Schokoladen-Vergiftung beim Hund: mit Rechner und Tabelle

schokolade hund rechner

Hunde dürfen keine Schokolade essen. Das wissen wohl alle Hundehalter. Irgendetwas an der braunen Köstlichkeit ist für sie hochgradig gefährlich.

Aber kurz mal nicht aufgepasst und da ist es schnell passiert. Dein Vierbeiner hat sich doch ein Stück stibitzt.

Puh, und jetzt? Dass Schokolade gefährlich ist, wissen wir, aber ab welcher Menge wird es denn ernst? Was ist es überhaupt, das Schokolade für Hunde giftig macht und spielt die Sorte eine Rolle?

Was kann der Tierarzt machen, wenn mein Hund Schokolade gefressen hat? Diese und alle anderen wichtigen Fragen beantworte ich dir in diesem Artikel.

Hund hat Schokolade gefressen – Tabelle im Überblick

Wenn du einen schnellen Überblick möchtest ob für deinen Vierbeiner Lebensgefahr besteht, dann schau dir unsere Tabelle an. Sie zeigt die Auswirkungen von Vollmilchschokolade (in der Regel 30% Kakao) und dunkler Schokolade (mit 70% Kakao).

Man kann sagen, je höher der Kakaogehalt in der Schokolade ist umso schlimmer sind die Auswirkungen auf deinen Hund.

Um sicherzugehen, solltest du sofort eine Tierarzt aufsuchen, wenn Du glaubst dass dein Hund Schokolade gefressen hat.

schokolade hund tabelle
Diese Grafik darf frei verwendet werden

Was ist für Hunde so gefährlich an Schokolade?

verschiedene schokoladensorten

Das Gefährliche an Schokolade ist nicht der in ihr enthaltene Zucker. Klar, der ist auch nicht gerade gesund. Aber nimmt dein Hund einmalig etwas Zucker zu sich, macht ihn das nicht krank.

Der Stoff, der Schokolade für Hunde giftig macht, steckt im Kakao und heißt Theobromin.

Theobromin ist ein psychoaktives Alkaloid. Neben Kakao kommt es auch in Teepflanzen und Kolabäumen vor. In seiner Struktur ähnelt es stark dem Coffein und hat wie dieses ebenfalls eine anregende Wirkung auf uns.

Diese Wirkung erreicht es, indem es unsere Herzfrequenz beeinflusst und die Gefäße erweitert. Gleichzeitig wirkt es stimmungsaufhellend (englische Quelle). Aber nicht bei unseren Hunden.

Hunden fehlt das Enzym, was für den Abbau von Theobromin verantwortlich ist. Während Menschen den Stoff innerhalb von sechs Stunden abbauen, brauchen Hunde dafür fast dreimal so lange.

Deswegen kommt es bei ihnen zu einer sogenannten Schokoladenvergiftung, wenn sie kakaohaltige Schokolade zu sich nehmen. Das in der Schokolade enthaltene Coffein verstärkt den Effekt des Theobromin zusätzlich.

Übrigens fehlt auch Katzen dieses Enzym. Schokolade ist für sie daher ebenso gefährlich wie für Hunde.

Ab welcher Dosis wird es für deinen Hund lebensgefährlich?

verschiedene schokoladentafeln

Da die Gefahr im Kakao liegt, bestimmt der Kakaogehalt der Schokolade, wie giftig sie für deinen Hund ist. Als Faustregel gilt daher: Je dunkler, desto gefährlicher.



Weiße Schokolade enthält nur noch Spuren von Theobromin. Sie eignet sich natürlich nicht als Snack für unsere Vierbeiner. Aber eine Vergiftungsgefahr durch Theobromin geht von ihr nicht mehr aus.

So viel Theobromin enthält Schokolade im Schnitt pro 100 g Tafel:

  • weiße Schokolade: höchstens 0,9 mg
  • Vollmilchschokolade: 150 bis 200 mg
  • Zartbitterschokolade: 500 bis 800 mg
  • 70%ige Schokolade: 2000 mg
  • Backkakao: bis zu 2600 mg

Um erste Symptome auszulösen, reichen 15 mg Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht aus. Für einen Hund, der um die 5 kg wiegt, bedeutet das, dass er

  • 50 g Vollmilchschokolade,
  • 15 g Zartbitterschokolade oder
  • eine Kammer 70%ige Schokolade
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fressen müsste, um Symptome zu zeigen.
Ein Hund mit 20 kg Körpergewicht bekommt die ersten Symptome nach

  • 150 bis 200 g Vollmilchschokolade,
  • 50 g Zartbitterschokolade oder
  • 15 g 70%iger Schokolade.

Große Hunde, die um die 40 kg wiegen, werden nach

  • 300 bis 400 g Vollmilchschokolade,
  • 100 g Zartbitterschokolade oder
  • 30 g 70%ige Schokolade

auffällig.

hund ist krank und liegt auf dem boden

Allerdings reagieren Hunde tatsächlich recht unterschiedlich auf Theobromin. So kann es passieren, dass ein Hund, der deutlich weniger davon aufgenommen hat, ernste Symptome zeigt.

Gleichzeitig enthält nicht jede Vollmilchschokolade dieselbe Menge Theobromin. Hat dein Hund Schokolade gefressen, ist es deshalb unbedingt wichtig, dass du die Verpackung sicherst.

Gehst du zum Tierarzt, bringe sie mit, damit ihr die aufgenommene Menge an Theobromin ausrechnen könnt.

Lebensgefährlich wird es ab 100 mg Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht.

Das heißt, dass für den kleinen Hund mit 5 kg Körpergewicht schon eine normale Tafel Vollmilchschokolade tödlich sein kann.

Liegt Zartbitterschokolade herum, reichen möglicherweise bereits zwei Kammern davon für Lebensgefahr aus.

Für kleine Hunde stellt Schokolade also eine viel größere Gefahr dar als beispielsweise für den riesigen Leonberger. Kaum jemand wird wohl acht ganze Tafeln Vollmilchschokolade in seiner Reichweite liegen lassen.

Aber es beruhigt dich sicher, dass auch für winzig kleine Hunde eine einzelnes Stückchen Vollmilchschokolade ungefährlich ist.

Eine Schokoladenvergiftung erkennen: Die Symptome

hund liegt krank auf dem teppich

Jetzt kennst du die Dosis, die das Gift bei Schokolade macht. Aber wie äußert sich eine Schokoladenvergiftung überhaupt?

Die ersten Symptome unterscheiden sich manchmal kaum von einer Magenverstimmung. Sie können sehr vielfältig sein. Siehst du nicht zufällig, wie dein Hund Schokolade frisst, bringst du sie daher möglicherweise gar nicht damit in Verbindung.

  • Verdauungsbeschwerden (Blähungen, Durchfall und Erbrechen)
  • Magenkrämpfe
  • Hyperaktivität
  • vermehrter Speichelfluss
  • Durst und häufiger Harnabsatz
  • Muskelzittern und -krämpfe
  • Fieber, Hecheln und Überhitzung

Das sind die häufigsten Symptome einer akuten Schokoladenvergiftung. Manchmal riechen die Tiere auch auffällig nach Schokolade aus dem Maul.

Hat dein Hund eine bedrohliche Menge Schokolade aufgenommen, kommen wenig später

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Krampfanfälle,
  • Bewusstseinsstörungen und
  • Atembeschwerden

hinzu. Spätestens jetzt besteht Lebensgefahr.

Wann die Symptome auftreten

Die ersten Symptome können zwei bis vier Stunden nachdem dein Hund Schokolade gefressen hat auftreten. Es ist aber auch ein viel breiteres Zeitfenster möglich.

Eventuell bemerkst du erst nach sechs oder sogar erst nach zwölf Stunden, dass mit Bello etwas nicht stimmt.

Es ist daher umso wichtiger, dass du deinen Hund im Auge behältst. Treten erste Symptome erst nachts auf, bekommst du davon im schlimmsten Fall bis zum nächsten Morgen nichts mit. Lasse deinen Hund daher nicht allein, wenn er Schokolade gefressen hat.

Wann du zum Tierarzt solltest

hund ist beim tierarzt

Ein einzelnes Stückchen Schokolade ist in den seltensten Fällen gefährlich. Die Menge an Theobromin ist normalerweise unbedenklich und wird nach spätestens 18 Stunden vollständig abgebaut sein.

Allerdings lässt sich häufig gar nicht genau sagen, wie viel Schokolade ein Hund gefressen hat. Ich habe da ein Beispiel aus meiner Nachbarschaft:

Ein Spitzmischling, etwa sieben Kilogramm schwer, machte sich um Ostern herum über eine Schüssel Schokoeier her. Wir bemerkten den Schlamassel erst, als er sich schon im Wohnzimmer übergab.

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Dabei konnte er glücklicherweise fast die ganze Schokolade wieder loswerden. Beim Tierarzt bekam er etwas gegen die Magenkrämpfe und wir ließen ihn bis zum nächsten Morgen nicht aus den Augen.

Zum Glück war die Sache damit erledigt.

Niemand von uns hätte sagen können, wie viele Schokoeier aus der Schüssel fehlten. Die Verpackung war natürlich auch längst entsorgt. Die Menge an Theobromin hätten wir also schätzen müssen.

Es hätte also von „unbedenklich“ bis „letal“ jede Dosis dabei sein können.

Deswegen empfehle ich dir:

Auch wenn du sehr sicher bist, dass dein Hund nur ein kleines Stück gefressen hat, frage zumindest telefonisch nach. Du willst dir später keine Vorwürfe machen müssen, weil du nicht rechtzeitig reagiert hast.

Schokoladen-Vergiftung behandeln

pudel hat eine infusion bekommen

Gegen eine Schokoladenvergiftung gibt es nicht viel, was dein Tierarzt tun kann. Ist die Aufnahme noch nicht lange her, wird dein Hund ein Brechmittel bekommen.

Dadurch sollte ein Großteil der gefressenen Schokolade wiederkommen, sodass die Menge an Theobromin im Hundekörper sinkt.

Sind bereits mehrere Stunden vergangen, wäre ein Brechmittel wirkungslos. Dann wird dein Hund symptomatisch und je nach Stärke der Symptome behandelt.

Er bekommt Schmerzmittel, Infusionen, Krampflöser und Beruhigungsmittel. Bei Atembeschwerden kann er zusätzlich Sauerstoff bekommen.

Bei schweren Symptomen nimmt der Tierarzt deinen Hund stationär auf und überwacht ihn, bis die Symptome abklingen. Dadurch kann er schneller eingreifen, sollte sich etwas an seinem Zustand ändern. Für dich ist die Ungewissheit natürlich schrecklich, aber dort erhält er die bestmögliche Versorgung.

Prognose

Die Prognose richtet sich nach der Menge des aufgenommenen Theobromin und der zwischen Aufnahme und Behandlung verstrichenen Zeit.

Je weniger Schokolade dein Hund gefressen hat, desto besser sieht es für ihn aus. Erfolgte die Behandlung dann auch noch binnen zwei Stunden, hat er sehr gute Chancen, die Schokoladenvergiftung zu überleben.

Sonderfall Xylit

ein löffel xylit oder birkenzucker

Xylit ist auch als Birkenzucker bekannt und eine Zuckeralternative. Der Süßstoff hat fast dieselbe Süßkraft wie Zucker, aber nur halb so viele Kalorien.

Mittlerweile ist er nicht nur als Rohprodukt erhältlich, sondern auch in vielen Süßigkeiten enthalten.
Xylit ist für Hunde noch viel gefährlicher als Theobromin.

Die tödliche Dosis beträgt hierbei 0,1 g pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes (englische Quelle). Ein zehn Kilogramm schwerer Hund stirbt also möglicherweise durch ein Gramm Xylit.

Der Tod tritt hierbei durch Unterzuckerung ein, weil Xylit zu einer massiven Ausschüttung von Insulin bei Hunden führt.

Gibt es Spätfolgen durch eine Schokoladenvergiftung?

Eine Schokoladenvergiftung zieht nur sehr selten Spätfolgen nach sich. Normalerweise ist dafür nötig, dass sich ein Hund mehrmals in seinem Leben mit Schokolade vergiftet.

Dann leidet vor allem sein Herz darunter.

In der Regel kannst du aber davon ausgehen, dass eine einmalige, leichte Schokoladenvergiftung keine Folgen für deinen Hund hat.

Hausmittel, wenn der Hund sehr wenig Schokolade gefressen hat

Da selbst der Tierarzt nur symptomatisch behandeln kann, fällt die Liste an möglichen Hausmitteln auch kurz aus.

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Bedenke außerdem, dass eine unbehandelte Schokoladenvergiftung schnell lebensgefährlich werden kann. Befrage im Zweifel immer deinen Tierarzt und probiere nicht erst lange irgendwelche Hausmittel durch.

Aktivkohle oder Kohletabletten

Du beobachtest deinen Hund, wie er eine für seine Körpergröße aller Wahrscheinlichkeit nach unbedenkliche Menge Schokolade frisst? Dann kannst du ihm Aktivkohle verabreichen.

Aktivkohle verhindert die Aufnahme des Theobromin im Darm.

Das schafft sie aber nur, wenn dein Hund sie so bald wie möglich zu sich nimmt. Hat dein Hund vor über zwei Stunden Schokolade gefressen, macht die Aktivkohle keinen Unterschied mehr.

Den Hund erbrechen lassen?

Das Mittel der Wahl bei einer Schokoladenvergiftung beim Hund ist Brechmittel. Es spült eine Menge Schokolade wieder heraus und kann so ernste Symptome verhindern.

Kannst du also deinen Hund auch zu Hause einfach erbrechen lassen?

Die Antwort lautet: Auf gar keinen Fall! Beim Tierarzt erhält dein Hund ein sicheres Brechmittel in sicherer Umgebung. Ich habe schon von Hundehaltern gehört, die ihrem Vierbeiner Salzwasser eingeflößt haben, um ihn erbrechen zu lassen.

Das ist lebensgefährlich. Erbricht sich dein Hund nicht, hat er neben einer Schokoladenvergiftung auch noch eine Salzvergiftung. Erbricht er sich, aber gelangt dabei etwas in die Luftröhre, entscheiden die nächsten Sekunden über Leben und Tod.

Deswegen geschieht das Erbrechen lassen nur in kontrollierter Umgebung unter Aufsicht eines Tierarztes.

Dieses Video fasst dir noch mal die wichtigsten Fakten zum Thema zusammen.

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Hund hat Schokolade gefressen – Das Fazit

Von Schokolade geht tatsächlich eine große Gefahr für unsere Hunde aus. Betroffen sind vor allem kleine Rassen, weil für sie viel weniger Theobromin zu ernsten Symptomen führen kann.

Während große Hunde mehrere Tafeln Schokolade fressen müssten, reicht für einen Chihuahua möglicherweise ein heruntergefallenes Stück Zartbitterschokolade schon aus.

Weil man nur selten genau wissen kann, wie viel Schokolade der Hund gefressen hat, ist ein Besuch beim Tierarzt immer sinnvoll. Meistens reichen Brechmittel und Beobachten aus, damit sich der Vierbeiner wieder erholt.

Dennoch bleibt Schokolade gefährlich für Hunde. Am besten achtest du also darauf, keine Schokolade in Reichweite deines Hundes stehenzulassen. Schokolade mit Xylit solltest du am besten gar nicht erst besorgen.

Häufig gestellte Fragen

Mein Hund hat Schokolade gefressen, zeigt aber keine Symptome. Ist er trotzdem in Gefahr?

Bis die ersten Symptome auftreten, können bis zu zwölf Stunden vergehen. Behalte deinen Hund in dieser Zeit unbedingt im Blick und befrage im Zweifel zusätzlich deinen Tierarzt.

Wie wird eine Schokoladenvergiftung behandelt?

Hat dein Hund die Schokolade vor weniger als zwei Stunden gefressen, bekommt er Brechmittel. Erfolgt die Behandlung später, kommen symptomatische Medikamente zum Einsatz, die Schmerzen lindern und seinen Kreislauf stabilisieren.

Ab wie viel Theobromin besteht für meinen Hund Lebensgefahr?

Als Faustregel gilt, dass ab 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht die ersten Symptome einsetzen. Bei 60 mg kommt es zu ernsten Symptomen, während die letale Dosis zwischen 100 und 500 mg angegeben wird.

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