Mein Hund frisst Katzenkot: 7 Gründe zum abgewöhnen

hund frisst katzenkot

Hundemägen halten einiges aus. Ein bisschen Katzenkot kann da doch gar nicht so schlimm sein, oder?
Unabhängig davon, ob dein Vierbeiner einen starken Magen hat, hat Katzenkot nichts auf seinem Speiseplan verloren.

Er ist nicht automatisch schädlich für deinen Hund, aber sicherlich fördert er auch nicht seine Gesundheit.
Warum und wie du verhindern solltest, dass dein Hund Katzenkot frisst, erfährst du hier.

Außerdem verrate ich dir, wie dein Hund überhaupt auf diese eklige Idee kommt.

Hund frisst Katzenkot: Auf den Punkt gebracht

Hunde fressen Katzenkot, um Aufmerksamkeit zu erregen, aus Nährstoffmangel, Hunger und Stress. Dein Vierbeiner kann sich dadurch mit Krankheiten und Parasiten anstecken, einen Darmverschluss erleiden oder mit Resten von Medikamenten vergiften.

Verhindere daher unbedingt, dass dein Hund Zugang zum Katzenklo hat. Suche einen Tierarzt auf, sobald dein Hund Krankheitssymptome zeigt.

7 Gründe Warum dein Hund Katzenkot frisst

hund schleckt sich über die schnute

Dass Hunde den Kot anderer Tiere fressen, wird auch Koprophagie genannt. Tatsächlich gibt es viele Erklärungen für dieses unappetitliche Verhalten. Diese sind

  • Nährstoffmangel,
  • Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse
  • Aufmerksamkeitsmangel,
  • Geschmack,
  • Zwangsstörung,
  • Hunger und
  • Stress.

In aller Kürze fasst dir dieses Video die Gründe und Folgen für das Kotfressen zusammen.

Warum frisst mein Hund Kot?

❔ Grund #1: Nährstoffmangel

Nicht jedes Hundefutter versorgt deinen Vierbeiner mit allen nötigen Nährstoffen. Vor allem einige B-Vitamine fehlen darin häufiger.

Dein Hund merkt diesen Mangel, weiß aber nicht so recht, was er dagegen tun soll. Auch wenn im Katzenkot gar keine B-Vitamine enthalten sind, könnte er versuchen, mit dem Fressen den Mangel auszugleichen.

❔ Grund #2: Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung. Sie produziert Verdauungsenzyme, die in den Dünndarm abgegeben werden.

Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Verdauungsenzyme produziert, also eine Unterfunktion vorliegt, kann dies zu Problemen im Verdauungstrakt führen.

Wenn ein Hund nicht genügend Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen kann, dann versucht er dies mit den Nährstoffen aus dem Kot auszugleichen. 

❔ Grund #3: Aufmerksamkeitsmangel

Das Fressen von Kot kann ein Schrei nach Aufmerksamkeit sein. Ist deinem Hund langweilig, fängt er irgendwann an, Quatsch zu machen.

Schließlich springst du spätestens dann auf und schimpfst mit ihm. Negative Aufmerksamkeit ist besser als gar keine.

Beim Kotfressen fällt unsere Reaktion besonders heftig aus, weil wir es selbst so widerlich finden. Dein Hund merkt sich das.



Wenn er das nächste Mal das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit hat, weiß er, wie er sie bekommt.

❔ Grund #4: Geschmack

Das klingt jetzt ekelig, aber es ist leider so: Der Geschmack ist ein Grund für das Fressen von Katzenkot. Das liegt daran, wie der Geschmackssinn von Hunden funktioniert.

Sie entscheiden vor allem nach dem Geruch, was ihnen schmeckt und was nicht. Dabei heißt es in den meisten Fällen: je intensiver der Geruch, desto besser der Geschmack.

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Zusätzlich finden sich im Kot Reste von Geschmacksverstärkern und Aromastoffen aus dem Katzenfutter. Diese locken Hunde ebenfalls an.

❔ Grund #5: Zwangsstörung

Das Pica-Syndrom bezeichnet eine Störung, bei der dein Hund nicht zum Verzehr geeignete Dinge frisst. Neben Kot können das auch Erde, Steine oder Papier sein.

Die Ursachen von Pica sind vielfältig. Sie reichen von psychischen Problemen wie Angst, Stress und Depression bis hin zu physischen wie Parasiten, Tumoren und Stoffwechselerkrankungen.

❔ Grund #6: Hunger

Die einfachste Ursache für das Kotfressen ist Hunger. Leidet dein Hund längere Zeit an Nahrungsmangel, stillt er diesen eventuell mit Katzenkot. Achte daher darauf, dass dein Hund genug zu fressen bekommt.

Hast du mehrere Hunde, lasse sie beim Fressen nicht aus den Augen. Es kommt vor, dass ein Tier seinen Artgenossen den Napf streitig macht.

Ist der betroffene Hund konfliktscheu, kommt es nicht einmal zu einer lauten Auseinandersetzung, die du hören könntest. Er nimmt sein Schicksal stumm hin und du sieht am Ende nur die leeren Näpfe.

Füttere die Hunde in diesem Fall am besten getrennt voneinander, damit der rangniedrigere Vierbeiner in Ruhe fressen kann. Mit Glück ist das Thema dadurch schon erledigt.

❔ Grund #7: Stress

Leidet dein Hund an starkem Stress, kann er alle möglichen ungesunden Verhaltensweisen entwickeln. Einige Tiere belecken oder benagen ihre eigenen Füße, bis das Fell ausfällt.

Andere fressen Stuhlbeine an oder lassen sich eben fremde Kothaufen schmecken.
Anhaltender Stress wird bei Hunden durch vieles ausgelöst.

  • Wohnortswechsel
  • Familienzuwachs (egal ob menschlich oder tierisch)
  • Tod einer Bezugsperson (egal ob menschlich oder tierisch)
  • Lärm
  • dauerhafte Unterforderung

So gefährlich ist das Fressen von Katzenkot für deinen Hund

hund liegt auf der couch und sieht traurig aus

Katzenkot kann für deinen Hund richtig gefährlich werden. Das Fressen von Kot ist für Hunde (außer für junge Welpen, die damit ihr Immunsystem stärken) niemals gesund.

Von Katzenkot gehen aber ganz besondere Gefahren aus. Insgesamt schadet Katzenkot durch folgende Risiken deinen Vierbeiner:

  • Reste von Medikamenten
  • Parasiten und Bakterien
  • Katzenstreu
  • Toxoplasmose

☠️ Gefahr #1: Medikamente

viele medikamente auf dem tisch

Bekommt eine Katze Medikamente, finden sich Reste davon in ihrem Kot. Frisst dein Hund diesen, nimmt er auch etwas Wirkstoff mit auf. Das ist nicht gesund, schließlich braucht er diese Medikamente nicht.

Im schlimmsten Fall handelt es sich um einen Wirkstoff, der zwar für Katzen geeignet, für Hunde aber toxisch ist.

Es sind auch Wechselwirkungen zwischen den Wirkstoffresten und Medikamenten, die dein Hund bekommt, möglich.

☠️ Gefahr #2: Parasiten

würmer unter dem mikroskop

Endoparasiten, also Parasiten, die im Körper leben, werden häufig über den Kot ausgeschieden und weiterverbreitet.

Auf diese Weise kann sich dein Hund mit Würmern, Giardien oder Salmonellen anstecken. Sogar Hepatitis und Salmonellen können durch Katzenkot übertragen werden.

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Das Gute ist: Die Einstreu in Katzentoiletten verhindert diese Ansteckung meistens. Katzenstreu bindet Parasiten und deren Eier, sodass diese nicht mehr gefährlich sind. Die Einstreu selbst ist aber auch ein Problem.

☠️ Gefahr #3: Einstreu

katzenstreu aus dem katzenklo

Hast du sowohl Katze als auch Hund, besorgt sich deine Fellnase den Katzenkot vermutlich direkt aus dem Katzenklo.

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Dann nimmt er nicht nur den Haufen auf, sondern auch etwas von der Einstreu.
Katzenstreu ist nicht giftig, aber auch nicht gesund.

Die Streu ist dafür da, Feuchtigkeit zu binden, damit man das Klo später einfach säubern kann. Im Körper deines Hundes kann sie daher zu Verstopfungen führen.

Nimmt dein Hund viel Einstreu auf, führt diese möglicherweise zu einem Darmverschluss. Das wäre lebensbedrohlich.

☠️ Gefahr #4: Toxoplasmose

toxoplasmose als illustration

Toxoplasmose ist eine Erkrankung, die durch Einzeller (Parasiten) ausgelöst wird. Katzen tragen den Erreger häufig in sich, erkranken aber selbst nicht sichtbar daran.

Auch bei den meisten Hunden führt die Krankheit nicht zu Symptomen (Quelle).

Ist dein Vierbeiner aber

  • immungeschwächt,
  • sehr alt oder
  • jung,

kann Toxoplasmose zu ernsten Symptomen führen, wie

  • Krampfanfälle,
  • Lähmung,
  • hohes Fieber und
  • starke Infektionen der Atemwege und Lunge.

Die Parasiten sitzen im Katzenkot, brauchen aber einige Zeit, um infektiös zu werden. Das bedeutet, dass von einem regelmäßig gereinigten Katzenklo im Haus weniger Gefahr ausgeht.

Die Sandkiste im Garten, die der ganzen samtpfötigen Nachbarschaft als Toilette dient, ist kritischer.

Zu einem sehr merkwürdigen Ergebnis kamen internationale Forscher, die sich genauer mit den Toxoplasmen beschäftigten.

Sie stellten einen Zusammenhang zwischen Kontakt mit dem Parasit und einer geringeren Versagensangst her (englische Quelle).

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hund beim training

Es gibt nur gute Gründe, um deinem Hund das Fressen von Katzenkot abzugewöhnen. Sei dabei konsequent, um die Gesundheit deines Hundes zu schützen.

💡 Tipp 1) Verhindere den Zugang zum Katzenklo

Frisst der Hund Katzenkot, vor allem aus der Katzentoilette, achte darauf, dass er dorthin keinen Zugang mehr hat.

Mit geschlossenen Türen funktioniert das natürlich nicht, schließlich müssen die Katzen weiterhin zu ihrer Toilette kommen.

Stattdessen kannst du mit Babygittern arbeiten, die deine Katzen überwinden können, für deinen Hund aber zu hoch sind.

Eignet sich diese Lösung nicht, kommt vielleicht eine Katzenklappe infrage. Ansonsten kannst du das Katzenklo hochstellen, sodass dein Hund nicht mehr herankommt.

💡 Tipp 2) Kontrollgänge im Garten

Auch wenn du keine eigenen Katzen hast, statten dir welche aus der Nachbarschaft sicher mal welche einen Besuch ab. Katzen verscharren ihre Hinterlassenschaften leider nicht immer.

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Manchmal koten sie auch ganz provokant an offensichtliche Stellen.

Bevor du deinen Hund unbeaufsichtigt in den Garten lässt, solltest du diesen einmal auf Kothaufen überprüfen. Achte auch auf schwerer zugängliche Stellen wie unter Hecken.

Das verhindert noch nicht, dass dein Hund Katzenkot frisst, wenn er ihn findet. Aber immerhin sollte er jetzt weniger Gelegenheit dazu haben.

💡 Tipp 3) Meide Stress, Hunger und schenke deinem Hund genügend Aufmerksamkeit

Hängt das Kotfressen mit einem dieser Gründe zusammen, sollte dein Vierbeiner damit aufhören, sobald du das Problem beseitigst. Achte darauf, dass dein Hund ausreichend Ruhe bekommt.

Überprüfe sein Gewicht. Hat er in letzter Zeit abgenommen, braucht er vermutlich größere Futterrationen.
Mehr Aufmerksamkeit durch dich senkt gleichzeitig emotionalen Stress durch einen Verlust.

Gab es einen Todesfall oder wurde ein Baby geboren? Dann schenke deinem Hund so viel Aufmerksamkeit wie möglich.

🩺 Zum Tierarzt, weil der Hund Kot frisst?

hund beim tierarzt und hat angst

In den meisten Fällen hat das einmalige Fressen von Katzenkot keine negativen Folgen für deinen Hund. Er könnte sich Parasiten einfangen, was du aber erst einige Wochen später bemerken würdest.

Verändert sich das Verhalten deines Hundes oder bekommt er Krankheitssymptome, ist ein Besuch beim Tierarzt sinnvoll. Das gilt vor allem bei heftigen Bauchschmerzen und Verstopfungen.

Beim Tierarzt bekommt dein Hund ein Brechmittel, sofern der Vorfall höchstens zwei Stunden zurückliegt. Versuche unter keinen Umständen deinen Hund zu Hause zum Erbrechen zu bringen.

Das darf nur beim Tierarzt unter Aufsucht erfolgen.

❗ Mein Hund frisst Kot aus dem Katzenklo: Das Fazit

Vor manchen Hunden ist wirklich gar nichts sicher, nicht einmal das Katzenklo. Das Fressen von Katzenkot ist aber nicht nur ekelig, sondern auch gesundheitsschädlich.

Sorge also unbedingt dafür, dass dein Hund damit aufhört. Am einfachsten ist es, wenn er schlicht keinen Zugang mehr zum Katzenklo hat.

Bedenke aber auch den Auslöser. Bei vielen Hunden sind solche Aktionen als Schrei nach Aufmerksamkeit zu verstehen.

Fängt dein Hund plötzlich mit für ihn untypischem Verhalten an, möchte er dir damit bestimmt etwas sagen. Höre hin.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert, wenn mein Hund regelmäßig Katzenkot frisst?

Dein Hund könnte sich dadurch mit Parasiten und Krankheiten anstecken oder mit Medikamentenresten vergiften. Außerdem nimmt er möglicherweise Einstreu mit auf, die zu einem Darmverschluss führen könnte.

Ist Toxoplasmose beim Hund heilbar?

Toxoplasmose bricht nur bei sehr wenigen infizierten Hunden aus. Zeigen sie Symptome, reichen in der Regel Antibiotika, um die Krankheit zu heilen.

Wie gewöhne ich meinem Hund ab, Katzenkot zu fressen?

Schenke ihm viel Aufmerksamkeit und verringere Stress. Achte darauf, dass der Hund keinen Zugang zur Katzentoilette hat und behalte ihn auch im Freien im Auge.

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