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Sollte ich meinen Hund nachts zudecken?

Sollte ich meinen Hund nachts zudecken?

Die Videos von Hunden, die sich selbst ins Bett bringen und zudecken, kennst du bestimmt. Ohne gezieltes Training würde aber wohl kein Vierbeiner auf die Idee kommen, sich nachts zuzudecken.

Sollen wir das für sie übernehmen? Brauchen Hunde überhaupt Decken oder reicht ihr Fell aus, um sie nachts warmzuhalten? Und welche Nachteile entstehen für deinen Hund, wenn du ihn zudeckst?

Diese und weitere Fragen beantworte ich dir heute.

Brauchen Hunde zum Schlafen eine Decke?

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Wie beim Menschen ist das Kälteempfinden auch bei Hunden sehr individuell.

Natürlich gibt es einige Rassen, die nicht so schnell frieren werden. Aber die exakte Wohlfühltemperatur ist immer individuell verschieden.

Allgemein kann man sagen, dass die meisten Hunde wohl auch ohne Decke gut schlafen. Die Möglichkeit, sich in eine Decke zu kuscheln, wenn der Hund es möchte, kann seinen Schlaf aber deutlich verbessern.

Dein Hund braucht die Decke vielleicht nicht zwingend. Anbieten kannst du sie ihm aber dennoch.
Das bedeutet auch, dass du deinen Hund zwar zudecken darfst, aber wickle die Decke nicht fest um ihn.

Er soll die Decke ohne Probleme entfernen können, damit ihm nicht zu warm wird.

Welche Vorteile bringen Decken im Hundekörbchen?

Eine Decke im Hundebett wird das Leben deines Vierbeiners jetzt nicht wahnsinnig verändern. Aber in ein paar Punkten kann sie doch zu mehr Wohlbefinden beitragen. Sie

  • wärmt,
  • bietet Sicherheit und
  • schützt deine Möbel.

Wärme

Das ist wohl der Vorteil, an den die meisten Hundehalter als Erstes denken. Regelt nachts die Heizung selbstständig runter, haben wir es unter unserer Decke schön warm. Aber was ist mit unseren Hunden?

Ich gehöre beispielsweise zu den Menschen, die selbst im Sommer bei 30 °C im Schlafzimmer nur mit Decke schlafen können. Ich bin halt eine Frostbeule.

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Manche Menschen brauchen auch einfach das Gefühl der Decke auf ihrem Körper.

Eine kuschelige Decke im Bett spendet Wärme. Gerade für Hunde mit dünnem oder kurzem Fell und wenig Unterwolle kann das im Winter wichtig werden.

Sicherheit

Wirf mal einen Blick in die Natur. Wölfe bringen ihren Nachwuchs in Höhlen zur Welt.

Dort bleiben die Welpen, bis sie mit acht bis neun Wochen von der Mutter entwöhnt sind. Etwa nach einem Monat unternehmen sie erste Ausflüge nach draußen.

Die meiste Zeit bleiben sie aber in ihrer Höhle (Quelle).

Warum ist das so? Das muss für die Welpen doch schrecklich langweilig sein!

Die Antwort lautet Sicherheit und Geborgenheit. Die Höhle bietet einen stark begrenzten Raum. Vielleicht erinnert sie die Welpen sogar an die Zeit im Mutterleib, wo es ebenfalls eng, aber sicher war.

Menschenkindern geht es da übrigens ganz ähnlich. Alle Eltern werden wissen, wovon ich spreche: Kinder wollen Höhlen bauen. Sofakissen, Stühle oder große Regenschirme werden dafür zweckentfremdet.

Auch diese Höhlen bieten Geborgenheit. Sich unter eine Decke zurückziehen, hat also nicht nur etwas mit dem Bedürfnis nach Wärme zu tun.

Die Decke im Hundekörbchen kann deinen Vierbeiner auch beruhigen.

Schutz für Möbel

Die Decken müssen natürlich nicht im Körbchen bleiben. Möchtest du mit deinem Vierbeiner auf dem Sofa kuscheln, kannst du sie auch mitnehmen und als Schutz für deine Möbel benutzen.

Ledersofas, die regelmäßig von Hunden benutzt werden, sehen schnell nicht mehr so schön aus.

Dein Hund kennt seine Decke und mag sie. Legst du sie aufs Sofa, weiß er direkt, dass er dir dorthin folgen darf. Wenn du es möchtest, mach eine Regel daraus: Dein Hund darf nur aufs Sofa, wenn seine Decke dort liegt.

Mit etwas Übung versteht er es bald. Ihr könnt gemeinsam kuscheln und deine Möbel leiden nicht mehr so sehr unter den Hundekrallen.

Gibt es Nachteile, wenn ich meinen Hund nachts zudecke?

Viele Nachteile fallen mir beim Thema „Hund zudecken“ nicht ein.

Klar, die zusätzliche Ausstattung im Hundebett macht ein bisschen mehr Arbeit. Und wenn dein Hund wahllos alles anknabbert oder sogar auffrisst, sind Decken in seinem Körbchen sicher keine gute Idee.

Aber abgesehen davon musst du nicht mit Nachteilen rechnen.

Mehr Wäsche

Decken im Körbchen machen natürlich zusätzliche Wäsche. Haare, Schmutz von draußen oder wenn dein Vierbeiner nachts spucken muss, alles landet in seiner Decke.

So kann er natürlich am Abend nicht schlafen gehen. Also ab in die Waschmaschine damit. Deine Wäsche muss warten. Zusammen waschen, geht nicht. Die Hundehaare wechseln dann gefühlt nur den Platz.

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Puh, und was, wenn die Decke bis zum Abend nicht trocken wird? Dann brauchst du wohl besser gleich zwei, die du tauschen kannst.

Extra Ausstattung im Hundekörbchen kann also ganz schön Arbeit machen.

Nicht geeignet für Hunde, die alles anknabbern

Vor manchen Vierbeinern ist einfach nichts sicher. Das Lederhalsband, Stuhlbeine, selbst das eigene Bett wird angeknabbert, bis die Füllung rauskommt.

Zusätzliche Decken oder Kissen sind da wohl keine gute Idee. Am nächsten Morgen ist davon nur noch die Hälfte da und du darfst mit deinem Hund zum Tierarzt fahren.

Die Entscheidung für oder gegen eine Decke: wann frieren Hunde?

Versteckt sich dein Vierbeiner nicht gerne unter Decken oder Bezügen, solltest du dich fragen, ob er nachts denn friert. Wenn nicht, wird er die Decke in seinem Körbchen wohl auch nicht benutzen.

Grob kann man sagen, dass kleine Hunde schneller frieren als große. Das liegt daran, dass kleine Hunde durch ihre geringere Hautoberfläche im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht ihre Körperwärme schlechter halten können.

Ein Chihuahua friert daher schon bei etwa 10 °C. Ein Labrador hält auch Temperaturen bis 4 °C aus, ohne dass ihm kalt wird.

Neben der Größe spielen auch Körperfett und Felldichte eine wichtige Rolle. So sind Greyhounds zwar groß, aber auch sehr schlank und haben kurzes, dünnes Fell.

Sie verlieren ihre Körperwärme schnell über ihre langen Beine. Bulligere oder sogar übergewichtige, aber kleinere Rassen haben da weniger Probleme.

Auch die bisherige Haltung des Hundes ist wichtig. Ich kannte mal einen Hund, der fast ausschließlich im Zwinger gehalten wurde. Was ich davon halte, ist jetzt nicht wichtig.

Auffällig war aber, dass der Hund, ein Schäferhund, wahnsinnig dichtes, langes Fell für seine Rasse hatte. Im Haus hätte er es im Winter gar nicht ausgehalten.

Er war so an die niedrigen Temperaturen gewöhnt, dass sich sein Körper daran angepasst hatte.
Das waren jetzt viele Informationen.

Als Faustregel kannst du auch einfach dein eigenes Kälteempfinden benutzen. Hunde haben eine niedrigere Wohlfühltemperatur als Menschen (Quelle), frieren aber ungefähr dann, wenn auch wir frieren.

Einen frierenden Hund erkennen

Bist du dir unsicher, ob deinem Hund nachts tatsächlich kalt ist, beobachte ihn. Einen frierenden Hund zu erkennen, ist leicht. Er

  • zittert,
  • klemmt die Rute unter seinen Bauch,
  • wölbt den Rücken nach oben,
  • tippelt von einem Bein aufs andere,
  • steht verkrampft,
  • kauert sich zusammen und
  • meidet kühle Flecken im Haus (Fliesen, Bereiche vor Türen und Fenstern).
Lies auch:  Schlafen, träumen... bellen? - Warum dein Hund bellt im Schlaf

Zittern kann aber noch viele andere Gründe haben. Dieses kurze, englische Video klärt dich über das Zittern bei Hunden auf.

6 Reasons Why Your Dog Is Shaking or Shivering

Folgende Hunde frieren leichter als andere:

  • Welpen,
  • Senioren,
  • kranke Hunde,
  • kleine Hunde und
  • Hund, die nicht an Kälte gewöhnt sind.

Sind Mäntel eine Alternative zu Decken?

Wenn Bello die Decke wegtritt oder darunter hervorkriecht, ist ihr wärmender Effekt natürlich futsch. Solltest du ihm stattdessen einen Wintermantel anziehen?

Den kann er immerhin nicht beiseite drücken. Also hat er es die ganze Nacht über warm.

Das ist aber auch ein Problem. Sicher bist du schon mal nachts aufgewacht, weil dir zu warm war. Was macht man da? Arm oder Bein auf die Decke legen, natürlich.

Dadurch kühlt man ab, friert aber nicht sofort.

Jetzt stell dir vor, du wachst auf, weil du schwitzt, aber du kannst dich nicht abkühlen. Das Problem hätte dein Hund, wenn du ihm nachts im Haus einen Mantel anziehst.

Während er bei der Decke selbst entscheiden kann, wann er sich damit wärmt, hat er diese Möglichkeit beim Mantel nicht. Ziehe ihm daher besser keinen Mantel zum Schlafen an.

Fazit

Für mich gehört eine Kuscheldecke ins Hundebett. Ob der Vierbeiner sie auch benutzt, ist seine Entscheidung. Ich möchte aber, dass er die Möglichkeit hat.

Eine Decke bedeutet für deinen Hund keinen Nachteil, sofern er sie nicht zerstört und Teile frisst. Sie bietet ihm Wärme und Sicherheit. Zwar musst du sie hin und wieder waschen.

Aber wenn es dein Hund dafür schön kuschelig hat, nimmst du das doch gerne in Kauf.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die ideale Temperatur für schlafende Hunde?

Die meisten Hunde mögen es etwas kühler als Menschen, wobei es immer Ausnahmen gibt. Ihnen reichen ohne Decke 18 °C im Haus aus, sie würden aber auch bei etwa 10 °C noch nicht frieren.

Sollte ich meinen alten Hund nachts zudecken?

Alte Hunde frieren leichter. Hast du das Gefühl, deinem Senior ist zu kalt, kannst du ihm eine Decke anbieten, auch wenn er bisher keine brauchte.

Können Hunde unter der Decke ersticken?

Nein, dein Hund bekommt unter der Decke genug Luft. Ist sie verbraucht, streckt er automatisch seinen Kopf darunter hervor.

Warum kriecht mein Hund gerne unter meine Decke?

Die Vorfahren unserer Haushunde kamen in Höhlen zur Welt und verbrachten dort ihre ersten Lebenswochen. Eine warme Decke, die deinen Hund umgibt, schenkt ihm Sicherheit und Geborgenheit.