Pododermatitis beim Hund: 8 Hausmittel für gesunde Pfoten

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Die moderne Medizin versorgt uns mit Medikamenten für so gut wie jedes Leiden. Dass auch die Natur mit einer ganzen Reihe an Wirkstoffen aufwartet, vergessen wir da manchmal. Wie sieht es denn bei der Pododermatitis aus?

Die Pfoten deines Hundes sind besonderen Belastungen ausgesetzt. An ihnen leidet er daher häufig an Entzündungen. Aber musst du deswegen immer zum Tierarzt oder reicht nicht auch eines der vielen Hausmittel?

Welche Hausmittel sich tatsächlich bei Pododermatitis eignen und wo ihre Grenzen liegen, erfährst du hier.

Hausmittel bei Pododermatitis beim Hund: Auf den Punkt gebracht

Die Pododermatitis ist die Entzündung der Haut an den Pfoten. Zur Behandlung stehen dir viele Hausmittel zur Verfügung, die über entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften verfügen.

Nachgewiesen sind diese bei Bienenwachs, Honig, Olivenöl und Milchprodukten.
Verlasse dich nicht allein auf Hausmittel. Häufig reichen sie nicht aus, um eine Pododermatitis zu behandeln.

Was ist Pododermatitis?

„Pododermatitis“ ist der Fachbegriff für eine Hautentzündung an den Füßen, oder beim Hund an den Pfoten. Es handelt sich also um einen Überbegriff für verschiedene Entzündungen, die die Pfoten betreffen können.

Weil die Ursachen für die Pododermatitis so vielfältig sind, kommt sie häufig vor. Es ist also gut möglich, dass du mit deinem Hund irgendwann einmal wegen einer Pfotenentzündung zum Tierarzt musst.

Welche Hausmittel wirken bei Pododermatitis?

Es existieren eine ganze Menge verschiedener Hausmittel, die du bei einer Pododermatitis anwenden kannst. Viele davon hast du sowieso zu Hause.

Die 8 möglichen Hausmittel sind

Die Wirksamkeit dieser Hausmittel ist in vielen Fällen wissenschaftlich bewiesen. Trotzdem reichen sie bei schweren Erkrankungen natürlich nicht aus. Dazu später mehr.

Hausmittel #1: Rivanol

Rivanol ein Desinfektionsmittel, das es als Lösung und Salbe gibt. Vielleicht hast du zufällig ein Fläschchen davon zu Hause?

Der enthaltene Wirkstoff heißt Ethacridin und ist ein Antiseptikum. Er tötet Krankheitserreger auf den behandelten Pfoten ab und beschleunigt dadurch die Heilung.

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Äußerlich angewendet sind keine Nebenwirkungen bekannt (Quelle). Du kannst Rivanol mehrmals täglich zum Desinfizieren der kranken Pfoten benutzen.

Hausmittel #2: Natron

Natron brauchen wir ständig zum Backen. Alternativ haben wir Backpulver im Haus. Da darin auch Natron enthalten ist, eignet sich Backpulver ebenfalls als Hausmittel bei Pododermatitis.

Natron bindet Säure. Gerade bei Juckreiz ist das hilfreich, denn dieser ist häufig auf eine Übersäuerung der Haut zurückzuführen.



Das kann bei Hunden schnell passieren, schließlich sind sie ständig barfuß unterwegs.

Bestäube die betroffene Pfote mit dem Natron oder rühre mit etwas Wasser eine Paste an, die du aufträgst. Lasse es etwa 20 Minuten einwirken und wasche anschließend alles mit klarem Wasser ab.

Hausmittel #3: Balsam aus Bienenwachs, Olivenöl und Kokosöl

Ein Balsam aus Bienenwachs, Olivenöl und Kokosöl unterstützt nicht nur die Heilung bei Pododermatitis. Er beugt auch erneuten Ausbrüchen vor, da er die Pfote pflegt und schützt.

Das Bienenwachs wirkt antibakteriell und lindert Juckreiz. Dadurch beschleunigt es die Wundheilung (englische Quelle).

Olivenöl wirkt ebenfalls entzündungshemmend, sofern es sich um hochwertiges Öl handelt (Quelle). Zudem schützt das Öl die Haut vor dem Austrocknen.

Bei Kokosöl sieht es ähnlich aus. Wie du den Balsam herstellst, erfährst du in diesem Video.

Pfotenbalsam selber machen

Wie du siehst, ist so ein Balsam schnell und einfach hergestellt. Natürlich könntest du Pfotenbalsam auch einfach kaufen.

Auf dem Markt findest du verschiedene Anbieter, deren Produkte ähnliche Inhaltsstoffe haben. Allerdings weißt du bei dem selbst hergestellten Balsam eben genau, was drinsteckt.

Hausmittel #4: Aloe-vera-Gel

Die Echte Aloe ist eine bekannte Heilpflanze. Das Gel gewinnt man aus dem Wasserspeichergewebe der Blätter. Hochwertiges Gel kommt ohne Zusätze aus.

Es handelt sich um ein Naturprodukt, das du auch bei dir anwenden kannst.

Aloe-vera-Gel hilft bei Sonnenbrand und anderen Hautreizungen. Es kühlt, lindert Schmerz und Juckreiz. Von all diesen Vorteilen profitiert dein Hund bei Pododermatitis.

Trage das Gel vorsichtig auf die betroffenen Hautstellen auf und lasse es einwirken. Das Gel zieht innerhalb von 20 Minuten nahezu vollständig ein. Reste wischst du einfach mit einem feuchten Tuch weg.

Hausmittel #5: Apfelessig

Apfelessig eignet sich nicht nur als Nahrungsergänzungsmittel für deinen Hund. Ihm werden auch antibakterielle Wirkungen nachgesagt, wobei es dafür bisher keine Belege gibt.

Er schadet aber auch nicht.

Verdünne ihn mit Wasser (mindestens 3:1) und tupfe ihn auf die betroffene Pfote. Lasse den Essig etwa 20 Minuten einwirken und wische die Pfote anschließend mit einem feuchten Tuch ab.

Alternativ kannst du die Pfote auch in einem Wasserbad mit etwas Essig baden. Dann solltest du einen Esslöffel Essig auf eine Tasse Wasser verwenden.

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Wasche die Pfote ebenfalls nach dem Bad ab, damit kein Essig auf der Pfote zurückbleibt.

Hausmittel #6: Honig

Honig verfügt über entzündungshemmende Eigenschaften. Zumindest beim Manuka-Honig ist dies auch wissenschaftlich bewiesen (englische Quelle).

Trage dafür den Honig dünn auf die entzündete Stelle an der Pfote auf. Lege einen Verband an oder ziehe deinem Hund eine Socke über die Pfote, damit er den Honig nicht ableckt.

Wenn er das zulässt, kannst du den Honig mehrere Stunden wirken lassen. Ich würde dir aber empfehlen, ihn spätestens dann abzuwaschen, wenn du deinen Hund allein lassen musst.

Hausmittel #7: Milchprodukte

Kühlende Quarkwickel gegen Brustentzündungen kennen bestimmt viele Mütter. Aber der Quark kühlt nicht nur. Er verfügt auch über entzündungshemmende Eigenschaften.

Zu dem Ergebnis kam 2015 eine Studie mit Wissenschaftlern aus der ganzen Welt (englische Quelle).
Für deinen Hund bedeutet das, dass du bei leichten Entzündungen ebenfalls Quarkwickel anwenden kannst.

Ein Pfotenbad mit etwas Milch im Wasser eignet sich ebenfalls.

Hausmittel #8: Kurkuma

Die Kurkuma ist ein Ingwergewächs mit Heilkräften. Die erhält sie die Pflanze aus dem Curcumin. Das ist ein Polyphenol, der den Hauptbestandteil der Kurkuma ausmacht.

Außerdem wird es als Färbemittel benutzt.

Belegt ist die Wirkung des Curcumins noch nicht. Die Kurkuma ist aber schon seit vielen Jahren Teil der traditionellen indischen und chinesischen Medizin (englische Quelle).

Das Curcumin soll sogar der stärkste natürliche Entzündungshemmer sein. Aber auch hierfür fehlen bisher vertrauenswürdige Quellen.

Rühre das Kurkumapulver mit etwas Wasser an, sodass eine Paste entsteht. Trage diese Paste auf die Entzündung auf und lasse sie für etwa 20 Minuten einwirken. Danach wäschst du alles mit klarem Wasser wieder ab.

Wann du die Hausmittel bei deinen Hund nicht anwenden kannst

Hausmittel verfügen nur über eine geringe Heilkraft. Sie eignen sich daher nicht, wenn dein Hund an einer starken Pododermatitis leidet.

Auch bei großen, offenen Wunden würde ich dir, bis auf die Desinfektion mit Rivanol, von Hausmitteln abraten.

Davon abgesehen kannst du Hausmittel immer dann anwenden, wenn du vorher mit deinem Tierarzt gesprochen hast.

Das ist wichtig, da einige Hausmittel bei bestimmten Auslösern der Pododermatitis sogar eine Verschlechterung bewirken können.

Wechselwirkung mit Medikamenten

Zudem können Hausmittel mit verschriebenen Medikamenten wechselwirken. Das bedeutet, dass sie gemeinsam angewendet gefährlich werden können.

Das Hausmittel könnte die Wirkung des Medikaments verhindern. Bei Tee ist das beispielsweise der Fall, wenn er viele Gerbstoffe enthält. Die Gerbstoffe verhindern die Aufnahme des Medikaments im Darm.

Sehr fettreiches Essen kann die Wirkung von Herzmedikamenten gefährlich verstärken. Behandelst du deinen Hund mit Ölen und nimmt er davon zu viel auf, kann das schon reichen.

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Allergien

Außerdem sind in vielen Hausmittel Allergene enthalten. Das heißt, dass sie im schlimmsten Fall eine allergische Reaktion hervorrufen können, die zu einem anaphylaktischen Schock führt.

Milch und Milchprodukte hemmen die Aufnahme von Antibiotika. Das gilt allerdings nur dann, wenn dein Hund die Nahrungsmittel zu sich genommen hat.

Verspeist er den Quarkwickel, wirkt aber möglicherweise das verschriebene Antibiotikum nicht so, wie es soll.

Ausreichend Desinfizieren

Zusätzlich solltest du die betroffene Stelle vor jeder Anwendung von Hausmitteln desinfizieren. Die Desinfektion verhindert, dass du durch aufgetragene Pasten oder Wickel Bakterien, die bereits auf der Wunde waren, tiefer hineindrückst.

Auch nach der Anwendung würde ich dir empfehlen, die Stelle zu desinfizieren. Nur weil viele Hausmittel nachgewiesene Wirkungen haben, macht sie das nicht frei von Krankheitserregern.

War das Hausmittel verunreinigt, kann sich durch die Anwendung die ursprüngliche Entzündung von verstärken.

Reichen Hausmittel aus, damit die Pododermatitis heilt?

In den meisten Fällen heilt eine Pododermatitis nicht von allein wieder ab. Auch die hier vorgestellten Hausmittel können die Heilung nur in Maßen unterstützen.

Das bedeutet, dass du voraussichtlich nicht um einen Tierarztbesuch drum herumkommen wirst.
Das liegt unter anderem an den Auslösern der Pododermatitis.

Eine Allergie verschwindet nicht durch Quarkwickel. Parasiten bleiben vom Honig unbeeindruckt. Auch der eingetretene Fremdkörper muss von deinem Tierarzt entfernt werden.

Behandle die entzündete Stelle an der Pfote ruhig über zwei Tage mit Desinfektionsmitteln. Beobachte dabei genau den Verlauf.

Stellt sich keine Besserung ein, gehst du nach diesen zwei Tagen mit deinem Hund zum Tierarzt. Verschlechtert sich sein Zustand und kommen weitere Symptome zurück, gehst du besser direkt.

Hausmittel gegen Pododermatitis beim Hund: Das Fazit

Die Liste an Hausmitteln ist schier endlos. Viele davon können tatsächlich etwas bewirken. Aber ihre Fähigkeiten sind trotzdem begrenzt.

Gerade wenn es um so ein komplexes Thema wie Pododermatitis geht, solltest du dich nicht auf Hausmittel allein verlassen.

Die Auslöser sind zu vielfältig und die Bewegungsfähigkeit für deinen Hund zu wichtig.

Sorge daher unbedingt dafür, dass er tierärztliche Hilfe bekommt, wenn sich die Pododermatitis durch die Hausmittel nicht bessert.

Hast du sogar den Eindruck, dass die Hausmittel zu stärkeren Symptomen führen, brich die Behandlung sofort ab.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Pododermatitis beim Hund vorbeugen?

Viele Fälle von Pododermatitis entstehen durch mangelnde Pfotenpflege. Sorge daher dafür, dass dein Hund immer kurze Krallen und keine Filze zwischen den Zehen hat.

Welche Salbe bei entzündeten Hundepfoten?

Bepanthen eignet sich bei leichten Entzündungen auch zur Anwendung beim Hund. Bei Pododermatitis ist es aber wahrscheinlich, dass dein Hund eine vom Tierarzt verschriebene Salbe braucht.

Was wirkt entzündungshemmend beim Hund?

Kokosöl, Honig und Aloe-vera-Gel sind Hausmittel mit entzündungshemmenden und antibakeriellen Eigenschaften.

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