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Ameisenbär oder doch Hund? Wie gefährlich ist es, wenn Hunde Ameisen fressen?

Ameisenbär oder doch Hund? Wie gefährlich ist es, wenn Hunde Ameisen fressen?

Ich finde es ja total spannend, Ameisen bei der Arbeit zuzusehen. Wie alle miteinander zusammenarbeiten und ständig damit beschäftigt sind, Nahrung für ihren Staat heranzuschaffen …

Vierbeiner haben dafür wenig übrig. Einige lassen sich die Ameisen viel lieber schmecken oder graben den Ameisenhügel auf.

Manch ein Hundebesitzer wird sich fragen, ob er vielleicht doch einen Ameisenbären adoptiert hat. Ist es denn normal, dass manche Hunde Ameisen fressen?

Und wie gefährlich sind Ameisen als Snack für zwischendurch? Diese und weitere Fragen beantworte ich dir heute.

Mein Hund frisst Ameisen – Ist das normal?

Viele Hunde sind gar nicht wählerisch, was ihre nächste Mahlzeit angeht. Die kleinen Leckerbissen gehören sogar auf den ganz normalen Speiseplan von jungen Wölfen.

Füchse ernähren sich bis ins Erwachsenenalter teilweise von Insekten. Für ausgewachsene Wölfe reichen die winzigen Snacks nicht mehr aus.

Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch Ameisen fressen würden, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Dass dein Hund Ameisen fressen möchte, ist also normal. Wie gesund es ist, ist eine andere Frage.

Warum fressen Hunde Ameisen?

In erster Linie wollen Hunde durch das Fressen von allen möglichen Insekten ihren Hunger stillen. Hunde testen die meisten unbekannten Sachen, die sind finden, erstmal auf den Geschmack.

Das ist schließlich wichtig, wenn sie in Zukunft mal starken Hunger haben.

Es gibt aber noch andere Gründe, aus denen Hunde die kleinen schwarzen oder roten Insekten futtern möchten. Folgende kommen infrage:

  • Hunger,
  • Spieltrieb,
  • aus Versehen und
  • Neugier.

Ich habe beispielsweise mal einen Hund und eine Katze dabei beobachtet, wie sie wiederum eine Spinne beobachtet haben. Beide waren zu dem Zeitpunkt im Welpenalter und fasziniert von dem kleinen Tier.

Der Hund hat irgendwann mit der Pfote draufgeschlagen. Jetzt war die Spinne Matsch und hat sich nicht mehr bewegt.

Er verlor das Interesse, während die Katze die Gelegenheit ergriff und sich die zermatschte Spinne schmecken ließ.

Häufig spielen also mehrere der Gründe gleichzeitig eine Rolle. Dein Hund wird kaum so großen Hunger haben, dass er jede Ameise, die seinen Weg kreuzt, fressen muss.

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Aber probieren kann man ja mal. Vor allem, wenn sich die Tiere so lustig bewegen.

Gesundheitliche Folgen durch gefressene Ameisen

Einzelne Ameisen zu fressen, wird deinem Hund kaum schaden. Ist aber kein Ameisenhügel mehr vor ihm sicher, weil er mit offenem Maul eintaucht, sieht es anders aus.

Ameisen schaden deinem Hund aus folgenden Gründen:

  • Allergien,
  • Reizungen durch das körpereigene Gift der Ameisen,
  • Schmutz, der mit aufgenommen wird, und
  • aus Versehen gefressenes Ameisengift.

Allergie durch Ameisensäure

Das Gift der Ameisen und sie selbst können bei deinem Hund zu allergischen Reaktionen führen.

Das ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Die Gefahr wächst, wenn bei deinem Hund bereits Allergien bekannt sind.

Besonders häufig an Allergien leiden diese Hunderassen:

  • Labrador und Golden Retriever,
  • Boxer,
  • Dalmatiner,
  • Deutscher Schäferhund,
  • Shar Pei,
  • Englische Bulldogge und
  • Irish Setter

Es kann aber jeden Hund treffen.

So erkennest Du eine Allergie bei deinem Hund

Eine Allergie erkennst du bei deinem Hund an

  • Juckreiz,
  • Belecken der Körperstellen, die mit den Ameisen in Kontakt gekommen sind,
  • Schwellungen,
  • Rötungen der Schleimhäute,
  • Verdauungsbeschwerden,
  • in seltenen Fällen Kreislaufkollaps durch allergischen Schock.

Reagiert dein Hund auf Ameisen allergisch, ist es besonders gefährlich, wenn er die Insekten frisst.

Ihr Gift kann zu Schwellungen im Rachen führen. Gerade kurzschnäuzige Rassen wie Möpse und Französische Bulldoggen geraten da schnell in Atemnot.

Reizungen durch Ameisensäure

Auch ohne eine Allergie schadet das Gift der Ameisen deinem Vierbeiner.

Es besteht, je nach Art, aus Alkaloiden oder Säuren, die die Haut verätzen oder auflösen können. Dadurch kommt es zu kleinen, brennenden Wunden, die häufig zusätzlich anschwellen.

Diese Reizungen können auch auftreten, wenn dein Hund lediglich Ameiseneier gefressen hat. Die ausgewachsenen Tiere benutzen ihr eigenes Gift nämlich auch, um die Eier vor einem Pilz zu schützen.

Dafür bedecken sie diese mit einer dünnen Schicht aus ihrem eigenen Gift (englische Quelle).

Ein einzelner Biss oder Stich ist kein Problem. Aber hatte dein Hund sein ganzes Maul voll mit beißenden Ameisen, sieht es anders aus.

Dann sind seine Schleimhäute extrem angegriffen, rot, geschwollen und offen. Es kann dadurch leicht zu Folgeinfektionen mit Bakterien und Pilzen kommen.

Glücklicherweise klingen die Symptome durch das körpereigene Ameisengift schnell wieder ab. Nach etwa einer Stunde sollten Schwellung und Rötung zurückgehen.

Die Schmerzen durch die kleinen Verletzungen werden aber noch eine Weile bleiben. Wie gefährlich reine Ameisensäure werden kann, erfährst du in diesem Video.

So kann Ameisensäure tödlich sein

Beimengungen von Schmutz

Stelle dir eine Ameise vor, die über den Waldboden krabbelt.

Dein Hund, auch wenn er gezielt zuschnappt, wird kaum nur dieses eine Insekt aufnehmen. Viel eher wird er über den Boden lecken und dabei alles mitnehmen, was der Boden so zu bieten hat.

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Schnecken, Blätter, Erde, andere Insekten und ganz simpel Dreck landen dabei in seinem Maul. Vermutlich wird die Ameise auch nicht ziellos dort unterwegs gewesen sein.

Vielleicht krabbelte sie gerade über ein totes Tier, was sie in ihren Bau schaffen wollte? Dann nimmt dein Hund davon direkt auch etwas mit auf.

Diese Beimengungen können viel gefährlicher sein als die Ameise selbst. Reagiert dein Hund mit

  • Verdauungsbeschwerden oder
  • Ausschlag im oder am Maul,

lässt sich kaum sagen, was diese Symptome letztendlich ausgelöst hat.

Ameisenködergift

Im Wald sind Ameisen wichtige Verwerter. Sie kümmern sich um tote Tiere und räumen dabei den Wald auf. Einige pflegen Blattläuse, weil diese eine süße Flüssigkeit abgeben, den Honigtau.

Die Blattläuse können sich dadurch besser vermehren, was für die Tiere wichtig ist, die sich wiederum von ihnen ernähren.

Gleichzeitig belüften Ameisen durch ihre weiten Gänge den Boden, was die Zersetzung der abgestorbenen Pflanzenteile beschleunigt. Für die Natur sind Ameisen also von großer Bedeutung.

Anders sieht es in deiner Küche aus. Dort wollen wir sie nicht haben, also legen wir Gift aus. Das Gift wird von den Arbeiterameisen für Futter gehalten und in den Bau getragen.

Dort wird es verteilt und gelangt zur Königin. Stirbt diese, stirbt kurz danach der ganze Staat aus. Das Schädlingsproblem ist gelöst.

Was ist aber, wenn dein Vierbeiner Ameisen frisst, die das Gift tragen? Oder noch schlimmer, er plündert gleich die ganze Köderbox?

Ameisenköder enthält einen oder mehrere der folgenden Wirkstoffe:

  • Permethrin, auch in Flohmittel enthalten
  • Imidacloprid, ebenfalls ein Mittel gegen Ektoparasiten und als Pflanzenschutz zugelassen
  • Etofenprox, Insektizid und Pflanzenschutzmittel
  • Fibronil, ein Insektizid
  • Pyrethrum, ein natürliches Insektizid aus den Blüten der Korbblütler
  • Tetramethrin, ein in Deutschland nicht mehr zugelassenes Insektizid (englische Quelle)

Diese Wirkstoffe wirken auf Ameisen und andere Insekten tödlich. Unsere Hunde reagieren mit Verdauungsbeschwerden oder Reizungen der Schleimhäute darauf.

Um wirklich gefährlich zu werden, müsste dein Hund eine enorme Menge des Gifts fressen. Einzelne Ameisen, die Krümel davon herumtragen, sind zum Glück nicht ausreichend.

Hast du hingegen eine Katze, musst du unbedingt auf die Zusammensetzung des Ameisengifts achten. Permethrin ist hochgiftig für Katzen.

Bekämpfe die Schädlinge in diesem Fall niemals mit einem Gift, das diesen Wirkstoff enthält.

Wie du deinem Hund beibringst, keine Ameisen mehr zu fressen

Auch wenn Vergiftungen und Allergien durch Ameisen unwahrscheinlich sind, ist es besser, wenn sie nicht im Hundemagen landen.

Halten Bello die schmerzhaften Bisse und Stiche nicht davon ab, Ameisen zu fressen, musst du aktiv werden.

Am einfachsten fällt deinem Hund das Training, wenn du es auf alles, was dein Hund draußen fressen könnte, ausweitest. Darf dein Hund draußen nichts mehr fressen, was nicht aus deiner Hand kommt, akzeptiert er diese Veränderung leichter.

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Haufenweise Ausnahmen erschweren das Training nur. Am Anfang sollte dein Hund immer an der Leine gehen und in direkter Reichweite bleiben.

Sei aufmerksam, um Ameisenhügel vor deinem Hund zu entdecken. Unterbinde es sofort, wenn dein Hund dorthin möchte.

Benutze dafür dein Abbruchsignal (Nein, Aus, …). Lässt dein Hund von den Ameisen ab und schaut dich an, lobst du ihn.

Gib ihm auch ruhig ein Leckerli. Dann weiß dein Hund, dass er etwas bekommt, auch wenn er die Ameisen nicht fressen darf.

Lässt ihn dein Abbruchsignal kalt, übe Zug auf die Leine aus oder stelle dich zwischen deinen Hund und die Ameisen. Dein Hund sollte keinen Erfolg haben.

Passe daher wirklich auf, dass er nicht nahe genug an die Ameisen herankommt.

Mit der Zeit kannst du ihn an längerer Leine laufen lassen. Bleibe aber aufmerksam. Viele Hunde nutzen die gewonnene Freiheit für Dummheiten.

Zum Tierarzt, weil der Hund Ameisen gefressen hat?

Ein paar Ameisenbisse im Maul sind kein Grund für den Tierarzt. Hat dein Hund aber sichtbar Schmerzen, schwellen die Bisse ungewöhnlich an oder reagiert dein Hund allergisch?

Dann solltest du besser die nächste Praxis aufsuchen.

Dasselbe gilt, wenn dein Hund Ameisenködergift gefressen hat. Warte nicht auf Symptome, sondern schnapp dir direkt Hund und Giftdose.

Dein Tierarzt wird dann entscheiden, ob dein Hund ein Brechmittel braucht oder überwacht werden muss. Meist reichen Mittel, die das Gift im Magen und Darm binden, aus.

Auch eine Infusion, um das Volumen zu vergrößern, in dem sich das Gift verteilen kann, kann hilfreich sein.

Mein Hund frisst Ameisen – Das Wichtigste in Kürze

Dass dein Hund Ameisen fressen möchte, ist ein natürlicher Trieb. Er setzt sich aus Neugier, Spielen, Nahrungsaufnahme und versehentliche Aufnahme zusammen.

Dass dein Hund hin und wieder Ameisen frisst, ist also normal. kann aber gefährlich sein.

Neben möglichen allergischen Reaktionen und Reizungen durch das Gift der Ameisen kommt es aber vor allem durch gleichzeitig aufgenommene Beimengungen und ausgelegtes Ameisengift zu Problemen.

Bemerkst du bei deinem Hund Symptome wie Schwellungen im Mundraum, Schmerzen und Verdauungsbeschwerden, solltest du daher einen Tierarzt aufsuchen.

Häufig gestellte Fragen

Sind Ameisen giftig für Hunde?

Ameisen enthalten ein Gift, das sie bei einem Biss oder Stich injizieren. Das Gift führt aber nur zu einem juckenden, geröteten Fleck.

Warum wälzt sich mein Hund in Ameisen?

Hunde wälzen sich in Dingen, die für sie anziehend riechen. Möglicherweise haben die Ameisen einen Kadaver erbeutet und dein Hund wollte sich eigentlich darin wälzen.

Sollte ich meinem Hund abgewöhnen, Ameisen zu fressen?

Es ist immer besser, wenn dein Hund nichts ohne deine Erlaubnis frisst. Mit den Ameisen kann er Dreck oder ausgelegtes Ameisengift fressen, was schädlicher ist, als die Ameisen selbst.