Mein Hund riecht nach Ammoniak

Einen unangenehmen, fischigen Geruch kennt wohl jeder Hundehalter im Atem seines Hundes.

Die wenigsten Hunde riechen nun mal nach Rosen aus dem Maul. Es gibt aber auch Gerüche, die ein Zeichen für eine schwere Erkrankung sein können.

Dazu gehört der Geruch nach Ammoniak.

Damit du rechtzeitig reagieren kannst, findest du in diesem Artikel alle wichtigen Informationen über Ammoniak.

Was steckt hinter diesem Begriff? Wie erkennst du den Geruch? Auf welche Krankheiten deutet es hin, wenn der Atem deines Hundes danach riecht?

Und was passiert im schlimmsten Fall, wenn du nicht zum Tierarzt gehst? Lies weiter, dann erfährst du es.

Hund riecht nach Ammoniak – Ist das normal?

Nein, Ammoniak ist kein normales Hundeparfum. Es gibt ein paar Gerüche, die sogar auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten können.

Ammoniak ist einer davon. Bemerkst du diesen Geruch im Atem deines Hundes, solltest du deinen Tierarzt aufsuchen.

Was ist Ammoniak?

Ammoniak ist eine chemische Verbindung in Gasform. Es besteht aus Stickstoff und Wasserstoff und hat die Summenformel NH3.

Im menschlichen und dem Körper deines Hundes entsteht Ammoniak bei der Verdauung. Im Darm werden Eiweiß und Aminosäuren verdaut. Als Abbauprodukt fällt Ammoniak an.

Da Ammoniak in größeren Mengen die Zellen schädigt, versucht der Körper es irgendwie wieder loszuwerden.

Er schickt das Ammoniak in die Leber, die es zu Harnstoff umwandelt. Dieser wandert wiederum in die Nieren und von dort mit dem Urin in die Blase, von wo er ausgeschieden wird.

Ammoniak ist aber nicht nur ein Gegenspieler in unserem Stoffwechsel. Wir brauchen es, um eine Aminosäure selbst herzustellen.

Glutaminsäure heißt diese, die nur mithilfe von Ammoniak gebildet werden kann.

Glutamat hilft beim Muskelaufbau, stärkt das Immunsystem und fungiert als Neurotransmitter.

In dieser Rolle benötigen wir es, um Signale von einer Nervenzelle zur nächsten zu leiten.

Ganz ohne Ammoniak geht es also auch nicht.

Zu viel schädigt uns nicht nur direkt. Auch unsere Umwelt leidet darunter.

Vor allem durch die Viehzucht kommt zu viel Ammoniak in unsere Luft, die Erde und Gewässer. Dort führt es zu Versauerung und schädigt so Ökosysteme (Quelle).

Ammoniakgeruch erkennen

Ammoniak riecht sehr stark. Schon gering dosiert sollte dir dieser Geruch an deinem Hund also auffallen.

Das Gas riecht unangenehm und stechend. Es treibt dir eventuell sogar die Tränen in die Augen.

Gut möglich ist außerdem, dass du diesen Geruch mit Urin verbindest. Sicher warst du schon mal auf einer etwas weniger gut gepflegten Bahnhofstoilette.

Was du da riechen musstest, kam dem Geruch nach Ammoniak vermutlich sehr nahe.

Du musst dir also keine Sorgen machen, dass du den veränderten Geruch an deinem Hund nicht bemerkst. Riecht der Atem deines Hundes nach Ammoniak, weißt du es.

Noch mehr Fakten über Ammoniak erfährst du in diesem Video.

Ammoniak, die besondere Base: Das musst du wissen! - Chemie | Duden Learnattack

Woher kommt der Geruch nach Ammoniak im Atem?

Fällt bei der Verdauung deines Hundes Ammoniak an, befördert er es zum Großteil über Leber und Niere wieder aus seinem Körper.

Gelingt ihm das nicht, bleibt der Stoff in seinem Blut zurück und reichert sich dort mit der Zeit an. Über die Schleimhäute ist sein Geruch besonders gut wahrnehmbar.

So kommt es zum Mundgeruch mit Urinnote.

Verschiedene Krankheiten können zur Anreicherung von Ammoniak im Blut führen. Diese sind

  • Lebererkrankungen,
  • Nierenerkrankungen,
  • Krebserkrankungen und
  • in einigen Fällen auch Blasenentzündungen.

Meistens sind Leber oder Niere schuld. Alle möglichen Verursacher des Ammoniakgeruchs kannst du außerdem durch weitere Symptome erkennen.

Wie erkenne ich eine Lebererkrankung?

Ist die Leber überlastet, ist erstmal sehr lange gar nichts zu bemerken. Die Leber ist ein sehr leistungsstarkes Organ.

Arbeitet ein Teil nicht mehr so wie er soll, übernimmt einfach ein anderer.

Das ist auf der einen Seite ein echter Segen, da sich der Körper so selbst hilft. Auf der anderen Seite kann eine Erkrankung auf diese Weise weit voranschreiten, ohne dass du von außen etwas merkst.

Zunächst äußern sich Lebererkrankungen sehr unspezifisch. Dein Hund wirkt müde, lustlos und lässt sein Futter stehen. Er kann auch Fieber entwickeln. Etwas später zeigt er Durchfall und Erbrechen.

Woran du eindeutig Leberprobleme erkennen kannst, ist eine Gelbsucht. Bemerkst du einen Geruch nach Ammoniak im Atem deines Hundes, solltest du daher seine Augen kontrollieren.

Achte dabei auf das Weiße rund um die Iris. Ist die Leber krank, färbt es sich gelb.

Darüber hinaus vergrößert sich die kranke Leber mit der Zeit. Durch die Appetitlosigkeit nimmt dein Hund sehr wahrscheinlich ab.

Bemerkst du trotzdem einen aufgeblähten Bauch, handelt es sich dabei vermutlich um die gewachsene Leber.

Wie erkenne ich eine Nierenerkrankung?

Kommt der Ammoniakgeruch im Hundeatem von einem Nierenproblem, setzt dein Hund vermutlich häufiger Urin ab.

Dabei kann es sich um viele geringe Mengen handeln. Gleichzeitig hat er größeren Durst und wird womöglich unsauber, wenn er nicht ständig nach draußen kann, um sich zu erleichtern.

Auch hier wirkt dein Hund müde, anteilnahmslos und verliert an Gewicht.

Außerdem kann es zu Entzündungen der Mundschleimhaut, Erbrechen und Durchfall kommen. Neben dem Ammoniakgeruch tritt bei Nierenerkrankungen im späteren Verlauf auch eine Anämie auf.

Wie erkenne ich Krebserkrankungen?

Wie sich eine Krebserkrankung äußert, hängt stark davon ab, um was für Krebs es sich handelt.

Ein Tumor im Halsbereich führt beispielsweise zu Schluckbeschwerden und Fressunlust. Darmkrebs kann dazu führen, dass du Blut im Kot deines Hundes findest.

Aber keine Sorge, etwas Blut bedeutet nicht sofort, dass dein Hund Krebs hat.

Weitere Symptome bei Krebserkrankungen sind…

  • langsam/schlecht heilende Wunden,
  • Gewichtsverlust,
  • Anfälligkeit für andere Krankheiten,
  • Schwellungen, die nicht mehr zurückgehen, sondern wachsen,
  • sehr blasses Zahnfleisch,
  • Atembeschwerden,
  • Verdauungsbeschwerden sowie
  • Müdigkeit und Bewegungsunlust.

Diese Symptome können aber auch alle auf andere Krankheiten hindeuten. Beobachte deinen Hund daher immer genau und lasse ihn ausführlich untersuchen, wenn du Verhaltensänderungen bemerkst.

Wie erkenne ich eine Blasenentzündung?

Bei einer Blasenentzündung setzt dein Hund ebenfalls häufig geringe Mengen Urin ab.

Er trinkt daher auch mehr und ist möglicherweise unsauber. Was außerdem eindeutig für eine Blasenentzündung spricht, sind Schmerzen beim Urinabsatz.

Der Schmerz kommt von den Harnkristallen. Diese haben scharfe Kanten und schneiden in die Schleimhaut der Harnröhre.

Daher ist es auch gut möglich, dass du etwas Blut im Urin oder am Genital deines Hundes entdeckst.

Wann sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt?

Wenn du bei Bello Mundgeruch feststellst, der dich an Ammoniak erinnert, solltest du möglichst bald zum Tierarzt gehen.

Dieser Geruch ist ein Warnsignal, da er in den meisten Fällen durch eine schwere Erkrankung hervorgerufen wird.

Leider tritt er aber erst dann auf, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Du solltest daher keine Zeit verlieren.

Dein Tierarzt wird bei deinem Hund Blut abnehmen und es auf Leber- und Nierenwerte überprüfen.

Anschließend bekommt dein Hund sehr wahrscheinlich Medikamente, die diese Organe unterstützen. In vielen Fällen ist außerdem eine Futterumstellung sinnvoll.

Spezielles Nierenfutter enthält weniger Eiweiß, wodurch dein Hund bei der Verdauung auch weniger Ammoniak herstellt. Außerdem ist der Phosphorgehalt geringer, da Phosphor im Körper zu einem Ammoniumsalz umgewandelt wird.

Folgen, wenn Ammoniakgeruch unbehandelt bleibt

Tritt bei deinem Hund Ammoniakgeruch im Atem auf, handelt es sich in den meisten Fällen um eine ernste Krankheit.

Hinzu kommt, dass diese, wenn du den Geruch bemerkst, schon weit fortgeschritten ist. Es ist daher unbedingt notwendig, dass dein Hund tiermedizinisch versorgt wird.

Nur so kann er wieder gesund werden. Es ist auch möglich, dass er dauerhaft Medikamente einnehmen muss, die seine Organe entlasten.

Ohne diese Medikamente würde die Krankheit fortschreiten.

Eine Ammoniakvergiftung kann zu Geschwüren und Verätzungen im Körper führen. Sie kann tödlich enden. An ihrem Ende stehen Lungenödeme, durch die dein Hund sich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen kann.

Auch ein akutes Lungenversagen, was hochgradig lebensgefährlich ist, kann auftreten.

Es klingt erstmal so banal, aber der Ammoniakgeruch kann für deinen Hund schnell gefährlich werden.

Hausmittel gegen Mundgeruch

Stört dich der Mundgeruch deines Hundes, kannst du auch versuchen, mit Hausmitteln etwas dagegen zu tun. Denke aber daran, dass das nicht die Ursache bekämpft.

Du linderst damit nur das Symptom. Im Falle von Ammoniakgeruch ist es also in jedem Fall dringend ratsam, dass du deinen Hund untersuchen lässt.
Folgende Hausmittel lindern Mundgeruch beim Hund.

  • Naturjoghurt
  • frische Kräuter wie Petersilie
  • Kokos- und Neemöl
  • Gewürze wie Zimt und Ingwer

Diese Hausmittel sind nur dann sinnvoll, wenn der Geruch nicht durch Erkrankungen der inneren Organe oder Zahnschädigungen hervorgerufen wird.

Ziehe sie daher niemals einem Tierarztbesuch vor, sondern wende sie nur zusätzlich und in Absprache an.

Fazit

Riecht der Atem deines Hundes nach Ammoniak, solltest du möglichst bald mit ihm zum Tierarzt.

Unterschätze diesen Mundgeruch nicht. In vielen Fällen steckt eine ernste Erkrankung dahinter, die deinem Hund sogar das Leben kosten kann.

Besonders gefährlich daran ist, dass dieser besondere Geruch erst dann auftritt, wenn die Krankheit schon fortgeschritten ist.

Handelst du rechtzeitig, lässt sich die Krankheit hinter dem Geruch häufig gut behandeln.

Schon eine Futterumstellung kann Besserung bringen. Reicht das nicht, muss dein Hund eventuell dauerhaft Medikamente nehmen.

Häufig gestellte Fragen

Wie riecht Ammoniak?

Ammoniak riecht sehr unangenehm und stechend. Der Geruch erinnert an abgestandenen Urin.

Der Urin meines Hundes riecht in letzter Zeit stärker nach Ammoniak. Könnte das ein Zeichen auf eine Erkrankung sein?

Ammoniak reichert sich zunächst im Urin an, bevor du den Geruch auch im Atem bemerkst. Daher kann stark nach Ammoniak stinkender Urin ein Vorbote für eine Krankheit sein.

Muss ich den Ammoniakgeruch untersuchen lassen?

Bemerkst du diesen Geruch bei deinem Hund, solltest du definitiv mit ihm zum Tierarzt. Die Ursache dafür liegt meistens bei ernsten Erkrankungen der Leber oder Nieren und kann unbehandelt zum Tod führen.

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