Was ist (Digitale) Hyperkeratose beim Hund? Nicht nur Ballen betroffen

hyperkeratose hund

Hundepfoten werden jeden Tag stark belastet. Sie flitzen über heißen Asphalt und haben mit Streusalz und Glasscherben zu kämpfen. Logisch, dass sich da einige Hunde eine dicke Schicht Hornhaut auf ihren Ballen zulegen.

Es gibt allerdings auch Fälle, da wird aus der Hornhaut ein Problem. Hyperkeratose heißt die Krankheit, bei der dein Hund einfach zu viel Horn produziert. Sie tritt nicht nur an den Pfoten auf und kann auf viele verschiedene Arten entstehen.

Dieser Text widmet sich der Hyperkeratose. Du wirst mit allen nötigen Informationen über Ursachen, Symptomen, Behandlungsmöglichkeiten und Prävention versorgt.

Hyperkeratose beim Hund: Auf den Punkt gebracht

Unter Hyperkeratose versteht man überschüssige Hornhautbildung, die zu Verdickungen führt. Sie tritt bei Hunden vor allem an Nase und Pfotenballen auf und wird durch ganz unterschiedliche Ursachen, unter anderem erblich, ausgelöst.

Durch tägliche Bäder und Einfetten der Ballen bleiben diese dennoch geschmeidig. Bei guter Pflege haben betroffene Hunde kaum Einschränkungen.

Was ist Hyperkeratose?

hyperkeratose am ballen beim hund
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Hyperkeratose ist eine übermäßige Verhornung der Haut. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Worten „hupér“ und „kéras“, im Genitiv „kératos“, zusammen. Übersetzt heißen sie „über“ und „Horn“. 

Hyperkeratose kann punktuell oder großflächig auftreten. Betroffen ist die äußerste Schicht der Haut, die Hornhaut, auch als Stratum corneum bezeichnet. Diese Hautschicht besteht aus abgestorbenen Plattenepithelzellen und kann mehrere 100 Zellschichten dick sein.

Dicker wird die Hornhaut normalerweise dort, wo die Haut stark beansprucht wird. Beim Menschen sind das vor allem Handflächen und Fußsohlen. Hunde bilden an den Pfotenballen vermehrt Hornhaut.

Deshalb bezeichnet man diese Form auch „Digitale Hyperkeratose“ (DH) (von lat. digitus = Finger). Im englischen Sprachraum ist diese Krankheit auch oft „Corny Feet“ genannt.

Liegen sie viel auf harten Oberflächen, bilden sich zusätzlich an ihren Ellenbogen dicke Schwielen.

Bei Hyperkeratose geschieht die vermehrte Bildung von Hornhaut aber nicht aufgrund von Belastung. Die Hornhaut wird in dieser Menge gar nicht benötigt. Sie ist nicht nur überflüssig, sondern kann auch zu Problemen führen.

Ursachen für Hyperkeratose

Hyperkeratose bei Hunden wird durch sehr viele Ursachen ausgelöst. Einige davon lassen sich durch dich beeinflussen, bei anderen hast du leider gar keine Möglichkeiten, um einzugreifen.

Drei Arten der Hyperkeratose gibt es bei Hunden:

  • Erblich bedingt,
  • idiopathisch und
  • sekundär.

Letztere enthält sieben verschiedene Auslöser.

Erblich bedingt

Die Hyperkeratose kann als Erbkrankheit auftreten. Gehäuft beobachtet man sie bei



  • Kromfohrländern
  • diversen Terriern (z. B. beim Irish Terrier)
  • Golden und Labrador Retrievern sowie
  • Bordeaux-Doggen.

Beim Kromfohrländer zeigt sich eine auffällig starke Häufung von Hyperkeratosefällen. Es handelt sich noch um eine sehr junge Hunderasse.

Die Zucht begann erst 1945 und seit 1955 ist der Kromfohrländer als Rasse anerkannt.

Eine Auswertung von Zuchtdaten ergab, dass mehr als 7 % der Tiere an dieser Krankheit leiden (Quelle). Die erbliche Hyperkeratose zeigt sich früh. Bei den ersten Symptomen sind die Hunde meist zwischen vier und zwölf Monaten alt.

Idiopathisch

Idiopathisch bedeutet, dass man nicht weiß, woher die Krankheit kommt. Sie tritt anscheinend spontan, ohne Auslöser auf.

Die idiopathische Hyperkeratose betrifft vor allem ältere Hunde der Rassen

  • Basset,
  • Bulldogge,
  • Beagle und
  • Cockerspaniel.

Sekundär

Die sekundäre Hyperkeratose entwickelt sich durch eine andere Krankheit als Folge dieser. Sie ist also erworben und verschwindet möglicherweise wieder, wenn die zugrunde liegende Krankheit geheilt wird.

Mechanische Ursachen

Überschüssige Hornhaut wird durch Belastung abgetragen. Fehlt diese Belastung, kann sich eine Hyperkeratose bilden. Das ist beispielsweise bei Hunden der Fall, die durch eine Fehlstellung bestimmte Ballen weniger belasten.

Schon sehr lange Krallen können dafür ausreichen. Die Krallen drücken die Ballen in eine unnatürliche Position, sodass diese den Boden nicht mehr vollständig berühren.

Dort, wo sie in der Luft hängen, sammelt sich die Hornhaut an und wird dicker.

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Hunde mit kurzer Schnauze haben das Problem auf ihrer Nase. Auf dieser befindet sich normalerweise sehr wenig Hornhaut, die durch Reibung ebenfalls abgetragen wird.

Das tut der Hund beispielsweise beim Fressen. Hunde mit kurzer Nase, etwa Boxer und Bulldoggen, reiben mit dieser aber weniger über ihren Napf. Die Hautzellen können sich sammeln.

Zu guter Letzt kann die Hyperkeratose auch durch einen verstopften Tränennasengang ausgelöst werden. Über diesen Gang befeuchtet dein Hund normalerweise seine Nase.

Fehlt die Feuchtigkeit, trocknet die Haut aus. Als Folge verhornt sie schneller als dein Hund sie abträgt.

Leishmaniose

Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Parasiten der Gattung Leishmania ausgelöst wird.

Weil diese durch Sandmücken übertragen werden, kommt die Krankheit vor allem bei Hunden aus dem Süden vor. In den letzten Jahren häufen sich aber auch Fälle bei Hunden in Deutschland, die nie im Ausland waren (englische Quelle).

Leishmaniose führt zu Haarverlust und Hautveränderungen.

Befällt der Parasit innere Organe oder Gewebe, sind außerdem Organversagen und Entzündungen der Nerven, Muskeln, Gelenke oder des Knochenmarks möglich. Die Hautveränderungen können zu einer Hyperkeratose führen (spanische Quelle).

Staupe

Die Staupe wird durch einen Virus ausgelöst, der neben Hunden auch Katzen, Hundeartige und Bären befällt. Der Verlauf kommt auf die befallenen Organe an.

Erhöhte Müdigkeit und starkes Fieber tritt eigentlich immer auf. Zusätzlich kommen Durchfall, heftiges Erbrechen, Atemnot, Husten und Bindehautentzündungen vor.

Eine Folge der Staupe ist die sogenannte Hartballenkrankheit, auch als Hard pad disease bekannt. Diese Krankheit ist eine Hyperkeratose an den Pfoten.

Papillomavirus

Die Papillomatose wird durch das Papillomavirus ausgelöst. Dabei entstehen große Warzen im Kopfbereich des Hundes. Meist sind Lefzen und Zahnfleisch betroffen.

Die Warzen kommen aber auch auf den Augenlidern vor. Die Krankheit heilt normalerweise innerhalb von Wochen oder wenigen Monaten von selbst ab.

Stören die Warzen, kann man sie auch chirurgisch entfernen lassen. Das ist nötig, wenn sie so ungünstig wachsen, dass der Hund nicht mehr fressen kann. Es kann auch passieren, dass er ständig darauf beißt und sich verletzt.

Im Verlauf der Krankheit kann es zusätzlich zu Hyperkeratose an auf den Warzen kommen. Heilt die Krankheit ab, verschwindet für gewöhnlich auch die Hyperkeratose wieder.

Zinkmangel

Zink ist ein Mineralstoff, den dein Körper und der deines Hundes vor allem für sein Wachstum braucht. Außerdem ist Zink für Wundheilung und Immunsystem sowie Haare, Haut und Knochen wichtig.

Ist im Hundefutter nicht genug Zink enthalten, zeigt sich das möglicherweise durch eine Hyperkeratose. Einige Rassen leiden besonders oft an Zinkmangel.

Huskys und Malamutes können Zink nur schwer aus ihrer Nahrung aufnehmen.

Bei ihnen kommt es daher schneller zu Mangelerscheinungen. Hinzukommt, dass Zink auch durch andere Mikronährstoffe im Hundefutter gebunden wird. Dann lässt es sich nicht mehr verwerten und wird ungenutzt wieder ausgeschieden.

Ausgewachsene Hunde brauchen ungefähr 1 mg Zink täglich pro Kilogramm Körpergewicht. Welpen haben einen erhöhten Bedarf.

Hast du den Verdacht, dass dein Hund unter Zinkmangel leidet, dann empfehle ich dir diese:

Zink-Tabletten für deinen Hund 

Krebs

Eine seltene Hautkrebsart führt zu Tumoren in der Hornhaut. Das kutane Lymphom verläuft sehr unscheinbar und führt zu vermehrter Hornbildung.

Am Anfang verwechselt man den Tumor daher oft mit einfachen Schuppen. Später bilden sich Plaques, ehe der Tumor als solcher sichtbar wird und spürbare Knoten in der Haut bildet.

Kutane Lymphome sind sehr selten. Es ist wirklich unwahrscheinlich, dass dein Hund daran erkrankt und seine Hyperkeratose daherkommt.

Autoimmunerkrankungen

Es gibt zwei Autoimmunerkrankungen, die zu Hyperkeratose führen können. Dies sind der systemische Lupus erythematodes und Pemphigus foliaceus.

Beide führen auf unterschiedlichen Wegen zu dieser Erkrankung. Beim Lupus passiert das durch vermehrt absterbende Hautzellen, die sich anreichern und zu dickerer Hornhaut führen.

Bei Pemphigus foliaceus fehlt die Verklebung der oberen Hautschichten. Dadurch kommt es zu Blasenbildung, wie wenn man neue Schuhe trägt.

Die Haut reibt vermehrt an einer Stelle und der Körper bildet Blasen, um sie zu polstern. Auf die Blase folgt dickere Hornhaut. Dadurch kommt es zur Hyperkeratose.

Als Drittes kann ein Medikament, das gegen Autoimmunerkrankungen hilft, zu Hyperkeratose führen. Cyclosporin heißt es.

Bei einer französischen Bulldogge bildeten sich nach der Behandlung Papillome, ohne dass der Hund mit dem Papillomavirus infiziert war. Außerdem kam es an mehreren Körperstellen zu Hyperkeratose (englische Quelle).

Hyperkeratose beim Hund erkennen – die Symptome

hyperkeratose am hundeballen
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Jetzt kennst du die Auslöser der Hyperkeratose. Kommen wir nun also zu den Symptomen. Klar, es bildet sich mehr Hornhaut. Aber was heißt das im Detail für deinen Hund?

❔ Symptom #1: Lokalisation

Eine Hyperkeratose kann sich überall am Körper bilden. In der Regel sind aber die folgenden Bereiche vermehrt betroffen:

  • Pfotenballen
  • Nase 
  • Ellenbogen und
  • Ohrenspitzen
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Voraussetzung dabei ist, dass es sich um lange Schlappohren handelt. Die Hyperkeratose wird dort durch ständiges Reiben an Gegenständen ausgelöst. Stehende Ohren sind also normalerweise nicht betroffen.

❔ Symptom #2: Raue, trockene, verdickte Haut

Die Hyperkeratose beginnt mit rauer Haut. Die einst weichen Ballen an den Pfoten werden härter, trocken und geben nicht mehr so schön nach.

Das ist kein sicheres Zeichen, dass dein Hund eine Hyperkeratose bildet. Es kann aber darauf hindeuten, dass er am Anfang der Krankheit steht.

❔ Symptom #3: „Haare“ auf den Ballen

Die überschüssige Hornhaut sieht ein bisschen so aus, als würden deinem Hund Haare aus seinen Fußsohlen wachsen. Bemerkst du das bei deinem Vierbeiner, kannst du dir sehr sicher sein, dass es sich um eine Hyperkeratose handelt.

Die „Haare“, also die überschüssige Hornhaut, sind nicht steinhart. Sie lassen sich tatsächlich etwas hin- und herbewegen.

❔ Symptom #4: Risse und Blutungen

Sind die Ballen zu hart geworden, geben sie beim Laufen nicht mehr ausreichend nach. Stelle sie dir wie einen harten, trockenen Schwamm vor. Er lässt sich nicht biegen und versuchst du es doch, bricht oder reißt er nur.

Diese Risse im Ballen sind am Anfang winzige Verletzungen. Bleibt die Hyperkeratose unbehandelt, können sie viel größer und tiefer werden. Dann kommt es auch vermehrt zu Blutungen.

Die Verletzungen starten einen Teufelskreis: Sie signalisieren dem Körper, dass diese rissigen Stellen mehr Schutz benötigt. Wie stellt der Körper den Schutz her? Natürlich mit mehr Hornhaut.

❔ Symptom #5: Wenn die Pfoten betroffen sind: Lahmheit

Die ständigen Verletzungen führen zu Schmerzen. Ein Hund mit fortgeschrittener Hyperkeratose an den Pfoten wird daher humpeln und sich weniger als früher bewegen.

Bedenke, dass Lahmheit immer ein Zeichen für Schmerzen ist. Diese müssen nicht aus dem Fuß kommen. Auch Rückenschmerzen oder Arthrose im Ellenbogengelenk können zu Lahmheit führen.

Aber lahmt oder humpeln dein Hund, kannst du davon ausgehen, dass er unter Schmerzen leidet.

Was beim Tierarzt passiert

Mit einer Hyperkeratose solltest du auf jeden Fall zum Tierarzt. Zum einen musst du herausfinden, woher die Krankheit kommt. Schließlich könnte eine üble Infektion mit einem Krankheitserreger dahinterstecken. Auch diese muss behandelt werden.

Zum anderen verschwindet die Hyperkeratose nicht von allein, solange die Ursache nicht beseitigt ist. Selbst wenn dein Hund an der erblich bedingten Hyperkeratose leidet, solltest du das wissen. Auch die ist behandelbar, aber eben nur, wenn du von ihr weißt.

🩺 Diagnose

Eine Hyperkeratose ist mit viel Diagnostik verbunden. Stelle dich also auf einige Tests ein. Dein Hund wird einmal komplett auf den Kopf gestellt. Dein Tierarzt braucht mindestens Blut und Haut, um den Grund für die vermehrte Hornhaut zu finden.

Beides schickt er in ein Labor, sodass du einige Tage auf die Ergebnisse warten musst. Zeigt dein Hund weitere Symptome, erhält er möglicherweise schon jetzt Medikamente oder muss sich weiterer Diagnostik unterziehen.

Bei Welpen mit Hyperkeratose ist es einfacher. So früh tritt die Krankheit normalerweise nur auf, wenn sie erblich bedingt ist. Dann reicht eine Hautbiopsie für einen Gentest aus, damit du Klarheit hast.

⚕️ Therapie

Die Therapie richtet sich nach der ursächlichen Erkrankung und der Schwere der Hyperkeratose. Leichte Fälle ohne erkennbaren Grund, also eine leichte idiopathische Hyperkeratose, kannst du zunächst beobachten.

Bei schwereren Fällen musst du das überschüssige Horn entfernen. Das passiert am besten mit einem Bad aus Wasser, Salicylsäure und Bienenwachs.

Das Wasser bereitet den Ballen vor. Es macht ihn weicher und erleichtert das Eindringen der anderen Bestandteile. Die Salicylsäure löst das Keratin aus der Hornhaut auf. Bienenwachs schützt die darunter liegende, weiche Haut und hilft bei der Regeneration.

Bis die Ballen wieder gut aussehen, kannst du die Pfoten deines Hundes zwei bis dreimal täglich darin baden. Wasche anschließend immer alles wieder gut mit klarem Wasser ab, damit dein Hund nichts davon ableckt.

Später reicht es aus, wenn du die Behandlung einmal täglich wiederholst. So hältst du die Hyperkeratose in Schach und sie kann gar nicht erst zu einem Problem werden.

Alternativ kannst du die überschüssige Hornhaut auch mit einem Nagelknipser entfernen. Das bietet sich an, wenn die Hyperkeratose nur an einer einzigen Stelle entsteht. Wie das geht, zeigt dir dieses englische Video.

Removing canine hyperkeratosis

Zusätzlich wird dir dein Tierarzt eventuell Antibiotika oder Antimykotika verschreiben, falls es zu Sekundärinfektionen gekommen ist. Verabreiche sie wie abgesprochen, damit sie ordentlich wirken können.

Prognose

Bei der erblichen Hyperkeratose wirst du die Ballen deines Hundes sein Leben lang besonders pflegen müssen. Tust du das, wird die Krankheit deinen Vierbeiner kaum beeinträchtigen.

Wurde sie sekundär ausgelöst, verschwindet sie möglicherweise wieder, sobald die ursächliche Erkrankung geheilt ist. Das ist besonders wichtig, da einige der Auslöser lebensbedrohlich verlaufen können.

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Pfoten mit Hyperkeratose richtig pflegen

Das bereits genannte Pfotenbad kannst du bei Hyperkeratose der Ballen täglich oder nach Bedarf anwenden. Zusätzlich hilft es, die betroffenen Ballen gut einzufetten und geschmeidig zu halten.

Das verhindert nicht, dass sich weiterhin zu viel Hornhaut bildet. Es beugt aber Rissen vor.

Benutze zum Einfetten Kokosöl. Es enthält Linolsäure, die die Haut zur Regeneration ohnehin benötigt. Achte besonders vor langen Spaziergängen auf ausreichende Pflege.

Denke auch im Winter daran, wenn dein Hund auf Wegen läuft, auf denen mit Salz gestreut wird.

Es gibt leider noch weitere Pfotenkrankheiten. hier geht’s zur Übersicht >> 10 häufige Pfoten Krankheiten beim Hund

Tipps zur Prävention: Kann man Hyperkeratose beim Hund verhindern?

Diese Frage kann ich ganz klar mit jein beantworten. Es gibt Fälle, die man verhindern kann, ja. Aber auf andere hast du leider gar keinen Einfluss.

💡 Tipp #1: Verantwortungsvolle Zucht

Gehört dein Hund einer Rasse an, bei der erblich bedingte Hyperkeratose gehäuft vorkommt, lasse ihn darauf testen. So ein Test kostet nicht die Welt und du hast Gewissheit.

Überlegst du, dir einen Welpen einer solchen Rasse zuzulegen? Dann frage unbedingt nach, ob die Elterntiere getestet wurden. Verantwortungsvolle Züchter wollen Erbkrankheiten verhindern und testen ihre Hunde auf alle, die bei ihrer Rasse zu erwarten sind. Belastete Tiere werden dann von der Zucht ausgeschlossen.

Das ist wichtig, da diese Krankheit autosomal rezessiv vererbt wird. Das heißt, dass die Elterntiere Träger des Fehlerhaften Gens sein können, ohne selbst an der Krankheit zu leiden. Erst bei ihren Nachkommen, sofern beide Elterntiere Träger sind, kommt es zu Ausbrüchen.

💡 Tipp #2: Pfoten kontrollieren

Da Hyperkeratose vor allem an den Ballen der Pfoten vorkommt, solltest du diese regelmäßig kontrollieren. Veränderungen, die zu Problemen führen könnten, fallen dir dadurch frühzeitig auf.

Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Hyperkeratose durch eine andere Krankheit ausgelöst wurde, die lebensgefährlich werden kann.

Schaue dir dafür einfach wöchentlich die Pfoten deines Hundes an.

  • Sind die Ballen weich?
  • Sind sie frei von Rissen oder sogar blutenden Verletzungen?
  • Lässt dein Hund die Berührungen zu, ohne Schmerzen zu äußern?
  • Sind die Krallen kurz genug?

Konntest du all diese Fragen mit „ja“ beantworten, sieht alles gut aus und du wiederholst die Kontrolle nächste Woche.

Hyperkeratose wird auch durch Fehlstellung der Zehen ausgelöst. Diese wiederum entsteht häufig durch zu lange Krallen. Achte also besonders darauf, dass die Krallen schön kurz sind.

💡 Tipp #3: Impfen

Gegen Staupe und Leishmaniose existieren Impfungen. Indem du den Impfstatus deines Hundes aktuell hältst, verhinderst du zumindest diese Auslöser der Hyperkeratose.

Wichtiger ist in diesem Fall aber wohl, dass dein Hund vor eben diesen Krankheiten geschützt ist. Beide verlaufen nämlich potenziell tödlich.

💡 Tipp #4: Hochwertiges Futter mit ausreichend Zink

Schaue nach, ob dein Hundefutter ausreichend Zink erhält. Bei einer Tagesration sollte dein Hund pro Kilogramm Körpergewicht 1 mg Zink zu sich nehmen.

Kann sein Futter diesen Bedarf nicht decken, wechsle es oder informiere dich bei deinem Tierarzt über Alternativen. Eventuell kommen Nahrungsergänzungsmittel mit Zink für deinen Hund infrage.

Bedenke außerdem, dass Welpen einen höheren Zinkbedarf haben. Hunderassen aus Alaska brauchen ebenfalls mehr Zink, weil sie den Nährstoff nur schlecht aufnehmen können.

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Hyperkeratose beim Hund und Corny Feet: Das Fazit

Die Hyperkeratose hat eine ganze Menge Auslöser. Die erblich bedingte Hyperkeratose ist nur eine von vielen Formen der Krankheit. Sie kann jede Rasse treffen.

Glücklicherweise ist die vermehrte Hornbildung in vielen Fällen heilbar. Ist dem nicht so, sorgst du mit besonderer Pflege der betroffenen Stellen dafür, dass dein Hund kaum Symptome hat.

Weil Pfotengesundheit für deinen Vierbeiner ohnehin wahnsinnig wichtig ist, sind die paar Minuten, die du dafür opferst, auch gut investiert. Selbst Welpen mit erblicher Hyperkeratose haben so ein schönes Leben vor sich.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird Hyperkeratose beim Hund behandelt?

Durch intensive Pfotenpflege, in Form von Bädern und Kürzen des überschüssigen Horns, und Einfetten der betroffenen Körperstellen kannst du die Hyperkeratose gut eindämmen. Bei einer sekundären Hyperkeratose muss zusätzlich zwingend die ursächliche Erkrankung behandelt werden.

Welche Creme hilft bei trockenen Hundepfoten?

Es gibt spezielle Pfotencremes und Balsam für Hundepfoten. Alternativ kannst du dafür auch Olivenöl oder Kokosöl nehmen.

Wie sieht ein Hauttumor beim Hund aus?

Hauttumore erkennst du meist an dunklen Verfärbungen und Umfangsvermehrungen. Die einzige Krebsart, die zu Hyperkeratose führt (kutanes Lymphom), ist wahnsinnig selten.

Wie schnell heilen Hundepfoten?

Hundepfoten werden besonders stark belastet und heilen daher häufig langsamer als Verletzungen an anderen Körperstellen.

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