Mein Hund hat Würmer – 8 natürliche Hausmittel

Süßer Hund spielt mit Spielzeugknochen an einem sonnigen Sommertag
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Beschleicht Dich langsam das Gefühl, dass chemische Entwurmungen auf die Dauer nicht gut für Deinen Hund sind?

Da bist Du nicht alleine. Hunde leiden genauso wie wir Menschen unter zunehmenden Umweltbelastungen und der Chemie aus Medikamenten und Wurmkuren.

Immer mehr Hundehalter sind skeptisch und vertrauen lieber auf Hilfe aus der Natur.

Was ist eigentlich in chemischen Wurmkuren drin?

In Tabletten zur Entwurmung oder Spot-On-Präparaten sind minimal dosierte Nervengifte enthalten.

Die sind so entwickelt, dass sie hauptsächlich den Organismus von Parasiten angreifen. Gift bleibt es trotzdem.

Nervengifte lähmen Würmer oder töten sie ab. Danach kann der Hund sie einfach ausscheiden.

Natürlich gibt es Sonderfälle, in denen Nervengifte die einzige Hilfe darstellen. Hat sich ein Vierbeiner mit bösartigen Herz- oder Lungenwürmern infiziert, hilft nur die chemische Keule.

In diesen Fällen sind die Mittel ein wahrer Segen und die einzige Rettung.

Warum bekommen Hunde überhaupt Würmer?

Bandwurmerkrankungen des Hundes
pavlinas/shutterstock

Die Natur ist voll von Würmern, schmarotzenden Bakterien und anderen „Schädlingen“.

Übermäßig vermehren sie sich nur dort, wo unhygienische Zustände herrschen, viele infizierte Tiere zusammen kommen oder ein Tier bereits geschwächt ist.

Bei einem gesunden Hund reagiert das Immunsystem auf die Anwesenheit der Eindringlinge. Abwehrmechanismen versuchen Parasiten wieder loszuwerden.

Das kann ein gesunder Darm beispielsweise, indem er das Milieu (Zusammensetzung der Darmbakterien und den pH-Wert) verändert.

Nur reichern sich ausgerechnet im Darm all die Umweltgifte an. Dazu gibt es heute jede Menge Futtermittel, die zu viel Getreide und andere unverwertbare Substanzen enthalten.

Auch das verändert den Darm auf eine Weise, die das Immunsystem schwächt.

Die Verdauung unserer vierbeinigen Freunde ist auf Protein aus Fleisch und kleinste Mengen Getreide oder Gemüse ausgelegt.

Tatsächlich enthalten manche Futtermittel bis zu 80 Prozent Getreide. Kohlenhydrate sind nach dem Verdauungsprozess nichts anderes als Zucker.

Beim Hund kann das zu Darmträgheit, Verstopfung oder Fäulnisprozessen im Darm führen. Für Parasiten wie Würmer ist das ein wahres Paradies.

Hausmittel gegen Darmparasiten beim Hund

Diese Hausmittel sind für die Behandlung und Abschreckung alltäglicher Hunde-Darmparasiten wie

Sie können auch dazu beitragen, dass sich Einzeller wie die Giardien nicht so leicht ansiedeln können.

alltäglicher Hunde-Darmparasiten
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Hat Dein Hund ernsthafte Symptome, zeigt Abmagerung oder Blutverlust, solltest Du nicht lange mit Hausmitteln experimentieren, sondern sofort zu einem Tierarzt gehen.

Bevor wir Dir die Mittel ausführlich vorstellen, kannst Du Dir noch dieses Video der Selbstversorgerfamilie ansehen.

Darin erklären Dir die Naturfreunde, wie sie selbst sämtliche Tiere auf ihrem Bauernhof natürlich entwurmen.

Natürlich entwurmen ohne Chemie für Ziegen, Pferde, Hühner, Hunde & Katzen

1) Fellohren oder Kopfhaut mit Fell – getrocknet oder frisch

Klingt zunächst ein bisschen eklig, aber Hunde lieben diese Kauartikel. Kaufst Du sowieso schon Schweine- oder Rinderohren, kannst Du auf die Variante mit Fell umsteigen.

Barfer können auch frische Ohren beim Metzger bestellen.

Rinderhaare bürsten den Darm regelrecht. Bedenke dabei, dass ein Raubtier normalerweise viel Haar verzehrt.

Ob Mäuse, Ratten oder Kleinwild, gefressen werden Beutetiere normalerweise mit Haut und Haaren.

Ein Fellohr pro Woche reicht schon aus.

Sehr kleine Hunde sind mit diesen Kauartikel leicht überfordert. Probier bei Deinen Mini-Bello einfach eines der anderen Mittel aus.

2) Karotten – püriert, gehobelt oder gekocht

ungewaschene Karotte auf dem Boden
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Es soll Hunde geben, die rohe Karotten als Kausnack lieben. Die dürften aber eher die Ausnahme sein. Allen anderen Vierbeinern müssen Möhren unters Futter „gemogelt“ werden.

Probiere einfach aus, wie Dein Schatz sie nimmt. Roh (fein gehobelt oder geraspelt) soll der Anti-Wurm-Effekt noch größer sein.

Stellst Du Püree her, kochst Du die Karotten lieber halbfest als matschig.

Wirksam sind neben Vitaminen (A und C) und Mineralien (Calcium und Kalium) die ätherischen Öle der Karotte.

Die können Würmer lähmen. Der rötliche Farbstoff Beta-Carotin ist wichtig für den Aufbau von Schleimhäuten und Hautzellen. An einer fitten und glatten Darmwand können sich Parasiten nicht so leicht festhalten.

Karotten kannst Du regelmäßig unters Futter mischen. Oder Du machst eine zweiwöchige Intensiv-Kur zwei- bis dreimal jährlich. Gib so viel unters Futter, wie Dein Hund akzeptiert.

3) Kürbiskerne – getrocknet oder gemahlen

Geröstete salzige Kürbiskerne zum Essen bereit.
Brent Hofacker/shutterstock

In den Kürbiskernen steckt ein Stoff namens Cucurbitacin. In hohen Dosen ist Cucurbitacin giftig. In kleinen Dosen kann es Würmer genauso gut lähmen wie eine Wurmkur.

Kürbiskernen enthalten Cucurbitacin in einer verträglichen Form und Menge. Insbesondere bei Bandwürmern haben sich Kürbiskerne bewährt.

Um den Effekt zu erhöhen, solltest Du (Bio) Kürbiskerne frisch mahlen. Dafür eignen sich Kaffeemühlen am besten.

Ein weiterer Vorteil vom Mahlen ist, dass Hunde die Kernchen nicht so leicht aussortieren können.

Als Dosierung gelten pro 10 kg Körpergewicht 1 Esslöffel gemahlene Kürbiskernen 2 bis 3 mal täglich unters Futter gemischt. Dauer der Anwendung ist 1 Woche.

Danach sollte Dein Hund Bandwürmer ausscheiden. Du kannst den Kot selbst überprüfen. Bandwürmer sind mit bloßem Auge erkennbar.

4) Kurkuma – speziell aufbereitet für Tiere

Kurkumawurzel auf Holzuntergrund mit Löffel
Daniel Stewart Lustig/shutterstock

Kurkuma ist ein Gewürz, das auch in Curry enthalten ist. Die Pflanze ist eine Ingwer-Art und wird manchmal auch als Gelbwurz bezeichnet.

Die antimikrobiellen Eigenschaften dieses herben bis scharfen Gewürzes können Darmwürmer abtöten.

Der Nachteil ist die reizende Wirkung, und dass Du sehr viel Kurkuma brauchst.

Auf den feinen Hunde-Schleimhäuten können die ätherischen Essenzen schnell mehr schaden, denn nutzen. Die Futtermittelexperten vom Dr. Hölter Team betonen, dass man normales Kurkuma gar nicht an Tiere verfüttern sollte.

Sie empfehlen speziell für Tiere aufbereitete Extrakte.

Bei der Dosierung richtest Du Dich ganz einfach nach den Angaben der Hersteller.

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5) Kokosöl oder Kokosraspeln

Kokosnuss und Kokosnussöl mit Kokosnusshintergrund
Thasneem/shutterstock

Kokos enthält hochwirksame Fettsäuren und Geruchsstoffe. Insbesondere die Laurinsäure kann dem Darm helfen, sich selbst zu reinigen.

Die ätherischen Öle im Kokos können Parasiten (auch Zecken) abhalten oder vertreiben. Mit biologisch erzeugtem und unraffinierten Kokosöl soll der Effekt am stärksten sein.

Kokosraspeln dagegen können durch den Massageeffekt im Darm dabei helfen, festgesetzte Würmer loszuwerden.

Probier es einfach aus. Beide Produkte werden von Hunden gut angenommen und gern gefressen.

Zur Wurm-Vorbeugung eignen sich 1/2 bis 1 Teelöffel Kokosöl je 10 Kilogramm Körpergewicht täglich.

Von den Raspeln kannst Du einem mittelgroßen Hund 1 bis 2 Esslöffel unters Futter mischen. Kleine bekommen entsprechend weniger und große Hunde mehr.

Kokosöl wird insbesondere zur schonenden Entwurmung von Welpen empfohlen. Hier beträgt die Dosierung 1 ml Kokosöl pro kg Körpergewicht über das 3 Tage hinweg.

6) Ananas – frisch, getrocknet oder als Pulver

In Scheiben geschnittene und halbe Ananas auf Holztisch
Kotcha K/shutterstock

In Ananas steckt das Enzym Bromelain. Dieser Stoff kann das Wachstum von schädlichen Mikroorganismen, Pilzen und Würmern deutlich reduzieren.

Daneben gilt Bromelain als ein hochwirksames natürliches Schmerzmittel. Hat Dein Hund Arthrose profitiert er gleich doppelt von der Ananas.

Daneben liefert die Frucht Vitamine, Calcium und Magnesium. Manche Hunde reagieren empfindlich auf die Säure. Wenn Du frische Ananas verfüttern möchtest, greift Du besser zu den extra-süßen Varianten.

Eine praktische Alternative ist Ananaspulver. Ananasringe aus der Dose sind ungeeignet. Sie sind zu stark gezuckert.

Vielleicht kannst Du Deinen Bello auch mit leckeren getrockneten Ananaschips vom Frucht-Genuss überzeugen.

Zu Ananas bei Hunden existieren bisher kaum verlässliche Dosierungsempfehlungen.

Du musst selbst ausprobieren. Gib Deinem Hund einfach so viel von der Frucht, wie er freiwillig frisst und nutzte Deine Intuition.

Bekommt Bello von Ananas Durchfall oder Blähungen musst Du reduzieren oder auf ein anderes Hausmittel umsteigen.

Benutzt Du ein Pulver kannst Du Dich an die Vorgaben der Hersteller (in Bezug auf das Körpergewicht) halten.

7) Diverse Kräutermischungen gegen Würmer

Der Markt bietet jede Menge fertige Anti-Wurm-Kräutermischungen für Hunde. Du kannst natürlich auch selbst mischen oder in einer naturheilkundlichen Apotheke mischen lassen.

Klassische Zubereitungen gegen Würmer enthalten diese Kräuter:

  • Beifuß
  • Hagebutte
  • Pfefferminze
  • Knoblauch
  • Kümmel
  • Thymian
  • Portulak
  • Ingwer
  • Walnuss
  • Beifuß
  • Labkraut

Fertige Kräutermischungen sind perfekt abgestimmt und hochwirksam. Füttere immer nur die angegebene Empfehlung.

Bekommt Bello schon Kräuter wegen anderen Leiden, solltest Du die während der Kräuter-Wurmkur absetzen. Zu viele Kräuter können den Organismus des Hundes durcheinanderbringen.

8) Apfelessig

Im Darm entfaltet Apfelessig eine reinigende und aufbauende Wirkung. Die Säure soll abschreckend oder abtötend auf Würmer wirken.

Apfelessig in Glasflasche auf braunem Holztisch
5 second Studio/shutterstock

Der Essig senkt zudem den Blutzucker. In einem von zu viel Getreide belasteten Darm, kann Apfelessig so richtig aufräumen.

Zu viel Säure ist aber auch wieder schädlich. Du musst also vorsichtig dosieren und den Essig immer gut verdünnt geben.

Manche Hundehalter geben immer einen Schuss Essig ins Trinkwasser.

Ansonsten kannst Du Deinem Bello Essig in Wasser gelöst ins Maul träufeln (mit einer Spritze) oder unters Futter mischen.

Schütte den Essig schon ein paar Minuten vor dem Füttern aus der Flasche. So können die ersten heftigen Dämpfe verfliegen. Sicher nimmt Dein Hund ihn dann besser an.

Am besten eignet sich naturtrüber Bio-Apfelessig. Der kostet meistens nur ein paar Cents mehr als der herkömmliche Apfelessig.

Zur Entwurmung und Vorbeugung gibst Du Apfelessig 1 bis 2 mal pro Woche über das Futter.

  • ein Teelöffel bei kleinen Hunden
  • ein Esslöffel bei größeren Hunden

8 natürliche Mittel gegen Würmer im Fazit

Hausmittel sind toll, um die chemische Belastung unserer Haustiere zu reduzieren. Hunde leiden wie wir unter Umweltgiften und unnatürlichen Futtermitteln.

In einem angeschlagenen Darm setzen sich mehr Parasiten fest als in einem gesunden.

Achte auf hochwertige Ernährung und ein insgesamt hundegerechtes Leben.

Haben sich sehr viele oder lebensgefährliche Parasiten angesiedelt, musst Du weiter chemisch entwurmen.

Wenn Dein Bello Vorerkrankungen hat (Allergien, organische Leiden, Stoffwechselkrankheiten) solltest Du die Anwendung von Hausmitteln vorsichtshalber mit Deinem Tierarzt besprechen.

Ansonsten wünschen wir Dir viel Erfolg beim Ausprobieren und eine wurmfreie Zeit!

Häufig gestellte Fragen

Welches ist nun das beste und hilfreichste dieser Hausmittel bei Würmern?

Zunächst einmal musst Du herausfinden, was Dein Bello von diesen Mitteln überhaupt akzeptiert. Im Grunde hast Du das „Beste“ für Euch dann schon gefunden.

Muss ich alle Hausmittel zusammen anwenden oder reicht eines?

Du musst nicht alle gleichzeitig anwenden. Der Effekt ist stärker, wenn Du ein Mittel intensiv als Kur fütterst.

Im Laufe des Jahres kannst Du zwischen den Hausmitteln wechseln. Die säurehaltigen Hausmitteln Ananas und Apfelessig solltest Du niemals zur selben Zeit füttern.

Woher weiß ich überhaupt, ob mein Hund Würmer hat?

Entweder siehst Du Würmer im Kot oder Du lässt Kotproben untersuchen. Das kostet nicht viel.

Nach einer Anwendung kannst Du erneut eine Probe untersuchen lassen und so den Erfolg des Hausmittels überprüfen.

Da die Mittel insgesamt positive Effekte auf die Gesundheit haben, kannst Du sie auch einfach so ins Blaue hinein anwenden.

Über Stefanie Baumgartner 35 Artikel
Stefanie schreibt in Bellos Reich über Wissenswertes rund um das Thema Hund. Ihr Leben hat sie früher mit den Staffordshire Terriern Cäsar und Arnold sowie dem ungarischen Streuner Kazmer geteilt. Derzeit hat sie leider keinen Hund, dafür aber Katzen, Zwergkaninchen und ein Pferd.

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