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Mein Hund frisst Rindenmulch: gefährlich oder unbedenklicher Snack? [3 Tipps]

Mein Hund frisst Rindenmulch: gefährlich oder unbedenklicher Snack? [3 Tipps]

Viele Hunde lieben es, auf Stöcken herumzukauen oder ihnen hinterherzuhechten.

Meine eigenen machten sogar vor dem Brennholz nicht halt. Rindenmulch, was im Grunde nur eine Sammlung von vielen Stöckchen ist, dient einigen als Alternative zu Kauartikeln.

Aber ist das überhaupt in Ordnung? Darf ein Hund ohne Weiteres auf Rindenmulch herumkauen? Und wie sieht es aus, wenn er davon etwas frisst?

Mein Hund frisst Rindenmulch – Ist das normal?

Rindenmulch ist als Bodenbelag und Wachstumshilfe für Pflanzen bekannt. Im Hundefutter findet man den Mulch normalerweise nicht.

Dass Hunde Rindenmulch fressen, ist also nicht normal, nein. Manche tun es aus verschiedenen Gründen jedoch trotzdem.

Warum frisst mein Hund Rindenmulch?

Gelangweilte Hunde kommen auf dumme Ideen. Manche Rassen stopfen alles in sich hinein, was auch nur im Entferntesten an Futter erinnert. Und ein Hund auf Diät frisst lieber Holz und Steine, anstatt seinen Magen knurren zu lassen.

Aber es gibt noch andere Gründe, aus denen dein Hund sich über Rindenmulch hermacht.

  • attraktiver Geruch
  • Spielverhalten
  • versehentliches Fressen

Attraktiver Geruch

Rindenmulch verströmt einen eigenen, intensiven Geruch. Weil Hunde nach dem Geruch entscheiden, ob ihnen etwas schmeckt, probieren sie den Mulch sehr gerne.

Hinzu kommen die Gerüche der Erde darunter. Auch sie wirkt auf viele Hunde einladend.

Spielverhalten

Stöckchen werfen kennen die meisten Hunde als beliebtes Spiel. Für einige ist Rindenmulch der Jackpot, ein nicht enden wollender Vorrat an Stöckchen.

Sie suchen sich ein Stück aus, spielen damit und kauen darauf herum. Was abbricht, wird einfach geschluckt. Schmeckt es dann auch noch ganz gut, nehmen die Vierbeiner die Stücke irgendwann gezielt auf.

Versehentliche Aufnahme

Unter dem Rindenmulch verstecken sich allerhand Kleintiere. Eventuell hat dein Hund es eigentlich auf Schnecken und Co. abgesehen.

Auf seiner Jagd gelangt auch etwas vom Mulch in sein Maul. Anstatt aufwendig zu sortieren, schluckt er einfach alles.

Ist es gefährlich, wenn ein Hund Rindenmulch frisst?

Die kurze Antwort lautet: Ja.

Um zu verstehen, woher diese Gefahr rührt, muss ich dir aber erklären, woraus Rindenmulch überhaupt besteht.

Was ist Rindenmulch?

Rindenmulch besteht zum Großteil aus zerkleinerter Baumrinde, also Holzstückchen.

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Die Rinde stammt meist von einheimischen Bäumen wie Fichten, Kiefern und Tannen. Das muss aber nicht so sein.

Die Zusammensetzung von Rindenmulch ist nicht geschützt. Auf einer Packung kann durchaus Rindenmulch draufstehen, ohne dass überhaupt Rinde enthalten ist. Wichtig ist nur, dass pflanzliche Bestandteile vorkommen.

Welche das genau sind und in welcher Konzentration, ist ziemlich egal.

Dadurch wird den Herstellern auch bei der übrigen Zusammensetzung freie Hand gelassen. Wer Rindenmulch kauft, denkt, ein natürliches Produkt in den Händen zu haben. Das muss aber nicht so sein.

Theoretisch kann darin Müll wie Glasscherben, Reifenteile aus Gummi und Plastik oder Folie zu finden sein.

Um den Mulch attraktiver zu machen, wird ihm eventuell Farbstoff hinzugefügt. Es gibt Rindenmulch mittlerweile auch bunt eingefärbt. Die Farben sind jedoch häufig schädlich und sollten nicht im Hundemaul landen.

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Wo wird Rindenmulch eingesetzt?

Rindenmulch schützt die darunter liegende Erde und hält Flüssigkeit fest. Er erschwert Unkräutern das Wachstum und bietet Nützlingen Schutz.

Daher wird er überall dort eingesetzt, wo Pflanzen wachsen sollen. Zusätzlich nutzt man ihn zum Ausstreuen von Fußwegen und als Bodenbelag von schwer zugänglichen Stellen.

Neben deinem Garten kannst du ihm daher auch in Parks, an Fußwegen und auf öffentlichen Plätzen begegnen. Rindenmulch wird sogar in Wäldern ausgestreut, um junge Bäume beim Wachstum zu unterstützen.

Das Problem mit Cadmium

Neben Schadstoffen durch Färbemitteln kann Rindenmulch auch Cadmium enthalten. Cadmium ist ein Übergangsmetall und natürlicherweise im Boden vorhanden.

Normalerweise kommt es dort nicht ohne weiteres heraus. Bei saurem Milieu sieht das allerdings anders aus.

Unter saurem Boden können Bäume das Cadmium aus dem Gestein lösen. Die Pflanzen reichern es in ihrer Rinde an, die letztendlich für den Rindenmulch genutzt wird.

Vor allem der Boden von Fichtenwäldern wird immer saurer. Daher ist die Gefahr von erhöhten Cadmiumwerten bei Fichtenmulch besonders hoch.

Cadmium ist extrem giftig. Selbst eingeatmeter Staub schädigt nachhaltig die inneren Organe. Es existieren keine effektiven Therapiemaßnahmen (Quelle). Lediglich die Ausscheidung des Metalls kann durch die Gabe von Penicillamin und Dimercaprol beschleunigt werden.

Bei einer Cadmiumvergiftung treten folgende Symptome und Folgeerscheinungen auf:

  • starke Verdauungsbeschwerden, vor allem heftiges Erbrechen
  • Neigung zu Knochenbrüchen
  • erhöhtes Krebsrisiko
  • Verlust des Geruchssinns
  • Schäden an Nieren, Immunsystem (und damit erhöhte Krankheitsanfälligkeit) und dem Zentralnervensystem
  • erhöhtes Fehlgeburtsrisiko und Unfruchtbarkeit

Warum ist Rindenmulch gefährlich für Hunde?

Wir halten also fest: Farbstoffe und das Übergangsmetall Cadmium machen Rindenmulch zu einem wahnsinnig ungesunden und gefährlichen Snack. Aber das ist noch nicht alles.

Rindenmulch wird nicht trennscharf hergestellt. Das bedeutet, dass neben den genannten Pflanzen auch noch andere Baumarten dafür verwendet werden. Eiche und Rhododendron beispielsweise vertragen Hunde gar nicht.

Zusätzlich mischen sich neben der Rinde andere Pflanzenteile ist den Mulch, die ebenfalls giftig sein können.

Aber das war immer noch nicht alles: Rindenmulch kann mit Beize behandelt sein, die den Farbton der Rinde verändern soll. Weil sich Schimmelpilze schnell auf der Rinde ausbreiten, nutzen manche Hersteller außerdem Anti-Pilz-Mittel.

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Auch natürlicher Rindenmulch ist nicht ungefährlich. Anstatt des Anti-Pilz-Mittels wird dein Hund hier dem Schimmelpilz direkt ausgesetzt.

Zu guter Letzt kann sich Bello direkt an den Rindenstücken verletzen. Beim Zerkauen schneiden sie ihm ins Zahnfleisch. Die scharfen Kanten sind darüber hinaus während des gesamten Verdauungsvorgangs ein Problem.

Große Stücke quellen im Magen und Darm auf und können so zu einem Verschluss führen.

Wie du eine Vergiftung oder allergische Reaktion erkennst

Vergiftungserscheinungen treten durch die meisten der genannten Schadstoffe im Rindenmulch auf. Beize und Fungizide können zusätzlich Allergien auslösen.

Ein vergifteter Hund zeigt folgende Symptome:

  • Verdauungsbeschwerden
  • vermehrtes Speicheln mit Schaumbildung
  • Apathie
  • Fressunlust, bei langsamem Verlauf dadurch Gewichtsverlust

Allergische Hunde reagieren mit

  • angeschwollenen Schleimhäuten und dadurch drohender Atemnot,
  • Juckreiz im Maulbereich,
  • Magenschmerzen sowie
  • plötzlicher Hektik oder völliger Trägheit.

Was passiert beim Tierarzt?

Hat dein Hund Rindenmulch gefressen, solltest du etwas davon einpacken und mit deinem Hund zum Tierarzt fahren. Zeigt dein Hund noch keine Symptome, wird dein Tierarzt die nächsten Schritte abwägen. Möglicherweise wird er ihm Brechmittel geben, um den Mulch loszuwerden.

Bringe deinen Hund auf keinen Fall auf eigene Faust zum Erbrechen! Du sparst damit mit Glück 50 Euro. Aber dein Hund läuft Gefahr, sich an den scharfkantigen Rindenstücken zu verletzen.

Er könnte auch etwas von dem Erbrochenen einatmen und akute Atemnot bekommen. Bist du in so einem Fall nicht bereits beim Tierarzt, wird es knapp.

Übrigens, sollte es jemals dazu kommen, dass dein Hund keine Luft mehr bekommt, fahre eigenständig zum Tierarzt. Bei einem Menschen würde man den Notruf wählen und auf Hilfe warten.

Tiernotdienste gibt es kaum.

Diese sind auch nicht dafür ausgestattet, bei Lebensgefahr vor Ort zu helfen. Auch sie würden in die nächste Tierklinik fahren. Indem du dich direkt auf den Weg machst, sparst du wertvolle Zeit.


Sollte dein Hund sich am Rindenmulch verschluckt haben und keine Luft mehr bekommen, hilft dir dieses Video (auf Englisch).

Darin erfährst du, wie du deinen Hund von einem verschluckten Fremdkörper befreist. Vergiss dabei nicht den Eigenschutz. Greife keinem fremden Hund, den du nicht einschätzen kannst, ins Maul.

Bedenke außerdem, dass sich auch dein Hund in einer Ausnahmesituation befindet. Am besten legst du jedem Hund etwas zwischen die Zähne, sodass er nicht zubeißen kann.

Es ist auch möglich, dass dein Tierarzt deinem Hund den Magen auspumpen möchte. Zusätzlich wird er ihn symptomatisch mit Schmerzmitteln und Krampflösern behandeln. Eventuell kommen auch Antibiotika zum Einsatz.

Warum du mit einem Welpen sofort zum Tierarzt musst

Welpen sind häufig noch hemmungsloser, was das Fressen von eigentlich nicht Essbarem angeht. Sie schaufeln sich den Rindenmulch einfach rein, bis sie jemand davon abhält.

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Je kleiner der Hund ist, desto weniger muss er davon natürlich fressen, um ernste Vergiftungserscheinungen zu bekommen.

Daher solltest du auch bei sehr geringen Mengen sofort zum Tierarzt. Nimm wieder etwas von dem Mulch mit. Noch besser ist es, wenn du die Verpackung noch hast, auf der die Zusammensetzung des Rindenmulchs steht.

So kannst du deinem Hund das Fressen von Rindenmulch abgewöhnen

Lass dir gesagt sein, dass das ein schwieriges Unterfangen wird. Du wirst die Welt nicht von Rindenmulch trennen können, daher ist dein Hund ständig der Versuchung ausgesetzt.

  1. Training
  2. Rindenmulch aus dem Garten entfernen
  3. Rindenmulch durch Alternativen ersetzen

Training

Lasse deinen Hund nicht mehr unbeaufsichtigt dort laufen, wo er Rindenmulch fressen kann. Am besten gehst du nur noch an der Leine, auch im eigenen Garten. Sage sofort dein Abbruchsignal, wenn er zum Mulch möchte. Dreht er sich zu dir um, lobst und belohnst du ihn.


Vergiss jedoch nicht, dass der Rindenmulch eine Gefahrenquelle ist, solange er in Reichweite deines Hundes bleibt. Selbst sehr gut erzogene Hunde ergreifen die Chance, sich über Verbote hinwegzusetzen, wenn du gerade nicht guckst.

Rindenmulch komplett entfernen

Sicherer als das Training ist daher, den Rindenmulch zumindest aus deinem eigenen Garten komplett zu entfernen. Alternativ kannst du auch einen Zaun als Schutz anbringen oder ein engmaschiges Netz darüber auslegen.

Wo es geht, ersetzt du den Mulch mit Kies. Dadurch gehen zwar viele Vorteile, die Mulch für Pflanzen bietet, verloren. Aber dein Hund ist keinen Gefahren mehr ausgesetzt.

Auf diese Weise ist dein Hund zumindest bei euch zu Hause sicher. Geht ihr spazieren, musst du trotzdem die Augen offen halten.

Alternativen zu Rindenmulch

Eine mögliche Alternative zu Rindenmulch aus einheimischen Pflanzen ist Pinienmulch. Er stammt aus dem Mittelmeerraum und enthält meist weniger Färbemittel oder Beize.

Pinienrinde hat an sich bereits eine kräftige, rote Farbe, sodass kein Nachhelfen nötig ist.

Allerdings können auch Pinien mit Cadmium belastet sein. Vor Verletzungen und Atemnot durch verschluckte Rindenstücke schützt diese Alternative ebenfalls nicht.

Mein Hund frisst Rindenmulch – Das Fazit

Rindenmulch birgt ungeahnte Gefahren für deinen Hund. Das Metall Cadmium kann zu lebensbedrohlichen Vergiftungserscheinungen führen.

Auch die Verletzungsgefahr ist groß.

Sicher ist nur der Verzicht auf Rindenmulch im eigenen Garten. Das macht die Außenwelt nicht weniger gefährlich. Aber zumindest kannst du dann die Terrassentür ohne mulmiges Gefühl offen lassen.

Häufig gestellte Fragen

Mein Hund liegt gerne auf Rindenmulch. Ist das gefährlich?

Durch bloßes darauf Liegen begibt sich dein Hund nicht in Gefahr. Wälzt er sich, kann er sich theoretisch an spitzen Stücken im Mulch verletzen.

Ist Pinienmulch ungefährlich?

Pinienmulch ist häufig weniger stark belastet als Rindenmulch aus einheimischen Bäumen. Vergiftungs-, Verletzungs- und Erstickungsgefahr besteht aber auch bei dieser Alternative.

Warum frisst mein Hund so gerne Rindenmulch?

Rindenmulch kann mit vielen pflanzlichen Teilen vermengt sein, die deinem Hund schmecken. Zudem verstecken sich Kleintiere wie Schnecken darin, auf die es dein Hund möglicherweise abgesehen hat.