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Dein Hund trinkt wenig aber pinkelt viel: Woran liegt das?

Dein Hund trinkt wenig aber pinkelt viel: Woran liegt das?

Halter von Rüden sind es ja gewohnt, an jedem Baum stehenzubleiben.

Wenn Hündinnen plötzlich viel häufiger pinkeln, fällt uns das schneller auf. Ganz merkwürdig wird es, wenn der Wassernapf voll ist und der Hund trotzdem ständig raus muss.

Dieser Artikel klärt dich darüber auf. Du erfährst, woran die erhöhte Urinproduktion und das wenige Trinken liegt, wie du deinen Hund zum Trinken animierst sowie wann du mit ihm zum Tierarzt solltest.

Hund trinkt wenig, aber pinkelt viel – Ist das normal?

Im Grunde sollte ein Hund immer in etwa so viel pinkeln, wie er trinkt. Das Wasser muss ja auch irgendwo wieder hin. Pinkelt er jedoch mehr als er Wasser zu sich nimmt, stimmt etwas nicht. Hält dieser Zustand längere Zeit an, trocknet der Hund nach und nach aus.

Einen ausgetrockneten Hund erkennst du leicht selbst. Wenn Bello es mitmacht, schaue dir sein Zahnfleisch an. Normalerweise ist es durch den Speichel ständig feucht. Ist es hingegen trocken, könnte das auf eine Dehydration hinweisen.

Lässt sich dein Hund nicht ins Maul schauen, kannst du seine Flüssigkeitsversorgung auch an seiner Haut prüfen. Lasse deinen Hund dafür auf der Seite liegen und nimm einen Teil der Haut in seinem Nacken in die Hand.

Labradorbesitzer wissen, welche Haut ich meine, aber auch alle andere Rassen haben am Nacken genug Haut für den Test.

Halte die Haut fest und ziehe sie ein Stück nach oben. So ähnlich wie Hündinnen, die ihre Welpen am Nackenfell hochheben.

Lässt du die Haut wieder los, sollte sich die Falte sofort zurückbilden und innerhalb von wenigen Sekunden vollkommen verschwunden sein.

Je länger die Falte braucht, desto schlechter hydriert ist dein Hund.

Bleibt sie stehen und verschwindet gar nicht mehr von allein, musst du sofort zum Tierarzt. Dann ist dein Hund gefährlich ausgetrocknet.

Warum dein Hund wenig trinkt

Es gibt viele Gründe, aus denen Hunde eine Zeit lang wenig trinken. Die häufigsten sind

  • Krankheit,
  • Stress,
  • Läufigkeit und
  • eine Operation.

In ganz seltenen Fällen ist ein vermindertes Durstgefühl auch die Folge einer Impfung. Diese Hunde stellen auch das Fressen ein, knicken hinten weg und bekommen schließlich Krämpfe.

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Ich habe dieses sogenannte Impfschadensyndrom beim Hund aber nie gesehen.

Krankheit

Bei Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall trinken und fressen viele Hunde weniger. Das hängt mit ihrem allgemeinen Unwohlsein zusammen.

Zusätzlich schlafen die Tiere mehr und vergessen das Trinken dadurch einfach. Werden sie wieder gesund, normalisiert sich in der Regel auch ihr Trinkverhalten wieder.

Stress

Wir kennen das ja selbst: Ständig will im Büro jemand etwas von uns und selbst nach Feierabend klingelt noch das Telefon.

Da merken wir manchmal erst am Abend, dass wir den ganzen Tag nichts gegessen oder getrunken haben. So geht es auch Hunden bei Stress.

Finden bei dir zu Hause gerade große Umbrüche statt, könnte der volle Wassernapf daran liegen.

Läufigkeit

Dieser Punkt betrifft unkastrierte Rüden.

Die läufige Hündin verändert ihr Trinkverhalten nicht. Aber die Rüden in ihrer Umgebung sind so durcheinander, dass sie gar nichts mehr ans Trinken denken.

Ob eine läufige Hündin in der Gegend ist, erkennst du daran, dass sich dein unkastrierter Rüde intensiver mit Urinmarkierungen beschäftigt. Er steht dann minutenlang an einem Fleck, schnüffelt, wird dabei nervös und reagiert gar nicht mehr auf dich.

Auch zu Hause bleibt er unentspannt, steht an der Tür, will ständig raus und kommt nicht zur Ruhe. Fressen und Trinken steht dann ganz unten auf seiner To-Do-Liste.

Operationen

Wenig Durst kann durch die Schmerzen nach einer OP verursacht werden.

Zwar werden Hunde nach Operationen standardmäßig mit Schmerzmitteln versorgt, ganz schmerzfrei sind sie dadurch aber nicht.

Die Schmerzen können sie, wie bei einer Krankheit, vom Trinken abhalten. Zusätzlich ist ihnen von der Narkose vielleicht noch schwindelig oder übel.

Nicht vergessen dürfen wir außerdem die Infusionen. Eine Infusion mit Kochsalz gehört ebenfalls zu jeder OP dazu. Sie gleicht den Blutverlust ein wenig aus und sorgt dafür, dass der Patient kreislaufstabil bleibt.

Ein großer Hund kann bei einer längeren OP locker 500 ml Kochsalz bekommen. Der hat danach natürlich erstmal keinen Durst. Vor die Tür muss er trotzdem, um die Flüssigkeit wieder auszuscheiden.

Wie du deinen Hund zum Trinken animierst

Wenn du einen Trinkmuffel zu Hause hast, helfen dir diese Tipps weiter.

Wasser mit Geschmack

Koche deinem Vierbeiner etwas Hähnchen zum Abendessen und hebe das Kochwasser auf. Der Geschmack animiert Hunde dazu, mehr zu trinken.

Du kannst das Wasser auch portionsweise einfrieren und bei Bedarf auftauen. Im Sommer eignet es sich zusätzlich hervorragend als Hundeeis. In diesem Video findest du ein paar Eisrezepte für Hunde, falls es mal etwas anderes als Hähnchengeschmack sein darf.

HUNDE EIS selbermachen I 5 schnelle einfache Rezepte mit MiaMops

Futter ins Wasser

Mit diesem Trick bekommt man nicht nur wasserscheue Hunde dazu, sich abzukühlen.

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Wirf beim Spazierengehen ein paar Krümel Futter ins knietiefe Seewasser. Wenn dein Vierbeiner das auf der Oberfläche schwimmende Trockenfutter aufnimmt, trinkt er gleichzeitig einen Schluck.

Alternativ kannst du die Futterkrümel auch in seinen Wassernapf legen.

Mit Wasser spielen

Manche Hunde sind ganz verrückt nach sprudelndem Wasser aus dem Gartenschlauch. Einige freuen sie wie kleine Kinder über Rasensprenger. Spielen sie damit, trinken sie natürlich auch etwas.

Warum ein Hund wenig trinkt, aber viel pinkelt

Die häufigste Erklärung für dieses Phänomen ist: Er nimmt das Wasser auf andere Weise auf.

Überlege mal, was du deinem Hund zu fressen gibst. Nassfutter enthält schon so viel Feuchtigkeit, dass dein Hund kaum noch Durst hat. Auch rohes Fleisch, wie es beim Barfen gefüttert wird, versorgt ihn mit Flüssigkeit.

Ebenso ist es bei Obst und rohem Gemüse. Lediglich wenn dein Hund ausschließlich Trockenfutter bekommt, wird er deutlich mehr trinken müssen. Ansonsten nimmt er einen guten Teil seiner benötigten Flüssigkeit bereits mit seinem Futter auf.

Fütterst du ausschließlich Trockenfutter, weiche es in Wasser ein. Auf diese Weise muss dein Hund nichts trinken, wird aber trotzdem mit Flüssigkeit versorgt.

Eine weitere Ursache für wenig Durst und vermehrtes Wasserlassen können Medikamente sein. Bekommt dein Hund Entwässerungstabletten, schleust er durch den erhöhten Urinabsatz die überschüssige Flüssigkeit aus seinem Körper.

Wann du zum Tierarzt gehen solltest

Fällt der bereits erwähnte Nackentest auffällig aus, ist es Zeit für den Tierarzt.

Ist dein Hund gut hydriert, aber du hast das Gefühl, dass er wahnsinnig viel pinkelt, versuche zunächst die Menge zu messen.

Weil das gar nicht so leicht ist, prüfst du als Erstes seine Trinkmenge. Ein gesunder Hund sollte etwa 60 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich nehmen.

Im Sommer kann das etwas mehr werden. Wiegt dein Hund 20 kg, trinkt er also etwa 1,2 l am Tag. Davon scheidet er ungefähr einen Liter als Urin wieder aus.

Folgende Symptome deuten auf ein gesundheitliches Problem hin, das tierärztlich abgeklärt gehört: Der Hund …

  • … trinkt mehr als 100 ml pro Kilogramm Körpergewicht täglich,
  • … setzt auffällig große Mengen Urin auf einmal ab und
  • … du stellst weitere Auffälligkeiten wie vermehrten Durst, einen aufgeblähten Bauch, Gewichtsabnahme oder allgemeine Schwäche fest.

Ursachen einer Polyurie

Polyurie ist der Fachbegriff für eine erhöhte Urinproduktion.

Meistens steckt ein ebenfalls erhöhtes Trinkverhalten dahinter. Es können aber auch schwere Erkrankungen daran schuld sein.

Bei drohendem Nierenversagen läuft die Flüssigkeit ungefiltert durch die Nieren. Sie kommt dadurch schneller in der Blase an. Die Folge ist mehr Urin in kürzerer Zeit.

Auch das antidiuretische Hormon, kurz ADH, beeinflusst die Urinmenge. Hat dein Hund zu wenig davon, kann die Niere den Urin nicht mehr konzentrieren. Sie schleust daher mehr Flüssigkeit als normal in Form von sehr dünnem Urin aus dem Körper.

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Bei Cushing erhöht sich die Kortisol-Konzentration im Körper eines Hundes. Kortisol sorgt ebenfalls dafür, dass er mehr Urin produziert.

Cushing wird meist durch einen Tumor der Nebenniere ausgelöst und ist heilbar. Leider kann die Krankheit auch von einem Tumor in der Hirnanhangsdrüse kommen, welchen man nicht operabel entfernen kann.

Diese Studie stellt einen solchen Fall vor, bei der Gehirntumor zu vermehrtem Urinabsatz führte.
Bei Diabetes mellitus versucht der Körper Zucker über den Urin auszuscheiden.

Bei der Krankheit funktioniert der Zuckerstoffwechsel nicht mehr. Insulin, was den Zucker normalerweise aus dem Blut holen würde, fehlt. Er reichert sich im Blut an. Ein häufiges Symptom ist daher auch vermehrter Durst, wodurch der Zucker im Blut verdünnt werden soll.

Diese Ursachen klingen alle sehr ernst. Glücklicherweise ist der häufigste Grund für vermehrtes Pinkeln aber immer noch, dass wir gar nicht mitbekommen, wie viel Wasser unsere Hunde tatsächlich aufnehmen.

Wir vergessen, dass im Futter bereits Flüssigkeit enthalten ist. Es kommt uns daher nur so vor, als gäbe es tatsächlich ein Ungleichgewicht zwischen Trink- und Urinmenge.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Polyurie. Ist die Niere angegriffen, kann man häufig mit dauerhaft verabreichten Medikamenten helfen.

Cushing heilt man durch eine OP, bei der der Tumor entfernt wird. Hunde mit Diabetes erhalten Insulin und eine angepasste Diät.

Dein Hund trinkt wenig aber pinkelt viel: Das Wichtigste in Kürze

Dass Hunde weniger Wasser aufnehmen, als sie ausscheiden, ist ungewöhnlich.

Auf Dauer würden sie auf diese Weise austrocknen. Hinter dem Ungleichgewicht können ernste Erkrankungen stecken, meistens holen sich die Hunde ihr Wasser aber einfach über ihre Nahrung.

Bei Stress, Krankheit oder nach einer Operation trinken Hunde häufig weniger. Der Zustand sollte sich aber nach wenigen Tagen wieder normalisieren. Durch eingeweichtes Futter und Wasser mit Geschmack kannst du deinen Hund zum Trinken animieren.

Trocknet dein Hund aus und wirkt allgemein schlapp, gehe besser mit ihm zum Tierarzt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel trinkt ein Hund?

Hunde sollten zwischen 60 und 100 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich nehmen. Den Großteil davon scheiden sie als Urin wieder aus.

Kann ein Hund vergessen, zu trinken?

Das ist bei starkem Stress durchaus möglich. Zusätzlich kann es ein Hund nach einer Futterumstellung von Nass- auf Trockenfutter nicht gewohnt sein, mehr trinken zu müssen.

Wie erkenne ich, ob mein Hund ausgetrocknet ist?

Bringe deinen Hund in Seitenlage und ziehe an der Haut im Nacken- und Schulterbereich. Lässt du sie wieder los, sollte sie sich bei einem gut hydrierten Hund innerhalb von Sekunden wieder zurückziehen.