Mein Hund hat gelbe Körner im Kot: Ursachen und Behandlung

gelbe körner im hundekot

Die regelmäßige Kontrolle der Hundehäufchen gehört für gewissenhafte Hundehalter dazu. Der Kot unserer Hunde verrät uns viel über ihren Gesundheitszustand. Also in diesem Fall, Augen auf und durch.

Eine Auffälligkeit, auf die du dabei stoßen kannst, sind gelbe Körner. Na, ist dein erster Gedanke hier auch unverdauter Mais?

Wo die gelben Körner herkommen, ob du mit dem Verdacht auf Mais richtig liegst, und was sie für die Gesundheit deines Hundes bedeuten, erfährst du hier. Außerdem verrate ich dir, wie du deinem Vierbeiner neben dem Besuch beim Tierarzt noch helfen kannst.

Gelbe Körner im Hundekot: Auf den Punkt gebracht

Gelbe Körner im Hundekot deuten auf unverdaute Futterreste wie Mais, Karotten oder Paprika hin. Diese treten stärker in den Vordergrund, wenn dein Hund an einer Erkrankung leidet, die sein Verdauungssystem betrifft (Darmentzündung, Parasiten, Pankreatitis).

Fallen weitere Symptome, wie Durchfall, Erbrechen oder auch gelbe Schleimhäute, auf, suche einen Tierarzt auf.

Sind gelbe Körner im Hundekot gefährlich?

Diese Frage kann ich nicht ohne Weiteres beantworten. Es gibt, wie so oft, unbedenkliche, bedenkliche und sehr bedenkliche Gründe dafür.
Sicher ist aber, dass gelbe Körner im Hundekot, kein Notfall sind, wenn dein Hund ansonsten keine Symptome zeigt. Du kannst das Ganze also ruhig zwei Tage beobachten, bevor du dich an deinen Tierarzt wendest.

Woher die gelben Körner im Hundekot kommen

Die einfachste Erklärung ist, dass es sich bei den Körnern um unverdautes Futter handelt. Mais kann dein Hund beispielsweise nicht komplett verwerten. Ihn erkennt man oft noch sehr gut in den Häufchen. Auch Karotten oder Kürbis löst sich möglicherweise nicht vollständig auf.

Durch die kräftige gelbe oder orange Färbung fallen die Reste im Kot auf. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Allerdings können gelbe Körner im Hundekot auch auf etwas anderes deuten. Bei diesen Erkrankungen kommt es ebenfalls zu diesem Symptom:

  • Lebererkrankungen,
  • Pankreatitis,
  • Darmentzündung,
  • Parasiten und
  • einer Futtermittelallergie

Lebererkrankungen

Lebererkrankungen zeigen sich erst spät und auch dann wissen viele Hundehalter nicht, was die Symptome zu bedeuten haben. Nahezu eindeutig auf ein Leberproblem deuten

  • gelbe Schleimhäute,
  • stark stinkender, fettiger Kot und
  • eine erhöhte Blutungsneigung


Außerdem stört eine erkrankte Leber die Gallenproduktion. Das wiederum kann zu gelben Körnchen im Kot führen. Wahrscheinlicher sind hierbei aber die anderen Symptome.

Speziell die gelben Schleimhäute kannst du, sofern dein Hund ausreichend schwach pigmentierte Stellen auf dem Zahnfleisch hat, selbst feststellen.

S. Comazzi veröffentlichte 2004 im Journal of small animal practice eine Studie zu Blutwerten bei Hunden. Dafür nahmen die Forscher über 1000 gesunden Tieren Blut ab. Bei fast jedem fünften Vierbeiner war der ALT-Wert erhöht. ALT ist die Abkürzung für Alanin-Aminotransferase.

Das ist ein Enzym, das sich bei Zellschäden anreichert.

Die Teilnehmer waren zu dem Zeitpunkt aber, wie gesagt, alle gesund. Zumindest war den Besitzern keine Erkrankung bekannt. Das zeigt, wie wichtig es ist, bei vermuteten Leberproblemen schnell zu handeln. Zeigt der Vierbeiner Symptome, ist die Leber nämlich schon stark geschädigt.

Pankreatitis

Eine entzündete Bauchspeicheldrüse nennt man Pankreatitis. Das Organ hat normalerweise zwei wichtige Aufgaben:



  • die Hormone Insulin und Glukagon bilden und
  • Verdauungssäfte produzieren.

Die Bauchspeicheldrüse reguliert also den Blutzuckerspiegel und sorgt dafür, dass dein Hund sein Futter verdauen kann.

Funktioniert sie aufgrund einer Entzündung nicht richtig, fehlen deinem Hund möglicherweise diese Verdauungssäfte. Dann kann sein Körper die Nahrung nicht so weit verwerten, wie es normalerweise der Fall wäre.

Am Ende scheidet er daher einen Teil seiner Nahrung unverdaut wieder aus.
Hat er Nahrungsmittel mit viel gelbem Farbstoff gefressen, fallen dir die umso stärker im Häufchen auf.

Darmentzündung

Die Darmentzündung führt auf ähnlichem Weg wie die Pankreatitis zu den gelben Körnern. Auf dem Weg durch den Darm wird die Nahrung weiter verdaut. Bei einer Darmentzündung funktioniert das aber nicht richtig.

In diesem Fall sind Verdauungssäfte zwar da, aber die vorbereitete Nahrung wird vom Darm nicht resorbiert.

Entsprechend bleiben die Bestandteile im Nahrungsbrei und dein Hund scheidet sie wieder aus. Gab es kurz vorher Mais, Karotten, Kürbis oder Paprika, erkennst du möglicherweise gelbe Körner im Kot.

Parasiten

Die meisten Hunde haben in ihrem Leben das eine oder andere Mal mit Würmern zu kämpfen. Gesunden Tieren sieht man die Infektion vielleicht gar nicht an.

Senioren, Welpen und vorerkrankte Hunde leiden jedoch stark an den Parasiten. Sie zeigen das durch

  • stumpfes Fell,
  • Abmagerung,
  • Blut im Stuhl und
  • eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Handelt es sich um Bandwürmer, machen die Biester es sich im Darm deines Lieblings gemütlich. Dort saugen sie sich in der Darmwand fest, trinken Blut und legen ständig Eier.

Diese Eier scheidet dein Hund mit seinem Kot aus. Sie sind weißlich, können aber auch gelblich erscheinen. In ihrer Größe und Form erinnern sie an Reiskörner.

Futtermittelallergie

Einer von fünf Hunden leidet an einer Allergie. Das muss nicht unbedingt eine Futtermittelallergie sein. Aber die Auswahl an Allergenen ist in diesem Bereich besonders groß. Gemeinerweise kann dein Hund sein Futter lange vertragen, bevor er plötzlich darauf reagiert.

Vielleicht hat der Hersteller auch die Zusammensetzung geändert und du hast es nicht bemerkt.
Deswegen ist es wichtig, dass du weißt, worauf du bei deinem Hund achten musst.

Leidet er an einer Futtermittelallergie, ist seine Verdauung gestört. Wie bei der Leberentzündung oder der Pankreatitis scheidet er Teile seines Futters daher unverdaut wieder aus.

Am häufigsten kommt es, laut Sandra Anna Baumann, aber zu Juckreiz. Bei Hunden sind speziell die Pfoten betroffen. Wird die Futtermittelallergie lange nicht erkannt, geht deinem Vierbeiner dort sogar das Fell aus.

Begleiterscheinungen bei gelben Körnern im Hundekot

Sind die gelben Körner auf ein gesundheitliches Problem zurückzuführen, werden dir weitere Symptome auffallen. Je nach Ursache kommen da

  • Durchfall,
  • Erbrechen,
  • Futterverweigerung,
  • Gewichtsverlust,
  • Bauchschmerzen,
  • Juckreiz (speziell an den Pfoten) und
  • gelbe Schleimhäute

infrage.

Zum Tierarzt, weil du gelbe Körner im Kot deines Hundes findest?

Meistens handelt es sich bei den Körnern nur um Nahrungsreste, die dein Hund nicht verwerten kann. Überlege am besten, was er die letzten zwei Tage gefressen hat.

Waren Mais, Karotten oder gelbe Paprika darunter? Dann handelt es sich vermutlich nur um Reste davon. Besonders, wenn dein Hund ansonsten völlig symptomfrei ist, musst du wegen einmaligen gelben Körnern im Kot nicht zum Tierarzt.

Verhält er sich aber anders, hat Verdauungsbeschwerden, Schmerzen oder sonstige Symptome, ist ein Besuch empfehlenswert. Im schlimmsten Fall handelt es sich um eine Lebererkrankung, die schnellstmöglich behandelt gehört.

Das ist zwar, wie gesagt, unwahrscheinlich, aber befrage zur Sicherheit lieber trotzdem deinen Tierarzt.

Was du außerdem tun kannst: 3 Tipps

Neben dem Tierarztbesuch hast du noch weitere Möglichkeiten deinem Hund bei gelben Körnern im Kot zu helfen. Welche das sind, erfährst du in den folgenden Unterpunkten.

#1 Regelmäßige Entwurmungen

Das Gemeine an Würmern ist, dass es kein Mittel gibt, das deinen Hund vor einer Ansteckung schützt. Wurmeier befinden sich vor allem auf anderen Hundehaufen. Schon intensives Schnüffeln kann reichen, damit dein Hund ein paar Eier aufnimmt.

Die Wurmkur von vor zwei Tagen schützt ihn dann nicht mehr. Deswegen ist es umso wichtiger, dass du deinen Hund regelmäßig entwurmst und nicht erst, wenn er Symptome zeigt. Natürlich kannst du vorher auch eine Stuhlprobe von deinem Tierarzt untersuchen lassen.

Bedenke aber, dass dabei nur ein verschwindend geringer Teil seines Kotes untersucht wird. Zudem muss ein infizierter Hund nicht bei jedem Stuhlgang Wurmeier ausscheiden.

Das bedeutet, dass die Untersuchung ohne Auffälligkeiten verlaufen kann, dein Hund aber trotzdem Würmer hat. Ich würde dir daher empfehlen, deinen Hund alle sechs Monate zu entwurmen. Frisst er Schnecken oder andere kleine Tiere wie Frösche oder Mäuse, musst du die Entwurmung vielleicht auch alle drei Monate wiederholen.

Genauso sieht es auch aus, wenn dein Hund fremde Kothaufen frisst. Wie du es schaffst, dass er damit aufhört, erfährst du in diesem Video.

Warum frisst mein Hund Kot? - Tierarzt erklärt Gründe für Kotfressen

#2 Vorsorgeuntersuchungen

Auch wenn dein Hund keine Symptome zeigt, ist ein jährlicher Check-up wichtig. Idealerweise findet dabei auch eine Blutuntersuchung statt, die die wichtigsten Parameter prüft. So findet dein Tierarzt Baustellen, die bisher noch nicht sichtbar waren, und kann schnell die richtige Therapie empfehlen.

#3 Hochwertiges Futter

Ein hochwertiges Futter schützt deinen Hund nicht vor Futtermittelallergien. Es sorgt aber dafür, dass dein Vierbeiner alle Nährstoffe bekommt, die er braucht. Entsprechend hat er bessere Chancen, gesund zu bleiben.

Wird er doch mal krank, ist sein Immunsystem gut versorgt und kann ihn beschützen.

Fazit

Wenn du bei gelben Körnern im Hundekot als Erstes an Mais und Co. denkst, liegst du richtig. Unverdautes Futter ist tatsächlich der häufigste Grund für diese Auffälligkeit. Allerdings kann sich dahinter auch eine ernste Erkrankung verstecken.

Spätestens, wenn dein Hund weitere Symptome zeigt, solltest du also zum Tierarzt gehen.
Viele der Krankheiten hängen mit einem gestörten Verdauungssystem zusammen.

Treten die gelben Körner also in Kombination mit Durchfall, Erbrechen und ähnlichen Symptomen auf, handelt es sich vermutlich darum.

Mache dir keine zu großen Sorgen, dass dein Hund ernsthaft krank ist. Hunde haben nur einen kurzen Darm und können Mais, Karotten und Paprika auch im gesunden Zustand nicht komplett verdauen.

Häufig gestellte Fragen

Was färbt Hundekot gelb?

Lebensmittel mit viel gelbem Farbstoff, etwa Karotten und Kürbis, verfärben den Stuhl. Auch zu viel Bilirubin, ein Abfallfarbstoff des Körpers, führt zu gelbem Stuhl.

Was ist Fettstuhl beim Hund?

Fettstuhl wird ein glänzender, weicher Stuhl genannt, der besonders viele unverdaute Stoffe enthält. Oftmals tritt er wiederkehrend auf und führt zu Durchfall.

Wie äußert sich ein Leberproblem beim Hund?

Leberprobleme führen zu allgemeinen Symptomen wie Müdigkeit, Verdauungsstörungen, Futterverweigerung und Gewichtsverlust. Außerdem typisch ist ein erhöhter Bauchumfang, Gelbsucht (erkennbar an den Schleimhäuten) sowie eine Blutungsneigung.

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