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Der Napf bleibt voll: Mein Hund frisst nur aus der Hand

Der Napf bleibt voll: Mein Hund frisst nur aus der Hand

Dass dein Hund an einigen Tagen deutlich mehr Appetit hat als an deren, ist nicht ungewöhnlich. Bleibt der Napf aber über Tage voll, wirst du zu Recht nervös.

Instinktiv probieren viele Hundealter dann, ihren Vierbeiner mit der Hand zu füttern. Das klappt häufig ganz gut und gibt uns ein besseres Gefühl. Immerhin hat Bello jetzt etwas gefressen.

Aber woran liegt es, dass manche Hunde ihren Napf ignorieren, Futter aus der Hand hingegen annehmen?

Mein Hund frisst nur aus der Hand – Ist das normal?

Jein. Hunde lieben es normalerweise, wenn ihr Besitzer sie aus der Hand füttert. Dabei bekommen sie häufiger besondere Leckereien oder „Menschenfutter“, was das Ganze spannender macht.

Ihren Napf deswegen verweigern, sollten sie jedoch nicht.

Mein Hund will nur gefüttert werden – 7 Gründe

Hunde entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen dafür, ihren Napf zu verweigern.

  1. Angst
  2. das Futter schmeckt nicht
  3. kein Hunger
  4. Gewöhnung
  5. Krankheiten
  6. keine Zeit
  7. Füttern ist mit etwas Negativem verknüpft

Welche Ursache das Verhalten bei dir auslöst, erkennst du, wenn du deinen Hund beobachtest. Bei der Handfütterung handelt es sich um eine freundliche Geste.

Du gibst deinem Hund schließlich etwas zu Essen von dir ab. Du hättest auch alles selbst essen können. Hunde schätzen diese Freundlichkeit an ihren Menschen.

Allerdings ergab eine Studie (Quelle auf Englisch), dass unsere Vierbeiner das Verhalten trotzdem nicht erwidern möchten. Zumindest nicht gegenüber Fremden.

Bei dem Versuch lernten Hunde, auf einen Knopf zu drücken, um Futter zu erhalten. Anschließend drückte ein Mensch den Knopf, sodass der Hund Leckerlis bekam.

Andersherum, als der Hund drücken sollte, damit der Mensch Schokolade bekam, zeigten sich die Tiere wenig kooperativ.

1) Angst

Ängstliche Hunde fressen ungern in Gesellschaft. Das ist ihnen zu viel Trubel. So haben sie nicht die benötigte Ruhe, um sich auf ihr Futter zu konzentrieren.

Ein ängstlicher Hund zieht sich vom Napf zurück, wenn du ihn vor ihm abstellst. Er schnüffelt vielleicht kurz, bewegt sich dabei langsam und vorsichtig.

Kommst du oder ein Artgenosse näher, entfernt er sich wieder von seinem Napf.

2) Das Futter schmeckt nicht

Auch Hunde haben unterschiedliche Geschmäcker.

Manche lieben Fisch, andere kannst du damit jagen. Selbst jahrelang geliebtes Futter bleibt manchmal plötzlich liegen.

Warum? Meist hat sich etwas an der Rezeptur geändert. Das Futter entspricht nun nicht mehr dem Geschmack deines Hundes. Das ist vor allem bei gesundheitlich angeschlagenen Tieren ärgerlich.

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Wahrscheinlich hast du, wie ich, sehr lange nach einem geeigneten Futter gesucht.

Mag dein Hund sein Futter nicht, wird er es beschnüffeln, daran lecken und ein paar Krümel probieren. Anschließend spuckt er sie wieder aus und schaut dich fragend an. Lehnt er das Futter stark ab, würgt er vielleicht sogar.

3) Kein Hunger

Ist dein Hund ein Experte im Betteln? Dann hat er sich seine Ration eventuell schon vor der Fütterungszeit zusammengebettelt.

Jetzt ist er satt und hat kein Interesse mehr an seinem Napf. Er würdigt ihn keines Blickes, sondern beschnüffelt lieber dich. Vielleicht hast du ja doch noch ein Leckerli dabei?

4) Gewöhnung

Hunde gewöhnen sich schnell an neue Umstände.

Womöglich lehnte dein Hund aus Geschmacksgründen anderes Futter ab, würde aber das, was du jetzt benutzt, fressen.

Weil er es aber gewohnt ist, aus deiner Hand zu fressen, verweigert er den Napf. Probier es aus, indem du einen Futterkrümel aus dem Napf nimmst und deinem Hund anbietest. Nimmt er ihn an?

Dann liegt es vermutlich nicht daran, dass ihm das Futter nicht schmeckt.

5) Krankheiten

Rückenprobleme können bei Hunden dazu führen, dass sie ihren Kopf nicht mehr ohne Schmerzen senken können.

Aus dem Napf zu fressen ist dann so unangenehm, dass sie lieber darauf verzichten. Rückenschmerzen erkennst du am Gang deines Hundes. Er bewegt sich steif und allgemein weniger.

Möglicherweise legt er sich auch nur noch auf bestimmte Weise hin, vermeidet Drehungen, verweigert Spielen oder Toben.

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Auch Zahnprobleme oder eine Läufigkeit führen zu Appetitlosigkeit. Ändert sich das Verhalten nicht von selbst innerhalb weniger Tage, befrage daher besser deinen Tierarzt.

6) Keine Zeit

Hektische Hunde, vor allem junge Tiere, haben einen sehr vollen Terminkalender. Fürs Fressen ist da keine Zeit mehr. Man könnte ja etwas verpassen.

Vielleicht nimmt dein Hund ein paar Bissen, verlässt seinen Napf dann aber plötzlich. Lieber geht er einer spannenderen Beschäftigung nach.

7) Füttern ist mit etwas Negativem verknüpft

Was passiert normalerweise nach der Fütterung? Legst du dich mit deinem Vierbeiner aufs Sofa?

Macht ihr einen ruhigen Spaziergang? Oder steht danach nur für dich etwas auf dem Plan? Lässt du deinen Hund sogar alleine, etwa, weil du zur Arbeit musst?

Dein Hund merkt sich das. Wenn er einen vollen Napf mit „Meine Menschen lassen mich alleine“ verbindet, vergeht ihm der Appetit.

Warum Welpen nur aus der Hand fressen

Welpen lernen sehr schnell. Das ist für unerfahrene Hundebesitzer Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite begreift der Welpe schnell, was er darf und was nicht. Auf der anderen Seite sind seine Besitzer unsicher, was sein Verhalten angeht.

Sie haben beispielsweise gelesen, dass Welpen dreimal täglich fressen sollen. Lässt der Kleine nun eine Mahlzeit stehen, werden sie nervös. Er muss doch fressen!

Also besser etwas Leberwurst oben drauf, damit er das Futter nimmt. Der Welpe merkt sich das. Bekommt er Leckerlis aus der Hand oder wird sein Futter mit etwas Besonderem getoppt, speichert er das ab.

Der Zwerg hat sofort gelernt, lässt er sein Futter stehen, bekommt er etwas extra. Kannst du das ausschließen, ist meist der Napf die Ursache des Problems.

Welpen fressen nicht aus dem Napf, weil

  • seine Bauweise sie beim Fressen stört,
  • der Napf noch neu riecht oder
  • er glänzt.

Zusätzlich mögen manche Hunde das glatte Gefühl eines Edelstahlnapfes an der Zunge nicht. Probiere es daher zunächst mit einem anderen Napf. Sehr wahrscheinlich löst der Wechsel dein Problem.

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Die Bauweise des Napfes

Manche Näpfe sind für Welpen einfach nicht gedacht. Sie sind zu hoch, sodass der Zwerg Probleme hat, überhaupt ans Futter zu kommen.

Verschiebt er sich über den Boden und klappert dabei laut, jagt das manchen Welpen zusätzlich Angst ein.

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Der Geruch

Chemische Gerüche durch Farbstoffe, Lack oder Kleber wirken auf viele Hunde abstoßend. Einen Napf, der danach riecht, nehmen sie daher häufig nicht an.

Ist der Napf ganz neu, reicht es manchmal, ihn ordentlich zu waschen. Alternativ stellst du ihn ein paar Tage nach draußen. Ein Ausflug in die Spülmaschine, sofern er sich dafür eignet, hilft ebenfalls.

Der Glanz

Der Glanz von Edelstahlnäpfen jagt vor allem Welpen Angst ein. Es kann sein, dass sich dein Welpe fürchtet, weil du seinen Napf zu sauber geschrubbt hast.

Da hilft nur ein Wechsel auf ein weniger glänzendes Modell.

Dein Alter Hund frisst nur noch aus der Hand

Alte Hunde verweigern ihr Futter häufiger. Sie bewegen sich weniger und entwickeln dadurch auch weniger Appetit.

Aus der Hand nehmen die meisten alten Tiere trotzdem Futter an. Selbst wenn es dieselben Trockenfutterkrümel sind, die auch in ihrem Napf landen.

Die Handfütterung hat etwas von „Ich bekomme Leckerlis“, weswegen die Vierbeiner sich darauf einlassen.

Was tun, wenn Trockenfutter liegen bleibt?

Fütterst du eine Mischung aus Nass- und Trockenfutter, bleibt als Rest überwiegend das Trockenfutter zurück. Nassfutter schmeckt einfach besser.

Um das zu verhindern, kannst du beides miteinander mischen. Weiche das Trockenfutter zusätzlich in etwas warmem Wasser ein, sodass dein Hund gar nicht mehr sortieren kann.

Bleibt trotzdem etwas liegen, verringere die Portionsgröße. Vielleicht hat dein Hund einfach nicht so viel Hunger.

Mein Hund verweigert Futter, frisst aber Leckerlies

Frisst dein Hund Leckerlis aus seinem Napf, lässt aber sein Futter liegen, hat er dich gut erzogen. Er bestimmt, was auf den Tisch kommt.

Vermutlich hast du ihm in der Vergangenheit häufiger schmackhaftere Alternativen angeboten.

Das solltest du in Zukunft lassen. Du entscheidest, was es zu fressen gibt. Möchte dein Hund das nicht, bleibt er halt hungrig.

Dein Hund frisst nur aus der Hand? [4 Tipps zum Abgewöhnen]

Damit dein Hund seinen Napf akzeptiert, gibt es eine Reihe von Tipps, die du befolgen solltest. Führt das alles nicht zum Erfolg, solltest du seine Gesundheit checken lassen.

1) Kein Futter mehr aus der Hand

Die erste Änderung, damit dein Hund endlich wieder aus seinem Napf frisst: Es gibt kein Futter mehr aus der Hand.

Von niemandem.

Dein Hund muss lernen, dass es nicht nach seiner Nase geht. Du gibst ihm das Futter, aber nach deinen Bedingungen.

Leckerlis darf er noch bekommen, solange er sie sich aus seinem Napf holt. Bei einem gesunden, ausgewachsenen Hund macht es nichts, wenn er zwei Tage stur bleibt.

Gib nicht nach. Dein Hund verhungert nicht.

2) Kein Futter zur freien Verfügung

Auch das ist sehr wichtig: Bleibt der Napf voll, räumst du ihn nach einer gewissen Zeit kommentarlos weg. Gibt es beispielsweise um 10 Uhr Frühstück, hat dein Hund bis 10:30 Uhr Zeit.

Verweigert er bis dahin seinen Napf, hat er eben Pech gehabt.

Damit wird der Napf wieder interessanter. Bleibt der volle Napf den ganzen Tag stehen, fehlt der Anreiz. Dein Hund weiß, wenn er wirklich Hunger bekommt, könnte er sich doch noch ein paar Krümel schnappen.

Ist das Futter aber bald wieder weg, wächst die Lust, mehr zu fressen. Stresse deinen Hund dabei jedoch nicht.

Nimm ihm also nicht direkt den Napf weg, wenn er nicht zu fressen anfängt. Lasse ihm diese halbe Stunde ruhig Zeit.

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3) Zeit- und Ortswechsel

Hat sich dein Hund daran gewöhnt, seinen vollen Napf zu ignorieren, ist ein Zeit- und Ortswechsel sinnvoll.

Findet die Fütterung woanders und eine Stunde später statt, fällt es ihm leichter, sich wieder darauf einzulassen.

Eventuell waren auch Zeit und Ort das Problem, weswegen er damit begonnen hat, seinen Napf zu verweigern? Stand der Napf vor der Waschmaschine oder in der Nähe von anderen Lärmquellen?

Oder hast du deinen Hund immer gefüttert, bevor du zur Arbeit gefahren bist? Vielleicht fühlte er sich durch den Lärm gestört oder wollte dich durch die Futterverweigerung zum Bleiben bringen.

4) Jeder Hund frisst für sich

Zurückhaltende Hunde stresst die Anwesenheit ihrer Artgenossen, wenn es Futter gibt. Sie trauen sich dann nicht an ihren Napf.

Möglichen Konflikten durch Futterneid gehen sie von Anfang an aus dem Weg.

Hast du mehrere Tiere, sollten alle getrennt voneinander fressen. Ängstliche Tiere fühlen sich manchmal sogar durch die Anwesenheit der Besitzer gestört.

Wenn alle gefressen haben, dürfen sie wieder zueinander. Dann ist es auch okay, dass sie die fremden Näpfe beschnüffeln oder vergessene Krümel fressen.

Letzter Ausweg – Tierarzt

Führt das alles nicht zum Erfolg, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll.

Leidet dein Hund an Rückenschmerzen, kann er sich möglicherweise nicht bücken, um aus seinem Napf zu fressen.

Rückenschmerzen plagen meist ältere Tiere. Rassebedingt können aber auch Junghunde darunter leiden. Betroffen sind vor allem Dackel, Terrier und andere kleine Hunde. Zusätzlich treten die Probleme vermehrt bei kurznasigen Hunden, beispielsweise Bulldoggen, auf.

Das liegt daran, dass Nase und Wirbelsäule aus demselben Material aufgebaut werden. Ich habe beispielsweise mal eine Französische Bulldogge gesehen, die beim Abtasten ihres Rückens komplett steif wurde.

Das Tier verweigerte auch seit Kurzem Futter aus dem Napf. Übte man Druck auf die Nackenwirbel aus, kippte der ganze Hund nach vorn. So sehr vermied er, den Kopf zu senken.

Die Schmerzen, die dabei auftraten, waren einfach zu stark.

Für die Diagnose wird dein Tierarzt Röntgenbilder anfertigen. Um deinem Hund direkt zu helfen, stellst du seinen Napf auf eine erhöhte Position. Das kann eine Treppenstufe, ein Hocker oder ein umgedrehter Wäschekorb sein.

So überbrückst du die Zeit, bis du einen passenden, erhöhten Napf gefunden hast.

Mehr zur richtigen Fütterung von Hunden erfährst du in diesem Video.

Was ist die beste Ernährung für Hunde? (Tierarzt klärt auf)

Mein Hund frisst nur aus der Hand – Das Fazit

Die meisten Hunde lieben es, aus der Hand gefüttert zu werden. Das stärkt die Bindung und hat etwas Belohnendes an sich.

Trotzdem sollten die Vierbeiner natürlich Futter aus ihrem Napf annehmen. Gewöhne deinen Hund daher wieder an seinen Napf. Dass er währenddessen kurzzeitig nichts frisst, ist nicht bedenklich.

Häufig gestellte Fragen

Mein Hund frisst Futter aus meiner Hand, auch wenn ich es vor seinen Augen aus seinem Napf nehme. Warum?

Möglicherweise lehnt dein Hund seinen Napf aufgrund seiner Bauweise ab. Oder ist es mittlerweile gewohnt, so von dir gefüttert zu werden.

Mein Hund frisst sein Trockenfutter nur aus der Hand. Woran liegt das?

Trockenfutter wirkt auf die meisten Hunde weniger attraktiv. Aus deiner Hand hat es hingegen etwas von Leckerlis, weswegen sie es auf diese Weise trotzdem nehmen.

Verstehen Hunde die Fütterung aus der Hand als Zeichen von Zuneigung?

Hunde werden zwar selbst gern aus der Hand gefüttert, scheinen aber kein Interesse daran zu haben, den Gefallen zu erwidern. Während Hunde Menschen aus gefährlichen Situationen retten, hört bei Futter wohl die Freundschaft auf.