Ascorbinsäure im Urin beim Hund: Gefährlich oder Unbedenklich?

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Wie wichtig Vitamine für uns Menschen sind, hören wir aus allen Richtungen.

Nahrungsergänzungsmittel, die uns genau mit den benötigten Dosen versorgen wollen, gibt es massenhaft auf dem Markt. Für unsere Hunde wächst das Angebot ebenfalls.

Was passiert aber, wenn die Vitamine plötzlich im Urin landen? Ascorbinsäure, also Vitamin C, hat auf einigen Urinteststreifen ein eigenes Testfeld, also scheint das ja vorzukommen.

Wie schlimm Ascorbinsäure im Hundeurin ist und was du sonst noch darüber wissen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Ascorbinsäure?

Ascorbinsäure ist eine organische Säure mit saurem Geschmack. Sie kommt in vielen Obst- und Gemüsesorten sowie einigen tierischen Produkten vor.

Besser bekannt ist die Ascorbinsäure unter dem Namen Vitamin C. Die besten Lieferanten für Vitamin C sind

  • Brennnessel (etwa 330 mg je 100 g),
  • Grünkohl (etwa 120 mg je 100 g),
  • Paprika (etwa 100 mg je 100 g),
  • Erdbeeren (etwa 65 mg je 100 g),
  • Zitronen (etwa 50 mg je 100 g) und
  • Kalbs- und Rinderleber (etwa 35 mg je 100 g).

Die Aufnahme erfolgt über die Nahrung, wobei Hunde zusätzlich selbst Vitamin C produzieren können. Die Produktion findet in der Leber statt. Deswegen enthält Rinderleber auch so viel Ascorbinsäure.

Übrigens sind Menschen, Affen und einige andere Tiere (einige Vögel und Knochenfische) die einzigen, die nicht dazu in der Lage sind.

Wir müssen uns unser Vitamin C vollständig über die Nahrung holen.

Hunde benötigen für die Herstellung von Ascorbinsäure Zucker. Mithilfe von Enzymen wird der Zucker immer weiter zersetzt, bis am Ende das Vitamin übrig bleibt.

Vitamin C ist ein Antioxidans. Es hält also die Zellen jung, indem es freie Radikale fängt. Aber es erfüllt noch viele weitere Aufgaben. Dein Hund benötigt Ascorbinsäure, um Blut zu bilden, Knochen, Bindegewebe und Knorpel zu erneuern.

Zudem funktioniert das Immunsystem nur, wenn ausreichend Vitamin C vorhanden ist. Bei Mangel wird Bello schneller krank.

Wie viel Ascorbinsäure im Hundeurin ist normal?

Vitamin C ist sehr gut wasserlöslich. Das bedeutet, dass es leicht in größeren Mengen in den Urin gelangt. Das ist überhaupt kein Problem und schützt sogar vor Überdosierung.

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Bei Vitamin C kommt es, anders als beispielsweise bei Vitamin A kaum zu einer Hypervitaminose. Überschüssiges Vitamin C gelangt einfach über den Urin ins Freie.

Das bedeutet, dass viel Vitamin C im Urin deines Hundes kein Problem darstellt. Es heißt nur, dass er gut damit versorgt ist.

Zu wenig Vitamin C im Urin könnte hingegen darauf hindeuten, dass dein Hund an einer Unterversorgung leidet.



Ein Feld für Ascorbinsäure besitzen nicht alle Urinteststreifen. Es gibt aber Tests, die den Urin speziell auf Vitamin C testen. Ein negatives Ergebnis erscheint dabei häufig schwarz.

Je mehr Ascorbinsäure enthalten ist, desto oranger wird das Testfeld.

Wie viel Vitamin C im Urin deines Hundes enthalten sein sollte, lässt sich nicht sagen. Die Werte können durch die Ernährung und Konzentration des Urins sehr stark schwanken.

Solange dir keine Symptome an deinem Hund auffallen, sind aber weder hohe noch niedrige Werte besorgniserregend.

Wie wichtig ist der Anteil an Ascorbinsäure im Urin von Hunden?

Wie hoch die Konzentration an Ascorbinsäure im Hundeurin ist, ist tatsächlich eher unwichtig. Wichtig ist das Feld nur dadurch, dass Ascorbinsäure die Ergebnisse anderer Testfelder verfälscht (Quelle).

Glukose und Blut bleiben so möglicherweise unentdeckt.

Um das zu verhindern, geben viele Hersteller diesen Testfeldern Zusätze hinzu. Dadurch kann das Vitamin C nicht mehr in die Oxidation eingreifen. Andere prüfen in einem extra Testfeld, ob Vitamin C im Urin vorhanden ist.

Schlägt es aus, sollte der Test wiederholt werden.

Der Gehalt an Ascorbinsäure im Hundeurin, ist also nur wichtig, um falsche Ergebnisse anderer Testfeldern auszuschließen. Falsch negative Ergebnisse behindern schließlich die Diagnostik.

Wie der Anteil an Ascorbinsäure im Urin aus dem Gleichgewicht gerät

Ascorbinsäure wird bei Hunden in der Leber aus Glukose synthetisiert. Das bedeutet, dass Lebererkrankungen und zu wenig oder zu viel Zucker ihren Anteil im Urin beeinflussen können. Als Ursachen für niedrige Werte kommen daher

  • Leberschäden,
  • Hunger und
  • zu wenig Ascorbinsäure in der Nahrung

infrage.

Ist die Leber stark geschädigt, stellt sie nach und nach ihre Funktionen ein. Irgendwann ist auch die Produktion des Vitamins betroffen und bleibt auf der Strecke.

Hat dein Hund lange nichts gefressen, sinkt sein Blutzuckerspiegel. Ihm fehlt Zucker, der für die Herstellung von Ascorbinsäure in der Leber notwendig wäre.

Deswegen kann bei anhaltender Krankheit oder nach einer Fastenzeit (egal aus welchen Gründen) auffallend wenig Ascorbinsäure im Urin sein.

Lange Zeit dachte man, da Hunde ja Ascorbinsäure selbst herstellen können, brauchen sie keine Futterzusätze. Ascorbinsäure fand ihren Weg ins Hundefutter höchstens, weil sie sich hervorragend als Konservierungsmittel eignet.

Mittlerweile wissen wir, dass man Vitamin C kaum überdosieren kann und eine gute Versorgung damit die Gesundheit fördert. Schaue daher mal auf der Verpackung deines Hundefutters nach.

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Enthält es zugesetztes Vitamin C?

Zu hohe Konzentrationen kommen bei

  • Diabetes,
  • zu viel Ascorbinsäure in der Nahrung und
  • bei sehr seltenen Krebsformen

vor.

Gerät der Blutzucker aus den Fugen, kann der Körper mehr Vitamin C produzieren. Schließlich ist auch mehr Zucker dafür vorhanden.

Ebenso wird dein Hund mehr Ascorbinsäure im Urin haben, wenn er mehr davon über seine Nahrung aufnimmt. Wie gesagt, ist das Vitamin sehr gut wasserlöslich.

Was dein Hund nicht braucht, geht einfach über den Urin wieder raus. Selbst bei normaler Versorgung mit Vitamin C gehen etwa 10 % davon über den Urin verloren.

In einigen Fällen greift Krebs in die Hormon- oder Enzymproduktion. Als Folge geraten viele Stoffwechselkreisläufe im Körper aus dem Gleichgewicht.

Wird dadurch mehr UDP-Glucose-Dehydrogenase gebildet, stellt der Körper auch mehr Vitamin C her. UDP-Glucose-Dehydrogenase ist das dafür notwendige Enzym.

Symptome bei zu wenig Ascorbinsäure im Hundeurin

Ascorbinsäure im Hundeurin ist also völlig normal. Bei zu viel oder zu wenig kann es dennoch zu weiteren Symptomen kommen. Ob diese behandelt werden sollten, muss dein Tierarzt entscheiden.

Einen starken Vitamin-C-Mangel kennst du sicherlich als Skorbut. Die gefürchtete Seefahrerkrankheit trat durch Mangelernährung gehäuft auf langen Seefahrten auf.

Der Fachbegriff für Vitamin-C-Mangel ist Vitamin-C-Avitaminose. Sie äußert sich bei deinem Hund durch

  • langsame, schlechte Wundheilung,
  • schlechtes Immunsystem (Krankheitsanfälligkeit),
  • Blutarmut (Anämie),
  • blaue Flecken und
  • Blutungen (häufig im Maul).

Diese Symptome sind aber sehr unwahrscheinlich, weil Hunde selbst Vitamin C herstellen können.

Symptome bei zu viel Ascorbinsäure im Hundeurin

Eine Vitamin-C-Hypervitaminose, also eine Überdosis, ist ebenfalls sehr selten. Nimmt dein Hund länger zu viel Ascorbinsäure zu sich, führt das zu

Übrigens kann eine Überdosis an Vitamin C sogar hilfreich sein. Viele Bakterien können sich in sauren Umgebungen schlechter vermehren (Quelle).

Ärzte verschreiben daher bei Blasenentzündungen manchmal Vitamin C, um die Entzündung ohne Antibiotikum zu bekämpfen.

Das kann funktionieren, sollte aber nur angewendet werden, wenn dein Hund nicht zu Blasen- oder Nierensteinen neigt.

Auch bei Demenz ist Vitamin C wichtig. Gut mit Ascorbinsäure versorgte Hunde zeigen weniger Symptome bei Demenz als solche, die das Vitamin nicht zusätzlich bekommen (spanische Quelle).

Gibt es falsch positive/negative Ergebnisse?

Beides ist bei Vitamin C äußerst unwahrscheinlich und meist auf Teststreifenfehler oder Fehler in der Handhabung oder Lagerung zurückzuführen.

Durch andere Beimengungen im Urin wird das Testfeld für Ascorbinsäure normalerweise nicht beeinflusst.

Zum Tierarzt, weil der Wert für Ascorbinsäure aus dem Gleichgewicht geraten ist?

Stellst du zu viel oder zu wenig Ascorbinsäure im Urin deines Hundes fest, musst du nicht sofort zum Tierarzt. Zeigt dein Hund keine weiteren Symptome, ist es auch nicht schlimm, wenn er über längere Zeit immer wieder viel oder auffällig wenig Ascorbinsäure im Urin hat.

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Du kannst natürlich trotzdem deinen Tierarzt um Rat fragen. Es kann nie schaden, dass ein Experte deinen Vierbeiner untersucht. Aber höchstwahrscheinlich hat dein Hund einfach etwas viel oder zu wenig Vitamin C bekommen.

Das ist kein Grund zur Sorge. Passe einfach seine Ernährung etwas an, dann gibt sich das Problem von alleine.

Prognose

Bei anhaltender Unterversorgung mit Vitamin C leidet das Immunsystem deines Hundes. Er wird deutlich krankheitsanfälliger und hat mit leichten Infektionen stärker zu kämpfen.

Durch Nahrungsergänzungsmittel kriegst du das Problem schnell in den Griff. Wie sinnvoll diese im Allgemeinen sind, verrät dir dieses Video.

Brauchen Hunde und Katzen Nahrungsergänzungsmittel? Sind zusätzliche Vitamine und Minerale sinnvoll?

Erhält dein Hund lange viel zu viel Vitamin C, ist das meist auch keine große Sache. Mit angepasster Ernährung ist bald alles wieder im Gleichgewicht.

Folgen ausbleibender Behandlung

Vitamin-C-Mangel kann die Knochen schädigen und zu Zahnausfall führen.

Bei Hunden ist der Mangel zudem sehr wahrscheinlich durch eine Krankheit (Leberschaden oder Krebs) ausgelöst. Wird diese Ursache nicht behandelt, kann sie sich ausbreiten und das Leben deines Hundes gefährden.

Viel zu viel Vitamin C kann mit der Zeit zu chronischen Verdauungsbeschwerden führen. Zudem steigt die Gefahr für Oxalatkristalle im Harn und in den Nieren. Diese greifen die Nieren an und können sogar die Blase verschließen. Ein Blasenverschluss ist akut lebensbedrohlich.

All diese Folgen sind aber zum Glück sehr unwahrscheinlich. Dass dein Hund durch zu viel oder zu wenig Vitamin C schwer krank wird, kommt kaum vor.

Mein Hund hat Ascorbinsäure im Urin: Das Fazit

Ascorbinsäure oder Vitamin C ist ein eher unwichtiges Feld auf dem Urinteststreifen.

Es ist so unwichtig, dass es bei vielen Marken gar nicht vorkommt. Wie viel Vitamin C im Urin deines Hundes ist, ist nämlich nur dann von Bedeutung, wenn man ausschließen will, dass die Testfelder für Blut und Glukose verfälscht wurden.

Beide Testfelder werden durch Vitamin C beeinflusst, was die Diagnosestellung erschwert.

Über- und Unterdosierung von Vitamin C kommt bei Hunden kaum vor. Sie können Ascorbinsäure selbst herstellen.

Was zu viel ist, wird über den Urin aus dem Körper geschleust. Viel Ascorbinsäure im Urin heißt also in erster Linie, dass dein Hund gut mit Vitamin C versorgt ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Ascorbinsäure brauchen Hunde täglich?

Gesunde Hunde müssen nicht mit zusätzlicher Ascorbinsäure in Form von Vitaminpräparaten versorgt werden. Die meisten Hundefutterhersteller geben ihren Produkten etwas Ascorbinsäure hinzu, was völlig ausreicht.

Können Hunde selbst Vitamin C herstellen?

Hunde können pro Tag bis zu 40 mg Vitamin C je Kilogramm Körpergewicht produzieren.

Meine Teststreifen haben kein Testfeld für Ascorbinsäure. Warum?

Der Gehalt an Ascorbinsäure im Hundeurin ist nur wichtig, um verfälschte Ergebnisse für Blut und Glukose auszuschließen. Deshalb verzichten viele Hersteller darauf und schützen stattdessen die anderen Testfelder vor Störungen durch das Vitamin.

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