Sodbrennen beim Hund erkennen und bekämpfen

Hund beim Tierarzt

Burps – Entschuldigung, das war nicht ich, sondern mein Hund!

Ein kleines Bäuerchen, zumindest von unterm Tisch, ist schon niedlich. Wenn es allerdings andauernd auftritt, kann das ein Zeichen für Sodbrennen sein.

Wie wir Menschen können auch unsere Hunde gelegentlich unter Sodbrennen leiden. Wann das zum Problem wird und wie du als Halter damit umgehen kannst, verrät dir dieser Artikel.

Du erfährst, was Sodbrennen überhaupt ist, wie es entsteht, wie du es erkennst, behandelst und vorbeugst.

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen wird auch Magenbrennen oder Reflux genannt. Dahinter steckt ein schmerzhaftes, brennendes Gefühl, das durch aufsteigende Magensäure verursacht wird.

Sodbrennen- Illustration imMagen

Je nachdem, wie hoch die Magensäure steigt, kann der Schmerz hinterm Brustbein oder im Hals auftreten. Sogar Schmerzen in Mund und Nase sind möglich.

Das brennende Gefühl kommt von dem sauren pH-Wert der Magensäure. Diese greift die Schleimhaut der Speiseröhre und des Rachens an, wenn sie aufsteigt, und sorgt so für Schmerzen.

Das Wort „Sod“ kommt übrigens aus dem Althochdeutschen und bedeutet „Sieden“.

Wie entsteht Sodbrennen?

Normalerweise halten zwei Schließmuskeln die Magensäure im Magen:

  • einer am Mageneingang und
  • einer am Magenausgang.

Funktioniert der erste nicht richtig, kann die Säure langsam aufsteigen und Sodbrennen auslösen. Ähnlich ist es beim zweiten Schließmuskel, dem Magenpförtner.

Magenpförtner

Er sorgt normalerweise dafür, dass ausreichend vorverdaute Nahrung aus dem Magen weiter in den Darm transportiert wird. Dafür öffnet er sich zur richtigen Zeit.

Bei Problemen mit dem Magenpförtner öffnet er sich eventuell zu wenig, um alles an Nahrung weiter zulassen. Die Nahrung bleibt dann zu lange im Magen, gärt dort und die Gase, die dabei entstehen, gelangen in die Speiseröhre.

Laut Dr. Mark Noar kann ein sich nicht oder nur unzureichend öffnender Magenpförtner auch den Druck im Magen stark ansteigen lassen.

Irgendwann drückt er so den oberen Magenschließmuskel einfach auf. Die Magensäure kann dann ungehindert aufsteigen. Hier findest du ein Interview mit Dr. Mark Noar über Zusammenhänge des Magenpförtners mit Sodbrennen.

Magensäure

Doch das sind bei Weitem nicht die einzigen Möglichkeiten, wie es zu Sodbrennen kommen kann. Möglich ist auch, dass dein Hund schlicht zu viel Magensäure produziert.

Während der Verdauung kann er sie nicht aufbrauchen und es kommt zu einer Hyperazidität, einer Magenübersäuerung.

Auch zu wenig Magensäure stört die Verdauung, indem sie sie verlangsamt. Dann entsteht das Sodbrennen auf ähnliche Weise wie bei einem gestörten Magenpförtner.

Ebenfalls Stress oder Trächtigkeit kann die Verdauung negativ beeinflussen. Bei Stress konzentriert sich der Körper auf die Funktionen, die ihm am wichtigsten erscheinen.

Das geschieht auf Kosten anderer Körperfunktionen. Während bei starkem, länger andauernden Stress die Skelettmuskulatur deines Hundes besser durchblutet wird, um ihm eine schnelle Flucht oder einen Angriff zu ermöglichen, verlangsamt er gleichzeitig seine Verdauung.

Ist deine Hündin trächtig, drücken die Welpen ihre Organe zusammen und begünstigen so Reflux. Die Hormone, die während einer Trächtigkeit ausgeschüttet werden, machen außerdem die Muskeln weich.

Wie schon weiter oben erwähnt, kann Magensäure besonders gut aufsteigen, wenn der obere Schließmuskel des Magens nicht richtig funktioniert. Das kann hier der Fall sein.

Weitere Ursachen

Weitere Ursachen von Sodbrennen sind:

  • falsches oder zu viel Futter auf einmal; Fütterung von Knochen
  • Änderung der gewohnten Fütterungszeiten; Stichwort Pawlow
  • Allergien
  • Nahrungsergänzungsmittel wie Kurkuma oder Ingwer
  • manche Medikamente, welche die Produktion von Magensäure steigern (beispielsweise Schmerzmittel)

Hat dein Hund einen Fremdkörper verschluckt oder sich eine Magendrehung zugezogen, äußert sich das eventuell zunächst als Sodbrennen. Beides kann lebensbedrohlich werden.

Geh bei Sodbrennen daher lieber zu früh zum Tierarzt. Auch andere Krankheiten wie eine Magenschleimhautentzündung können sich in Sodbrennen zeigen.

Symptome – Sodbrennen erkennen

Sodbrennen äußert sich in

  • häufigem Schlecken und Schmatzen
  • ständiges Schlucken und Aufstoßen
  • Durst
  • sauren Mundgeruch am Morgen oder allgemein, wenn der Hund länger nichts gefressen hat
  • Fressen von Gras oder Erde; das Futter bleibt möglicherweise unangerührt
  • Blähungen und Verdauungsstörungen, welche sich in Durchfall, Verstopfungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen äußern können
  • beim Erbrochenen handelt es sich häufig nur um Schaum oder Schleim, welcher blutig sein kann

Die hier aufgezählten Symptome können einzeln oder kombiniert auftreten, wenn dein Hund unter Sodbrennen leidet.

Warum frisst ein Hund Gras?

So mancher Hundehalter hat sich schon gefragt, ob die im Tierheim ihm vielleicht statt eines Hundes eine Kuh angedreht haben. Manche Hunde fressen Gras in solchen Mengen, dass man es schon als Grasen bezeichnen könnte.

Warum machen sie das? Gras hat einen deutlich höheren pH-Wert als Magensäure. Leidet dein Hund unter Sodbrennen, versucht er dadurch seinen sauren Magen zu beruhigen. Weitere Gründe, wieso dein Hund manchmal zur Kuh mutiert, erfährst du in diesem Video.

Warum fressen Hunde manchmal Gras?

Mit Sodbrennen zum Tierarzt?

Die bereits erwähnten Notfälle sollte dein Tierarzt natürlich so schnell wie möglich abklären. Auch wenn dein Hund nicht unter einer Magendrehung leidet oder einen Fremdkörper im Magen hat, solltest du bei Sodbrennen zum Tierarzt gehen.

Das heißt nicht, dass du sofort losrennen sollst, weil dein Hund einmal mehr aufstößt als normal. Auch wenn du am Wochenende ausschläfst, dein Hund deshalb sein Frühstück etwas später bekommt als sonst und sich daher übergibt, kannst du ihn erstmal beobachten.

Allerdings kann das ständige Aufstoßen von Magensäure zu Verätzungen in der Speiseröhre führen. Die Magensäure eines Hundes hat einen pH-Wert von 1,3 bis 1,5.

Im Magen verhindern Epithelzellen, dass sie den Magen selbst angreift. Diese Zellen hat die Speiseröhre nicht. Wenn du dir vorstellst, dass dein Hund einen Knochen fressen und verdauen kann, dann weißt du, was die Magensäure mit der Speiseröhre deines Hundes anstellt.

Auch der Magen leidet irgendwann darunter. Unbehandelt kann es mit der Zeit zu Magengeschwüren kommen.

Gibt es Hunde, die besonders gefährdet sind?

Besonders häufig unter Sodbrennen leiden trächtige Hündinnen und Hunde, die regelmäßig Schmerzmittel oder andere Medikamente einnehmen, die die Produktion von Magensäure ankurbeln.

Ansonsten ist das ein Problem, das alle Hunde, ob groß, klein, jung oder alt, gleichermaßen treffen kann.

Behandlungsmethoden

Wie genau dein Hund vom Sodbrennen erlöst wird, hängt von der Ursache des Problems ab. Dein Tierarzt wird deinen Hund daher zunächst gründlich untersuchen, um den Auslöser einzugrenzen.

Eine Magen- oder Speiseröhrenspiegelung ist möglicherweise nötig. Ist der Auslöser gefunden, muss er therapiert werden. Was speziell gegen Sodbrennen hilft, erfährst du im Folgenden.

Medizinisch

Säurehemmer, die auch als Magenschutz bezeichnet werden, helfen deinem Hund schnell, Sodbrennen loszuwerden.

Sie regen die Produktion von Gastrin an, einem Gewebshormon. Dieses hemmt wiederum die Produktion von Magensäure. Pantoprazol, Omeprazol und Ranitidin sind Medikamente, die dafür infrage kommen. Du solltest sie jedoch nicht über einen längeren Zeitraum geben.

Hausmittel

Neben Medikamenten, die der Tierarzt deinem Hund verschreibt, kannst du auch verschiedene Hausmittel ausprobieren. Sprich sie am besten vorher mit deinem Tierarzt ab.

Nimm auf keinen Fall Medikamente, die für den Menschen gedacht sind!

Kräutertee kann den Magen beruhigen. Geeignet ist hierbei Fenchel und Anis. Achte außerdem darauf, dass dein Hund immer ausreichend Wasser zur Verfügung hat. Schon Wasser allein kann Sodbrennen lindern, da es die Magensäure verdünnt.

Teile Bellos Futter in viele kleine Portionen und füttere sie über den Tag verteilt. So hat sein Magen immer etwas zu tun und die Säure kann sich nicht sammeln.

Leicht verdauliche Kost wie mageres Fleisch, gekochtes Gemüse und Quark oder Naturjoghurt ergänzt das Hundefutter in dieser Zeit perfekt. Auch Heilerde eignet sich, allerdings nur kurzfristig, bzw. nicht zu jeder Mahlzeit. Sie kann die Aufnahme von Vitaminen und Mineralien stören.

Du kannst deinem Hund auch Katzengras anbieten, damit er nicht möglicherweise verunreinigte Gräser vom Straßenrand frisst.

Ulmenrinde musst du vor der Fütterung geben. Sie bildet einen Schutzfilm und wirkt entzündungshemmend, wodurch sie die Symptome von Sodbrennen lindern kann.

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Nebenwirkungen

Durch die Medikamente, die bei Sodbrennen zum Einsatz kommen, kann sich die Verdauung deines Hundes verlangsamen. Vor allem, wenn du die Medikamente über längere Zeit gibst, kann es so zu Beschwerden kommen. Halte am besten Rücksprache mit deinem Tierarzt.

Ulmenrinde kann verhindern, dass dein Hund andere Medikamente vollständig resorbiert. Ist dein Hund auf Medikamente angewiesen, solltest du daher von Ulmenrinde absehen.

Können Langzeitfolgen auftreten?

Welche Langzeitfolgen auftreten, hängt vom Verursacher des Sodbrennens ab. Allgemein kann man sagen, dass häufiges Sodbrennen die Schleimhäute der Speiseröhre und des Rachens angreift.

Unbehandelt kann es so zu Wucherungen und chronischen Entzündungen kommen. Hunde, die an Asthma leiden, kann Sodbrennen das Leben zusätzlich schwer machen.

Die aufsteigende Magensäure kann auch in die Lunge oder Luftröhre gelangen und dort zu Verätzungen führen. Das schwächt eine ohnehin angegriffene Lunge zusätzlich.

Sodbrennen vorbeugen

Der beste Weg, Sodbrennen vorzubeugen, ist durch gutes Futter. Das Hundefutter sollte hochwertig, auf die Bedürfnisse deines Hundes angepasst und leicht verdaulich sein.

Der Getreide- und Fettanteil sollte gering sein. Außerdem solltest du deinem Hund keine stark gewürzten Essensreste von deinem Teller füttern.

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Achte außerdem auf die richtige Temperatur. Kochst du deinem Hund etwas, stelle es ihm nicht zu heiß hin. Futter direkt aus dem Kühlschrank ist ebenfalls keine gute Idee.

Fazit

Sodbrennen beim Hund ist ein nicht zu unterschätzendes Problem. Es kann auf schwerwiegende Erkrankungen hindeuten, die unbedingt tierärztlich abgeklärt gehören. Darüber hinaus verursacht es Schmerzen und schränkt deinen Hund ein.

Sodbrennen an sich lässt sich meistens schnell behandeln. Eine Vielzahl an Hausmitteln eignet sich. Außerdem hilft dein Hund sich selbst, indem er Gras frisst.

Medikamentöse Therapien gegen Sodbrennen sind häufig nur kurzfristig sinnvoll, da die Nebenwirkungen den Nutzen des Medikaments ansonsten übersteigen.

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