Dein Hund frisst Holz – warum und wie Du es vermeiden kannst

Hund frisst Holz
Alex Zotov / Shutterstock

Du wunderst Dich ein bisschen: Seit Tagen zerkaut Bello jedes Stück Holz, das er finden kann.

Doch das ist noch nicht alles. Er kaut nicht nur, sondern frisst immer wieder Holzstücke. Die Späne, die auf dem Boden liegen, saugt er ein, wie ein Staubsauger.

Jetzt fragst Du Dich natürlich, warum sich Dein Hund so verhält und ob es ein Grund ist, zum Tierarzt zu gehen.

Tatsächlich kann hinter diesem Verhalten eine ganze Reihe von Ursachen stecken.

Mein Hund frisst Holz – Ist das gefährlich?

Holzfressen ist ungewöhnlich, muss aber nicht zwingend gefährlich sein. Es kommt stark darauf an, welche Hölzer Dein Hund beknabbert und unter welchen Rahmenbedingungen.

Der Hund beknabbert oder frisst natürliche Hölzer

Bei allen „normalen“ Gelegenheiten, zu denen der Hund mal ein bisschen Holz frisst, sollte nicht viel passieren.

Benagt Dein Hund gerne morsche oder splitternde Hölzer und Äste, musst Du allerdings dieses beachten:

  • Die Splitter können Magen und Darm schädigen.
  • Splitter können das Maul Deines Hundes verletzen.
  • Splitter setzen sich gerne zwischen den Zähnen fest, verrotten dort langsam und begünstigen Zahnfäulnis und Zahnfleischschwund.

Ein gesunder Hund nimmt sich grundsätzlich nur Hölzer als Spielsachen, die ungiftig sind.

Der Hund beknabbert oder frisst „künstliche“ Hölzer

Taucht das Holzfressen gemeinsam mit einer Störung auf, können Hunde auch Holz benagen, das neben der Splittergefahr Gifte mitbringt.

Für Hunde giftige Holzarten sind:

  • Robinie bzw. die Rinde (manchmal auch als Scheinakazie bezeichnet)
  • Eibe
  • Eberesche, wenn noch Beeren daran sind
  • Buchsbaum
  • Lebensbaum
  • Kirschlorbeer.

Beachte bitte, dass die Giftigkeit der Hölzer in trockenem Zustand nachlässt.

Einzige Ausnahme sind die hochgiftige Eibe und die Robinie. Beide Hölzer werden normalerweise nicht zu Möbeln oder Gebrauchsgegenständen weiterverarbeitet. Ein Problem sind sie nur, wenn Bello an lebenden Bäume in Wald und Flur nagt.

Seltsam ist es auch, wenn Dein Hund auf behandelte Gebrauchshölzer geht.

Gesundheitsgefährdend sind:

  • alle lackierten oder lasierten Hölzer (selbst Öko-Lasuren bekommen Bello nicht)
  • beschichtete Hölzer
  • geklebte Hölzer und Holzplatten
  • Sperrholz (höchste Splittergefahr)
  • Pressspanplatten (höchste Splittergefahr)
  • OSB und andere Konstruktionsplatten

Von solchen Knabberobjekten musst Du Deinen Hund unbedingt fernhalten.

Holzfressen bei Verdauungsproblemen

Verbirgt sich ein Verdauungsproblem hinter dem Holzfressen, kommen verschiedene weitere Auslöser infrage.

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Zerrt und zieht es in Bellos Darm, wird er sich automatisch einen passenden Ausgleich suchen. Manche Hunde fressen bei Magen-Darm-Problemen Erde, andere Holz.

Zeigen sich sonstige Symptome wie ungewöhnlicher Kot, Übelkeit oder Erbrechen solltest Du zum Tierarzt gehen.

Nährstoffmangel

Obwohl Hunde schon so lange domestiziert sind, funktioniert ihr Instinkt noch zuverlässig. Fehlt ihnen ein Mineral oder Bakterien im Darm, greifen sie automatisch zum passenden Hilfsmittel.

In bestimmten Rinden sind wichtige Nährstoffe enthalten. Leicht morsches Holz kann wichtige Mikroorganismen liefern.

In diesem Fall ist das Holzfressen ganz ähnlich zu bewerten, wie das Erdefressen. Es ist ein natürlicher Vorgang.

Unterernährung

Als liebender Hundehalter wirst Du Deinem Bello sicher immer genug zu fressen geben.

Theoretisch möglich ist dieser Zusammenhang aber. Hat ein Secondhand-Hund oder ein ehemaliger Streuner extremen Hunger gelitten, kann das Holzfressen auch in Wohlstandzeiten als Angewohnheit zurückbleiben.

Holz als Ballaststoff

Tatsächlich können Holzfasern den Darm massieren und von Unrat befreien. Bei den wilden Verwandten Wolf und Fuchs dienen Knochenreste als natürliche Darmputzer.

Achte darauf, wie oft und unter welchen Umständen Dein Hund Holz frisst. Grundsätzlich sollte das Hundefutter ausreichend Faser (Trockenfutter) und feste Stücke enthalten. Diese übernehmen normalerweise den Putzeffekt.

Holzfressen als „Zahntherapie“

Hat Bello einen lockeren oder schmerzhaften Zahn, versucht er womöglich, sich durch Holzfressen davon zu befreien. Hast Du einen Verdacht in diese Richtung, lohnt sich ein Blick ins Maul Deines Hundes.

Nimm dazu die Schnauze sanft in Deine Hände und ziehe die Lefzen langsam nach oben.

Schwierige Zähne erkennst Du an

  • übermäßigem Zahnbelag,
  • grünen Belägen,
  • stark gerötetem Zahnfleisch oder auch
  • einem üblen Geruch.

Siehst Du eines dieser Zeichen, heißt es nichts wie ab zum Tierarzt. Allgemein solltest Du das Gebiss Deines erwachsenen Hundes einmal jährlich vom Tierarzt checken lassen.

Mein Welpe frisst Holz

Bei Welpen ist das Holzfressen normal, wenn sie in den Zahnwechsel kommen.

Das geht bei den meisten Rassen im Alter von etwa drei Monaten los. Dann werden die Milchzähne durch das Gebiss des erwachsenen Hundes ersetzt.

Ganz optimal ist diese Zahntherapie auch bei Welpen nicht. Das Verletzungsrisiko ist bei splitternden Hölzern groß.

Nagt Dein Junghund Möbel und Tischbeine an, wird Dich das wenig erfreuen. Biete ihm Ausgleich und gesunde Dinge zum Nagen sowie spezielles Spielzeug für Welpen.

Dein Nachwuchs-Bello kann sich auch mit speziellen Nageartikeln für Junghunde Erleichterung verschaffen.

Holzfressen als Spiel

Im wilden Spiel mit Stöcken kann Dein Schatz schon mal das ein oder andere Stück aus purer Lebensfreude verschlucken. Leider bleibt auch hier die Verletzungsgefahr durch Splitter oder kleine scharfe Ästchen.

Trotzdem spricht auch viel für das Spiel, Zerfetzen und Fressen von Holz. Wie man ohne Angst und mit viel natürlichem Verständnis an die Sache gehen kann, zeigt Dir die Hundetrainerin Bianca Ziebell in diesem Video.

Stock kauen und zerbeißen ist gesund für Deinen Hund!

Holzfressen aus Langeweile und als psychischer Ausgleich

hund ist gelangweilt
l i g h t p o e t / Shutterstock

Das Benagen und Fressen von Holz kann eine Ausgleichshandlung für Langeweile sein. Langeweile ist für Deinen Bello der reinste Stress.

Ist er nicht beschäftigt, fühlt sich überflüssig oder einsam, erfährt der Hund ein Gefühl der Unzufriedenheit. Diesen seelischen Druck möchte er ausgleichen.

Nagen und Kauen setzt im Gehirn Endorphine frei. Diese beruhigen Deinen Vierbeiner und sorgen für Wohlbefinden.

An Knochen zu nagen oder Nahrung langsam zu zerkauen ist ein genetisches Erbe unserer Haushunde.

Heute gibt es Pate oder Brocken aus der Dose. Das Futter ist schnell verschlungen und bietet kaum Beschäftigung. Je nach Rasse oder Typ kann das dem Hund fehlen. Wieder stellt sich Unzufriedenheit ein, die ausgeglichen werden möchte.

Das Benagen von Möbeln und anderen Hölzern in der Wohnung kann auch provokant sein. Bekommt der Hund so Deine wertvolle Aufmerksamkeit, merkt er sich das und wiederholt die Aktion.

Eine weitere (vermutlich) psychische Ursache für Holzfressen ist das Pica-Syndrom. Betroffene Tiere benagen und fressen allerlei Unrat. Neben Holz werden Kabel, Plastik, Pflanzen und alles, was so herumliegt aufgelesen und geschluckt.

Psychische Ursachen erkennst Du immer an Begleiterscheinungen. Der Hund benimmt sich dann auch sonst seltsam, zeigt Anzeichen von Stress oder Angst.

Die Heilpraktikerin Barbara Csery hat eine hilfreiche Liste der heimlichen Stressquellen zwischen Mensch und Hund zusammengestellt. Sie gibt wertvolle Tipps wie das Hunde-Leben abwechslungsreicher gestaltet werden kann.

Böhmischer Schäferhund spielt mit einem Ball
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Dem Hund das Holzfressen abgewöhnen

Willst Du Bello seine Leidenschaft für Holz abgewöhnen, musst Du für passenden Ersatz sorgen.

Spielt er liebend gerne mit Holz, solltest Du ihm andere Spielsachen schmackhaft machen.

Um der Nageleidenschaft gerecht zu werden, helfen Kauartikel wie Rinderohren, Ochsenziemer oder harte Stücke Trockenfleisch.

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Benagt Bello Möbel und andere wertvolle Hölzer, kannst Du auch mit Ablenkung arbeiten.

Versuche auf Strafe und Schimpfen weitestgehend zu verzichten. Viele Hundetrainer empfehlen kleine Plastikflaschen mit Kies oder Steinchen.

Schüttelst Du die, soll das Bellos Aufmerksamkeit erregen. Diese Taktik funktioniert natürlich nur, wenn dem Hund gleichzeitig eine „bessere“ Beschäftigung angeboten wird.

Mein Hund frisst Holz – das Wichtigste in Kürze

Holzfressen kann viele Ursachen haben. Neben Magen-Darm-Problemen kommen Spielleidenschaft, der Zahnwechsel bei Welpen sowie psychische Ursachen infrage.

Grundsätzlich gefährlich ist Holzfressen nicht. Es bleibt allerdings ein Risiko, das von Splittern in Maul, Rachen und im Magen-Darm-Trakt ausgeht.

Frisst Dein Hund ungute Hölzer (giftig, lackiert, beschichtet) stimmt definitiv etwas nicht. Bei allen exzessiven und besonders auffälligen Arten von Holzfressen solltest Du einen Tierarzt oder Tiertrainer zurate ziehen.

Häufig gestellte Fragen

Mein Hund spielt leidenschaftlich gerne mit Stöcken. Ich kann ihm das nicht abgewöhnen. Ist es wirklich so gefährlich?

Die Unfälle mit Splittern kommen vor, sind aber nicht die Regel. Achte bei den Stöcken auf festes Holz, ohne kleine scharfe Ästchen oder Kanten. Schau Dir mal das Video der Hundetrainerin in diesem Artikel an. Sie klärt sehr schön über die positive Seite des Spiels und Fressens von Holz auf.

Mein Hund hat Holz mit einer Plastikbeschichtung gefressen, muss ich jetzt zum Tierarzt?

Macht Dein Hund das einmal, muss das nicht gleich zu einer Vergiftung führen. Beobachte ihn einfach gut. Stellen sich Symptome wie Unruhe, Übelkeit, Hecheln oder Erbrechen ein, solltest Du zum Tierarzt gehen.

Ich habe Robinien und Eiben im Garten. Müssen die weg, wenn ich einen Hund habe?

Ein gesunder Hund erkennt giftige Pflanzen instinktiv und meidet sie. Fängt der Hund an, an ihnen zu knabbern, stimmt etwas nicht. Halte ihn davon ab und bringe ihn möglichst bald zum Tierarzt.

Über Stefanie Baumgartner 41 Artikel
Stefanie schreibt in Bellos Reich über Wissenswertes rund um das Thema Hund. Ihr Leben hat sie früher mit den Staffordshire Terriern Cäsar und Arnold sowie dem ungarischen Streuner Kazmer geteilt. Derzeit hat sie leider keinen Hund, dafür aber Katzen, Zwergkaninchen und ein Pferd.