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Mein alter Hund will nur noch draußen liegen

Mein alter Hund will nur noch draußen liegen

„Das hat er ja noch nie gemacht!“ Den Satz benutzen Hundehalter auch, wenn ihr Liebling sie schon jahrelang begleitet. Immer wieder scheinen die Vierbeiner auf neue Ideen zu kommen.

Neulich haben sie alle Kissen aus ihrem Körbchen geräumt. Gestern wurde sauber um die Kartoffeln im Napf drumherum gefressen. Heute wollen sie plötzlich draußen schlafen.

Hast du auch so einen Kandidaten und dein alter Hund will nur noch draußen liegen? Dann bist du hier genau richtig. Warum das gerade bei alten Hunden vorkommt und woran du Altersschwäche bei deinem Vierbeiner erkennst – davon handelt der heutige Artikel.

Alter Hund liegt immer draußen – Ist das normal?

Hunde werden im Alter manchmal etwas wunderlich. Das ist normal. Ihre Bedürfnisse ändern sich und damit ändern sich bei einigen auch gewisse Charakterzüge.

Dass ein alter Hund aber nur noch draußen liegen oder schlafen möchte, ist nicht die Regel.

Als Rudeltier ist es dem Hund normalerweise wichtig, bei seinen Artgenossen und Besitzern zu sein. Auch nachts wollen viele Hunde in der Nähe ihrer Menschen schlafen.

Viele kuscheln sich nur allzu gern mit ihnen ins Bett oder aufs Sofa. Dass dein Hund Distanz sucht, ist also eher unüblich.

Warum Senioren Hunde lieber draußen schlafen

Möchte dein alter Hund plötzlich draußen schlafen, kann das viele Gründe haben. Meistens liegt es aber an

  • Schmerzen oder
  • daran, dass etwas im Haus seinen Schlaf stört.

Zusätzlich kann dein Hund im Alter an einer schwachen Blase leiden.

Hast du das Verhalten ein paar Wochen mitgemacht, ist es zur Gewohnheit geworden.

Auch alte Hunde können sich an neue Dinge gewöhnen. In manchen Fällen fällt es ihnen besonders schwer, sich davon wieder zu lösen. Vor allem, wenn die ursprüngliche Idee von ihnen kam, wie es beim draußen Schlafen häufig ist.

Schmerzen

Leidet dein Senior unter Arthritis, fällt es ihm möglicherweise schwer, sich in sein Körbchen zu legen. Beobachte deinen Hund daher, wenn er draußen schlafen möchte.

  • Wo legt er sich hin?
  • Sucht er geschützte Orte auf oder liegt er mitten auf dem Rasen?
  • Ist er sehr unruhig und wechselt häufig den Platz?

Dann kann ein Zeichen für Schmerzen sein, wie eine Studie (englische Quelle) herausfand.

Bei manchen Krankheiten lindert Kälte den Schmerz. Eventuell nutzt dein Hund die kühle Luft, um seine Schmerzen zu stillen.

Gestörter Schlaf

Lärm, spielende Kinder, andere Tiere und die gluckernde Heizung bringen deinen Hund im Haus um seinen Schlaf. Da legt er sich lieber draußen hin, auch wenn er dafür auf sein gemütliches Bett verzichten muss.

Lies auch:  Mein Hund schläft plötzlich woanders

Kann Dein Hund nachts nicht schlafen? Darüber haben wir einen Blogartikel verfasst. Hier geht’s zu: >> Hund schläft nachts nicht: Ursachen und Lösungen

Solltest du deinen Hund draußen schlafen lassen?

Das kommt auf viele Faktoren an.

  1. Wie kalt wird es nachts?
  2. Bekommst du es mit, wenn dein Hund nachts rein möchte?
  3. Hat dein Hund einen wind- und regengeschützten Unterschlupf im Garten?
  4. Ist dein Garten sicher eingezäunt, sodass dein Hund nicht weglaufen kann?
  5. Frisst dein Hund, wenn er unbeaufsichtigt ist, alles vom Boden?

Dein Hund sollte weder frieren noch überhitzen, wenn er draußen schläft. Handelt es sich nicht um einen Husky, lässt du ihn also im tiefsten Winter nicht draußen schlafen.

Eine Hundehütte, in der es dein Hund trocken und windgeschützt hat, ist eine gute Zwischenlösung. Dort ist Platz für warme Decken.

Dein Hund kann trotzdem die Nase nach draußen strecken, wann immer er möchte. Dieses Video zeigt, wie man eine Hundehütte selbst bauen kann.

Hundehaus selber bauen | Hundehütte selber bauen

Daneben musst du seine Sicherheit bedenken. Erschreckt ihn etwas und er läuft weg, verliert ein alter Hund im Dunkeln und in Panik schnell die Orientierung.

Dein Garten braucht also einen hohen Zaun, den dein Hund nirgendwo überwinden kann. Ebenso wichtig ist, ob dein Garten von der Straße aus erreichbar ist, beispielsweise bei einem Eckgrundstück.

Ich sage nur Gift oder Rasierklingen.

Solche tödlichen Köder legen manche, im Kopf nicht ganz richtige, Personen nicht nur auf beliebten Spazierwegen aus. Einige werfen sie einfach auf Grundstücke, auf denen Hunde leben.

Ist dein Hund nachts allein im Garten, hat er alle Zeit der Welt, sich darüber herzumachen.

Warum ziehen sich alte Hunde zurück?

Auch das hat mit dem erhöhten Ruhebedürfnis im Alter zu tun. Dein Hund merkt, dass er nicht mehr so kann wie in jungen Jahren. Er wird schneller müde, manche Bewegungen tun ihm weh oder sind gar nicht mehr möglich.

Er erschreckt sich ständig, weil er nicht mehr hört, wenn jemand an ihm vorbeigeht. Durch den grauen Star sieht er auch noch schlechter.

Das alles führt dazu, dass dein Senior sein sicheres Zuhause weniger verlassen möchte. Dafür nimmt er auch in Kauf, allein zu bleiben.

Altersschwäche

Altersanzeichen treten bei Hunden teilweise schon früh auf.

Erste graue Haare um die Augen oder die Nase bemerkst du vielleicht kurz nach dem vierten Geburtstag. Das bedeutet nicht, dass dein Hund früh stirbt.

Manche Menschen ergrauen auch bereits mit Anfang 30. Das sind einfach genetische Veranlagungen.
Altersschwäche erkennst du beim Hund an

  • Gehörverlust,
  • Sehverlust,
  • Blasenschwäche,
  • Gelenkproblemen und damit zusammenhängender Bewegungsunlust,
  • Infektanfälligkeit,
  • Fressunlust und Gewichtsabnahme,
  • Abbau von Muskulatur und
  • stumpfem Fell.

Wie verhält sich ein Hund kurz vor seinem Tod?

Nicht viele Hunde haben das Glück, eines natürlichen Todes zu sterben. Meistens müssen ihre Besitzer für sie entscheiden, weil sie unheilbar krank sind und sich quälen.

Ein natürlicher Tod ist auch nicht immer ein friedlicher Prozess. Am besten ist es, wenn du einen Tierarzt an der Hand hast, der eingreifen kann.

Meist läuft der natürliche Tod beim Hund in drei Phasen ab.

Phase 1: Futterverweigerung

Die meisten Hunde lassen Futter und Wasser mehrere Tage vor ihrem Tod komplett stehen. Das liegt vermutlich daran, dass ihre Organe langsam aufhören zu arbeiten.

Lies auch:  Hund schläft nachts nicht: Ursachen und Lösungen

Die Nahrung würde nicht mehr verdaut werden. Eine andere Vermutung ist die, dass die Hunde von ihrem baldigen Ende wissen. Sie fressen nichts mehr, weil sie die Energie nicht mehr verbrauchen.

Phase 2: Bewegungsdrang

Verweigert dein alter Hund mindestens drei Tage sein Futter und beginnt anschließend, trotzdem pausenlos durchs Haus zu laufen, sind das recht sichere Zeichen.

Die Unruhe trotz Futterverweigerung deutet häufig auf seinen baldigen Tod hin.

Damit verbraucht dein Hund seine letzte Energie. Es kann aber auch hier wieder sein, dass dein Hund etwas ahnt und daher nervös wird. Das Umherlaufen ist wie eine Suche nach einer Lösung.

Diese Phase dauert in der Regel nicht länger als einen oder zwei Tage.

Phase 3: Koma, Krämpfe und Muskelerschlaffung

Nach dem erhöhten Bewegungsdrang, folgt die letzte Phase. Die Organe deines Hundes arbeiten kaum noch, sodass er langsam in ein Koma fällt.

Dabei kommt es meist zu Krampfanfällen. Währenddessen kann sich dein Hund auch übergeben oder Kot verlieren. Letzteres passiert häufig auch beim Einschläfern beim Tierarzt.

6 Gründe, warum dein Hund nicht mehr ins Haus kommen will

So einen Kandidaten kenne ich auch. Die Hündin nutzt jede Gelegenheit, um sich durch die offene Tür in den Garten zu quetschen.

Aber soll es wieder ins Haus gehen, tut sie so, als wüsste sie nicht, wie man läuft. Die Hündin ist noch jung und das Problem den Besitzern bekannt. Woran es bei ihr liegt, wissen sie aber auch nicht.

Will dein alter Hund nicht mehr ins Haus kommen, liegt das möglicherweise an

  • Schmerzen,
  • dem Boden in deinem Haus,
  • der Temperatur,
  • dem Geräuschpegel,
  • einer schwachen Blase oder
  • Demenz.

1) Schmerzen

Bei fortgeschrittener Arthritis stellt schon die Türschwelle ein ernstes Hindernis dar. Dein Hund vermeidet den großen Schritt aus Angst vor Schmerzen lieber.

Dafür nimmt er auch in Kauf, draußen bleiben zu müssen.

Rückenschmerzen schränken ebenfalls die Bewegungsfreiheit ein. Dein Hund ist vielleicht gar nicht mehr in der Lage, schmerzfrei in dein Haus zu kommen.

2) Bodenbelag

Tritt dein Hund zufällig als erstes auf Fliesen, wenn er ins Haus kommt? Dann könnten sie der Grund für seine Weigerung sein.

Fliesen sind rutschig. Ältere Hunde verlieren oftmals zum Teil die Kontrolle über ihre Gliedmaßen. Die Hinterhand knickt einfach weg. Auf rutschigen Fliesen verlieren sie schneller den Halt.

Dieses Gefühl möchte dein Hund vermeiden. Deswegen bleibt er lieber draußen, anstatt über die Fliesen zu laufen.

3) Temperatur

Alte Hunde frieren schneller als junge. Ist es in deinem Haus vielleicht kühler als draußen? Dann möchte dein Hund die Wärme nutzen, um seine Körpertemperatur besser halten zu können.

Andersherum kann es ihm drinnen auch zu warm sein, sodass er sich draußen abkühlen möchte. Das ist aber unwahrscheinlicher. Alte Hunde neigen häufiger zum Frieren.

4) Geräuschpegel

Senioren brauchen mehr Ruhe. Spielende Kinder in ihrer Nähe, stören sie. Auch laufende Haushaltsgeräte können sie vom Schlafen abhalten.

Draußen zwitschern ein paar Vögel und hin und wieder fährt ein Auto vorbei. Das halten ältere Hunde besser aus, als dauerhafte Lärmbelastung.

5) Blasenschwäche

Im Alter müssen Hunde, genauso wie viele Menschen, häufiger zur Toilette. Sofern es sich nicht um Inkontinenz handelt, merken die Tiere das.

Lies auch:  Schlafen, träumen... bellen? - Warum dein Hund bellt im Schlaf

Weil sie wissen, dass sie drinnen nicht pinkeln dürfen, bleiben sie lieber gleich draußen. Sie trauen sich nicht rein, weil sie nicht einschätzen können, ob sie bis zum nächsten Spaziergang durchhalten.

6) Demenz

Demente Hunde ändern viele gewohnte Handlungen. Es kann auch sein, dass dein Hund heute super mitmacht und auf Kommandos hört. Morgen hat er aber anscheinend wieder alles vergessen.

Demenz erkennst du an

  • einem geänderten Schlafrhythmus,
  • Desorientierung (dein Hund findet sein Futter nicht),
  • Rastlosigkeit (dein Hund läuft den ganzen Tag durch die Wohnung),
  • Vergesslichkeit und
  • Unsauberkeit.

Was tun, wenn der Hund nicht mehr ins Haus kommen will?

Bei kleinen Hunden löst man das Problem auf die Schnelle.

Man klemmt sich den Vierbeiner einfach unter den Arm. Aber was, wenn 35 Kilo auf dem Fußabtreter sitzen und stur bleiben?

Versuche, den Grund für das Verhalten herauszufinden. Liegt es an den Fliesen, lege einen Teppich aus. Ist es deinem Hund zu laut, sorge für mehr Ruhe. Gehe im Zweifel zum Tierarzt und lasse deinen Hund auf Gelenkprobleme und Rückenschmerzen untersuchen.

Führt das alles nicht zum Erfolg, braucht dein Hund ein Rückrufkommando, auf das er sicher hört. Für die meisten Halter ist das „Komm“.

Positive Tonlage und freundliche Körpersprache sind wichtig, damit dein Hund auch zu dir kommen möchte. Macht er sich auf den Weg, halte Leckerlis parat, damit dein Hund das Kommen direkt damit verbindet.

Ältere Hunde muss man manchmal etwas zu ihrem Glück zwingen. Lasse deinen Hund daher nur noch an der Leine raus. Du musst die Leine nicht festhalten.

Dein Hund kann sie auch hinter sich herziehen. Wähle eine kurze aus. Du brauchst sie nur, um deinen Hund ins Haus zu holen, wenn er sich weigert.

Rufe deinen Hund ab. Rührt er sich nicht, nimmst du die Leine in die Hand, gehst wieder rein und rufst nochmal. Reagiert dein Hund wieder nicht, übst du etwas Zug auf die Leine aus.

Du sollst deinen Hund nicht ins Haus zerren, aber er soll merken, dass es dir ernst ist.

Idealerweise legst du die Leine nicht ans Halsband, sondern an ein Geschirr. Bewegt sich dein Hund nun zu dir, lobst du ihn, auch wenn du ihm etwas nachhelfen musstest.

Mein alter Hund will nur noch draußen liegen – Das Fazit

Alte Menschen und alte Hunde sind sich ziemlich ähnlich. Alle haben sie einen Dickkopf und legen zuweilen wunderliche Verhaltensweisen an den Tag.

Herrschen draußen angenehme Temperaturen und ist dein Hund nicht krank, kann er auch im Alter draußen schlafen. Sicherer ist es aber, wenn nachts im Haus bleibt.

Ich würde, allein für mein besseres Gefühl, meinen Senior wohl nicht draußen schlafen lassen.

Solange du damit kein Problem hast, dein Garten sicher eingezäunt ist und dein Hund eine Rückzugsmöglichkeit hat, steht dem aber nichts im Weg.

Häufig gestellte Fragen

Warum will mein alter Hund nachts immer raus?

Meist liegt es an einer schwachen Blase, dass dein Hund nachts vermehrt raus möchte.

Warum schläft mein Hund plötzlich lieber draußen?

Hat sich in deinem Haus nichts geändert, haben sich vermutlich die Bedürfnisse deines Hundes geändert. Eventuell braucht er mehr Ruhe, er leidet an Schmerzen oder ihn stört die Temperatur im Haus.

Woran erkenne ich Altersschwäche beim Hund?

Alte Hunde bekommen graues Fell, hören nicht mehr so gut und leiden möglicherweise an grauem Star.