Kann ich Hautpilz bei meinem Hund mit Kokosöl behandeln?

Hautpilz beim Hund mit Kokosöl behandeln

Kokosöl gilt als Superfood.

Es heißt, es mache schlank, gesund und schön. Vielleicht hast du ja auch noch ein Gläschen im Schrank stehen.

Entdeckst du einen Hautpilz bei deinem Hund, kannst du ihn sogar damit behandeln. Kokosöl soll nämlich nicht nur gegen Flöhe und Zecken helfen, sondern auch Pilze bekämpfen.

Wie viel das Öl tatsächlich kann, erfährst du hier.

Was ist Hautpilz und wie steckt mein Hund sich an?

Hautpilz bei einem Yorkshire Terrier am Auge
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Hautpilz ist eine Infektionserkrankung, die vor allem Hunde mit angeschlagenem Immunsystem befällt. Die krankmachenden Pilze kommen überall in der Natur vor.

Einen Hautpilz bei deinem Hund erkennst du an kreisrunden, kahlen Stellen. Die Haut dort ist rot und heiß. Das umliegende Fell wird stumpf und brüchig. Diese Stellen breiten sich schnell auf dem Körper deines Hundes aus und werden größer.

Mehr Informationen zum Hautpilz beim Hund findest du in diesem Artikel.

Was ist Kokosöl?

Kokospalme
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Kokosöl wird aus Kokosnüssen gewonnen.

Das frische oder getrocknete Fruchtfleisch wird dafür gepresst und manchmal anschließend noch raffiniert. Am Ende entsteht das weiße Kokosöl, das wegen seiner Eigenschaften auch Kokosfett genannt wird.

Kokosöl ist, anders als andere Öle, bei Raumtemperatur fest. Es hat daher eher Ähnlichkeit mit Butter als mit Öl. Ab einer Temperatur von etwa 23 °C wird es flüssig.

Kokosöl kommt zum Großteil aus Asien. Die Philippinen produzieren mit etwa 1.2 Millionen Tonnen jährlich am meisten davon.

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Neben der Küche findet das Öl noch in Kosmetikprodukten, Medikamenten und bei der Herstellung von Kunstharzen Anwendung.

Inhaltsstoffe von Kokosöl

Kokosöl besteht zu etwa 90 % aus gesättigten Fettsäuren. Diese sind

  • Laurinsäure (etwa 50 %),
  • Myristinsäure (etwa 19 %),
  • Palmitinsäure (etwa 9 %),
  • Caprylsäure (etwa 7 %),
  • Caprinsäure (etwa 6,5 %),
  • Stearinsäure (etwa 3 %),
  • Capronsäure (etwa 0,4 %) und
  • Arachinsäure (weniger als 0,2 %).

Die ungesättigten Fettsäuren sind

  • Ölsäure (etwa 7,5 %),
  • Linolsäure (etwa 2 %),
  • Linolensäure (weniger als 0,2 %) und
  • Gadoleinsäure (weniger als 0,2 %).

Darum kann Kokosöl Hautpilz bei deinem Hund lindern

Drei der im Öl enthaltenen Fettsäuren helfen besonders bei Pilzinfektionen:

  • Laurinsäure,
  • Caprylsäure und
  • Linolsäure.

Laurinsäure bildet gemeinsam mit Glycerin das sogenannte Monolaurin.

Eine englische Studie fand heraus, dass diese Chemikalie gute fungizide Eigenschaften hat. Glücklicherweise macht Laurinsäure den größten Bestandteil von Kokosöl aus.

Auch Caprylsäure greift Pilzzellen an und zerstört sie. Die Fettsäure ist daher auch in käuflichen Fungiziden enthalten.

Nicht zu unterschätzen ist auch Linolsäure. Linolsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Haut. Dort hilft sie, den Wasserhaushalt zu regulieren. Haut, der Linolsäure fehlt, sieht man das an. Sie wird trocken und rissig.

Äußerlich aufgetragen hilft Linolsäure, kleinere Verletzungen zu reparieren (Quelle). Dadurch kann sich der Pilz nicht weiter verbreiten und die Heilung läuft schneller ab.

Wichtig zu erwähnen ist aber, dass Kokosöl allein sehr wahrscheinlich nicht reichen wird, um deinen Hund zu heilen. Hautpilz ist sehr hartnäckig.

Um von deinem Tierarzt verschriebene Medikamente wirst du vermutlich nicht drumherum kommen.

Hund muss seine Tabletten einnehmen
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In diesem Video erfährst du, in welchen Bereichen du Kokosöl noch anwenden kannst.

❌Kokosöl für den Hund❓ 9 TPPS und interessante Anwendungsmöglichkeiten

Kokosöl zur Linderung einer Hautpilzinfektion ist nur eines von vielen Hausmitteln, die Du ausprobieren kannst. Ich habe dir weitere 7 Hausmittel in diesem Blogbeitrag zusammengestellt:

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>>Hautpilz beim Hund – Diese 8 Hausmittel solltest Du ausprobieren

Anwendung

Die Anwendung von Kokosöl ist sehr einfach:

Ziehe dir zunächst Einmalhandschuhe an. Das ist wichtig, damit du dich nicht ansteckst. Viele Hautpilzerkrankungen befallen nicht nur Hunde, sondern auch Menschen.

Golden Retriever Welpe kuschelt mit seinen Besitzern
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Wasche dir also unbedingt, auch wenn du Handschuhe getragen hast, nach der Behandlung die Hände.

Nimm eine kleine Menge des Öls in deine Hand und erwärme es. Dabei wird das Öl flüssig.

Nun trägst du es auf der betroffenen Hautpartie deines Hundes auf. Achte darauf, dass es weder Bello selbst, noch ein anderer Vierbeiner direkt wieder ableckt.

Besonders wenn dein Hund eine Pilzerkrankung auf dem Nasenrücken hat, ist er sehr verlockend das Öl abzuschlecken. Bleibe daher unbedingt aufmerksam und in der Nähe deines Hundes.

Damit deine Haustiere die befallene Haut nicht weiter reizen, solltest du das Öl nach etwa einer halben Stunde mit klarem Wasser wieder abspülen.

Viele Hunde mögen Kokosöl sehr gern.

Cocker Spaniel schleckt seine Pfote ab
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Die rauen Zungen kann die sowieso geschädigte Haut gerade aber gar nicht gebrauchen.

Nebenwirkungen

schwarzer Hund erbricht
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Wie alle Medikamente und Naturprodukte kommen auch bei Kokosöl Nebenwirkungen vor. Bei rein äußerlicher Anwendung sind diese aber sehr selten.

Bei einer Überempfindlichkeit oder Allergie bekommt dein Hund Ausschlag.

Nimmt er das Öl auf, kommen Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen vor.

Palmitinsäure, aus der Kokosöl zu etwa 9 % besteht, soll außerdem das Tumorwachstum verstärken. Eine englische Studie ergab, dass die Fettsäure dazu führt, dass vorhandene Tumore schneller streuen.

Wann du Kokosöl bei deinem Hund nicht anwenden solltest

Wichtig: Hunde mit Diabetes oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sollten kein Kokosöl bekommen!

Das zusätzliche Fett kann bei bestehendem Diabetes zu Organschäden führen. Auch eine entzündete Bauchspeicheldrüse reagiert negativ auf zu viel Fett.

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Ich kenne einen Hund mit chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung, der sofort mit starken Bauchkrämpfen reagiert, wenn er etwas mehr Fett als normal zu sich genommen hat.

Nur auf die Haut aufgetragen, ist Kokosöl in diesen beiden Fällen unbedenklich. Du solltest aber besonders gut darauf aufpassen, dass dein Hund das Öl nicht ableckt.

Neigt dein Hund zu Allergien, teste das Öl vorher an einer kleinen Stelle, bevor du seinen Hautpilz ganz damit behandelst.

Welches Kokosöl eignet sich für die Behandlung bei Hautpilz?

Kokosöl hat einen weiten Weg hinter sich, wenn es in Deutschland angekommen ist.

Aus diesem Grund solltest du neben hoher Qualität beim Öl selbst auch auf klimaschonende Produktion achten.

Achte dafür auf Labels wie „EU Organic“. Das grüne Blatt versichert dir, dass das Kokosöl frei von Pestiziden und Düngemitteln ist.

EU-Bio-Siegel
https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/eu-bio-logo.html

Mit Fair Trade unterstützt du die Mitarbeiter auf den Plantagen, denen ansonsten häufig kaum etwas für ihre Arbeit gezahlt wird.

Am besten ist kaltgepresstes, natives Öl in Bioqualität. Auf diese Weise hergestelltes Kokosöl enthält am meisten Wirkstoffe und keine chemischen Zusätze. Allerdings ist es auch um einiges teurer als raffiniertes Öl.

mituso Bio Kokosöl, nativ, 1er Pack (1 x 1000 ml) im Bügelglas
  • mituso Bio Kokosöl nativ enthält bis zu 53% Laurinsäure sowie die Caprylsäure bis zu 8 %, die Caprinsäure bis zu 6,5 %
  • Erstklassige Bio Qualität aus erster Kaltpressung und kontrolliert biologischen Anbau von Kleinfarmen in Sri Lanka
  • Frei von Transfettsäuren, nicht raffiniert, desodoriert, gehärtet oder gebleicht
  • Unser Kokosöl ist vielseitig einsetzbar, zum Braten und Backen, für Wok- und Pfannengerichte, Brotaufstrich und Saucen
  • Verwendung auch in der Kosmetik für Haut und Haare

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Fazit zu „Hautpilz beim Hund mit Kokosöl behandeln“

Kokosöl ist kein Wundermittel und vermutlich nicht so gesund wie es häufig heißt.

Äußerlich angewendet, kann es durch seine Inhaltsstoffe bei Hautpilz aber tatsächlich helfen. Laurin- und Caprylsäure bekämpfen den Pilz, Linolsäure unterstützt die Haut bei der Heilung.

Idealerweise kombinierst du die Anwendung mit den von deinem Tierarzt verschriebenen Medikamenten.

Über Tilla 64 Artikel
Hallo! Ich bin Tilla und schreibe schon länger für diesen Blog. Schon mein ganzes Leben habe ich mit Hunden zu tun. Am Anfang waren sie „nur“ Haustiere, später Trainingspartner. Als es an die Wahl der richtigen Ausbildung ging, war für mich schnell klar, dass ich meine Leidenschaft für Medizin mit meiner Hundeliebe verbinden möchte. Neben ihrer irren Nase fasziniert mich vor allem die gemeinsame Arbeit mit dem Tier. Hunde wollen lernen, egal ob scheinbar sinnloser Trick oder potenziell lebensrettendes Kommando. Die dafür erforderliche enge Bindung zwischen Mensch und Hund ist einmalig.