baden, merke ich immer, wie mein Terrier fast im Stand durchdreht und am liebsten die Vögel erlegen würde.

Es genügt jedoch ein Blick von mir, oder ein spezielles Handzeichen und die Terrier-Dame weiß ganz genau, dass es jetzt keine gute Idee wäre, den Vögeln hinterher zu sprinten.

Wie auch du es schaffst, dass dein Vierbeiner nicht mehr auf die Jagd geht und sich leichter kontrollieren lässt, erfährst Du hier in diesem Beitrag.

Warum jagt der Hund?

Es liegt Bello und Co einfach in den Genen. Hunde haben ihren natürlichen Instinkt und der beinhaltet auch den Jagdtrieb. Bei machen Tieren ist er stärker ausgeprägt, bei anderen weniger. Es ist aber ein natürliches Verhalten und du darfst deiner Fellnase nicht böse sein, wenn sie jagt, sofern sie es nicht anders gelernt hat.

Als Hunde noch nicht domestiziert waren, mussten sie ihre Beute selbst jagen. Der Jagdtrieb ist somit ein Selbsterhaltungstrieb und tief in den Genen verwurzelt. Zudem macht es den Vierbeinern einfach tierischen Spaß. Beobachte doch deinen Hund, wenn er nur einem Blatt hinterherjagt, das im Wind tanzt.

Für diesen enormen Spaß am Jagen sind auch die Glückshormone verantwortlich, die beim Hund ausgeschüttet werden. Sobald der Vierbeiner schnell einem Tier oder Gegenstand hinterherhetz, wird Adrenalin ausgeschüttet. Auch Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphine werden freigesetzt. Diese versetzten deinen Hund wiederum in einen glücklichen Zustand.

Hat jeder Hund einen Jagdtrieb?

Ja, jeder Hund hat einen Jagdtrieb. Bei manchen ist er stärker ausgebildet, als bei anderen. Spezifische Hunderassen wurden speziell für die Jagd gezüchtet. Bei diesen Tieren ist der Jagdtrieb auch durchaus erwünscht. Es ist aber auch wichtig, dass mit diesen Jagdhunden ausgiebig gearbeitet wird. Ein Jagdhund, der als Familienhund gehalten wird, und nicht zur Jagd gehen darf, benötigt eine Alternative, um seine Instinkte zu kanalisieren.

Unterschiede bei Hunderassen

Der Jagdtrieb wird in den meisten Fällen stets getriggert. Das bedeutet, es gibt einen Auslöser und schon sprinten die Tiere los. Bei Bassets oder Beagels, oder anderen Jagdhunden, die lange, hängende Ohren und eine lange Nase haben, sind es die Gerüche, die verlockend sind. Auch der Dackel ist ein Hund, der schnell eine Fährte aufnimmt und sich nicht mehr bremsen lässt.

Auf der anderen Seite gibt es noch die Sichtjäger. Diese laufen los, wenn sich in Sichtweite etwas Aufregendes bewegt. Meine Terrier-Hündin Mia zählt zu diesen Sichtjägern. Stolziert die Katze auf der Mauer des Nachbargrundstücks, so würde sie am liebsten über den hohen Zaun springen, und die Katze durch die ganze Siedlung jagen.

Was sind die Auslöser fürs Jagen?

Die Auslöser hast du nun bereits grob kennengelernt. Hier findest Du noch weiterführende Informationen, was deinen Vierbeiner triggert und warum.

Da ich auch die Trainingsansätze von Martin Rütter sehr schätze, kann ich dir auch das Buch Jagdverhalten beim Hund von Martin Rütter und Andrea Buisman empfehlen.

In diesem Buch lernst du viele Antijagdtraining Methoden kennen. Was ich an Martin Rütter als Hundetrainer so liebe ist, dass er sich selbst nicht zu wichtig nimmt. Zudem geht er immer liebevoll mit den Vierbeinern um, fackelt aber auch nicht lange, wenn es darum geht, den Hunden ein gefährliches Verhalten abzutrainieren.

Wann soll mit dem Antijagd-Training begonnen werden?

Wenn du deinen Hund nicht zur Jagd mitnimmst, dann solltest du sofort mit dem Antijagd-Training beginnen. Das ist genauso wichtig wie „Sitz“ und „Platz“. Stell dir vor, du gehst entspannt mit deinem Hund Gassi und plötzlich wird der vierbeinige Schatz von etwas getriggert. Er beginnt an der Leine zu ziehen und reißt dich beinahe mit. Vielleicht erschreckt es dich so, dass dir die Leine aus der Hand rutscht.

Das kann richtig gefährlich werden. Stell dir vor, der Hund läuft vom Jagen angestachelt ohne Rücksicht auf Verluste über eine befahren Straße, nur weil er einem anderen Tier nachhetzen möchte.

Oder stell dir vor, dein Hund ist im Garten und sieht am Horizont ein Reh oder einen Hasen. Viele Hunde entwickeln eine enorme Sprungkraft und bezwingen auch hohe Zäune. Durch den Jagdtrieb angetrieben können Hunde davonlaufen und nicht mehr zurückfinden.

Daher solltest du sofort mit dem Antijagdtraining beginnen.

Welche Übungen und Methoden gibt es?

Das wichtigste ist, dass du deinem Bello von Anfang an das Jagen verbietest. Der Hund kann nicht unterschieden, warum er die von dir verhasste Katze aus dem Garten verjagen darf und sogar die Wühlmäuse im Garten erlegen soll, aber sonst keinen Tieren hinterher hetzen soll.

Wann sollte eine Hundeschule besucht werden?

Wenn du dir selbst nicht sicher bist, dass du dem Hund das angemessene Training bieten kannst, dann solltest du eine Hundeschule besuchen. Auch wenn du einen adulten Vierbeiner bei dir aufnimmst, der offensichtlich früher viel gejagt hat, solltest du Unterstützung von einem Trainer in Anspruch nehmen.

Wie wichtig ist das Abrufen des Hundes?

Der Abruf ist das A und O beim Antijagdtraining. Wenn dieser nicht klappt, dann kannst du auf nichts aufbauen. Übe somit von Welpenalter an den Abruf. Diesen trainierst du mit Leckerlis. Spielt dein Vierbeiner im Garten und ist gut beschäftigt, rufe ihn ab. Er muss augenblicklich hören und sich bei dir absetzen. Dann bekommt er ein Leckerli.

Sogenannte Erziehungshalsbänder oder auch Antijagd-Halsbänder können eine gute Unterstützung sein. Dieses nutzt du bei jedem Spaziergang und zeigst damit deinem Hund, welches Verhalten unerwünscht ist. Wichtig ist aber auch hier, dass dein Hund bedingungslos auf dich hört. Der Abruf sollte schon im Vorfeld gut klappen.

Damit ein Training erfolgreich ist, ist es jedoch wichtig, dass dir dein Hund absolut vertraut. Auch solltest du immer auf konsequente, aber liebevolle Erziehung achten. Mit Gewalt und erhöhter Stimme erreichst du nichts. Dein Hund wird dennoch weiter jagen, das Verhältnis zwischen euch aber wird dauerhaft gestört.

Daher: Beginne sofort mit dem Training. Dein Hund wird es dir danken und ihr erlebt ein harmonisches Zusammenleben. Weitere Tipps zum Antijagdtraining kannst du dir in diesem Video von Spezialistin Pia Gröning anschauen.

Antijagdtraining für Hunde mit Antijagdtraining-Spezialistin Pia Gröning!

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