Arnika für den Hund – eine Bergblume mit Heilkraft

Arnika Pflanze auf der Wiese
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Lebst du in einer bergigen Region oder warst dort im Sommer schon mal im Urlaub? Dann hast du sicherlich auch die Bergwiesen gesehen, auf denen sich ein Meer aus leuchtend gelben Blüten bildet.

Bei diesen Blüten handelt es sich um Arnikablüten.

Arnika kennst du bestimmt. Als Salbe oder Globuli angewandt hilft sie uns bei verschiedenen Wehwehchen. Auch dein Hund kann von der Pflanze profitieren.

Alles, was du über die Arnika und ihre Inhaltsstoffe wissen musst, verrate ich dir hier.

Die Arnika

Die Echte Arnika, auch bekannt als Bergwohlverleih oder Bergdotterblume, ist ein Korbblütler. Ihr lateinischer Name lautet Arnica montana.

Bei der Arnika handelt es sich um eine Pflanze, die hauptsächlich in höheren Lagen vorkommt. Sie wächst in europäischen Gebirgen wie den Alpen und Pyrenäen.

Arnika Feld in den Bergen
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Auch im Balkangebirge sowie in bergigen Gebieten des Baltikums und Skandinaviens ist Arnika zu finden.

Die Pflanze braucht saure Böden ohne Kalk. Sie kommt in Höhen bis 2800 m vor. Bevorzugt wächst sie an sonnigen Plätzen, also auf Wiesen und Heiden. Sie kommt aber auch in lichten Wäldern vor.

Die Arnika wird bis zu 60 cm hoch und verbreitet einen aromatischen Geruch. An ihrem Stängel wachsen zwei bis sechs Blätter, die gegenüber voneinander angeordnet sind.

Arnika Blüte
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Von Mai bis August blüht die Pflanze. Ihre Blüte hat ein kräftiges Gelb.

Wissenswerte Fakten zur Arnika fasst dir dieses Video zusammen.

Heilpflanze: Arnika - Kurz-Video

Die Arnika war außerdem Blume des Jahres 1986 und Arzneipflanze des Jahres 2001. Herzlichen Glückwunsch!

Gewinnung der Arnikablüten

Arnika lässt sich nur schwer kultivieren. Daher müssen Hersteller häufig auf wilde Vorkommen ausweichen, um an genügend Arnikablüten zu kommen.

So sammeln Bauern in den rumänischen Karpaten jährlich etwa fünf Tonnen Blüten aus wilden Beständen.

Das tut der Natur auf Dauer auch nicht gut. Um sie zu schonen, wich man daher schon auf andere Sorten der Arnika aus. Diese ließen sich kultivieren, enthielten aber weniger Wirkstoffe.

Umso erfreulicher ist es, dass eine gezüchtete Sorte Arnika mittlerweile erfolgreich auf angelegten Feldern wächst. Dabei handelt es sich um Arnica montana „Arbo“, welche sich glücklicherweise auch zur Arzneimittelherstellung eignet.

Inhaltsstoffe

Die Arnikablüten bestehen aus folgenden Inhaltsstoffen:

  • Helenalin
  • Dihydrohelenalin
  • Flavone
  • Phenolsäuren
  • Thymol
  • Pflanzenfarbstoffe

Wie wirkt Arnika?

Die positive Wirkung der Arnika lässt sich auf verschiedene Inhaltsstoffe zurückführen. Darunter Helenalin, Dihydrohelenalin und Thymol.

Bei letzterem handelt es sich um ein Terpen, das auch in Oregano, Thymian und Bohnenkraut vorkommt. Die Ägypter nutzten schon vor mehreren Tausend Jahren thymolhaltige Pflanzen, um ihre Mumien zu konservieren.

Alte Ägypter bei Mumifizierung
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Thymol wirkt stark desinfizierend. Es hindert sowohl Bakterien als auch Pilze an ihrem Wachstum. Auch gegen Milben kann dieser Stoff helfen.

In der Tiermedizin findet sich Thymol schon länger in Medikamenten gegen Hautpilz und Verdauungsbeschwerden. Beim Menschen wird er ebenfalls gegen Pilzinfektionen eingesetzt.

Thymol im Glas
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Außerdem findest du Thymol in Hautdesinfektionsmitteln, Zahnpasta und Mundspülungen. Bei letzteren beiden kommt zusätzlich zu seiner desinfizierenden Wirkung auch sein angenehmer Geschmack zum Tragen.

Zahnpasta
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Ist Arnika giftig?

Helenalin und Dihydrohelenalin in der Arnika gehören zu den Sesquiterpenlactonen. Diese beiden Stoffe wirken entzündungshemmend und verhindern das Wachstum von Mikroorganismen.

Gleichzeitig sind sie jedoch auch sehr giftig. Bei der inneren Anwendung reichen schon geringe Dosen, um starke Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Selbst ein Tee aus Arnikablüten kann dazu führen.

Wichtig! Nutze Arnika daher nicht ohne ärztlichen Rat und halte dich an die angegebene Dosierung.

Anwendungsbereiche beim Hund

Obwohl Arnika giftig ist, kannst du Medikamente aus oder mit den Blüten bei verschiedenen Leiden einsetzen.

  • Blutergüsse und Quetschungen
  • Entzündungen der Gelenke oder der Mundschleimhaut
  • Rheuma
  • unterstützend zur Wundheilung
  • Sonnenbrand
  • Schmerz
  • Verstauchungen und Zerrungen
Hund ist krank - Durchfall

Darreichungengsformen und Dosierung

Die Dosis variiert von Produkt zu Produkt. Halte dich daher unbedingt an die Angaben auf der Verpackung und an die Absprache mit deinem Tierarzt.

Dilution

Eine Dilution ist eine flüssige Darreichungsform in der Homöopathie. Sie ist quasi der Mantel der Globuli.

In der Regel sieht die Dosierung einer Dilution folgendermaßen aus:

  • kleine Hunde: 3 bis 5 Tropfen täglich
  • mittlere Hunde: 5 Tropfen täglich
  • große Hunde: 5 bis 8 Tropfen täglich

Tabletten

Von Arnikatabletten bekommen Hunde meistens eine pro Tag. Lediglich bei sehr großen Hunden kannst du auf zwei Tabletten erhöhen.

Halbieren musst du die Tablette normalerweise nicht, auch wenn du einen sehr kleinen Hund hast. Halte dich aber auch dabei an das, was dein Tierarzt und die Verpackung sagen.

Globuli

Die Globuli dosierst du ähnlich wie die Dilution. Ein Tropfen entspricht dabei einem Kügelchen.

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  • Arnica C30 Globuli aus kontrolliert Ökologischem Anbau der Grösse 3, sollte vorbeugend bei Ausflügen im Gepäck sein
  • Arnica bekannt auch als das Schockmittel, folgen von Unfall, Schock
  • Schützt Muskeln und Gelenke
  • Vorbeugend im hohen Alter
  • Regeneriert nach Verletzungen und Überanstrengung

Tinktur oder Salbe

Eine Arnikatinktur oder Salbe mit den Blüten eignet sich zur äußeren Anwendung. Achte dabei, wie bei allen anderen Medikamenten, darauf, dass du nur Produkte wählst, die für Hunde gedacht sind.

Im Zweifel, sprich am besten mit deinem Tierarzt.

Die Tinktur, bzw. Salbe tupfst du auf die betroffene Körperstelle. Häufig verwendet man auch Umschläge, damit das Mittel länger an Ort und Stelle bleibt.

Arnika Tinktur und Salbe
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Der Umschlag hindert deinen Hund gleichzeitig daran, alles direkt wieder abzulecken. Das kann im Fall von Arnika tatsächlich gefährlich werden.

Beachte aber, dass Arnika nicht in offene Wunden gelangen sollte. Auch in den Augen hat die Pflanze nichts zu suchen.

Nebenwirkungen

Wenn du homöopathische Mittel mit Arnika verwendest, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Bei der Einnahme von Medikamenten, die nur zur äußeren Anwendung gedacht sind, kann es zu Verdauungsstörungen kommen.

Durchfall, Übelkeit und Erbrechen treten dann auf. Außerdem sind Nasenbluten, Herzrhythmusstörungen und Schwindel möglich.

Wendest du Arnika über längere Zeit äußerlich an, kann es zu Hautveränderungen kommen. Ekzeme, Schwellungen oder Bläschenbildung sind dann möglich.

Es kann auch sein, dass das behandelte Gewebe abstirbt.

Entwickelt dein Hund solche Nebenwirkungen, gehe bitte direkt zum Tierarzt.

Da es sich bei Arnika um ein Naturprodukt handelt, können allergische Reaktionen auftreten.

Gibt es Hunde, die keine Arnika bekommen dürfen?

Wie in den meisten Fällen solltest du auf Arnika verzichten, wenn deine Hündin Welpen erwartet. Die Welpen selbst dürfen auch keine Arnika bekommen.

Portugiesischer Wasserhund Welpe

Sei besonders vorsichtig, wenn dein Hund Allergiker ist. Besprich die Gabe von Arnika am besten immer vorher mit deinem Tierarzt.

Das Problem mit der Wirksamkeit

Bei innerlich anzuwendenden Arnikaprodukten, handelt es sich um homöopathische Arzneimittel. Die Wirksamkeit dieser ist bisher nicht bewiesen.

Bei Studien mit Kontrollgruppen, die Placebos erhielten, konnten nie Unterschiede bei der Heilung festgestellt werden (Quelle).

Sehr wahrscheinlich hat das damit zu tun, dass bei der Herstellung von homöopathischen Arzneimitteln die pflanzlichen Wirkstoffe sehr stark verdünnt werden.

Genauer gesagt lassen sie sich in vielen Fällen gar nicht mehr nachweisen. Das hat zwar den Vorteil, dass du keine Nebenwirkungen erwarten musst. Bei der Wirkung sieht es da aber meistens ähnlich aus.

Anders ist es bei arnikahaltigen Salben. Diese enthalten zumindest noch so viel der gelben Blüten und ihren Wirkstoffen, dass es bei oraler Einnahme zu heftigen Vergiftungserscheinungen kommt.

Die entzündungshemmenden und antimikrobiellen Stoffe in der Arnika lösen diese aus. Daher ist anzunehmen, dass Mittel zur äußeren Anwendung korrekt angewendet auch eine positive Wirkung auf deinen Hund haben.

Natürlich kannst du deinem Hund trotzdem Globuli und andere homöopathische Mittel geben. Wenn du dadurch bei deinem Hund eine Besserung beobachtest, ist das doch toll!

Wenn er allerdings ernsthaft krank ist, geh bitte mit ihm zum Tierarzt. Dasselbe gilt, wenn sich sein Zustand nach der Gabe nicht bessert.

Tierarzt und ein Yorkterrier in der Tierklinik.
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Fazit

Die Arnika ist eine Pflanze mit hohem Wirk- und gleichzeitig Giftpotential.

Lasse bei der Anwendung daher Vorsicht walten. Vor allem dann, wenn du Salben oder andere äußerlich anzuwendenden Mittel verwendest.

Nimmt dein Hund davon etwas auf, können schwere Vergiftungsreaktionen die Folge sein.

In homöopathischer Form ist die Pflanze harmlos. Leider ist zu erwarten, dass dabei auch ihre Wirksamkeit leidet.

Gib deinem Hund keine Arnika ohne ärztlichen Hinweis. Beobachtest du allergische Reaktionen oder verschlechtert sich Bellos Zustand, suche direkt deinen Tierarzt auf.

Häufig gestellte Fragen

Ist Arnika vom Aussterben bedroht?

In verschiedenen europäischen Ländern gilt Arnika als vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Aus diesem Grund wird die Pflanze beispielsweise in Bayern künstlich ausgesät.

Ist Arnika giftig?

Die Inhaltsstoffe Helenalin und Dihydrohelenalin sind oral bereits in geringen Dosen giftig. Gleichzeitig haben sie auch eine entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung.

Wo wird Arnika noch verwendet?

Wegen seiner desinfizierenden Wirkung findet ein Stoff aus der Arnika Anwendung in Mundhygieneartikeln und Hautdesinfektion.

Dabei handelt es sich um das Thymol, welches auch in Thymian, Oregano und Bohnenkraut zu finden ist.

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