Hygrom beim Hund: Ursachen und 3 Tipps zur Vorbeugung

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Liegeschwielen an den Ellenbogen kennst du bei deinem Hund sicher. Aber wusstest du, dass sich dort auch eine dicke, mit Flüssigkeit gefüllte Blase bilden kann? Hygrom nennt man das Gebilde.

Es betrifft vor allem große Hunde mit kurzem Fell, kann aber bei allen Rassen entstehen.

Hygrome sind zwar nur selten schmerzhaft, können aber dennoch Probleme machen. Wie und wo sie entstehen, ob du damit zum Tierarzt solltest und wie du ihre Entstehung verhindern kannst, verrate ich dir heute.

Hygrom beim Hund: Auf den Punkt gebracht

Ein Hygrom ist eine Zyste, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Beim Hund befindet sie sich meist am Ellenbogen, als Folge von ständigem Liegen auf harten Flächen.

Daneben kann ein Hygrom auch durch Verletzungen und Entzündungen entstehen. Eine Operation bietet die beste Prognose. Durch Bandagen kannst du die Entstehung verhindern.

Was ist ein Hygrom?

Das Wort „Hygrom“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Flüssigkeit“. Genau das ist ein Hygrom auch: eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste.

Die Flüssigkeit besteht aus mehreren Stoffen. Unter anderem sind das

  • Lymphe,
  • Synovialflüssigkeit und
  • Liquor cerebrospinalis.

Um welche Flüssigkeiten es sich bei deiner Fellnase handelt, kommt auf die betroffen Stellen des Hygroms an.

Lymphe ist die Flüssigkeit, die in Lymphgefäßen durch den Körper fließt. Sie besteht unter anderem aus einer Gruppe weißer Blutkörperchen, den Lymphozyten.

Synovia ist eine Flüssigkeit, die man in Gelenken und Sehnenscheiden findet. Sie enthält Proteine, Enzyme und viel Hyaluronsäure.

Der Liquor cerebrospinalis ist die Nervenflüssigkeit. Sie kommt im Gehirn und Rückenmark vor und besteht aus Lymphozyten und etwas Protein.

Hygrome können Fisteln bilden, über die ihre Flüssigkeit austritt. Sie können aber auch geschlossen bleiben und, je nach Körperstelle, gut sichtbar als Schwellung zu erkennen sein.

3 Ursachen für die Entstehung von Hygromen beim Hund

Für die Entstehung von Hygromen gibt es drei mögliche Erklärungen. Das sind

  1. chronische Entzündungen,
  2. ständiges Liegen auf harten Untergründen und
  3. Verletzungen.

❔ Ursache #1: Chronische Entzündungen

Chronische Entzündungen führen vor allem dann zu Hygromen, wenn Sehnenscheiden davon betroffen sind. Es kann sich aber auch um Gelenke handeln, die unter Entzündungen leiden.

Wichtig ist nur, dass diese Entzündung lange besteht und nicht abheilt. Rheumatoide Arthritis kann also auch zu Hygromen führen.



Die Entzündungen führen zu Schwellungen in den betroffenen Bereichen. Das führt wiederum dazu, dass vorhandene Hohlräume weiter gedehnt werden.

In diesen Hohlräumen sammelt sich Flüssigkeit und ein Hygrom entsteht.

❔ Ursache #2: Ständiges Liegen auf harten Untergründen

Sicher kennst du Liegeschwielen bei deinem Hund. Die entwickeln sich mit der Zeit, wenn dein Vierbeiner viel auf hartem Boden liegt. Große Hunde sind von ihnen stärker betroffen als kleine.

Ebenso von dem Ellenbogenhygrom, das dadurch entstehen kann. Um den Ellenbogen vor Belastung zu schützen, besitzt dein Hund dort ein kleines Polster. Quasi wie eine ständige Blase bei uns, die vor schlechtsitzenden Schuhen schützt.

Dieses Polster heißt „Schleimbeutel“, oder hübscher „Bursa olecrani“. Kommt es an seine Grenzen, weil dein Hund ständig auf den Fliesen liegt, kann es anschwellen oder sich entzünden.

Als Folge kommt es zu einem Hygrom an dieser Stelle. Das Hygrom kann hier leicht Tennisballgröße annehmen.

❔ Ursache #3: Verletzungen

Verletzungen führen vor allem im Gehirn zu Hygromen. Dafür muss es normalerweise zu einem heftigen Unfall, etwa einem Autounfall, kommen.

Auch Misshandlung kann zu Hygromen im Gehirn führen (Quelle).

In diesem Fall bildet sich das Hygrom erst nach der Verletzung. Zunächst kommt es zu einem Hämatom, also einem Bluterguss. Der Bluterguss wird vom Körper langsam wieder abgebaut.

An dieser Stelle dehnt sich das Gehirn nun normalerweise wieder aus, um den Hohlraum zu füllen. Passiert das nicht, entsteht eventuell ein Hygrom.

Eine Verletzung kann aber auch an anderen Körperstellen zu Hygromen führen, etwa durch Überlastung einzelner Körperteile.

Wo können Hygrome entstehen?

Das typischste Hygrom beim Hund ist das am Ellenbogen durch Überlastung.

Da Hygrome aber allgemein in Gelenken entstehen können, besonders, wenn diese entzündet sind, kann dein Hund überall darunter leiden.

Vor allem die Gelenke, die durch rheumatoide Arthritis gefährdet sind, sind auch von Hygromen betroffen. Das sind eher die kleineren Gelenke, also Hand- und Fußgelenk.

Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sie sich aber auf weitere Gelenke ausweiten.

Mit Hygrom zum Tierarzt?

Bemerkst du eine Umfangsvermehrung bei deinem Hund, solltest du auf jeden Fall zum Tierarzt gehen. Ein Hygrom an sich ist zwar nicht akut gefährlich.

Aber zunächst solltet ihr herausfinden, ob es sich überhaupt darum handelt. Das geht nur, wenn ein Experte deinen Hund untersucht.

Diagnose

Um das Hygrom zweifelsfrei festzustellen, wird dein Tierarzt die Schwellung abtasten und deinen Hund röntgen.

Handelt es sich um Flüssigkeit in der Schwellung, ist die Stelle auf dem Röntgenbild schwarz oder zumindest gräulich.

Das wäre beim Hygrom der Fall. Stellt sich die Schwellung hingegen weiß dar, befindet sich dort festes, dichtes Gewebe und kein Hygrom.

Therapie

Steht die Diagnose, geht es an die Behandlung. Diese richtet sich nach der Größe und Lokalisation des Hygroms.

Beim klassischen Hygrom am Ellenbogen wird dir dein Tierarzt vielleicht zunächst zu einem Verband raten. Dieser entlastet das Gelenk beim Liegen. Dadurch kann sich das Hygrom langsam zurückbilden.

Sofortige Linderung verschafft eine Drainage. Dafür sticht dein Tierarzt das Hygrom mit einer dicken Nadel an und lässt die Flüssigkeit ab.

Dein Hund muss dafür sehr wahrscheinlich nicht in Narkose liegen, sondern bekommt ein lokales Betäubungsmittel.

Die Flüssigkeit nur abzulassen, verhindert keine Neubildung des Hygroms. Außerdem können Bakterien durch die Einstichstelle eindringen. Bei infizierten Hygromen muss es meist eine OP sein. Dabei wird das ganze Hygrom entfernt, also auch die Zyste drumherum.

Weil deinem Hund an der betroffenen Stelle viel Haut verloren geht, braucht er möglicherweise eine Hauttransplantation. Das entscheidet sich aber im Einzelfall.

An dieser Stelle kann es zudem passieren, dass sich das Hygrom als Ganglion entpuppt (Quelle). Ein Ganglion entsteht, wenn Gelenkflüssigkeit aus der Gelenkkapsel austritt. Beim Menschen sieht man es oft am Handgelenk.

ganglion zyste am handgelenk
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ganglion zyste am menschlichen handgelenk
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Prognose

Bei Ellenbogenhygromen ist die Prognose gut, wenn du anschließend darauf achtest, dass dein Hund seine Ellenbogen schont.

Je nach Lokalisation des Hygroms ist eine operative Behandlung und damit vollständige Entfernung des Hygroms aber eventuell unmöglich.

In solchen Fällen kommt es vermutlich immer wieder, auch wenn dein Tierarzt mittels Drainage Flüssigkeit ablässt.

So beugst du einem Hygrom beim Hund vor

Am besten ist es, wenn es gar nicht erst zu Hygromen kommt. Klar, Unfälle kannst du nicht immer vermeiden. Hygrome, die durchs Liegen entstehen, aber schon.

💡 Tipp #1: Bessere Liegefläche bieten

Stellst du fest, dass dein Vierbeiner ständig an einer bestimmten Stelle liegt, polstere ihm diese gut aus. Liebt er den Platz in der Küche auf den Fliesen, liegt dort eben ab heute ein orthopädisches Hundebett.

Manche Hunde musst du etwas zu ihrem Glück zwingen. Sie liegen lieber auf harten Untergründen oder genießen die Kühle, die Fliesen verströmen. Schicke deinen Hund in diesen Fällen immer wieder in das neue Bett.

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Im Sommer kannst du ihm zusätzlich eine Kühlmatte anbieten. Die gibt es für wenig Geld und sie sind auch im Sommer ein echter Segen für unsere Vierbeiner.

Sorge dafür, dass dein Hund überall dort, wo er gerne liegt, einen weichen Platz hat. Es muss nicht immer das Daunenkissen sein. Ein fluffiger Teppich reicht für den Moment auch.

💡 Tipp #2: Ellenbogenschutz

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Kann sich dein Hund einfach nicht für weiche Liegeplätze erwärmen, kümmere dich stattdessen direkt um seine Gelenke.

Es gibt frei verkäufliche Ellenbogenbandagen für Hunde, die das Gelenk polstern und dadurch Hygromen vorbeugen. Rechne für beide Ellenbogen mit etwa 20 bis 100 €, je nach Hersteller, für die Anschaffung.

Dein Hund muss diese Bandagen nicht ständig tragen. Auf Spaziergängen wird dein Hund schließlich nicht lange herumliegen.

Aber seid ihr zu Hause und döst dein Hund viel, bieten sie sich als Entlastung an. Die Bandagen anzulegen, ist kinderleicht. Dieses Video zeigt es dir.

💡 Tipp #3: Regelmäßiges Umlagern von kranken/bewegungsunfähigen Hunden

Hygrome bilden sich auch dann, wenn sich dein Hund nicht bewegen kann. Auch wenn er auf weicheren Untergründen liegt, musst du ihn in diesem Fall regelmäßig umlagern.

Ansonsten entstehen wunde Stellen durch den ständigen Druck. Auch Hygrome sind möglich. Damit es dazu kommt, muss dein Hund längere Zeit bewegungsunfähig sein.

Erholt er sich von einer großen OP, hilf ihm mindestens dreimal am Tag beim Aufstehen. Lasse ihn anschließend in anderer Position wieder liegen.

Lagere dafür Kissen in seinem Bett um, damit sich keine wunden Stellen bilden.

Halte dabei aber unbedingt Rücksprache mit deinem Tierarzt. Ist es für die Genesung wichtig, dass dein Hund sich nicht bewegt, bringe ihn nicht zum Aufstehen.

Handle also nicht entgegen dem tierärztlichen Rat und nimm in dem Fall lieber das Hygrom in Kauf.

Mein Hund leidet an einem Hygrom: Das Fazit

Hygrome sind bei Hunden vor allem an den Ellenbogen ein Problem. Sie können leicht tennisballgroß werden und bereiten natürlich Probleme beim Liegen.

Entzünden sie sich, wird es richtig ungemütlich. Ich würde dir daher mit jedem Hygrom zum Tierarzt raten.

Am meisten Erfolg verspricht die OP. Nur durch sie wird die gesamte Zyste entfernt. Aber auch die OP verhindert nicht, dass das Hygrom zurückkommt.

Dafür musst du aktiv werden und deinen Hund am Liegen auf harten Oberflächen hindern. Am einfachsten geht das mit Ellenbogenbandagen.

Sie entlasten nicht nur die Gelenke beim Laufen, sondern polstern diese auch, wenn dein Hund liegt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Hygrom beim Hund?

Ein Hygrom ist eine Flüssigkeitsansammlung, die als Schwellung sichtbar wird. Sie befindet sich bei Hunden häufig an den Ellenbogen.

Wie kann man Liegeschwielen beim Hund behandeln?

Pflege die Hornhaut mit Kokosöl. Das Öl versorgt die Haut mit wichtigen Nährstoffen und macht sie weich und geschmeidig.

Was ist ein Hygrom im Kopf?

Ein Hygrom im Kopf befindet sich zwischen den Hirnhäuten und tritt vor allem nach Schädel-Hirn-Verletzungen auf. Zunächst bildet sich ein Hämatom, das nach dem Abheilen durch Liquorcerebrospinalis (Nervenflüssigkeit) ersetzt wird.

Ist ein Hygrom ein Tumor?

„Tumor“ bedeutet lediglich, dass es sich um eine Schwellung handelt, was beim Hygrom der Fall ist. Ein Hygrom ist aber keine Krebserkrankung.

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