Dein Hund frisst Steine und was Du dagegen tun kannst

„Mein Hund ist ein Staubsauger.“ Diesen Satz sagen Hundebesitzer immer wieder.

Nichts scheint vor Hunden sicher zu sein. Selbst vor Steinen schreckt die eine oder andere Fellnase nicht zurück.

Dass Steine nicht gerade gesunde Snacks sind, muss ich wohl nicht erst erklären.

Aber dass sich ein Hund durch das Fressen von ihnen in echte Lebensgefahr begeben kann, ist vielen Haltern gar nicht so bewusst.

Warum manche Hunde so heiß auf Steine sind, wie du einen Notfall erkennst und dieses Verhalten berichtigen kannst, verrate ich dir hier.

Hund frisst Steine – Ist das normal?

Nein, das ist nicht normal und beim Hund häufig ein Zeichen für eine Verhaltensstörung.

Einige andere Tiere fressen tatsächlich kleine Steine. Krokodile, Robben und sogar Vögel gehören dazu. Auch Fossilien von verschiedenen pflanzenfressenden Dinosaurier enthalten dort Steine, wo einst der Magen gewesen sein muss.

Die Dinosaurier taten dies, weil ihre Zähne noch nicht auf das Zerkauen ihrer pflanzlichen Nahrung ausgelegt waren. Sie schluckten Blätter und Co. häufig am Stück oder nur grob zerkleinert.

Die gefressenen Steine halfen ihnen bei der Verdauung.

Durch die Bewegungen ihres Magens zerrieben die Steine die Pflanzen zu einem Nahrungsbrei. Diese Funktion erfüllen sie noch heute bei pflanzenfressenden Vögeln.

Warum Krokodile und Robben Steine fressen

Warum genau Krokodile und Robben Steine fressen, ist nicht vollständig erforscht.

Es ist möglich, dass sie Krokodilen bei der Jagd helfen. Die Lauerjäger sind auf ihre Tarnung unter Wasser angewiesen. Würden sie plötzlich hochtreiben, wäre ihre Beute gewarnt.

Die gefressenen Steine machen sie schwerer, sodass es ihnen leichter fällt, am Grund zu bleiben (Quelle).

Ihre Magensäure ist sogar in der Lage, die Steine aufzulösen. Die Tiere sind also nicht dazu verdammt, ewig am Grund liegenzubleiben. Sie scheiden die Steine einfach wieder aus und schwimmen weiter.

Bei Robben ist diese Erklärung ebenfalls denkbar. Es ist außerdem gut möglich, dass die Magensteine ihnen zusätzlich bei der Verdauung helfen.

Warum fressen Hunde Steine?

Hunde brauchen keine Magensteine. Sie sind weder Lauerjäger noch auf ihre Hilfe bei der Verdauung angewiesen.

Trotzdem fressen einige von ihnen gern ein paar Steine, die am Wegesrand herumliegen.

Das kann mehrere Gründe haben. Dein Hund…

  • hat Langeweile und/oder möchte damit deine Aufmerksamkeit erregen,
  • bekommt das falsche oder zu wenig Futter,
  • leidet am Pica-Syndrom oder
  • ist noch jung und unerfahren.

Lediglich bei Welpen handelt es sich oft um ein rein erzieherisches Problem.

Sie wissen es noch nicht besser und nehmen aus Neugier alles in den Mund. Mache deinem Welpen daher deutlich, dass Steine nicht zum Fressen da sind. Dann sollte er bald damit aufhören.

Alle anderen Ursachen sind leider nicht so einfach zu bekämpfen.

Langeweile und Aufmerksamkeit

Wenn ein ausgewachsener Hund Steine frisst, ist es am wahrscheinlichsten, dass er damit deine Aufmerksamkeit erregen will.

Die wenigsten Hundebesitzer gehen einfach ruhig weiter, wenn sie Bello dabei erwischen, wie er etwas vom Wegesrand frisst.

Da wird „Pfui!“ gerufen oder auch mal schnell an die Stelle gelaufen und nachgesehen, was da wieder im pelzigen Müllschlucker verschwunden ist.

Dein Hund lernt dadurch ganz schnell, was er tun muss, damit du springst. Er erzieht in diesem Fall dich, nicht andersrum.

Auch bei anhaltender Langeweile kommen Hunde auf ganz grandiose Ideen. Eine davon ist eben, Steine zu fressen. Ist dein Hund körperlich und geistig nicht ausgelastet, sucht er sich seine Beschäftigung irgendwann selbst.

Falsches oder zu wenig Futter

Bei Nährstoffmangel versuchen Hunde sich manchmal, selbst zu helfen.

Enthält ihr Futter zu wenige Mineralien, nehmen sie diese eben kurzerhand in ihrer groben Form aus der Natur auf. Achte also unbedingt darauf, dass das Hundefutter eine gute Qualität hat und alles enthält, was dein Hund so braucht.

Er sollte außerdem genug davon bekommen und nicht hungern müssen.

Hunde verstehen den Sinn einer Diät nicht. Ist ihr Magen leer, wollen sie ihn füllen.

Wenn dein Hund ein bisschen abspecken soll, strecke sein Futter besser mit etwas Wasser. Du kannst es auch auf mehrere kleine Portionen am Tag verteilen.

So verhinderst du, dass er lange Zeit mit leerem Magen rumläuft.

Das Pica-Syndrom

Das Pica-Syndrom ist eine Essstörung, die sich durch das Essen von merkwürdigen oder auch ungenießbaren Dingen zeigt.

Auch Menschen können von ihr betroffen sein. Nicht nur Steine werden dabei verzehrt. Auch Plastik und andere Materialien ohne jeglichen Nährwert nehmen Betroffene zu sich.

Wie genau die Krankheit entsteht, ist unbekannt. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Folge einer Hirnschädigung.

Hatte dein Hund einen Unfall mit starker Kopfverletzung, könnte sein Hunger auf Steine so entstanden sein. Auch bei Demenz kommt es teilweise zu seltsamem Essverhalten, welches ebenfalls auf zerstörte Hirnareale zurückzuführen ist.

Aber auch ohne eine Hirnverletzung kann Pica entstehen. Ein starkes, psychisches Trauma, Isolation (vor allem im Welpenalter) oder auch extremer Mangel an Eisen und Mineralien sind mögliche Auslöser.

Letzteres erwähnte ich ja bereits. Es ist nicht besonders wahrscheinlich, dass dein Hund aus diesem Grund Steine frisst.

Der Mangel müsste dafür wirklich stark sein und würde sich sicherlich auch anders bemerkbar machen.

Um ganz sicherzugehen, solltest du deinen Hund aber auch dahingehend untersuchen lassen.

Ist es gefährlich, wenn mein Hund Steine frisst?

Ja, du solltest deinen Hund auf jeden Fall daran hindern, Steine zu fressen.

Sie sind zwar nicht giftig, können das Leben deines Hundes aber auf andere Weise gefährden.

Mögliche Folgen sind

  • Verdauungsstörungen durch hängengebliebene Steine im Verdauungstrakt,
  • Darmverschluss,
  • innere Verletzungen durch scharfe Kanten und
  • Verletzungen an den Zähnen (Abnutzung oder Abbrechen) oder sogar Zahnverlust.

Es kommt dabei auf die Größe und Menge der Steine an, die dein Hund zu sich nimmt.

Beim Spazierengehen hat sicher jeder Hund schon mal ein Steinchen gefressen.

Das passiert so schnell, dass niemand das verhindern kann. Du lässt deinen Hund ein bisschen Trockenfutter suchen und er nimmt eben aus Versehen auch einen Stein mit auf.

Das ist in den meisten Fällen nicht schlimm.

Frisst er aber ständig Steine und macht auch vor größeren nicht Halt, könnt ihr euch schnell in einer Notsituation befinden.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Wenn du deinen Hund dabei erwischst, wie er Steine frisst, solltest du ihn eine Weile beobachten. Kleine Steine kommen zwei Tage später auf dem natürlichen Weg wieder raus.

Passiert das nicht, solltest du deinen Tierarzt aufsuchen.

Das gilt natürlich auch, wenn sich dein Hund auffällig verhält. Erbricht er sich, ist müde oder schläft vermehrt, machst du dich besser auf den Weg.

Scheint er Bauchschmerzen zu haben oder setzt er keinen Kot mehr ab, muss er auch dringend zum Tierarzt.

Wie du deinem Hund das Steine fressen abgewöhnst

Hast du die Ursache für das Steine fressen gefunden, kannst du damit beginnen, es deinem Hund abzugewöhnen.

Das solltest du in jedem Fall, denn jeder Stein, den dein Hund aufnimmt, kann zu einer potenziell tödlichen Gefahr werden.

Training

Wie immer geht nichts ohne Training und Erziehung.

Damit du sicher sein kannst, dass dein Hund die Steine in Zukunft liegen lässt, solltest du ihm beibringen, auf Spaziergängen nichts vom Boden zu fressen. In diesem Video lernst du, wie das geht.

Wie Du deinem Hund beibringst nichts vom BODEN zu fressen

Spaziergänge sollten keine Fresszeit sein. Natürlich darfst, bzw. musst du während des Trainings sogar mit Futter arbeiten. Aber das ist etwas völlig anderes, als wenn dein Hund sich selbst bedient.

Lass keine Langeweile aufkommen

Den Tag deines Hundes solltest du spannend gestalten. Auch während der Spaziergänge hilft es, wenn du mehrere kleine Trainings- oder Spieleinheiten einbaust.

So verhinderst du, dass dein Hund sich selbst eine Beschäftigung suchen muss.

Lass ihn Futter suchen, Apportieren, im Slalom um Bäume gehen oder übe kurz ein paar Kommandos.

Futterwechsel

Hast du den Verdacht, dass das Steine fressen durch unzureichende Fütterung entstanden ist, schau dir mal die Zusammensetzung deines Hundefutters an.

Es sollte am besten aus möglichst wenig Kohlenhydraten bestehen. Hunde benötigen vor allem tierische Eiweiße und Fette.

Natürlich darf auch ein bisschen Gemüse nicht fehlen, aber in erster Linie brauchen Hunde Fleisch.

Auch Mineralien und Spurenelemente sollten nicht zu kurz kommen. Achte darauf, dass dein Hundefutter Kalzium, Kalium, Natrium, Eisen, Iod, Selen und Zink enthält.

Daneben sind auch Magnesium, Phosphor, Chrom, Fluor, Kupfer und Mangan wichtig für deinen Hund.

Ohne seinen Wasseranteil sollte Hundefutter zu etwa 10 % aus Mineralien und Spurenelementen bestehen.

Eiweiß und Fett liefern zusammen um die 85 %, wobei der Eiweißanteil höher sein sollte als der des Fettes. Die übrigen 5 % reichen für Kohlenhydrate völlig aus.

Beachte aber, dass manche Krankheiten eine angepasste Fütterung nötig machen.

Unterbinde das Steine fressen konsequent

Gerade zu Anfang deines Trainings solltest du deinen Hund nicht mehr in die Versuchung kommen lassen.

Lasse ihn daher angeleint und bleibe immer aufmerksam. Siehst du einen Stein, der in sein Beuteschema passt, reagiere frühzeitig. Verhindere konsequent, dass dein Hund Steine fressen könnte.

Bei besonders schweren Fällen ist es vielleicht auch ratsam, dass dein Hund nicht mehr frei in den Garten kommt.

Gerade wenn dein Hund Steine frisst, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen, wird er jede sich bietende Gelegenheit nutzen.

Schließlich wirst du weiterhin so reagieren, wie er es sich wünscht. Auch Gewöhnung spielt eine Rolle.

Fazit

Beim Fressen von Steinen handelt es sich definitiv nicht um normales Hundeverhalten.

Nimmt dein Hund nur aus Versehen ein Steinchen auf, brauchst du noch nicht sofort in Panik zu verfallen. Aber Steine gehören nicht in den Hundemagen und können dort ernste Probleme verursachen.

Um das Verhalten in den Griff zu bekommen, muss dein Hund lernen, dass Spaziergänge nicht zum Fressen da sind.

Er sollte nur aus deiner Hand etwas aufnehmen und alles andere liegen lassen. Das bedarf Training, aber mit genug Durchhaltevermögen und konsequenten Handeln schafft ihr das sicher.

Um organische Ursachen auszuschließen, solltest du das Problem außerdem deinem Tierarzt schildern und ihn um Rat fragen.

Häufig gestellte Fragen

Warum frisst mein Hund Steine?

Das kann verschiedene Gründe haben. Um eine Krankheit auszuschließen, solltest du mit deinem Tierarzt über das Problem sprechen.

Mein Hund hat auf einem Spaziergang ein paar Steine gefressen und wirkt seit dem krank. Sollte ich zum Tierarzt gehen?

Ja, denn Fremdkörper wie Steine können zu einem Darmverschluss führen. In dem Fall müsste dein Hund dringend operiert werden.

Mein Hund frisst Steine, seit ich eine neue Arbeit habe. Besteht da ein Zusammenhang?

Das kann sein, wenn du beispielsweise durch deinen neuen Arbeitsplatz länger weg bist. Dein Hund versucht vermutlich durch das Steine fressen deine Aufmerksamkeit zu erregen, weil er sich einsam fühlt.

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