Hündin lässt sich nicht decken: 5 Gründe und Tipps

hündin lässt sich nicht decken

Lebt bei dir auch die beste Hündin der Welt? Dann möchtest du vielleicht mit ihr züchten. Ist alles vorbereitet und der perfekte Deckrüde ausgesucht, wartet ihr nur noch auf den richtigen Zeitpunkt. Endlich ist es so weit.

Aber jetzt, wo es ernst wird, spielt deine Hündin nicht mit und lässt sich nicht decken? Eine schnelle Lösung muss her, schließlich ist sie nicht lange fruchtbar. Oder solltest du dir doch besser mehr Zeit nehmen, um das Problem zu untersuchen? Warum sich deine Hündin nicht decken lässt und was du in dem Fall tun solltest, erfährst du heute.

Hündin lässt sich nicht decken: Auf den Punkt gebracht

Wenn Deine Hündin sich nicht decken lassen will, ist es möglich, dass sie den Rüden einfach nicht akzeptiert. Hündinnen entscheiden sich nicht bewusst gegen Nachwuchs, können aber den Deckakt verhindern. Ebenso ist der Rüde möglicherweise nicht zum Decken in der Lage. Dafür kommen auf beiden Seiten körperliche und psychische Ursachen infrage.

Kann eine Hündin keine Welpen wollen?

Um den Fortbestand einer Art zu sichern, sorgt die Natur dafür, dass wir unseren Nachwuchs abgöttisch lieben. Das bedeutet natürlich nicht, dass jedes Lebewesen glücklich in der Rolle eines Elternteils wird.

Außerdem sind Hunde, soweit uns bekannt ist, nicht in der Lage, den Deckakt mit der darauffolgenden Trächtigkeit zu verbinden. Das bedeutet, dass sich deine Hündin höchstwahrscheinlich nicht bewusst gegen das Decken entscheidet, weil sie keine Welpen möchte.

Es muss also andere Gründe für dieses Verhalten geben.

5 Gründe warum sich eine Hündin nicht decken lässt

Scheitert die Trächtigkeit schon am Deckakt, hat das ganz unterschiedliche Gründe. Für einige ist die Hündin verantwortlich, andere liegen am Rüden. Und bei wieder anderen spielst du eine entscheidende Rolle.

Deine Hündin lässt sich nicht decken, weil

  1. du sie zum falschen Zeitpunkt versuchst, zu decken,
  2. sie den Deckrüden nicht mag,
  3. sie gestresst ist,
  4. es körperliche Hindernisse bei Hündin oder Rüde gibt oder
  5. psychisch etwas nicht in Ordnung ist.

Bedenke auch, dass selbst wenn sich deine Hündin decken lässt, sie danach nicht trächtig werden muss. Erwischst du genau die fruchtbaren Tage deiner Hündin und ist der Rüde auch fruchtbar, stehen die Chancen gut. Aber das garantiert eben keine Trächtigkeit.

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Wie so eine Deckung ablaufen kann, siehst du in diesem Video.

Dir wird auffallen, dass der eigentliche Deckakt nach wenigen Minuten bereits vorbei ist. Anschließend bleiben die Hunde noch fast eine halbe Stunde miteinander verbunden.

Das ist so, weil der Penis des Rüden anschwillt. Damit verhindert er, dass sein Sperma direkt wieder austritt. Außerdem kann die Hündin auf diese Weise nicht von einem anderen Rüden gedeckt werden.

❓ Grund #1: Falscher Zeitpunkt

Um die Fruchtbarkeit der Hündin zu bestimmen, gibt es eine Faustregel. Nach dieser solltest du sie zwischen dem neunten und dem 14. Tag decken lassen. Das ist aber nicht immer passend. Jeder Zyklus ist anders. Deswegen kannst du dich auch nicht auf deine Erfahrungen bei deiner Hündin verlassen.

Sicherer ist es, den Zyklus von deinem Tierarzt überwachen zu lassen. Via Blutproben misst der den Progesteronspiegel deiner Hündin. Damit kann er sehr genau sagen, wann sie fruchtbar ist.

❓ Grund #2: Antipathie gegen den Deckrüden

Manche Hunde mögen sich einfach nicht. Selbst wenn deine Hündin deckbereit ist, lehnt sie vielleicht genau den Rüden, den du für sie ausgesucht hast, ab. Manchmal hilft es, wenn sie sich länger beschnuppern dürfen. Lasse die beiden dafür einen ganzen Tag zusammen verbringen. Mit Glück taut deine Hündin doch auf.



Wenn das nicht erfolgreich ist, wirst du nicht drum herumkommen, einen anderen Deckrüden zu suchen.

❓ Grund #3: Stress vor dem geplanten Deckakt

Manche Züchter nehmen weite Wege auf sich, um den perfekten Deckrüden zu finden. Muss die Hündin zu diesem gebracht werden, steht während der fruchtbaren Tage eine lange Autofahrt an. Findet dein Vierbeiner Autofahren sowieso schon nicht schön, wird ihr das während der Läufigkeit möglicherweise auch die Laune verderben.

Außerdem sind manche Besitzer zu aufdringlich, während die Hunde zueinanderkommen. Lautes Reden, Blitzlicht oder auch nur ihre Nähe verdirbt dem Liebespaar vielleicht schon die Stimmung.

❓ Grund #4: Körperliche Hindernisse

Körperliche Hindernisse können den Deckakt erschweren oder ganz unmöglich machen. Beides kommt sowohl beim Rüden als auch bei der Hündin vor.

Infektion

Sind die Hunde krank oder erholen sich noch von einer Krankheit, scheitert der Deckakt eher. Speziell, wenn bei der Hündin der Schambereich betroffen war, will sie keinen Rüden an sich lassen. Eine vaginale Infektion oder ein Pilz schmerzt. Verständlich, dass man da keine Lust auf körperliche Nähe hat.

Scheidenspangen

Scheidenspangen sind Überbleibsel, die normalerweise während der Embryonalentwicklung der Hündin verschwinden. Aus ihnen formen sich Eileiter, Gebärmutter und Scheide. Bleiben Reste bestehen, verhindern die den Deckakt, sodass der Rüde es zwar versucht, aber nicht erfolgreich ist.

Scheidenspangen kann ein Tierarzt bei einer vaginalen Untersuchung erkennen. Sie lassen sich in einem kleinen, chirurgischen Eingriff entfernen. Anschließend steht einer Trächtigkeit nichts mehr im Weg.

Schmerzen

Schmerzen, egal woher sie kommen, können den Deckakt erschweren oder unmöglich machen. Hat der Rüde beispielsweise Arthrose, kann er nicht richtig aufsitzen. Das zusätzliche Gewicht des Rüden verhindert den Deckakt andersherum, wenn die Hündin an Rückenschmerzen leidet.

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Phimose

Eine Phimose ist eine Vorhautverengung. Dabei kann der Rüde seinen Penis nicht vollständig vorlagern, sodass er körperlich nicht in der Lage ist, zu decken. Starke Phimosen erkennst du schon daran, dass dein Rüde Probleme dabei hat, Wasser zu lassen.

❓ Grund #5: Psychische Hindernisse

Ist körperlich alles in Ordnung, reicht das noch nicht. Auch psychisch darf deine Hündin nicht leiden, damit der Deckakt klappt.

Verhaltensstörungen

Verhaltensstörungen führen sowohl bei der Hündin als auch beim Rüden zu Problemen beim Decken. Ist die Hündin sehr dominant, trauen sich unerfahrene, zurückhaltende Rüden gar nicht an sie heran.

Andersherum ist eine schüchterne Hündin von einem Pascha, der auf den Hof stolziert kommt, so eingeschüchtert, dass sie sich nicht von ihm decken lassen möchte.

Wildheit

Wildheit ist eher bei Rüden ein Problem, das den Deckakt verhindern kann. Manche Hündinnen finden es gar nicht attraktiv, wenn der Rüde um sie herumspringt, sie umkreist und ständig anstupst. Sie sind davon so genervt, dass sie sich sagen: „Nee, der auf keinen Fall.“

Andere Hunde im Rudel

Auch in Abwesenheit beeinflussen auch andere Hunde, die im Haushalt der Hündin leben, ihre Deckbereitschaft. Sehr dominante Hündinnen schüchtern die läufige Hündin so ein, dass sie keine Gedanken an den hübschen Rüden verschwenden kann. Selbst, wenn die Hunde sich mögen, kommt dadurch möglicherweise keine Deckung zustande.

Lösung: Künstliche Besamung?

Die Hündin lässt sich nicht decken, du möchtest aber Welpen mit ihr? Theoretisch kannst du sie künstlich besamen lassen. Viele Tierärzte bieten das bereits an. Dabei führt der Tierarzt den Samen des Deckrüden direkt in die Vagina deiner Hündin ein.

Findet die Besamung zum besten Zeitpunkt statt, stehen die Chancen auf Nachwuchs auch auf diese Weise gut. Wann deine Hündin künstlich besamt werden sollte, kommt auf die Form der Probe an (frisch, gekühlt oder tiefgefroren; Quelle). Aber ist das wirklich die Lösung?

5 Dinge die du tun solltest, wenn deine Hündin sich nicht decken lassen will

Bevor du dir einen Tierarzt suchst, der die künstliche Besamung durchführt, denke daran: Dass deine Hündin sich nicht decken lässt, hat einen Grund. Du solltest dich nicht über ihren Willen hinwegsetzen, sondern sie gründlich untersuchen lassen.

Dann setzt sie diese Läufigkeit eben aus und ihr widmet euch erstmal ihrem Problem.

Sperma von Rüden, die eine Hündin auf natürlichem Weg nicht decken können, sollte man gar nicht zur Zucht verwenden. Einige Rüden werden plötzlich unfruchtbar. Die Gründe dafür müssen noch erforscht werden (Quelle).

Durch die künstliche Besamung erkennt man dieses Problem womöglich zu spät. Ist die Unfruchtbarkeit genetisch bedingt, könnten auch die Nachkommen vermehrt betroffen sein.

💡 Tipp #1: Gehe zum Tierarzt

Lasse deine Hündin durchchecken. Leidet sie an einer vaginalen Infektion, die sie behindert, oder halten sie Verwachsungen auf? Dann beseitige erst diese Hindernisse. Verwachsungen könnten auch später bei der Geburt zum Problem werden, wenn du die Hündin künstlich besamen lässt.

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💡 Tipp #2: Gib deiner Hündin Zeit

Eine Hündin decken zu lassen, ist nicht immer einfach. Nicht jede trifft sich mit dem Rüden und ist sofort bereit, ihn aufsitzen zu lassen. Gehe also nicht mit der Einstellung, in zwei Stunden wieder zu Hause zu sein, zu dem Treffen.

Gib den beiden stattdessen ruhig Zeit. Manchmal müssen sie sich erst besser kennenlernen, gemeinsam getobt haben oder zusammen spazieren gehen. Stelle es dir als richtiges Date vor. Das sollte schließlich auch nicht nur aus körperlicher Liebe bestehen.

💡 Tipp #3: Probiere einen anderen Deckrüden aus

Lässt sich deine Hündin partout nicht auf diesen Deckrüden ein, suche ihr besser einen anderen. Idealerweise hast du für diesen Fall schon vorher nach einem Ersatz geschaut, um keine Zeit zu verlieren.

💡 Tipp #4: Sorge dafür, dass es deiner Hündin gut geht

Um bereit für eine Familie zu sein, muss es der Hündin psychisch gut gehen. Vermeide daher Stress und höre auf ihre Signale. Leidet sie an Angststörungen oder erhöhter Aggressivität, solltest du zunächst diese Probleme aus der Welt schaffen.

Je nach Schwere der Störung ist es vielleicht ratsam, nicht mit dieser Hündin zu züchten.

💡 Tipp #5: Bleib ruhig

Ich weiß, du hast nur wenige Tage Zeit, um die Läufigkeit zu nutzen. Aber zum Wohle deiner Hündin solltest du nicht überstürzen. Dann probiert ihr es eben bei der nächsten Läufigkeit aus. Solange deine Hündin noch unter sieben Jahre ist, ist das gar kein Problem.

Deine Hündin spürt deinen Stress. Gehst du zu verbissen an die Sache heran, ist sie dadurch vielleicht gehemmt.

Das Fazit

Lässt sich deine Hündin nicht decken, gibt es dafür ganz unterschiedliche Erklärungen. Nicht alle Gründe kannst du beeinflussen. In jedem Fall solltest du die Entscheidung deiner Hündin aber ernst nehmen und sie nicht zwingen.

Zur Sicherheit empfehle ich dir einen Gesundheitscheck beim Tierarzt. Ist alles in Ordnung und ist deine Hündin auch psychisch gesund, braucht sie vielleicht einfach etwas Zeit.

Glücklicherweise sollte eine Hündin ohnehin höchstens zweimal in ihrem Leben Welpen bekommen. Sofern sie noch keine sieben Jahre alt ist, hast du also Zeit, ihr Problem aus der Welt zu schaffen. Die nächste Läufigkeit könnt ihr dann sicherlich erfolgreich nutzen.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich eine stille Läufigkeit?

Während einer stillen Läufigkeit fehlen die typischen Symptome einer Läufigkeit oder sind nur minimal ausgeprägt. Du erkennst sie daran, dass deine Hündin läufig sein müsste, aber kaum Vaginalausfluss hat und nicht deckbereit ist.

Wie lange brauchen Hunde, um sich zu paaren?

Die eigentliche Paarung dauert nur wenige Minuten. Anschließend schwillt der Penis des Rüden für etwa eine Stunde so stark an, dass die Tiere sich nicht voneinander trennen können.

Wie oft sollte man den Deckakt wiederholen?

Um die Chancen auf eine Trächtigkeit zu erhöhen, kann man die Hündin zweimal decken lassen. Die Deckakte sollten im Abstand von 24 bis 48 Stunden erfolgen.

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