Aloe Vera für den Hund – die tropische Pflanze

Aloe Vera für den Hund
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In den Sommermonaten sind auch Hunde häufig nicht ausreichend vor der Sonne geschützt. Wie wir Menschen erleiden unsere Vierbeiner einen Sonnenbrand, wenn sie zu lange draußen sind.

Bei uns ist das Hausmittel der Wahl dann oft Aloe Vera. Das Gel kühlt und beruhigt die angegriffene Haut schnell. Ob die Pflanze das auch bei Hunden schafft?

Die Antwort ist: Ja, und darüber hinaus kann Aloe Vera noch viel mehr.

In welchen Bereichen du die Pflanze anwenden kannst und was es zu beachten gibt, verrate ich dir hier.

Aloe Vera

Aloe Vera gehört zu den Affodillgewächsen. Sie ist auch als Echte Aloe bekannt.

Auffällig an der Aloe Vera ist, dass sie meistens keinen sichtbaren Stamm hat. Ihre dicken Blätter wachsen darum herum und verdecken hin. Häufig ist er überirdisch auch gar nicht zu sehen.

Die Blätter der Aloe Vera werden bis zu 50 cm lang und sondern einen dickflüssigen Saft ab, wenn man sie verletzt. Sie sind außerdem gezahnt.

Aloe Vera Blatt Nahaufnahme
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Die Pflanze bildet einen 60 bis 90 cm langen Blütenstand aus. An diesem wachsen viele gelbe Blüten, die in ihrer Anordnung an Trauben erinnern. Die Blüten selbst sind dabei aber länglich.

Ihre Samen sind schwarz und bis zu einem Zentimeter lang. Sie sind flach und weisen keine eindeutige Form auf. Manche sind oval bis rund, andere eher gezackt.

Woher genau die Aloe Vera ursprünglich kam, weiß man nicht. Vermutlich ist ihre Heimat die Arabische Halbinsel.

Heute findet man sie in allen tropischen und subtropischen Regionen der Welt. Sie wird dort überall angebaut.

Aloe Vera Pflanze
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Geschichte der Aloe Vera

Die Geschichte der Aloe Vera beginnt vor rund 6000 Jahren im Alten Ägypten.

Damals sagte man dem Pflanzensaft nach, Schönheit und Unvergänglichkeit zu bewirken. Auch seine positive Auswirkung auf die Gesundheit erkannten die Menschen damals.

Aloe Vera Pflanzen mögen tropisches Wetter
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In China und im Alten Rom kannte man Aloe Vera ebenfalls. Die Pflanze kam bei allerhand Krankheiten und verschiedenen Behandlungsmethoden zum Einsatz.

In der Tiermedizin beschäftigte man sich im 18. Jahrhundert erstmals mit Aloe Vera. Damals wurde die Pflanze bei Pferden eingesetzt. Sie wirkte und bekam den Beinamen „Pferde-Aloe“.

1950 schaffte Aloe Vera es zum ersten Mal in eine veterinärmedizinische Zeitschrift. Ihre antibakterielle Wirkung stand in diesem Artikel im Vordergrund.

Viele Internetseiten behaupten außerdem, dass 1975 ein gewisser Dr. Robert T. Northway aus Kalifornien an verschiedenen Haustieren Aloe Vera ausprobiert hat.

Dabei soll er den Tieren täglich über einen Zeitraum von sechs Jahren Aloe Vera oral verabreicht haben. Die Ergebnisse sprechen eindeutig für Aloe Vera.

Ich kann dieser Studie aber nicht so recht Glauben schenken. Weder finde ich im Internet irgendwelche Informationen über Dr. Robert T. Northway, noch über seine Studie.

Alles, was Suchmaschinen ausspucken, sind Seiten über Seiten, die ein und denselben Text samt grammatikalischer Fehler beinhalten.

Ich hätte dir an dieser Stelle gern eine eindeutige Studie für Aloe Vera bei Hunden gezeigt. Leider versteckt sie sich sehr gut. Oder sie existiert gar nicht?

Da dieser Name im Zusammenhang mit einer Studie über Aloe Vera trotzdem häufig vorkommt, wollte ich ihn dir nicht vorenthalten.

Inhaltsstoffe

Was auf jeden Fall existiert, sind über 200 verschiedene Stoffe in der Aloe Vera. Die wichtigsten davon sind:

  • Schleimstoffe
  • Anthrachinon
  • Saponine
  • Aloine
  • Salicylsäure
  • Mineralien
  • Aminosäuren
  • Enzyme
  • Vitamine

Saponine und Aloine

Saponine haben viele verschiedene Wirkungen auf deinen Hund. Der Pflanze dienen sie als Schutz vor Pilzen und Insekten, die sie anknabbern wollen.

Die Stoffe wirken entzündungshemmend, stärkend und helfen bei der Verdauung. Darüber hinaus nehmen Saponine Einfluss auf den Hormonhaushalt, wirken harntreibend und schleimlösend.

frische Aloe Vera Blätter
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Möglich ist außerdem, dass sie vor Darmkrebs schützen.

Jetzt kommt das große Aber:

Saponine sind giftig. Geraten sie in die Blutbahn, lösen sie dort die roten Blutkörperchen auf.

Hat dein Hund also eine kleine Verletzung im Magen oder seinem Darm, kann der Stoff durch die Wände wandern, die Wunden vergrößern und sein Blut schädigen.

Aloine sind ebenfalls Wirkstoffe, die früher häufiger in pflanzlichen Arzneimitteln zu finden waren. Sie wirken abführend und wurden daher bei Verstopfungen eingesetzt.

Ihre positive Wirkung kann allerdings schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn dein Hund zu viel davon aufnimmt. Dann führen Aloine zu starken Durchfällen, die sogar lebensgefährlich werden können.

Außerdem können die Stoffe auch die Niere angreifen und Nierenentzündungen verursachen. Blut und Eiweiß im Urin sind Symptome, die darauf hinweisen.

Darüber hinaus kann es sein, dass Aloine krebserregend sind (Quelle).

Daher kommen Aloine heute kaum noch in Medikamenten vor. Ihre Nebenwirkungen sind einfach zu gefährlich.

Wichtig zu wissen ist, dass diese beiden Stoffe nur in unverarbeiteten Pflanzen enthalten sind.

Wenn du Aloe Vera zu Hause hast, achte daher bloß darauf, dass dein Hund sie nicht frisst.

Ist Aloe Vera zu Gel, Creme oder Lotion verarbeitet, gehen Saponine und Aloine in der Regel verloren. Achte auf die Zusammensetzung auf deinen Produkten.

Wende nur Produkte an, die diese beiden Stoffe nicht enthalten.

Salicylsäure

Salicylsäure ist ein wichtiger Wirkstoff der Aloe Vera. Sie wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd. Daher ist eine Maske mit Aloe Vera bei Sonnenbrand auch so wohltuend.

Die gelige, wasserreiche Konsistenz kühlt und die Salicylsäure nimmt den Schmerz. Der Stoff ist außerdem entzündungs- und gerinnungshemmend.

In Kopfschmerztabletten ist deshalb ebenfalls Salicylsäure enthalten.

Anwendungsbereiche beim Hund

Aloe Vera lässt sich beim Hund wie beim Menschen sowohl innerlich, als auch äußerlich anwenden.

  • Verdauungsbeschwerden
  • Sodbrennen
  • Kratzer und kleine Verletzungen
  • wunde Pfoten
  • Verbrennungen
  • Arthritis

Dosierung und Darreichungsformen

Achte bei allen Produkten aus oder mit Aloe Vera, dass du nur Produkte für Hunde verwendest.

Sprich im Zweifel mit deinem Tierarzt. Vertraue außerdem bei ernsten Beschwerden nicht allein auf die Heilkraft der Pflanze.

Gel

Aloe Vera Gel
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Ein Gel aus Aloe Vera eignet sich nicht zwingend zur inneren Anwendung. Schaue daher auf der Verpackung nach, bevor du es Bello ins Futter mischst.

Die Dosierung bei der äußerlichen Anwendung richtet sich nach der Größe der zu behandelnden Körperstelle.

Großflächig angewendet kann Aloe Vera sogar Flöhe abhalten oder bei bestehendem Befall zumindest Juckreiz und Schmerzen durch die Bisse lindern.

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Saft

Aloe Vera-Saft ist recht einfach zu dosieren. Je Kilogramm Körpergewicht erhält dein Hund einen Milliliter Saft.

Dieser stärkt das Immunsystem, hilft bei Verdauungsbeschwerden. Außerdem füllt er durch die enthaltenen Vitamine und Mineralien die Speicher deines Hundes wieder auf.

Innerlich soll Aloe Vera nicht länger als zwei Wochen zum Einsatz kommen.

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Nebenwirkungen

Aloe Vera kann verschiedene Nebenwirkungen auslösen.

Dazu gehören Verdauungsbeschwerden und Schleimhautreizungen. Bei zu langer Anwendung können außerdem Mangelerscheinungen auftreten.

Die abführende Wirkung der Pflanze kann dazu führen, dass mit dem Stuhl auch wichtige Mineralien ausgeschwemmt werden.

Äußerlich angewendet kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Diese treten aber äußerst selten auf.

Gibt es Hunde, die keine Aloe Vera bekommen dürfen?

Aloe Vera kann die Gebärmutter zu Krämpfen animieren. Deshalb solltest du keine Produkte aus Aloe Vera bei trächtigen Hündinnen anwenden.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass verarbeitete Aloe Vera noch Reste dieser stimulierenden Stoffe enthält.

Bei kranken oder chronisch kranken Tieren solltest du vor der Gabe mit deinem Tierarzt sprechen. Die Pflanze kann mit Medikamenten wechselwirken.

Außerdem nimmt sie Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, sodass auch bei diabetischen Hunden eine Gefahr besteht.

Aloe Vera als Zimmerpflanze

In diesem Video erfährst du, wie du eine Aloe Vera bei dir zu Hause gesund hältst. Außerdem zeigt es dir, wie du das Gel aus den Blättern entfernst.

Aloe Vera Zimmerpflanze 🔴 Pflegen, schneiden & anwenden

Fazit

Aloe Vera hat über die Jahre nichts an Wirkkraft verloren. Produkte aus der Pflanze eignen sich sowohl für äußerliche Haut- und Fellprobleme, als auch zur Behandlung von verschiedenen inneren Beschwerden.

Dabei solltest du jedoch darauf achten, dass das jeweilige Produkt für den Anwendungsbereich geeignet ist. Eine innerliche Behandlung mit Aloe Vera sollte außerdem nicht länger als zwei Wochen dauern.

Vorsicht ist bei Aloe Vera-Pflanzen im Haushalt geboten. Die Blätter enthalten neben dem wohltuenden Gel auch Giftstoffe, die deinen Hund ernsthaft schädigen können.

Stelle Die Pflanzen daher am besten außerhalb seiner Reichweite auf.

Häufig gestellte Fragen

Ist Aloe Vera giftig?

Die komplette Pflanze enthält giftige Stoffe. Diese sind in Produkten aus Aloe Vera in der Regel nicht mehr enthalten.

Ich habe Aloe Vera zu Hause. Kann ich ihren Saft verwenden?

Der reine Saft oder das Gel eignet sich zur Behandlung bei Hunden. Achte darauf, wirklich nur das Innere der Blätter zu verwenden.

Ist reines Gel aus Aloe Vera für meinen Hund geeignet?

Wenn es sich um reines Gel handelt, das kein Aloin und Saponin enthält, ja. Befrage zur Sicherheit deinen Tierarzt.

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