Distelöl für den Hund – aus piksend mach hilfreich

Distelöl im Glas
Lunov Mykola / Shutterstock

Gartenbesitzer kennen es: Da liegt man einmal ein paar Tage auf der faulen Haut und zack – schießt es überall hervor. Lästiges Unkraut, das immer wiederkommt, ganz egal, wie oft man es herausreißt.

Und dann sind da diese Disteln, an denen man sich bei dem Versuch, den eigenen Garten zurückzuerobern, auch noch verletzt…

Pass da mal besser auf, dass du den Disteln nicht unrecht tust. Diese piksigen Pflanzen können viel mehr als dich mit dicken Handschuhen durch den Garten zu scheuchen.

Gerade unter Hundebesitzern erfreut sich Distelöl wachsender Beliebtheit. Warum das so ist und ob der Hype berechtigt ist, verrate ich dir hier.

Was ist Distelöl?

Distelöl stammt von der Färberdistel. Diese Pflanze, die zu den Korbblütlern gehört, ist auch als Öldistel oder Saflor bekannt. Das aus ihr gewonnene Öl wird daher auch manchmal Safloröl genannt.

Die Färberdistel besitzt scharfkantige Blätter und leuchtend gelbe Blüten. Das Öl wird aus ihren Früchten, den sogenannten Achänen, gewonnen. Diese Achänen bestehen aus 20 – 40% Öl und sind etwa sieben Millimeter lang.

Färberdistel scharfkantige Blätter mit gelben Blüten
Vladimir Konstantinov / Shutterstock

Es existieren noch weitere Pflanzen, deren Öle ebenfalls als Distelöl bezeichnet werden. Darunter andere Disteln wie die Kugel- oder Eselsdistel. Auch das Öl aus dem mexikanischen Stachelmohn ist als Distelöl bekannt.

Geschichte der Färberdistel

Ihr medizinischer Werdegang beginnt im 11. Jahrhundert in Asien. Schon damals nutzten die Menschen die Färberdistel bei verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden.

Dafür kochten sie Tee aus den Blüten, verrieben die Pflanze zu Pulver oder stellten Kapseln her.

Saflor Tee in Asien
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Bei uns dauerte es noch eine Weile, bevor wir den Nutzen der Färberdistel erkannten. Ihr Name ist auf die Aufgabe zurückzuführen, die wir für sie vorgesehen hatten: Kleidung färben.

Jahrelang durfte sie nur ihre orange Farbe mit uns teilen. Zum Glück ist die Färberdistel nicht nachtragend und hilft uns heute auch gerne bei gesundheitlichen Problemen.

Seit etwa 60 Jahren findet das Distelöl auch bei uns vermehrt in die Küche Verwendung.

Gewinnung von Distelöl

Da die Färberdistel fast auf der ganzen Welt existiert, richtet sich die Erntezeit nach dem örtlichen Klima. Bei uns findet die Ernte im Spätsommer oder Anfang Herbst statt.

Mähdrescher trennen die verwelkten Blüten und Samen ab und sammeln sie. Direkt danach müssen die Samen bei Hitze trocknen.

Getrocknete Disteln bereit zum Sammeln
Ihor Matsiievskyi / Shutterstock

Dafür kommen Temperaturen zwischen 50 und 60 °C zum Einsatz. Anschließend werden sie gereinigt, bevor sie weiter trocknen müssen.

Diese Trocknungsphase dauert mehrere Monate. Die Samen benötigen dafür eine möglichst geringe Luftfeuchtigkeit und kühle Temperaturen.

Nachdem die Distelsamen nun komplett getrocknet und von ihrem Schalen befreit sind, beginnt die eigentliche Ölgewinnung durch Kalt- oder Heißpressung.

Getrockneter Distelsamen Gewinnung von Öl
catalina.m / Shutterstock

Distelöl ist fast geschmacksneutral. Es besitzt nur einen leicht kratzigen Geschmack. Um diesen loszuwerden, wird das Öl häufig teilraffiniert. So gehen nur wenige seiner wertvollen Inhaltsstoffe verloren, aber das unangenehme Gefühl im Hals verschwindet.

Woraus besteht Distelöl?

Wie genau Distel sich zusammensetzt, kommt auf die Art der Pressung an. Kalt gepresst eignet es sich als Speiseöl. Heiß gepresstes Öl ist hingegen als technisches Öl verwendbar.

Die Werte der folgenden Liste beziehen sich auf kalt gepresstes Speiseöl.

  • Linolsäure (53,5–83,2 %)
  • Ölsäure (8,4–22 %)
  • Palmitinsäure (5,3–8,0 %)
  • Stearinsäure (2,5–4,7 %)
  • Vitamin A, E und K
  • Blütenfarbstoffe

Daraus ergibt sich ein Anteil an ungesättigten Fettsäuren von fast 90 %. Das Öl liefert damit den höchsten Anteil an Linolsäure aller Pflanzenöle.

Das Besondere der Linolsäure im Distelöl

Nicht nur der hohe Anteil dieser Fettsäure macht das Öl besonders. In ihm befindet sich konjugierte Linolsäure.

Das heißt, dass die Linolsäure verschieden aufgebaut ist. Ohne zu sehr in die Chemie dahinter einzugehen: anders aufgebaute Linolsäure hat auch andere Fähigkeiten.

In diesem speziellen Fall soll die Linolsäure den Körper daran hindern, Fett aufzunehmen. Das wäre doch was, Öl trinken, aber nicht zunehmen? Nein, so leicht ist das dann leider doch nicht.

Die meisten Studien, die den Effekt konjugierter Linolsäure auf das Körpergewicht untersucht haben, kamen zu dem Ergebnis, dass sie leider gar nichts bewirkt. Eine solche Studie in englischer Sprache findest du hier.

Eine Studie der Ohio State University kam jedoch zu dem Ergebnis, dass konjugierte Linolsäure bei älteren Frauen mit Typ 2 Diabetes sehr wohl zu Gewichtsverlust und besseren Blutzuckerwerten führen kann.

Dabei handelt es sich aber dann doch um eine sehr spezielle Testgruppe. Ohne weiteres kann man die Ergebnisse wohl nicht auf unsere Vierbeiner übertragen.

Anwendungsbereiche in der Medizin

Gut, das Wundermittel zum Abnehmen ist Distelöl schon mal nicht. Aber zum Glück kann es deinem Hund bei einer Menge anderer Probleme helfen.

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Wunden
  • stumpfes, brüchiges Fell
  • Ekzeme, Ausschlag und andere Hauterkrankungen
  • vorbeugend gegen/unterstützend bei Arteriosklerose
  • Lähmungen
  • Arthritis, Rheuma und Gelenkverletzungen
  • Demenz
  • Inkontinenz
  • Erkrankungen der Galle

Außerdem senkt Distelöl das Thromboserisiko, wirkt entzündungshemmend und fiebersenkend.

Warum Distelöl so wertvoll ist, fasst dir dieses Video noch mal zusammen.

Distelöl – Das Wunderöl unserer Großeltern 🔴

Bei Haut- und Fellproblemen sowie Entzündungen

Die im Öl enthaltenen Vitamine und die Linolsäure wirken entzündungshemmend, regen das Haarwachstum und die Regeneration der Haut an.

Hund mit Hautentzündung
fetrinka / Shutterstock

Aber auch bei Entzündungen im Körper wirkt Distelöl, wenn du es regelmäßig fütterst.

Bei Herz-Kreislauf-Beschwerden

Die Linolsäure kann so viel. Auch dem Herzen hilft sie. Sie verbessert die Zellerneuerung und unterstützt die Zellatmung. Die antioxidative Wirkung des Öls verjüngt das Herz zusätzlich.

Da Distelöl den Cholesterinspiegel senken kann, verringert es auch die Gefahr eines Gefäßverschlusses. Daran ist außerdem das Vitamin K beteiligt.

Bei Gallenproblemen

Leidet dein Hund unter Sodbrennen, Magenschmerzen, Erbrechen oder Blähungen, hat er womögliche eine Gallenerkrankung.

Hund mit Gallenproblemen
Anna Hoychuk / Shutterstock

Dagegen helfen nicht nur die ungesättigten Fettsäuren im Distelöl, sondern auch die Blütenfarbstoffe. Sie lindern Magen- und Darmkrämpfe und entlasten dadurch deinen Hund.

Bei altersbedingten Leiden

Arthritis, Demenz und andere Krankheiten, die häufig im Alter auftreten, kann Distelöl lindern.

Seine entzündungshemmende Wirkung ist auch in diesen Bereichen wichtig. Bei Gelenkproblemen kannst du das Öl äußerlich auftragen. Es wirkt dann direkt an der betroffenen Körperstelle.

Da es gleichzeitig das Immunsystem stärkt, kann es andere Krankheiten verhindern.

Bedenke trotzdem, dass es keine Alleintherapie darstellt. Wenn dein Hund Beschwerden hat, lasse immer einen Tierarzt draufschauen. Besprich am besten anschließend, ob du Distelöl unterstützend geben kannst.

Dosierung

Möchtest du Distelöl als Nahrungsergänzungsmittel für Bello nutzen, kannst du es ihm einmal täglich ins Futter mischen. Pro 10 kg Körpergewicht gibst du einen Teelöffel Öl hinzu.

Hundefutter mit Öl
Dzmitry Sarmont/Shutterstock

Achte dabei auch darauf, ob in seinem Futter noch andere Öle vorhanden sind. Fütterst du bereits sehr fettreiches Futter, kann das zusätzliche Öl leicht zu Übergewicht führen.

Futter, das bereits Distelöl enthält findest du z. B. hier:

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Äußerlich angewendet benötigst du entsprechend der Fläche, die du behandeln möchtest, mehr, bzw. weniger Öl.

Du kannst es nur an beanspruchten Körperteilen benutzen oder deinen Hund komplett damit behandeln. Massiere das Distelöl dabei gründlich ein, damit es besser wirken kann.

Hände massieren das Fell eines Hunds

Nebenwirkungen

Wie immer können leichte Nebenwirkungen auftreten, wenn du das Futter deines Hundes veränderst.

Empfindliche Tiere reagieren schnell mit Erbrechen, Durchfall oder Verstopfungen. Neigt dein Hund zu Allergien, solltest du auch aufpassen.

Da es sich bei Distelöl um ein Naturprodukt handelt, kann dein Hund darauf oder auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch reagieren.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Fieber, Schüttelfrost und Herzklopfen. Allgemein gilt es aber als gut verträglich.

Gibt es Hunde, die kein Distelöl bekommen sollten?

Trächtige Hündinnen dürfen kein Distelöl bekommen. Das Öl kann zu vorzeitigen Wehen führen.

Auch bei Hunden mit sehr niedrigem Blutdruck solltest du aufpassen, da es diesen noch weiter senken kann.

Sowieso solltest du, bevor du deinen Hund selbst behandelst, deinen Tierarzt befragen. Er kann dir am besten sagen, ob etwas gegen die Gabe von Distelöl spricht.

Andere Anwendungsgebiete

In der Küche

Distelöl kann noch mehr als deinem Hund bei allerhand Beschwerden zur Seite stehen.

Auch wir Menschen profitieren in unserer Ernährung von ihm. Daher findet es sich auch in Haushalten ohne Hunde.

In der Küche kannst du es zum Kochen verwenden. Dabei solltest du jedoch darauf achten, dass das Öl dabei nur kurz erhitzt wird. Bei der Zubereitung von kalten Speisen ist es besser aufgehoben.

Schau doch mal auf die Zutatenliste deiner Margarine. Vielleicht hast du Distelöl schon im Haus, ohne davon zu wissen?

Brot beschmiert mit Margarine
New Africa / Shutterstock

Kosmetik

Distelöl eignet sich zur Herstellung von Seife. Es findet sich in vielen Hautpflegeprodukten.

Besonders bei Personen, die zu fettiger Haut oder entzündlichen Prozessen im Gesicht neigen, hilft es.

Außerdem ist es in Badeölen und Duschgelen enthalten, da es die Haut vor dem Austrocknen schützt und rückfettend wirkt.

Distelöl Kosmetik
Kuznetsov Dmitriy / Shutterstock

Technik

Heiß gepresstes Distelöl eignet sich durch den dadurch steigenden Anteil an Ölsäure zum Einsatz in technischen Gebieten.

Es wird bei der Herstellung von Linoleum, Farben und Lacken eingesetzt sowie als Schmiermittel für Leder und Seile. Außerdem eignet es sich als Brennstoff.

Fazit

Distelöl hilft innerlich wie äußerlich. Es kann Hautprobleme und Krankheiten der inneren Organe lindern, während es gleichzeitig das Potenzial besitzt, Übergewicht zu bekämpfen.

Aufpassen solltest du nur bei trächtigen Hündinnen und Hunden mit niedrigem Blutdruck. Generell ist zu empfehlen, dass du die Gabe von Distelöl mit deinem Tierarzt besprichst.

Häufig gestellte Fragen

Wieso eignet sich heiß gepresstes Distelöl nicht als Speiseöl?

Die heiße Pressung verändert die Zusammensetzung des Öls. Der Anteil an Ölsäure steigt, während der der Linolsäure, weswegen wir unseren Hunden Distelöl geben, enorm sinkt.

Warum senkt Distelöl das Thromboserisiko?

Distelöl wirkt gefäßerweiternd. Dadurch senkt es den Blutdruck und mindert gleichzeitig das Risiko einer Thrombose.

Woher stammt der Name der Färberdistel?

Die Färberdistel wurde in Europa ursprünglich nur zum Färben von Kleidung benutzt. Erst seit etwa 60 Jahren findet man Distelöl auch in unseren Küchen und unserer Medizin.

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