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Hund Ballen löst sich: 5 Gründe und wann Du handeln musst

Hund Ballen löst sich: 5 Gründe und wann Du handeln musst

Hundepfötchen sind super süß. Sie sind weich und machen sich toll als Stempelkissen für Grußkarten. Weil sie auch für deinen Hund wichtig sind, müssen sie natürlich gesund sein.

Rissige Fußsohlen schmerzen und nerven uns selbst auch. Ähnlich geht es deinem Hund, wenn sich die Haut an seinen Pfotenballen löst. Wie es dazu kommt und was du machen kannst, erfährst du im Folgenden.

Was ist die Ballenhaut beim Hund?

Die Ballenhaut ist die obere Schicht der Pfotenballen.

Sie besteht aus viel Hornhaut, um den darunter liegenden Ballen zu schützen. Der Ballen selbst enthält viel Fett, der als zusätzliches Polster fungiert.

Die Ballenhaut soll aber nicht nur schützen. Dein Hund spürt durch sie auch Vibrationen im Untergrund, was beispielsweise bei der Mäusejagd wichtig ist. Außerdem gibt er über seine Ballen Schweiß an den Untergrund ab.

Die Ballen dienen damit auch der Kommunikation mit Artgenossen.

Wie schlimm sind Verletzungen am Ballen?

Die Ballenhaut ist robust, aber auch sehr empfindlich.

Hier verlaufen viele Nerven, ähnlich wie in unseren Händen und Fingern. Das bedeutet, dass dein Hund sich nicht so leicht an seinen Füßen verletzt. Wenn es aber passiert, schmerzen diese Verletzungen sehr stark.

Dadurch, dass die Ballenhaut hauptsächlich aus Hornhaut besteht, ist sie zusätzlich unelastisch. Ist sie zu trocken, kann sie daher rissig werden.

Fehlt ein Stück, kann die Wunde selten zugenäht werden, weil die Haut nicht ausreichend nachgibt.
Die Heilung dauert daher häufig länger. In dieser Zeit muss dein Hund sich schonen, was den meisten Tieren schwerfällt.

Ballenverletzungen sollten daher immer gut versorgt werden, damit sie verheilen können.

Warum löst sich die Ballenhaut?

Dafür gibt es viele Gründe. Dein Hund könnte

  1. sich verletzt haben,
  2. an seinen Pfoten knabbern,
  3. an wunden Pfoten leiden, etwa durch Streusalz,
  4. sich im Sommer die Pfoten auf heißem Asphalt verbrannt haben,
  5. Kontakt mit giftigen Pflanzen gehabt haben oder
  6. an einer Allergie leiden.

1) Verletzung

Verletzungen an den Füßen kommen häufig vor. Dein Hund läuft schließlich ständig barfuß, galoppiert über steinige Feldwege, prescht durchs Unterholz und bremst plötzlich ab. Dadurch kommt es zu

  • Schnitten,
  • eingetretenen Splittern oder Scherben und
  • Schürfwunden.

Manchmal sind die Tiere so in ihr Spiel oder die Jagd vertieft, dass sie die Verletzung nicht bemerken. Später, wenn der Adrenalinspiegel sinkt, kommen die Schmerzen.

Vor Scherben irgendwo auf dem Feld haben wohl die meisten Hundebesitzer Angst. Aber auch Dornenbüsche und das bloße Bremsen kann zu Verletzungen an den Ballen führen.

Werden diese Verletzungen zu spät bemerkt oder entzünden sich, kann sich die Ballenhaut anfangen, abzulösen. Ähnlich verhält es sich bei Insektenstichen. Bleibt der Stachel in der Wunde, versucht der Körper deines Hundes, ihn loszuwerden.

Auch der Juckreiz kann dazu führen, dass sich die Ballenhaut löst. Dass dein Hund sich an den Pfoten verletzt hat, erkennst du folgendermaßen.

Dein Hund

  • humpelt oder benutzt ein Bein gar nicht mehr,
  • blutet,
  • beleckt eine seiner Pfoten vermehrt,
  • bewegt sich weniger,
  • verweigert das Spielen und
  • hat Schmerzen.

2) Pfotenknabbern

Zu Pfotenknabbern kommt es hauptsächlich aus zwei Gründen:

  • Stress und
  • Juckreiz

Um den Stress abzubauen, beknabbern manche Hunde ihre Pfote, ähnlich wie Fingernägel kauen beim Menschen. Dafür wird dein Hund sich zunächst vermutlich auf seine Krallen beschränken.

Später leiden aber auch die Ballen durch das ständige Knabbern und Lecken.
Über- oder unterforderte Hunde suchen sich möglicherweise dieses Ventil für ihren Stress oder Frust.

Auch Hunde, die an Verlustangst leiden, werden in deiner Abwesenheit vielleicht an ihren Füßen knabbern.

Häufiger ist aber Juckreiz der Auslöser für das Pfotenknabbern.

Dieser wird durch

  1. Parasiten,
  2. Pilze,
  3. kleine Verletzungen,
  4. Splitter oder
  5. Steinchen zwischen den Zehen

ausgelöst.

Bemerkst du, dass dein Hund vermehrt seine Zehen bearbeitet, schaue dir seine Füße daher einmal genau an.

Achte aber darauf, dass dein Hund Schmerzen haben könnte. Hunde reagieren in dieser Situation anders.
Denke daher immer zuerst an deine eigene Sicherheit. Lege deinem Hund einen Maulkorb an oder lasse ihn von einer anderen Person sichern.

Anschließend prüfst du vorsichtig seine Füße auf Verletzungen, eingetretene Splitter oder festsitzende Steine.

3) Streusalz

Streusalz ist für Hundepfötchen besonders gefährlich.

Es entzieht ihnen Flüssigkeit, macht sie rissig und sorgt für Juckreiz und Schmerzen. Dein Hund wird seine Pfoten daher vermehrt belecken und an ihnen knabbern. Dadurch vergrößert er die Verletzungen, sodass beim nächsten Spaziergang noch mehr Salz eindringen kann.

Es kann sogar noch schlimmer werden: Bei einer Bekannten entwickelte ihr Hund nach einem Spaziergang im Winter plötzlich starkes Erbrechen und blutigen Stuhlgang.

Sie erzählte mir, dass wirklich nicht mehr viel gefehlt hat und das Tiere wäre gestorben.

Die Ursache für die heftigen Symptome war das Streusalz. Der Hund hatte sich nach dem Spaziergang die Pfoten abgeleckt und dabei viel davon aufgenommen.

Streusalz ist vielerorts verboten. Es greift nicht nur die Pfoten deines Hundes an, sondern ist auch schlecht für die Umwelt. Pflanzen leiden an dem vielen Salz im Boden. Bäume bleiben dadurch auch im Sommer kahl. Das Salz greift außerdem Gebäude an und führt zu Rost bei Autos.

Es ist also gut möglich, dass dein Hund heutzutage nicht mehr mit Streusalz in Berührung kommt. Passiert es doch, kann es sein, dass du gegen das Streuen mit Salz vorgehen kannst. Informationen darüber, ob in deinem Wohnort Streusalz erlaubt ist, erhältst du bei deiner Kommune.

4) Verbrennungen

Im Sommer kann sich dein Vierbeiner leicht die Pfötchen verbrennen.

Während wir in Sandalen spazieren gehen, hat unser Hund wieder nur seine robusten Ballen. Gerade Asphalt wird bei Sonneneinstrahlung aber so heiß, dass er sich schnell verbrennt.

Bei 25 °C Außentemperatur und direkter Sonneneinstrahlung schafft Asphalt es auf 50 °C. An richtig heißen Tagen mit deutlich über 30 °C steigt seine Temperatur sogar auf bis zu 80 °C. Dass dein Hund darauf nicht laufen mag, ist wohl klar.

Verbrennungen an den Hundepfoten erkennst du an

  • Rötungen,
  • Hitze und
  • Brandblasen.

Dein Hund wird Schmerzen beim Laufen haben und daher vermehrt liegen, um seine Füße zu schonen. Es kann auch sein, dass er sich häufig an den Pfoten leckt.

5) Giftige Pflanzen

Einige Pflanzen sorgen für Hautirritationen. Bei einem Ausflug durch den Wald kommt dein Hund möglicherweise mit ihnen in Berührung. Eine besonders gefährliche Pflanze ist der Riesen-Bärenklau.

Er führt zu verzögerten Hautreaktionen in Form von

  • Rötung,
  • Bläschen,
  • Schwellung,
  • Schmerz und
  • Entzündungen.

Zusätzlich kann es zu Fieber und bei empfindlichen Tieren auch zu einem Schock kommen.

Der Riesen-Bärenklau ist in ganz Deutschland verbreitet. Nach Kontakt dauert es Stunden bis Tage, bis es zu einer Reaktion kommt. Die Hautstelle muss dafür zusätzlich der Sonne ausgesetzt sein. Deswegen lässt sich der Zusammenhang zu der Pflanze häufig kaum herstellen.

Aber auch weniger gefährliche Pflanzen wie Brennnesseln reizen die Füße deines Hundes. Beleckt er diese anschließend viel, kann sich die Ballenhaut mit der Zeit ablösen.

6) Allergie

Damit sich die Ballenhaut wegen einer Allergie ablöst, muss dein Hund nicht in etwas treten, wogegen er allergisch ist. Auch wenn er eine Futtermittelallergie hat, kann er so reagieren.

Futtermittelallergien führen bei Hunden häufig zu Juckreiz an den Füßen. Den Juckreiz wird dein Hund selbst behandeln, indem er seine Pfoten beleckt und beknabbert.

Dabei fügt er sich Verletzungen zu, die sich entzünden können. Am Ende löst sich die Ballenhaut ab.

Wie du die Pfote deines Hundes richtig verbindest

Dein Hund hat also Probleme an seinen Ballen. Offen lassen kannst du es nicht, aber der Tierarzt macht er in ein paar Stunden auf? Oder ihr müsst zu Fuß dorthin und du möchtest verhindern, dass der Ballen weiter leidet? Dann braucht dein Hund einen Pfotenverband.

Einen Pfotenverband anzulegen, ist gar nicht so leicht. Dein Hund zappelt vielleicht und hat natürlich Schmerzen. Achte daher immer auf deine Sicherheit. Lege deinem Hund einen Maulkorb an und lasse dir von einer zweiten Person helfen. Diese fixiert das Bein.

Wichtig ist, dass du an die Zehenzwischenräume denkst. Du musst sie mit etwas Watte polstern. Ansonsten können die Zehen sich nicht bewegen, wenn dein Hund das Bein etwas belastet. Dadurch kann es passieren, dass die Zehen nicht ausreichend mit Blut versorgt werden.

Vergiss auch das Desinfizieren nicht. Hunde haben an ihren Pfoten zwar weniger Bakterien als wir an unseren Schuhsohlen (Quelle in englischer Sprache), aber auch diese haben in einer Wunde nichts verloren.

Dieses Video zeigt, wie ein guter Pfotenverband beim Hund auszusehen hat.

Wann du zum Tierarzt solltest

Pfotenverletzungen gehören in den meisten Fällen tierärztlich versorgt. Ihre Heilung ist langwierig und Entzündungen breiten sich hier schnell aus.

Aus einer kleinen Schürfwunde wird daher schnell ein großes Problem.

Das heißt aber nicht, dass du zum Tierarzt musst, sobald du bemerkst, dass sich die Ballenhaut löst. Wenn es dein Hund zulässt, kannst du erstmal selbst nachsehen, ob du das Problem erkennst.

Vielleicht hat sich dein Hund auch einfach eine Blase gelaufen und diese heilt gerade ab? In dem Fall wäre ein Besuch beim Tierarzt wirklich nicht nötig.

Sollte dein Hund aber

  • starke Schmerzen haben,
  • sichtbare Verletzungen haben oder
  • besteht das Problem länger als drei Tage,

gehe auch dann zum Tierarzt, wenn es sich in deinen Augen nur um eine kleine Verletzung handelt. Bei Eiterbildung solltest du direkt deinen Tierarzt um Rat fragen.

Kosten

Die Kosten richten sich nach der Ursache, wegen der sich die Ballenhaut deines Hundes löst. Hat er sich einen Splitter eingetreten, wird dein Tierarzt diesen entfernen und die Wunde desinfizieren.

Eventuell erhält dein Hund Schmerzmittel, Entzündungshemmer oder vorsorglich ein Antibiotikum. Auch ein Verband für die nächsten Tage kann sinnvoll sein. Die Behandlung würde etwa 50 € kosten.

Bei größeren Verletzungen musst du mit höheren Kosten rechnen. Sie müssen gesäubert, ausgeräumt oder sogar unter Kurznarkose versorgt werden. Auch Nachuntersuchungen, Wundkontrolle und Verbandswechsel kommen dabei obendrauf.

100 bis 150 € kann dein Tierarzt dafür verlangen.

Findet dein Tierarzt die Ursache nicht, wird er dir vermutlich zu weiterer Diagnostik raten. Röntgenbilder kosten etwa 40 € pro Bild. Blutuntersuchungen können je nach Umfang der Laborleistungen sehr teuer werden.

Dein Tierarzt kann dir vorab ungefähr sagen, was auf dich zukommt.

Heilung unterstützen

Befrage deinen Tierarzt, bevor du die Pfoten deines Hundes selbst behandelst. Möglicherweise vertragen sich die Hausmittel nicht mit den angewendeten Medikamenten.

In den meisten Fällen kannst du Kokosöl anwenden. Das Öl versorgt die Ballen mit Feuchtigkeit und schützt sie. Von Vaseline solltest du die Finger lassen.

Sie hat kaum einen positiven Effekt auf die Pfoten deines Hundes. Nimmt er etwas davon auf, kann sie ihn sogar krank machen.

Daneben solltest du darauf achten, dass dein Hund sich schont. Unternimm nur kurze Spaziergänge, damit dein Hund sich erleichtern kann. Wanderungen sind erstmal tabu.

Beschäftige deinen Hund stattdessen zu Hause. Gib ihm dafür Denkaufgaben oder lasse ihn etwas suchen.
Kommt der Verband ab, schütze seine Füße auf Spaziergängen mit Hundeschuhen.

Die neue Ballenhaut ist dünn und daher anfällig für neue Verletzungen.

Das passiert, wenn der Ballen unbehandelt bleibt

Dein Hund braucht gesunde Pfoten, um ein glückliches Hundeleben zu führen. Bleibt eine Verletzung unbemerkt, kann das ernste Folgen haben.

Fehlt die Ballenhaut als Schutz, wird dein Hund Bewegung meiden. Dadurch büßt er an Lebensqualität ein. Zusätzlich sind seine Pfoten weiteren Verletzungen und Krankheitserregern schutzlos ausgeliefert.

Am Ende könnte er Teile seiner Ballen dadurch verlieren.

Ballenverletzungen vorbeugen

Neigt dein Hund zu Ballenverletzungen, kannst du ihn mit Hundeschuhen schützen. Bello wird vermutlich nicht begeistert sein, sie dauerhaft zu tragen, aber er wird sich daran gewöhnen.

Besser als ständige Verletzungen ist es allemal.

Meide Orte, an denen häufig Menschen unterwegs sind. Dort wirst du wahrscheinlicher Scherben finden. Im Sommer sollte dein Hund nicht auf Asphalt laufen müssen.

Untersuche seine Füße zusätzlich regelmäßig auf Verletzungen. Drohende Probleme erkennst du dadurch frühzeitig und kannst ihnen entgegensteuern.

Bei meinem Hund löst sich der Ballen – Das Fazit

Ballenverletzungen sind bei Hunden häufig. Dass sich dabei die Ballenhaut löst, ist nicht ungewöhnlich, sollte aber beobachtet und rechtzeitig behandelt werden.

Verletzungen, Splitter, Allergien oder ständiges Beknabbern der Füße schädigt die Ballenhaut. Ihre Funktion als Schutz der darunter liegenden Ballen kann sie dann nicht mehr ausüben.

Sollte dein Hund an schmerzenden Pfoten leiden oder über drei Tage humpeln, suche daher deinen Tierarzt auf. Um seine Füße zu schützen, kannst du ihm Hundeschuhe anziehen, wenn ihr spazieren geht.

Häufig gestellte Fragen

Wächst der Ballen nach?

Verliert dein Hund einen Teil seines Ballens, wächst dieser nach, ja. Das dauert aber mehrere Wochen.

Eignen sich Cremes für Menschen auch für den Hund?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten, da es auf die Inhaltsstoffe ankommt. Bepanthen ist beispielsweise gut für rissige Hundepfoten geeignet.

Die neue Ballenhaut ist viel heller, als die alte. Ist das normal?

Ja, das ist normal. Die frische Haut ist viel dünner und erscheint daher heller.