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Mein Hund frisst Frösche – Sind die giftig?

Mein Hund frisst Frösche – Sind die giftig?

Die meisten Hunde haben wohl auf einem Spaziergang schon mal irgendetwas gefressen. Häufig kommt es anschließend nicht zu Auffälligkeiten oder Problemen. In einigen Fällen vergiftet sich der Hund jedoch oder infiziert sich mit Krankheiten.

Ob das Fressen von Fröschen zu den ungefährlichen oder doch bedenklichen Fällen gehört, erfährst du heute. Ich verrate dir, warum dein Hund die grünen Hüpfer frisst und ob du deswegen mit ihm zum Tierarzt solltest.

Hund frisst Frösche – Ist das normal?

Jeder Hund hat einen Jagdtrieb. Je nach Rasse fällt er unterschiedlich stark aus. Aber selbst Französische Bulldoggen und gemütliche Bernhardiner reagieren auf eine Maus im Unterholz.

Auch ein hüpfender Frosch kann ihre Instinkte wecken.

Dass dein Hund einem Frosch hinterherspringt und ihn zu fangen versucht, ist also normal. Auch, dass er seine Beute fressen möchte, ist nicht ungewöhnlich. Selbst der volle Napf mit bestem Hundefutter, der Zuhause auf ihn wartet, spielt keine Rolle.

Der Jagd- und Spieltrieb ist da stärker.

Bei vielen Freigängerkatzen ist es ähnlich. Sie machen Beute, obwohl sie bestens versorgt sind. Häufig fressen sie diese nicht einmal, sondern fangen sie nur zum Spaß.

Ganz schön makaber, weil Katzen mit gefangenen Mäusen und Vögeln sogar spielen, anstatt sie direkt zu töten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Frosch und einer Kröte?

Frösche und Kröten sind unterschiedliche Lebewesen.

Es handelt sich nicht um zwei Worte für dasselbe Tier. Sie teilen sich die Unterordnung „Neobatrachia“. Anschließend geht es in unterschiedlichen Zweigen weiter.

Frösche und Kröten sind trotzdem häufig nicht eindeutig voneinander abzugrenzen. Allgemein kann man sagen, dass man unter einem Frosch eher ein schlankes Tier versteht. Seine Hinterbeine sind kräftig und seine Haut glatt und feucht.

Kröten wirken eher rundlich, haben kurze Hinterbeine, mit denen sie nur kleine Hüpfer machen können. Ihre Haut ist warzig.

Frösche entfernen sich außerdem selten vom Wasser. Sie bleiben ihr gesamtes Leben in der feuchten Umgebung, während Kröten weiter wandern.

Ein weiterer, wichtiger Unterschied sind Giftdrüsen am Hinterkopf. Kröten besitzen diese, Frösche nicht. Auch in Deutschland heimische Kröten sind also giftig. Ihr Gift tötet einen Menschen nicht, kann aber Hautreizungen verursachen.

Warum ein Hund Frösche frisst

Bello hat viele Gründe, aus denen er Frösche fressen möchte. Er

  • folgt seinem Jagdtrieb,
  • möchte mit ihm spielen,
  • hat Hunger oder
  • ist neugierig.

Ein hüpfender Frosch erregt Aufmerksamkeit.

Er erinnert sogar ein wenig an einen springenden Ball. Vielleicht verwechselt dein Hund den Frosch auch nur mit einem Spielzeug? Hat er ihn dann im Maul, merkt er den Unterschied. Der Weg zum Probieren ist dann nicht mehr weit.

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Sicher hast du deinen Hund schon mal dabei beobachtet, wie er nach einer Fliege schnappt. Manchen Vierbeinern gelingt es und sie fangen das Insekt.

Vielleicht war es gar nicht ihr ursprünglicher Plan. Aber wo die Fliege schon in ihrem Maul ist, kann man ja schauen, wie sie schmeckt.

Es kann übrigens auch sein, dass dein Hund nur Frösche jagt und alles andere ignoriert. Möglicherweise schmecken ihm Mäuse, Maulwürfe und Co. nicht.

Oder er verspricht sich von der Jagd auf Frösche bessere Erfolgschancen.

Was passiert wenn mein Hund einen Frosch frisst?

Frösche allein sind sicherlich kein ungesunder Snack.

Die Froschschenkel bestehen zu großen Teilen aus Muskelfleisch. Frösche enthalten daher viel Eiweiß und kaum Fett. Es spricht daher nichts dagegen, deinem Hund Froschfleisch aus dem Supermarkt zu kaufen.

Wildlebende Frösche eignen sich hingegen weniger für seine Ernährung. Das liegt selten am Frosch selbst. Eher geht es darum, dass der Frosch nicht allein in seinem Körper wohnt.

Frösche sind Überträger von Krankheiten und Parasiten

Wie die meisten wildlebenden Tiere können Frösche mit Parasiten belastet sein. Frisst dein Hund den Frosch, kann er sich damit anstecken.

Frösche

  • sind ein Zwischenwirt für Lungenwürmer,
  • übertragen Salmonellen und
  • sind als Insektenfresser ein häufiger Überträger unterschiedlicher Viruserkrankungen.

Lungenwürmer

Eine Infektion mit Lungenwürmern ist sehr Ernst zu nehmen und kann lebensbedrohlich werden. Du erkennst den Befall an

  • Blutarmut,
  • Husten,
  • schlechter Wundheilung und starken Blutungen bei Verletzungen,
  • Müdigkeit,
  • Gewichtsverlust und
  • Atembeschwerden bis zur Atemnot.

Salmonellen

Salmonellen lösen

  • Fieber,
  • Gewichtsverlust,
  • Durchfall und
  • heftiges Erbrechen

aus.

Virusinfektionen

Virusinfektionen führen zu allgemeinen Symptomen wie

  • Fieber,
  • Verdauungsbeschwerden,
  • Müdigkeit und
  • geringer Belastbarkeit.

Je nach Virus sind aber auch ganz andere Symptome wie Muskelkrämpfe oder Organversagen möglich.

Welche Frösche sind giftig?

Ich sagte ja bereits, dass sich Frösche und Kröten dadurch unterscheiden, dass Kröten giftig sind. Auch Frösche können giftig sein. In Deutschland heimische Tiere sind zum Glück ungefährlich.

Lediglich Gelbbauchunken tragen Gift in sich. Dabei handelt es sich aber nicht um Frösche, sondern eben um eine Unkenart.

Die Gelbbauchunke zeigt jedoch schön, wie leicht es ist, giftige Frösche zu erkennen: Sie tragen leuchtende Warnfarben. Ein giftiger Frosch warnt seine Fressfeinde durch seine bunte Haut.

Pfeilgiftfrösche sind je nach Art leuchtend gelb, blau-grün gepunktet oder rot. Der giftigste von ihnen ist der Schreckliche Pfeilgiftfrosch. Seine Haut ist mit einem giftigen Film überzogen.

Die Berührung allein ist nicht gefährlich. Aber dringt das Gift durch eine Wunde in den Körper, gehen einem schnell die Lichter aus. Es reicht schon, mit derselben Hand die Lippen zu berühren.

Ein einziger, fünf Zentimeter langer Schrecklicher Pfeilgiftfrosch trägt genug Gift, um zehn Menschen zu töten.

In Gefangenschaft gehaltene Pfeilgiftfrösche sind hingegen ungefährlich. Die Tiere wandeln das Gift ihrer Beute in ihr eigenes um. Weil sie in deutschen Terrarien aber nicht mit giftigen Ameisen oder Käfern gefüttert werden, fehlt ihnen der Nachschub.

Spätestens ihre Nachkommen sind daher völlig ungiftig.

Welche Kröten sind giftig?

Die in Deutschland (sogar ganz Europa weit) verbreiteten Erdkröten haben einen giftigen Schutzfilm auf der Haut. Wenn Dein Hund an der Kröte leckt oder noch schlimmer, sie verschlingt, kann dies zu einer Vergiftung führen.

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Zwei weitere Kröten, die für deinen Hund besonders gefährlich werden, sind die Colorado River Toad und die Aga-Kröte. Erstere kommt nur in Nordamerika, in New Mexico, Mexiko und Arizona, vor.

Der Aga-Kröte begegnest du im Amazonasgebiet, Süd-Ost-Asien und Australien, wobei sie nur in Südamerika heimisch ist.

Gefährlich macht diese Kröten, dass man ihnen ihre Giftigkeit nicht ansieht. Sie sind braun und unscheinbar. Die Aga-Kröte beeindruckt eher mit ihrer gewaltigen Größe von 22 cm und einem ganzen Kilogramm Körpergewicht.

Symptome, wenn dein Hund eine Kröte gefressen hat

Kröten und Frösche tragen unterschiedliche Gifte. Ihre Zusammensetzung ist individuell verschieden. Die Vergiftung führt bei deinem Hund zu Symptomen wie

  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Herzrasen,
  • Schwindel,
  • erweiterten Pupillen und
  • Augenzittern.

Später und bei schweren Vergiftungen kommt es zusätzlich zu

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Krampfanfällen und
  • blauen Schleimhäuten durch Sauerstoffmangel.

Weitere Vergiftungserscheinungen findest du in diesem Video.

Vergiftung Hund Symptome: Welche Symptome deuten auf eine Vergiftung Ihres Hundes hin?

Für Hunde ist das Gift einer Aga-Kröte schon tödlich, ohne die Kröte zu fressen. Es reicht, sie herumzutragen. Das dabei aufgenommene Gift tötet das Tier binnen 15 Minuten (Quelle in englischer Sprache).

Die Kröte kann ihr Gift bei Bedrohung aus ihren Drüsen spritzen. Sie ist dadurch selbst dann eine Gefahr, wenn dein Hund ihr nur nahekommt.

Suche daher sofort einen Tierarzt auf, wenn du deinen Hund dabei beobachtet hast, wie er eine Kröte beleckt oder frisst!

Sind Kaulquappen giftig für meinen Hund?

Nein, sowohl Kaulquappen als auch Froschlaich sind ungiftig für Hunde (Quelle).

Vor einigen Jahren kursierte im Internet die Falschmeldung, ein Hund sei an einer „Froschlaichvergiftung“ gestorben. Das ist aus wissenschaftlicher Sicht so nicht möglich.

Froschlaich enthält keine Toxine, die Vergiftungserscheinungen bei einem Hund hervorrufen könnten.

Sind Froschteiche also ungefährlich?

Ausschließen, dass ein Hund nach Kontakt mit Froschlaich krank wird oder sogar stirbt, kann man nicht. Ein Teich, in dem viel Froschlaich schwimmt, enthält vermutlich auch viele Kleinstlebewesen, Bakterien und Parasiten. Die Vierbeiner könnten sich beim Trinken oder Baden damit infizieren.

Möglich, wenn auch extrem unwahrscheinlich, ist außerdem eine allergische Reaktion.

Selbst Materialien und Nahrungsmittel, die als hypoallergen gelten, können in sehr seltenen Fällen zu Allergien führen. Man kann also nicht ausschließen, dass ein Hund auf Froschlaich, Kaulquappen oder Frösche allergisch reagiert.

Frisst er etwas davon, schwillt ihm möglicherweise der Hals zu.

Er bekommt Atemnot, die bis zum Tod führen kann. Auch ein allergischer Schock mit Kreislaufkollaps und Herzstillstand ist möglich.

Aber nochmal: Dass dein Hund nach dem Kontakt mit Froschlaich oder Kaulquappen allergische Reaktionen zeigt, ist wahnsinnig unwahrscheinlich.

Giftig ist weder das eine, noch das andere.

Wie du deinem Hund abgewöhnst, Frösche zu fressen

Der einfachste Weg, wie du verhinderst, dass dein Hund Frösche frisst, ist Training. Dein Hund muss lernen, dass er nichts von draußen fressen darf. Nur das, was du in deiner Hand hast, ist Futter.

Alles andere hat er zu ignorieren.

Dafür ist Konsequenz und aufmerksames Beobachten nötig. Dein Hund wird vor allem zu Anfang keiner Versuchung widerstehen können.

Es ist daher wichtig, dass du ihm einen Schritt voraus bist. Rufe ihn ab, sobald du etwas siehst, was seine Aufmerksamkeit erregen könnte.

Lasse deinen Hund dafür nicht von der Leine und halte deine Augen auf die Wegränder. Dein Hund könnte selbst ein gebrauchtes Taschentuch als Leckerbissen ansehen.

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Schnappt er es sich, weil du es zu spät bemerkst, verbucht er diesen Erfolg und wird es später wieder versuchen.

Siehst du also, wie dein Hund auf etwas zuläuft, was er fressen möchte, rufe ihn ab. Reagiert er nicht, sagst du dein Abbruchsignal und übst kurz Zug auf die Leine aus. Kehrt dein Hund um, lobst du ihn und gibst ihm Futter.

Es ist wichtig, dass dein Hund nicht leer ausgeht. Schließlich hätte er auch etwas bekommen, wenn er nicht auf dich gehört hätte.

Am besten funktioniert das Training mit einem Clicker. Der Clicker markiert den exakten Moment, den du belohnen willst. Deinem Hund fällt es dadurch leichter, zu erkennen, was du von ihm erwartest.

Klicke, sobald dein Hund sich von der Leckerei wegdreht oder auf deinen Ruf reagiert. So weiß dein Hund bereits, dass er etwas richtig gemacht hat, noch bevor er bei dir ankommt.

Wo trifft man meistens auf Frösche und Kröten?

Eine andere Möglichkeit ist natürlich, Frösche und Kröten zu meiden. Dafür musst du wissen, wo sich die Tiere am meisten aufhalten.

Frösche findet man vor allem in der Nähe von Gewässern. Das können Seen und Bäche, aber auch kleine Teiche, Pfützen oder Tümpel sein.

Kröten sind ebenfalls dort zu finden, wo es feucht ist. Sie entfernen sich aber weiter von Gewässern, sodass du ihnen auch mitten im Wald begegnest.

Die Tiere verfallen im Winter in eine Winterstarre. Bei Minusgraden wirst du daher keine Fröschen oder Kröten finden. Allerdings wachen einige Arten bereits im Februar wieder daraus auf. Andere werden erst Richtung Mai aktiv.

Gerade während der Dämmerung wird es laut um Froschteiche. Die Tiere sind aber den ganzen Tag über aktiv, sodass du auch mittags mit ihnen rechnen musst.

Feldwege, wo du von jeglichen Gewässern, bis auf Pfützen nach einem Regenschauer, weit weg bist, sind am sichersten.

Mein Hund frisst Frösche – Das Fazit

Frösche üben durch ihr Gehüpfe eine Faszination auf unsere Vierbeiner aus.

Dass unsere Hunde sie sich genauer ansehen wollen, ist daher völlig normal. Auch dass Hunde Frösche fressen, ist nicht ungewöhnlich. Du solltest es dennoch unterbinden.

Frösche und Kröten können Krankheiten und Parasiten übertragen. In Nord- und Südamerika gibt es sogar Arten, die so giftig sind, dass der bloße Kontakt tötet.

Idealerweise lernt dein Hund daher, nichts auf Spaziergängen zu fressen. Das Risiko, Fröschen zu begegnen, verringerst du, indem du dich von Gewässern fern hältst.

Häufig gestellte Fragen

Mein Hund hat einen toten Frosch gefressen. Ist das schlimm?

Frösche in Deutschland sind ungiftig, können aber Parasiten und Krankheitserreger tragen. Beobachte deinen Hund und gehe im Zweifel zum Tierarzt oder gib deinem Vierbeiner vorsorglich eine Wurmtablette.

Was mache ich, wenn mein Hund einen giftigen Frosch oder eine giftige Kröte gefressen hat?

Wasche deinem Hund das Maul aus, um etwas von dem Gift zu entfernen. Begib dich sofort zu einem Tierarzt, der deinen Hund unter Beobachtung hält und medizinisch versorgt.

Ist Froschlaich giftig?

Nein, Froschlaich ist nicht giftig. Zeigt dein Hund Symptome, handelt es sich in sehr seltenen Fällen um eine allergische Reaktion.

Mein Hund hat an einer Kröte geschnuppert – Ist das gefährlich?

Ja, du solltest Deinen Hund von Kröten fernhalten, denn sie können ihr Gift auch aus der Entfernung spritzen.