Sommerekzem beim Hund – wenn’s furchtbar juckt und beißt

Sich kratzender Husky
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Es beginnt mit einem kleinen Fleck. Die rötliche Stelle im Fell ist offen, entzündet und nässt. Vielleicht hat sich auch ein Schorf auf der Wunde gebildet.

Doch den kratzt sich Bello sicher bald weg – denn das Sommerekzem juckt extrem.

Kommt Dein Schatz mit den Pfoten nicht hin, muss er still unter dem nervigen Juckreiz leiden. Oder aber, er beginnt sich heftig zu Reiben. In Reichweite der Zunge schlecken Hunde intensiv an Ekzemen.

Wieso Ekzeme entstehen, ist nicht ganz eindeutig erklärbar. Sicher ist aber, dass sie stören und richtig Ärger machen können. Vor allem langhaarige Hunde sind im Sommer davon betroffen.

Was ist ein Sommerekzem überhaupt?

Das Wort Ekzem stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Herausbrodeln“. Andere Begriffe sind Juckflechte oder Hotspot (heißer Punkt).

Ekzeme sind Entzündungsreaktion der Haut (nässende Dermatitis). Für andere Hunde sind sie nicht ansteckend.

Entzündung am Bauch
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Typisch Anzeichen für Ezkeme sind

  • Rötungen der Haut
  • Juckreiz
  • Nässen der offenen Wunde
  • übler Geruch
  • Eiter
  • Verklebungen im Fell
  • Schuppen und
  • Krustenbildung

Wieso entsteht ein Sommerekzem?

Das Sommerekzem heißt so, weil es ausschließlich zur (feucht) warmen Jahreszeit auftritt. Vermutlich sind diese Auslöser verantwortlich

  • allergische Reaktionen auf Stechinsekten
  • hormonelle Veränderungen der Haut und des Organismus
  • Stoffwechselprobleme.

Besonders häufig sind langhaarige oder dicht behaarte Rassen wie Schäferhunde, Retriever Arten, Neufundländer, Berghunde, Spitze und Huskys vom Sommerekzem betroffen.

Zwei rennende Collies
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Daneben spielt vermutlich die Fütterung eine Rolle

  • Nährstoffüberversorgung
  • Belastung durch Umweltgifte
  • zu viel oder falsches Protein.

Als letztes kommen natürlich noch die nervigen Plagegeister zur Sommerzeit dazu. Die Anzahl der Insektenstiche und Parasitenbisse nimmt in der warmen Jahreszeit zu.

Diese Tierchen trinken nicht nur Blut, sondern injizieren Sekrete in die Wunde.

Gemeinsam mit einer Überreaktion der Immunabwehr, kann es in der Folge zu eitrigen Schwellungen, Pusteln, der Flohallergischen Dermatitis oder eben einem Ekzem kommen.

Als Auslöser kommen auch diese Umweltreize infrage

  • reizende Substanzen aus Nesselpflanzen (Brennnessel und ähnliche)
  • Spritzmittel in der Landwirtschaft
  • kleinere Verletzungen und Risse in der Oberhaut.
Brennessel und Welpe
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Jeder Hund kann ab und an von einem Ekzem betroffen sein. Ist das einmal der Fall und heilt es durch die Behandlung bald ab, musst Du Dir keine Sorgen machen.

Das Ekzem kann allerdings auch als eine Art dauer-allergische Reaktion auftreten. Manche Halter mit Ekzemer-Hunden haben eine lange Leidensgeschichte, mit viel Antibiotika, Cortison und wenig Erfolg hinter sich.

Falls Du jetzt schon gequält seufzt und mit den Augen rollst, stellen wir Dir später noch einige Gedanken der alternativen, ganzheitlichen Heilkunde rund ums Ekzem vor.

Das Sommerekzem fängt klein an und breitet sich aus

Typisch ist die Entstehung an einer winzig kleinen Stelle. Was zunächst harmlos aussieht, entwickelt sich durch das Kratzen Deines Lieblings schnell zu einem großflächigen Horror.

Ein Ekzem kann binnen weniger Tage von ein paar Millimetern zu einem Handflächen großen Problem werden (und immer weiter wachsen).

Die Haut wird trocken, wellig und schuppt sich. Dazwischen sitzen entzündete, nasse Stellen. Schlimmstenfalls setzen sich immer mehr Bakterienstämme und Pilze fest.

Durch den immensen Juckreiz kratzt Bello immer mehr – ein Teufelskreis beginnt.

Sommerekzem beim Hund (Dermatitis)
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Das Sommerekzem von anderen Hautkrankheiten unterscheiden

Ein Ekzem taucht meistens plötzlich auf. Es nässt und sondert eine übelriechende Flüssigkeit ab.

Die Läsion (Wunde) ist nur oberflächlich. Ekzeme haben in der Regel keine runden Kanten, wie Pusteln um Einstichstellen das haben. Sie können sich aber aus einer Einstichstelle bilden.

Ekzeme lassen sich nicht mit herkömmlichen Wundsalben behandeln. Unter Umständen wachsen sie darunter erst Recht noch an.

Diagnose und Behandlung durch den Tierarzt

Tierärzte erkennen Ekzeme meistens schon auf den ersten Blick am typischen Erscheinungsbild.

Um die Abheilung zu unterstützen, wird zunächst das Fell rund um das Ekzem abgeschoren. Viel frische Luft beschleunigt die Heilung.

Antibiotische Cremes und spezielle Salben vom Tierarzt bilden einen luftdurchlässigen Film auf den Wunden. Bakterien und Pilze werden abgetötet.

Schleckt und kratzt Bello zu sehr an der entzündeten Stelle, wird Dir der der Tierarzt zum Anlegen eines Halskragens raten.

Manche Hunde werden durch die Teile richtig verrückt. Zu dieser Maßnahme solltest Du (vor allem in Hochsommer) nur dann greifen, wenn es wirklich sein muss.

Halskragen
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Lässt Du Deinem Bello viel Pflege und Liebe zukommen, geht es oft auch ohne Kragen.  

Ist das Ekzem durch einen Parasiten-Befall entstanden, werden die natürlich gleich mitbehandelt.

Das Ekzem als allergische Umweltreaktion

Es gibt eine Neigung zu Ekzemen und weiteren Allergien, deren Ursache unklar ist. Vermutlich gibt es einen Zusammenhang mit einer Überlastung der Entgiftungsorgane Leber, Nieren und Darm.

Alternative Tierärzte gehen davon aus, dass Allergien aus der Anreicherung von Giftstoffen im Körper entstehen. Der Tierarzt Dr. Franz ist Experte auf dem Gebiet und engagiert sich seit Jahren für die alternative und schonende Heilung von Hunden.

In diesem Video spricht er über Fehler in der Haltung und Fütterung. Er weißt auf die Problematiken mit der übereifrigen Gabe von Medikamenten wie Antibiotika und Wurmkuren hin.

Hast Du einen sensiblen Hund, lohnt sich die Auseinandersetzung mit diesem Thema ganz besonders.

Allergie beim Hund! Das EINZIGE was du wirklich darüber wissen MUSST!

Was Du bei Sommerekzem für Deinen Hund tun kannst

Um schnell heilen zu können, muss ein Ekzem abtrocknen können. Die Haut sollte gepflegt und elastisch sein.

Am besten erfährt Bello keine weiteren Belastungen durch Stress, ungewohnte Situationen, Impfungen, Wurmkuren, unnötige Futterwechsel und dergleichen.  

Das Ekzem reinigst Du einmal täglich mit Lotionen vom Tierarzt oder Du besorgst Dir selbst welche. Für empfindliche Hunde gibt es rein pflanzliche Produkte, die den Säuregehalt der Haut schützen und balancieren.

Im Handel bekommst Du Nahrungsergänzungsmittel speziell für die Hunde-Haut. Die Produkte enthalten essentielle Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe für elastische und gesunde Haut.

Alternativ kannst Du täglich etwas hochwertiges Leinöl, Hanföl oder Distelöl zufüttern.

Achte auf schonende, leicht verdauliche Kost. Am besten entscheidest Du Dich für ein Futtermittel mit viel gutem Fleisch, wenig Getreide und einer durchdachten Mineralisierung.

Das Ekzem kannst Du täglich mit Kamillentee abtupfen.

Kamillentee
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Fertiges Aloe Vera-Gel oder der Saft einer frischen Aloe Pflanze lindert Juckreiz und desinfiziert auf natürliche Weise.

Heilerde kann wunderbar austrocknen und pflegen. Dazu feuchtest Du sie einfach an und schmierst sie als dünnen Film auf das Ekzem.

Während sie auftrocknet, zieht Heilerde Schmutz, Giftstoffe und Krankheitserreger aus der Haut. Wenn sie trocken ist, bröselt sie von alleine ab (liegt dann unter Umständen überall herum).

Abbürsten oder abreiben solltest Du trockene Heilerde nur mit einer super-weichen Bürste oder einem Tuch. Heilerde reguliert den natürlichen Säuregehalt der Haut.

Heilerde
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Vorsicht ist bei Apfelessig geboten.

Normalerweise ist der sehr pflegend für Haut und Fell. Hat Bello offene Stellen auf der Haut, ist die Säure zu schmerzhaft. Auf dieses Hausmittel verzichtest Du bei einem Ekzem also besser.

Ekzeme können sich über Erreger in der Umgebung immer wieder neu infizieren. Besonders, wenn sie großflächig sind, bekommt der Hund ständig Schmutz, Bakterien, Pilze oder andere reizende Umweltstoffe in die Wunden.

Wasche Bellos Decken alle paar Tage und sorge für eine natürliche aber nicht übertriebe Sauberkeit in seinem Umfeld.

Sommerekzem beim Hund – das Wichtigste in Kürze

German Shepherd Lukero
Shepherd Lukero / Shutterstock.com

Ein Sommerekzem ist eine offene, nässende und entzündete Hautstelle. Manchmal wird es auch als Hotspot, Juckflechte oder nässende Dermatitis bezeichnet.

Es beginnt mit einer kleinen Läsion, die sich schnell ausbreiten kann.

Durch Kratzen und heftiges Belecken der Stelle wird die Haut zunehmend wund. Dringen Bakterien und Pilze ein, entstehen zähe Folgeinfektionen.

Als Auslöser gelten Stoffwechselprobleme und Reizungen durch Insektenstiche und ähnliches.

Behandelt wird es mit speziellen Cremes und Lotionen vom Tierarzt und/oder mit Hausmitteln.

Hat Dein Hund eine sonderbare Neigung zu Ekzemen, kann eine Überlastung er Entgiftungsorgane dahinter stecken. In diesem Fall sind alternative Therapien oft die bessere Wahl, als anhaltende Gaben von Antibiotika oder Cortison.

Häufig gestellte Fragen

Woran kann ich ein Ekzem sicher erkennen?

Sommerekzeme oder Hotspots lassen sich gut an der nässenden oberflächlichen Wunde und einem unangenehmen Geruch erkennen. Bist Du Dir unsicher sollte der Tierarzt die Diagnose stellen.

Kann ich ein Ekzem auch selbst behandeln?

Du kannst ein Ekzem mit den erwähnten Hausmitteln behandeln. Breitet es sich dennoch immer weiter aus, solltest Du zum Tierarzt gehen.

Das Gleiche gilt, wenn Dein Hund sehr unter dem anwachsenden Ekzem leidet, extrem kratzt und schleckt. Der Tierarzt kann Mittel verabreichen, die den Juckreiz stillen.

Antibiotika und Cortison oder Hausmittel, ich weiß nicht, was das Beste für meinen Hund ist?

Das kommt auf den Einzelfall an.

Breitet sich ein Ekzem trotz Pflegemaßnahmen weiter aus, können Antibiotika und weitere Medikamente die einzige Hilfe sein.
Leidet Dein Hund unter Allergien und ist auch sonst sehr sensibel, können Antibiotika mehr schaden als nutzen.

Bei hartnäckigen Ekzemen solltest Du auf jeden Fall über Alternativen (Darmsanierung und Giftausleitung) nachdenken.

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