Heilerde für den Hund – Der Wunderschlamm

Heilerde in Schüssel
Anna Hoychuk / Shutterstock.com

Kinder wissen es schon lange: Sand reinigt den Magen. Nicht umsonst wandert die erste Schaufel Sand auf dem Spielplatz also in den Mund.

Gut, dieser Sand ist dafür vielleicht nicht so gut geeignet. Aber Heilerde ist im Grunde nichts anderes als sehr feiner Sand.

Dieses Pulver soll verschiedene positive Auswirkungen auf uns Menschen und auch unsere Hunde haben. Welche genau das sind, wie diese zu erklären sind und worauf du bei der Gabe achten musst, erfährst du hier.

Was ist Heilerde?

Heilerde ist ein natürliches Pulver. Sie besteht aus Löss (auch Löß geschrieben).

Das ist ein sehr mineralhaltiges, feines Sediment, welches sich in Kälteperioden und Eiszeiten gebildet hat. Bis heute findet man Löss am meisten in gemäßigten Klimazonen.

Klimagürtel der Erde - gemäßigte Klimazonen
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Geschichte der Heilerde

Die Geschichte der Heilerde reicht bis ins Altertum zurück.

Damals schätzten die Menschen Heilerde besonders, da sie in hohen Mengen vorhanden und somit günstig war.

Es war außerdem einfach, an ein bisschen Heilerde zu kommen, sodass sie für allerhand Krankheiten und Verletzungen eingesetzt wurde.

Nicht nur leichte Magenverstimmungen sollte Heilerde bekämpfen können. Bis ins Mittelalter hinein hieß es, dieses mineralhaltige Pulver heile zuverlässig Pest und Pocken.

Damals hieß die Heilerde noch Bolus armenicus, übersetzt „Armenische Tonerde“. Zu Tabletten gepresst war sie unter der Bezeichnung „Siegelerde“ erhältlich.

Auf ihre Oberfläche war nämlich immer das Siegel ihres Herstellers graviert. Farbe und Geschmack verrieten, wogegen die jeweilige Tablette wirken sollte.

Ein bekannter Verfechter der Heilerde war Emanuel Felke, ein evangelischer Pastor, der auch als „Lehmpastor“ bekannt war.

Er lebte von 1856 bis 1926 und verschrieb sich ganz der Naturheilkunde.

Die Therapien, die er verordnete, bestanden aus einer fleischarmen Diät, Sport an der frischen Luft, kalten Bädern und natürlich Heilerde. Seine Patienten sollten sich mit der lehmigen Erde einreiben oder Lehmschlammbäder nehmen.

Außerdem sah seine Therapie das Schlafen auf Lehmböden vor.

Inhaltsstoffe

Wie sich Heilerde zusammensetzt, hängt stark von ihrem Abbaugebiet ab. Auch ihre Farbe und Konsistenz kann daher variieren.

Heilerde auf weißem Hintergrund
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Ihnen allen gemein ist, dass sie große Mengen an Aluminium-Silikat enthalten. Das sind Salze, die in Kieselsäure vorkommen.

Grob gesagt, enthält Heilerde folgende weitere Inhaltsstoffe:

  • Kieselsäure
  • Dolomit
  • Tonminerale
  • Feldspat
  • Calcium
  • Kalium
  • Magnesium
  • Eisen
  • Fluor
  • Kupfer
  • Zink
  • Selen
  • Mangan

Die Wirkungsweise der Heilerde

Diese Liste an Mineralien und Spurenelementen sieht doch vielversprechend aus.

Tatsächlich liegt die eigentliche Kraft aber weniger in ihrer Zusammensetzung. Viel mehr geht es um ihre Struktur.

Heilerde setzt sich aus sehr vielen winzigen Körnchen zusammen. Daraus ergibt sich eine auffallend große Oberfläche. Diese ermöglicht der Heilerde, große Mengen an Wasser oder anderen Flüssigkeiten zu binden.

Innerlich wirkt Heilerde daher wie ein Schwamm, der überschüssige Magensäure oder Flüssigkeit im Stuhl aufsaugt und festhält.

Dabei nimmt sie automatisch auch Krankheitserreger mit auf und transportiert sie auf direktem Weg und ohne Zwischenstopp Richtung Ausgang.

Die Mineralien und Spurenelemente haben aber natürlich auch eine Wirkung.

Sie stärken das Immunsystem deines Hundes, unterstützen Knochen, Organe und Muskeln. Man könnte also sagen, dass Heilerde das akute Problem behandelt und gleichzeitig vor weiteren schützt.

Drentse Patrijshond rennt über die Wiese
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Trotzdem eignet Heilerde sich nicht zur dauerhaften Anwendung. Nutze sie nur, wenn dein Hund akute Probleme hat.

Eine langfristige Gabe von Heilerde kann seine Organe mehr belasten, als dass sie ihm hilft. Auch Verstopfungen können auftreten.

Äußerlich angewendet wirkt Heilerde antibakteriell und reinigend. Ihr hoher pH-Wert kann außerdem auch der Haut bei Übersäuerung helfen.

Anwendungsbereiche beim Hund

Heilerde eignet sich für die innere und äußere Anwendung. Deinen Hund kannst du bei folgenden Problemen damit behandeln:

  • Durchfall
  • Sodbrennen
  • Magenschmerzen
  • Parasitenbefall (Flöhe, Giardien)
  • Gelenkentzündungen (Arthrose, Rheuma)
  • Juckreiz
  • Hautentzündungen und weitere Hautkrankheiten
  • kleine Wunden oder Verletzungen in Form von Prellungen und Quetschungen
Hund ist krank - Durchfall
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Außerdem heißt es, eine Kur mit Heilerde kann Hunde davon abhalten, den eigenen Kot, Pferdeäpfel oder andere Exkremente zu fressen.

Hunde tun das, da im Kot Enzyme enthalten sind, die erst durch die Verdauung aufgespalten werden. An diese möchte der Hund heran.

Da Heilerde reich an Mineralien und Spurenelementen ist, kann sie ihn mit dem versorgen, was ihm möglicherweise fehlt.

Es kann aber auch sein, dass Heilerde da an ihre Grenzen stößt. Handelt es sich um ein psychisches Problem oder Gewohnheit, wird sie nicht viel ausrichten können.

Es ist auch möglich, dass… ich mag es gar nicht sagen, aber manchen Hunden schmeckt ihr eigener Haufen einfach. Dann wird sie etwas Heilerde nicht abhalten.

Wenn du noch mehr interessante Fakten zur Heilerde willst, schau dir dieses Video an.

Innere Anwendung von Heilerde

Wie bereits erwähnt bindet Heilerde eine Menge Flüssigkeit. Dadurch verhindert sie den Rückfluss von Magensäure, was zu Sodbrennen und Magenschmerzen führen kann.

Sie wirkt gleichzeitig neutralisierend, da sie einen hohen pH-Wert hat.

Wenn sie auf ihrem Weg durch deinen Hund Flüssigkeit und darin enthaltene Bakterien bindet, macht sie auch vor Giardien nicht halt. Auch sie hält die Heilerde fest und zeigt ihnen den Ausgang.

Bedenke dabei, dass Heilerde kein Medikament oder Antiparasitenmittel ersetzt. In Absprache mit deinem Tierarzt kannst du die Heilung mit Heilerde unterstützen.

Husky wird vom Tierarzt abgetastet
iaginzburg/ Shutterstock

Die Therapie sollte aber nicht ausschließlich aus Heilerde bestehen. Es handelt sich dabei um ein Ergänzungsmittel.

Äußerliche Anwendung von Heilerde

Äußerlich bietet sich bei Heilerde die Anwendung als Wickel oder Umschläge an. Es gibt auch Salben, die Heilerde enthalten. Dazu später mehr.

Leidet dein Hund unter Gelenkentzündungen, können Umschläge mit Heilerde seine Schmerzen lindern.

Möglicherweise verlangsamen sie sogar den Krankheitsverlauf. Für einen Umschlag aus Heilerde rührst du das Pulver mit Wasser zu einer breiigen Masse. Das Wasser sollte kalt sein.

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Streiche die Masse auf die betroffene Körperstelle und halte sie mit einem Umschlag aus Baumwollhandtüchern an Ort und Stelle. Nach 15 Minuten wäschst du die Heilerde wieder ab, da sie die Körperwärme aufnimmt, speichert und wieder abgeben würde.

Auf diese Weise kannst du auch Verletzungen behandeln. Gegen Juckreiz wirkt Heilerde besonders in Pulverform. So kann sie auch Wunden trocknen und ebenfalls Erreger binden.

Außerdem kann Heilerde bei Flohbefall helfen. Ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden, trocknet die Parasiten aus.

Auch äußerlich angewendet ersetzt Heilerde keine medikamentöse Therapie.

Bei größeren Verletzungen, schweren Krankheiten, Hautveränderungen oder starkem Flohbefall solltest du immer zum Tierarzt gehen.

Beachte außerdem, dass es sich bei Heilerde um ein traditionelles Arzneimittel handelt.

Das bedeutet, dass sie keine klinischen Studien zur Zulassung benötigt. Ihre Wirksamkeit ist daher bisher nicht bewiesen (Quelle, die Heilerde kritisch betrachtet).

Dosierung und Darreichungsformen

Heilerde gibt es in vielen verschiedenen Darreichungsformen, die unterschiedlich zu dosieren sind und ebenso bei unterschiedlichen Problemen helfen.

Achte auch auf die Dosierungshinweise auf deinem Produkt! Weichen sie von den hier angegebenen Dosierungen ab, halte dich unbedingt an die, die dein Produkt vorgibt.

Sprich im Zweifel außerdem mit deinem Tierarzt. Normalerweise musst du bei Heilerde keine Produkte wählen, die speziell für Hunde gedacht sind.

Überprüfe zur Sicherheit dennoch die Zusammensetzung.

Pulver

Pulver ist die Reinform der Heilerde. Daher benötigst du vom Pulver höchstwahrscheinlich am wenigsten.

  • Hunde bis 10 kg: einen halben Teelöffel, entspricht 2,5ftierg täglich
  • Hunde bis 25 kg: einen Teelöffel, entspricht 5g täglich
  • Hunde ab 26 kg: ein bis zwei Teelöffel, entspricht 5 bis 10g täglich

Das Pulver eignet sich zur Gabe mit dem Futter.

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Fütterst du Trockenfutter, solltest du das Pulver vorher in etwas Wasser einweichen. Aus dem Pulver kannst du außerdem Wickel und Umschläge für deinen Hund herstellen.

Kapseln und Tabletten

Kapseln und Tabletten eignen sich ausschließlich zur inneren Anwendung.

  • Hunde bis 10 kg: eine Kapsel/Tablette täglich
  • Hunde bis 25 kg: zwei Kapseln/Tabletten täglich
  • Hunde ab 26 kg: drei Kapseln/Tabletten täglich

Gibst du mehrere Kapseln oder Tabletten täglich, solltest du sie auf verschiedene Mahlzeiten aufteilen.

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Möchte dein Hund sie nicht pur fressen, kannst du sie in einem besonderen Leckerli verstecken.

Außerdem gibt es Heilerde noch als Granulat zu kaufen.

Die genaue Dosierung entnimmst du am besten der Verpackung oder Packungsbeilage. Bedenke, dass Heilerde aufgrund ihrer schwammartigen Wirkung im Körper die Aufnahme von Medikamenten verhindern kann.

Gib Bello daher Heilerde und Medikamente nicht zusammen. Sprich auch mit deinem Tierarzt, da es Wechselwirkungen mit Medikamenten geben könnte.

Salbe und Paste

Salben und Pasten aus Heilerde eignen sich zur äußerlichen Anwendung. Sie sind möglicherweise noch mit anderen Wirkstoffen versetzt.

Lies dir daher vor der Anwendung ihre Zusammensetzung durch.
Für die äußerliche Anwendung musst du Heilerde nicht so genau dosieren.

Hast du zu viel genommen, wasche den überschüssigen Rest einfach ab. Oder verwende ihn als Gesichtsmaske.

Nebenwirkungen

Eine häufige Nebenwirkung der Heilerde sind Verstopfungen. Diese treten vor allem dann auf, wenn du aus Versehen überdosierst.

Auch bei Hunden, die ohnehin zu Verstopfungen neigen, kann es durch Heilerde schnell dazu kommen. Möglicherweise hilft es, wenn du die Dosierung in diesem Fall halbierst.

Die äußerliche Anwendung kann die Haut austrocknen.

Gibt es Hunde, die keine Heilerde bekommen dürfen?

Neigt dein Hund zu Blasenentzündungen oder Harnsteinen, ist Heilerde sehr wahrscheinlich nichts für ihn.

Ihr hoher Gehalt an Mineralien kann die Bildung dieser Kristalle begünstigen. Auch wenn er unter Nierenproblemen leidet, solltest du ihm keine Heilerde geben.

Die Silikate können eine chronische Nierenentzündung auslösen.

Erwartet deine Hündin Welpen, sollte sie ebenfalls keine Heilerde bekommen. Möchtest du darauf nicht verzichten, achte zumindest darauf, dass du ein Produkt mit möglichst wenig Aluminium wählst.

Fazit

Wer hätte gedacht, dass Schlamm so eine tolle Wirkung auf unsere Gesundheit haben kann?

Heilerde lindert Verdauungsbeschwerden und versorgt deinen Hund gleichzeitig mit einer Menge an wertvollen Mineralien und Spurenelementen.

Aufpassen solltest du nur, wenn dein Hund zu Problemen mit der Blase oder den Nieren neigt.

Häufig gestellte Fragen

Wo wird Heilerde heute abgebaut?

Das Hauptabbaugebiet für Heilerde ist Nordafrika. Um sie zu reinigen wird sie anschließend gesiebt und stark erhitzt.

Wie wirkt Heilerde?

Heilerde ist durch ihre hohe Oberfläche eine Art Schwamm im Körper. Sie saugt Flüssigkeiten und gleichzeitig Bakterien und Parasiten auf und schwemmt sie auf natürlichem Weg aus.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Wenn dir Regionalität wichtig ist, achte auf die Herkunft der Heilerde. Es gibt auch Abbaugebiete in Deutschland. Ansonsten eignet sich für Hunde auch Heilerde für den Menschen.

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