Bierhefe – das Abfallprodukt mit Superkräften

Bierhefe für Hunde

Wusstest du, dass in deinem Kühlschrank vielleicht etwas liegt, das deinem Hund zu glänzendem Fell und gesunder Haut verhelfen kann? Bierhefe heißt dieses kleine Wunder und es ist noch in ganz anderen Bereichen einsetzbar.

Welche das sind, worum es sich bei Bierhefe überhaupt handelt und wie du sie am besten dosierst, erfährst du hier.

Was ist Bierhefe?

Bei Bierhefe handelt es sich um ein Abfallprodukt, das bei der Bierherstellung entsteht.

Sie besteht aus einzelligen Hefepilzen, die als sogenannter Bierschlamm auf dem Bier schwimmen und vor der Fertigstellung entfernt werden, da sie die Haltbarkeit des Biers negativ beeinflussen.

Bier

Gut für dich als Hundehalter, denn diese heutzutage bei den allermeisten Biersorten herausgefilterte Hefe ist sehr gesund.

Die Geschichte der Bierhefe

Schon vor 5000 Jahren wurde Bierhefe in der Medizin eingesetzt. In Mesopotamien schätzte man die Wirkung der Bierhefe bei Wunden und Hautkrankheiten. Auch im Alten Ägypten waren ihre heilenden Eigenschaften bekannt.

Hippokrates, griechischer Arzt der Antike und Begründer der modernen Medizin, empfahl den Genuss von Bier und damit auch der Bierhefe bei Schlafstörungen, als fiebersenkendes und entwässerndes Mittel. Aristoteles teilte seine Meinung.

Im Mittelalter nutzten Paracelsus, ein Arzt, und Hildegard von Bingen, Äbtissin und Universalgelehrte, die Bierhefe außerdem als Anti-Aging-Mittel.

Mittlerweile wird dieses ursprüngliche Abfallprodukt sogar gezielt hergestellt. Es ist nicht nur in der Medizin einsetzbar, sondern findet auch in Kosmetikartikeln Anwendung.

Woraus besteht Bierhefe?

Als reines Naturprodukt sind keine chemischen Zusätze in Bierhefe enthalten. Sie besteht zu Großteilen aus

  • Aminosäuren,
  • Antioxidantien,
  • B-Vitaminen
  • sowie Spuren- und Mengenelementen.

Aminosäuren

Aus Aminosäuren bestehen all unsere Körperzellen. Da wir sie nicht selbst herstellen können, müssen wir sie mit der Nahrung aufnehmen, um unsere Zellen erneuern zu können.

Antioxidantien schützen die Zellen vor oxidativem Stress, wodurch diese schneller altern würden.

B-Vitamine

B-Vitamine sind ebenfalls für den Zellaufbau notwendig. Ein Mangel kann außerdem zu Stoffwechselproblemen führen. Von diesen Vitaminen können Hunde keine Speicher anlegen. Es ist also noch wichtiger, dass sie sie regelmäßig über ihr Futter zu sich nehmen können.

Spuren- und Mengenelemente

Eisen, Selen und Zink sind die wichtigsten Spurenelemente in der Bierhefe. Bei den Mengenelementen sind Kalium, Kalzium, Magnesium und Natrium am stärksten vertreten.

Sie werden für die Blutbildung, den Muskel- und Knochenaufbau und das Immunsystem benötigt. Außerdem sorgen sie für gesunde Haut und Haare.

Welche Wirkung hat Bierhefe für Hunde?

Es ist als Nahrungsergänzung für deinen Hund sehr gut geeignet. Sie deckt viele Bereiche ab, die dir als Hundebesitzer häufig Sorgen machen. Zu ihren Einsatzgebieten zählen

  • trockenes Fell,
  • schuppige Haut,
  • Wundheilung,
  • Stoffwechselprobleme,
  • und Zeckenschutz.

Trockenes Fell und schuppige Haut

Leidet dein Hund unter trockenem Fell, schuppiger Haut oder leichten Ausschlägen, kann Bierhefe schon nach wenigen Tagen zu einer sichtbaren Besserung führen. Besonders vor dem Fellwechsel bietet sich dieser Zusatz in Bellos Futter also an.

Labrador Welpe

Wundheilung

Bierhefe eignet sich auch zur äußeren Anwendung. Bei kleineren Verletzungen kannst du sie zur Heilungsunterstützung nutzen. Natürlich solltest du trotzdem immer deinen Tierarzt befragen und bei größeren Verletzungen oder Wundheilungsstörungen nicht ein Eigenregie handeln.

Stoffwechselprobleme

Neigt dein Hund zu Magen- oder Darmproblemen, kann die regelmäßige Gabe von Bierhefe ihm helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Wenn dein Hund Antibiotika nehmen musste, kann eine Kur mit Bierhefe seine dadurch angegriffenen Darmflora beruhigen.

Zeckenschutz

Ein weiteres Anwendungsgebiet der Bierhefe ist das der Parasitenbekämpfung. Warum genau das so ist, ist leider noch nicht ausreichend erforscht, aber erste Tests zeigen bereits, dass die regelmäßige Gabe von Bierhefe Zecken abhält.

Es scheint so, dass ein Stoff in der Bierhefe für die Zecken sehr unangenehm riecht und sie daher schnell das Weite suchen.

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic spricht auf seinem Youtubekanal davon, dass es sich dabei um dem Geruch der B-Vitamine handeln könnte (Youtubekanal).

Der Geruch hält leider nicht alle Zecken ab. Individuelle Unterschiede können auch auftreten, sodass es passieren könnte, dass dein Hund durch Bierhefe allein gar nicht geschützt ist, während der deines Nachbarn bloß durch Bierhefe im Futter so gut wie keine Zecken mehr hat.

Möchtest Du ein absolut wirkungsvolles Mittel gegen Zecken, dann probiere es mit Kokosöl. Dieses trägst du auf das Fell deines Hundes auf und Zecken mögen diesen Geruch überhaupt nicht.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten

Das Nahrungsergänzungsmittel kann außerdem den Cholesterinspiegel senken, bei Bluthochdruck helfen und die Schilddrüse unterstützen. Auch bei Leberproblemen beschleunigt Bierhefe die Heilung.

Sie eignet sich zur Fütterung bei Hunden mit Diabetes, da sie keinen Zucker enthält. Vergewissere dich jedoch vor der Gabe, ob du ein Produkt gewählt hast, das keine Zusatzstoffe enthält!

Dosierung

Als Nahrungsergänzung kannst du Bierhefe täglich über das Futter deines Hundes geben. Etwa ein Teelöffel ist völlig ausreichend. Während des Fellwechsels kannst du die Gabe etwas erhöhen.

Orientieren kannst du dich an folgenden Gewichts- und Mengenangaben:

  • unter 5 kg Körpergewicht: 0,5 g pro Tag/ein Teelöffel
  • 5–10 kg Körpergewicht: 1 g pro Tag/zwei Teelöffel
  • 11–25 kg Körpergewicht: 1,5 g pro Tag/drei Teelöffel
  • ab 26 kg Körpergewicht: 2 g pro Tag/vier Teelöffel

Achte auch auf die Fütterungsanweisungen deines Produktes. Je nach Produkt oder Darreichungsform können diese variieren.

Es gibt Bierhefe als Tabletten, welche in Wasser gelöst über das Futter gegeben werden, sowie in Flocken- oder Pulverform, welche du über das Futter gibst.

Manche Hunde fressen die Tabletten auch einfach so als Leckerli. Achte aber darauf, dass dein Hund in diesem Fall ausreichend Wasser zur Verfügung hat.

Bierhefe Tabletten

Andere Hunde mögen den Geruch der Fefe nicht und müssen ein wenig ausgetrickst werden. Verdünnt übers Futter gegeben oder versteckt in etwas, das sie wirklich gern fressen, bemerken sie den Zusatz vielleicht nicht.

Du kannst Bierhefe auch selbst herstellen. Wie das geht, erfährst du in diesem Video. Die Dosis sollte außerdem mit deinem Tierarzt abgesprochen sein.

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Gibt es Nebenwirkungen?

Bierhefe hat tatsächlich so gut wie keine Nebenwirkungen. Lediglich zu Beginn der Gabe reagieren manche Hunde mit Blähungen oder Durchfall.

Das gibt sich in der Regel sehr schnell und ist auch nur bei empfindlichen Tieren zu erwarten. Bei den meisten Hunden treten diese Begleiterscheinungen gar nicht auf.

Andere Nebenwirkungen wie Juckreiz und Hautrötungen sind auf eine allergische Reaktion zurückzuführen. Sie treten wenige Tage nach der ersten Gabe auf. In diesem Fall solltest du die Nahrungsergänzung nicht mehr geben und mit deinem Tierarzt Rücksprache halten.

Darüber hinaus ist es möglich, dass eine bestehende Pilzinfektion bei deinem Hund (beispielsweise im Ohr) durch Bierhefe im Futter verstärkt wird. Wende die Bierhefe also nur an, wenn dein Hund gesund ist.

Die meisten Nebenwirkungen sind auf eine Überdosierung zurückzuführen. Stelle daher immer sicher, dass du deinem Hund nicht zu viel Bierhefe gibst und verringere sicherheitshalber die Dosis.

Es gibt Futtersorten, die bereits geringe Mengen Bierhefe enthalten. Lies dir also am besten die Zusammensetzung deines Hundefutters noch mal durch, um nicht aus Versehen zu viel Bierhefe zu füttern.

Gibt es Hunde, die keine Bierhefe bekommen dürfen?

Leidet dein Hund an Nierenproblemen, solltest du keine Bierhefe geben. Sie enthält viel Phosphor, welches sich in der Niere anreichern könnte. Dies geschieht durch Phosphatsalze, die dein Hund mit seinem ganz normalen Futter aufnimmt.

Diese Salze verhindern, dass die Nieren überschüssiges Phosphor aus seinem Körper leiten können, wenn sie in ausreichender Menge aufgenommen werden.

Dadurch gerät sein Calcium-Phosphat-Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Es entsteht ein Teufelskreis, der auch die Knochen deines Hundes angreift und ihnen Kalk entzieht.

Der Kalk reichert sich ebenfalls in der Niere an und zerstört dort Gewebe, wodurch die Niere noch weniger Phosphor ausscheiden kann. Es ist daher wichtig, wenn dein Hund bereits geschädigte Nieren hat, diese durch Bierhefe nicht noch weiter zu belasten.

Fazit

Bierhefe ist vielseitig einsetzbar und bringt dabei sehr wenig Nebenwirkungen mit. Einzig sehr empfindliche Hunde können negativ auf darauf reagieren.

Vorübergehende Blähungen und Durchfall können in diesem Fall auftreten. Die Symptome verschwinden in der Regel jedoch schnell. Hunde mit Nierenproblemen sollten Bierhefe gar nicht bekommen.

Eine allergische Reaktion auf die Bierhefe ist ebenfalls möglich. Achte daher auf Signale wie Hautrötungen und Juckreiz, die auftreten, kurz nachdem du mit der Gabe begonnen hast.

Ansonsten handelt es sich um ein verträgliches Naturprodukt, das deinem Hund innerlich und äußerlich gut tut.

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