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Mein Hund frisst Katzenstreu – 4 Gründe warum du dringend handeln solltest

Mein Hund frisst Katzenstreu – 4 Gründe warum du dringend handeln solltest

Jeder Hundehalter wird diese Situation kennen:

Der Vierbeiner ist außer Sichtweite und man hört ihn kauen. Tritt man auf den Plan, wird noch schnell geschluckt und unschuldig geguckt. War es nur ein vergessener Hundekeks, ist das ja kein Problem.

Aber wie sieht es aus, wenn er neben dem Katzenklo steht?

Warum Hunde Katzenstreu fressen, ob das gefährlich ist und was du dagegen tun kannst, erfährst du im Folgenden.

Mein Hund frisst Katzenstreu – Ist das normal?

Nein, das ist nicht normal. Katzenstreu besteht nicht aus Material, das dein Hund fressen sollte. Hinzu kommt, dass sie mit Kot und Urin der Katze verunreinigt sein könnte.

Aus hygienischen und Sicherheitsgründen solltest du deinen Hund daher davon abhalten, Katzenstreu zu fressen.

Warum frisst mein Hund Katzenstreu aus dem Katzenklo?

Warum dein Hund gerade Katzenstreu fressen möchte, kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören

  • Neugier und Langeweile,
  • Hunger und
  • Koprophagie.

Neugier und Langeweile

Gerade junge Hunde erkunden gern alles in ihrer Umgebung. Neues wird erst einmal ins Maul genommen. Es könnte sich schließlich immer um Futter handeln.

Hinzu kommt, dass Katzenklos für Hunde einladend riechen. Uns stößt der Geruch nach Kot und Urin ab, Hunde finden ihn hingegen anziehend.

Kommt Langeweile hinzu, wird eben mal probiert, wie diese kleinen, weißen Kügelchen denn schmecken.

Hunger

Viele Hunde sind nicht wählerisch, was ihr Futter angeht. Selbst platt getretene Schnecken und Käfer probieren sie auf Spaziergängen nur zu gern.

Sind sie zusätzlich hungrig, schrecken sie auch vor dem Inhalt einer Toilette nicht zurück.

Koprophagie

Mit diesem Wort bezeichnet man das gezielte Fressen von Kot.

Hunden geht es nämlich häufig gar nicht um die Einstreu im Katzenklo, sondern um den Katzenkot. Die Streu klebt daran und wird eben mitgefressen.

Warum manche Hunde Kot fressen, erfährst du in diesem Video.

Warum frisst mein Hund Kot? | Gründe & Hilfe bei Kot fressen

Wie gefährlich ist Katzenstreu für Hunde? 4 bedrohliche Folgen

Wie so oft heißt die Antwort: Die Menge macht das Gift. Einzelne Körner bringen keinen Hund um. Schlägt er sich hingegen den Bauch voll, kann es gefährlich werden.

Wie schlimm es wird hängt nicht nur von der gefressenen Menge ab. Auch die Art der Einstreu ist wichtig.

Lies auch:  Hund frisst nicht – mögliche Ursachen und Erste Hilfe

Wie giftig ist Katzenstreu?

Die gute Nachricht ist: Katzenstreu besteht nicht aus giftigen Stoffen, die für deine Tiere gefährlich werden könnten.

Je nach Art besteht sie aus Tonmineralen, Siliciumverbindungen wie Quarz oder Kieselgur oder Silicagel. Organische Streu ist biologisch abbaubar und besteht hauptsächlich aus Mais oder Holz.

Allerdings eignet sie sich trotzdem ganz und gar nicht als Snack für Zwischendurch.

Vor allem Klumpstreu hat das Potenzial, deinem Hund einen unschönen Aufenthalt in der Tierklinik zu bescheren. Sie hat die Eigenschaft, bei Kontakt mit Feuchtigkeit zu klumpen. Dadurch hält sie den Urin fest und kann einfach ausgetauscht werden.

Im Hundemagen sollte sie im Umkehrschluss daher gar nicht landen.

1) Das Fressen von Katzenstreu führt zu Verdauungsbeschwerden bei deinem Hund

Als wahrscheinlichste Folge treten unterschiedliche Verdauungsbeschwerden auf. Frisst dein Hund Katzenstreu, bekommt er

  • Durchfall,
  • Magenschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen und
  • Verstopfungen beim Klumpstreu.

Bemerkst du, dass dein Hund über Tage keinen Kot absetzt und das Fressen einstellt?

Dann suche deinen Tierarzt auf. Dein Hund könnte an einem lebensgefährlichen Darmverschluss leiden. In dem Fall benötigt er schnelle medizinische Hilfe. Manchmal reicht Abführmittel aus, um den mit Streu versetzten Kot herauszubekommen. Ist er zu fest, muss dein Hund operiert werden.

Bei einem Darmverschluss kann es auch zum Erbrechen von Kot kommen. Der Körper deines Hundes kann den Kot auf normalem Weg nicht loswerden, also versucht er es rückwärts.

Auch wenn du das bemerkst, musst du sofort mit ihm zum Tierarzt.

2) Das Fressen von Katzenstreu führt zu Zahnproblemen bei deinem Hund

Zu Zahnproblemen führt das Fressen von Katzenstreu durch die Körner selbst und den daran haftenden Katzenurin. Er greift den Zahnschmelz an.

Die im Kot und Urin enthaltenen Bakterien führen zu Karies oder Infektionen im Maul.

Kaut dein Hund auf der Streu, brechen ihm möglicherweise die Zähne ab. Es können auch sehr kleine Teile absplittern, die zunächst nicht auffallen.

Diese Verletzungen öffnen allerdings Krankheitserregern den Weg in den Zahn. Unbehandelt führen sie zu Zahnverlust.

3) Katzenkot enthält Parasiten

Ist Katzenkot giftig für Hunde?

Ja, im Kot von Katzen sind ebenso wie im Hundekot Parasiten enthalten. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Tier daran leidet.

Viele Würmer übertragen sich zwischen Hunden und Katzen. Ein Hund kann sich durch das Fressen von Katzenkot und damit verunreinigter Einstreu daher anstecken.

Leidet dein Hund an Würmern, zeigt er folgende Symptome:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • geringere Belastbarkeit
  • stumpfes Fell und Haarausfall
  • allgemeine Anfälligkeit für Krankheiten

4) Fressen von Katzenkot kann zu Toxoplasmose führen

Toxoplasmose ist eine Krankheit, die vor allem Schwangere fürchten.

Verursacht wird sie durch den Parasiten Toxoplasma gondii und kann alle warmblütigen Tiere befallen. Der Endwirt sind Katzen.

Der Erreger befindet sich im Katzenkot. Um infektiös zu werden, muss dieser mehrere Tage liegen. Frischer Katzenkot, auch wenn die Katze Toxoplasmen trägt, ist ungefährlich.

Hat sich dein Hund angesteckt, bemerkst du das an folgenden Symptomen:

  • Appetitlosigkeit
  • Atemprobleme und Husten
  • Verdauungsbeschwerden wie Durchfall
  • Fieber
  • Gelbsucht
  • Mandelentzündungen
  • Augenentzündungen
  • Muskelschwäche, Krampfanfälle, später Lähmungen

Unbehandelt kann Toxoplasmose vor allem bei immunschwachen und jungen Hunden gefährlich werden. Steht die Diagnose, lässt sich die Krankheit jedoch gut mit Antibiotika behandeln.

Klumpstreu kann für deinen Hund lebensgefährlich werden

Klumpstreu ist für deinen Hund am gefährlichsten.

Bei Kontakt mit Feuchtigkeit verklebt diese Streu zu dicken Klumpen. Aus dem Katzenklo lässt sie sich dadurch leicht aufsammeln. Aber was passiert in deinem Hund?

Klumpstreu ist im Magen und Darm deines Hundes ebenfalls Feuchtigkeit ausgesetzt. In ausreichender Menge verschließt sie den Magen, Darm oder schon die Speiseröhre beim Schlucken.

Lies auch:  Mein Hund frisst Rindenmulch: gefährlich oder unbedenklicher Snack? [3 Tipps]

Am besten ist es daher, wenn du keine Klumpstreu verwendest, solange auch Hunde in deinem Haushalt leben.

Mein Hund hat Katzenstreu gefressen – 3 Dinge, die Du nun tun solltest

Es ist passiert, dein Hund hat Katzenfreu gefressen. Was soll ich jetzt tun?

Erstmal keine Panik. In den allermeisten Fällen führt das Fressen von Katzenstreu nicht zu lebensgefährlichen Symptomen. Halte dich an den folgenden Plan:

  1. Verhindere, dass Dein Hund noch mehr Katzenstreu frisst
  2. Rufe Deinen Tierarzt an
  3. Finger weg von Hausmitteln

1.: Verhindere, dass dein Hund mehr frisst

Erwischst du deinen Hund mit dem Kopf im Katzenklo, schnapp ihn dir und bringe ihn weg. Erst wenn er sicher verstaut ist, solltest du nachsehen, wie viel er gefressen hat.

Schätze ab, ob er nur einen Happs genommen oder sich den ganzen Magen damit vollgeschlagen hat. Während deiner Untersuchung darf er aber natürlich nicht noch mehr davon fressen. Deswegen muss er den Raum verlassen.

2.: Befrage deinen Tierarzt

Schnapp dir das Telefon und rufe deinen Tierarzt an.

Nachts, am Wochenende oder an Feiertagen meldest du dich stattdessen in einer Tierklinik mit Notdienst. Die Nummern speicherst du dir am besten schon jetzt ein. So musst du im Falle eines Falles nicht lange suchen.

Der Tierarzt wird dich nach Größe und Gewicht deines Hundes fragen. Eventuell sind auch Vorerkrankungen, Medikamente oder Allergien wichtig.

Er wird auch wissen wollen, was für Katzenstreu du benutzt und wie viel Bello aufgenommen hat.
Vermutlich wird er dir dazu raten, abzuwarten und deinen Hund zu beobachten.

Bemerkst du Veränderungen wie

  • Magenprobleme,
  • Erbrechen,
  • Lethargie,
  • Gleichgewichtsstörungen oder
  • Atemnot,

solltest du dich auf den Weg zu ihm oder in die Klinik machen.

3.: Finger weg von Hausmitteln!

Frisst unser Hund etwas potenziell Gefährliches, ist unser erster Gedanke „Das muss wieder raus“.

Aber wie bringst du deinen Hund zum Erbrechen und ist das überhaupt gut?

Mein Rat ist, lass es sein.

Du wirst höchstwahrscheinlich kein Brechmittel zur Hand haben, das du deinem Hund verabreichen kannst. Also würde es auf Experimente wie Finger in den Hals stecken hinauslaufen.

Das ist gleich aus mehreren Gründen eine schlechte Idee. Dein Hund könnte dich beißen oder sich an dem Erbrochenen verschlucken. Glaub mir, du willst nicht erleben, wie dein Hund nach Luft ringt.

Eine ebenso gefährliche Idee ist, deinem Hund Salzwasser zu trinken zu geben. Die Idee dahinter klingt erstmal logisch: Zu viel Salz kann der Körper nicht verarbeiten.

Er will es also loswerden und man erbricht sich.

Ja, so viel zur Theorie. Was ist, wenn das nicht klappt? Wenn dein Hund nicht erbricht, sondern zusätzlich nun auch noch eine Überdosis Salz im Magen hat?

So wird dein Hund ganz schnell ein Fall für die Intensivstation. Hinzu kommt, dass scharfkantige Katzenstreu seine Speiseröhre verletzen könnte, wenn du ihn zum Erbrechen bringst.

Dein Hund sollte sich also nur in einer kontrollierten Umgebung erbrechen. Idealerweise passiert das nach der Gabe von Brechmitteln beim Tierarzt.

Wie du verhinderst, dass dein Hund Katzenstreu frisst

Dein Hund sollte also keine Katzenstreu fressen. Nur, wie hältst du ihn davon ab? Die Tür zum Zimmer, in dem das Katzenklo steht, muss schließlich offen bleiben.

Glücklicherweise gibt es trotzdem einige Möglichkeiten, deinen Hund vom Katzenklo fernzuhalten.

  1. Training
  2. Lass keine Langeweile aufkommen
  3. Futterumstellung
  4. Halte das Katzenklo sauber
  5. Katzenklo vor dem Hund schützen mit Barrikaden

1. Training

Eine gute Methode ist, das Katzenklo zur Tabuzone zu erklären. Idealerweise steht es in einem Raum, den dein Hund ohnehin nicht betreten muss. Im Flur, wo er ständig daran vorbeigehen muss, wird es schwieriger.

Lies auch:  Dein Hund frisst Holz - warum und wie Du es vermeiden kannst

Lasse deinen Hund nicht mehr alleine in die Nähe des Katzenklos. Nähert er sich ihm oder will er den Raum, in dem es steht, betreten, sagst du dein Abbruchsignal.

Schicke ihn anschließend raus. Entfernt er sich, lobst du ihn.

Bedenke aber, selbst wenn dein Hund sich in deiner Gegenwart vom Klo fernhält, bleibt es eine Gefahrenquelle. Viele Hunde setzen sich über Verbote weg, wenn ihre Besitzer nicht in der Nähe sind.

2. Keine Langeweile

Ein gelangweilter Hund kommt auf die dümmsten Ideen. Eine davon kann sein, die Schnauze ins Katzenklo zu stecken.

Beschäftige deinen Hund daher ausreichend. Je weniger er sich langweilt, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er so einen Quatsch ausprobieren möchte.

3. Futterumstellung

Frisst dein Hund hauptsächlich den Katzenkot und nimmt die Einstreu nur zufällig mit auf, leidet er eventuell an einem Nährstoffmangel.

Eine englische Studie ergab, dass Hunde, die an Thiaminmangel leiden, eher dazu neigen, Kot zu fressen. Thiamin, oder Vitamin B1, ist beispielsweise in Haferflocken, Schweinefleisch und Hülsenfrüchten enthalten.

4. Halte das Katzenklo sauber

Meistens ist es gar nicht die Einstreu, die deinen Hund so anzieht. Viel mehr möchte er den Katzenkot fressen. Die Streu klebt zufällig daran und wird eben mitgefressen.

Eine Lösung des Problems ist daher, das Katzenklo so häufig wie möglich zu reinigen. Am besten ist es natürlich, wenn du es leerst, sobald deine Katze ihr Geschäft verrichtet hat. Spätestens am Abend solltest du es ohnehin reinigen.

Katzenkot stinkt übel und kann Krankheiten übertragen. Je länger man ihn liegen lässt, desto gefährlicher wird er.

5. Katzenklo vor dem Hund schützen mit Barrikaden

Hast du einen großen Hund, kannst du die Tür zum Katzenklo so verschließen, dass nur noch deine Katze hindurchpasst. Dafür gibt es spezielle Vorrichtungen, ähnlich wie einer Kette an der Eingangstür.

Auf diese Weise kann deine Katze auf ihre Toilette, aber dein Hund muss draußen bleiben.

Katzenklappe

Auch eine Katzenklappe kann helfen, aber natürlich nur, wenn dein Hund sich nicht ebenfalls hindurchzwängen kann. Alternativ kannst du ein Türgitter anbringen, durch das deine Katze einfach hindurchschlüpft, wenn sie mal muss.

Zufallende Klappen an dem Katzenklo selbst helfen nicht so viel. Dein Hund muss nur seinen Kopf hereinstecken können, um an die Einstreu und den Kot zu kommen.

Anderes Stockwerk

Mag dein Hund keine Treppen? Dann sollte das Katzenklo im ersten Stock stehen. Auch ein Tisch oder die Waschmaschine können sich als Platz für die Toilette eignen.

Deine Katze hüpft ganz einfach rauf, dein Hund hat unten das Nachsehen.

Mein Hund frisst Katzenstreu – Das Wichtigste in Kürze

Hunde fressen Katzenstreu häufig, weil sie eigentlich an den Katzenkot wollen. Beides ist nicht gesund und kann sogar krank machen. Du solltest daher durch Training oder Barrikaden verhindern, dass dein Hund in die Nähe des Katzenklos kommt.

Frisst er Klumpstreu, kann er sich einen lebensbedrohlichen Darmverschluss zuziehen. Der Kot infiziert ihn möglicherweise mit Würmern oder Toxoplasmen.

Häufig gestellte Fragen

Was mache ich, wenn mein Hund Katzenstreu gefressen hat?

Verhindere, dass er mehr frisst und schätze die gefressene Menge ab. Informiere deinen Tierarzt und beobachte deinen Hund.

Wie gewöhne ich meinem Hund das Fressen von Katzenstreu ab?

Nutze konsequent dein Abbruchsignal, wenn dein Hund in die Nähe der Toilette geht. Sorge dafür, dass er mit ausreichend Vitamin B1 versorgt ist und sich nicht langweilt.

Mein Hund frisst nur bestimmte Streu. Woran liegt das?

Organische Katzenstreu besteht aus Stroh, Holz oder Mais. Eventuell schmeckt deinem Hund diese Streu, sodass er sie gezielt frisst.