Grasmilben bei Hunden – erkennen & behandeln

Grasmilben - Hund kratzt sich

Kennst du das nicht auch?

Dein Bello kratzt, beißt und leckt sich wie verrückt am
laufenden Band und du weißt einfach nicht, was er hat. Zecken sind es nicht, das hast du schon überprüft. Flöhe können es auch nicht sein.

Du hast einfach keine Idee, was deinem armen Hund so quälen und in den Wahnsinn treiben könnte?

Wenn es ganz sicher keine Zecken oder Flöhe sind, könnten es ja möglicherweise Grasmilben sein.

Was sind Grasmilben?

Sie sind auch unter den anderen Namen Herbstgrasmilben oder einfach Herbstmilben bekannt. In der Fachsprache werden sie als „Neotrombicula autumnalis“ bezeichnet.

Wie alle Milben gehören die Grasmilben der Klasse der Spinnentiere an. Sie
haben also acht Beine und Beißwerkzeuge. Ihre Farbe ist orange bis durchsichtig und sie sind wirklich winzig.

Grasmilbe

Die Ausgewachsenen können nur bis etwa zwei Millimeter groß werden. Kein wunder also, wenn du auf den ersten Blick gar keine dieser Tierchen
entdecken kannst.

Was ist die Befallsursache?

Diese Milben lieben warmes, trockenes und sonniges Wetter und legen ihre Larven im Gras ab. Daher kommt auch der Name. Die Larven schlüpfen nach ungefähr vier Wochen und warten dann auf einen geeigneten Wirt, zum Beispiel deinen Hund.

Die Grasmilben gehen überwiegend an die Körperstellen, die mit dem Boden bzw. dem Gras in Kontakt kommen. Und sie bevorzugen dünne Haut, wo sie mit ihrem Beißwerkzeugen weiterkommen.

Das heißt also, sie befallen deinen Hund überwiegend an den Achseln, zwischen den Zehen, am After, am Bauch, im Gesicht und an und in den
Ohren.

Wenn sie deinen Hund befallen, ernähren sie sich von dessen Körpersäften, auch von Blut, wenn sie eine Ader treffen. Doch hier ist nur von den jungen Milben die Rede, denn die Ausgewachsenen befallen deinen Hund nicht mehr.

Symptome

Der Speichel dieser Herbstmilben ist für deinen Hund unangenehm, weil er eine Allergie und dadurch einen extremen Juckreiz verursacht. Nach einem Befall wird dein Hund sich dauerhaft kratzen, beißen und lecken.

Das kann zum Fellausfall, zu gereizter Haut und Wunden führen. In extrem seltenen Fällen können auch Krämpfe bei deinem Hund auftreten.

Gibt es langfristige Folgen?

Langanhaltende Folgen treten bei einem Befall jedoch zum Glück nicht auf. Grasmilben übertragen keine Krankheiten, weswegen du also beruhigt sein kannst.

Laut ESCCAP Deutschland, der Vereinigung von Veterinärparasitologen, besteht das Hauptproblem darin:

Das Problem aber ist, dass die Milben in den wenigen Tagen, die sie auf dem Tier Blut saugen, eine Allergie auslösen, die zu stark juckenden Hautreaktionen führt. Und dieser, durch die Allergie ausgelöste Juckreiz, bleibt meist noch einige Zeit bestehen, auch wenn die Larven das Tier wieder verlassen haben.

So kannst du herausfinden, ob dein Hund Grasmilben hat

Die jungen Milben, die deinen Hund möglicherweise befallen, sind unter 1 mm groß und somit für das menschliche Auge nicht sichtbar. Doch du kannst sie dennoch aufspüren.

Die einfachste Methode:

  1. Stelle deinen Hund auf einen komplett weißen Untergrund, z. B. ein weißes Handtuch.
  2. Finde die Stelle an der dein Hund sich ständig kratzt.
  3. Kämme mit einem Flohkamm gegen den Strich über diese Stelle.
  4. Schau nach ob sich auf dem weißen Untergrund kleine orange-farbene Pünktchen erkennen lassen.

Die Behandlung

Wenn du festgestellt haben solltest, dass dein Hund befallen ist, fragst du dich nun bestimmt, wie du deinem Hund helfen und ihn dagegen behandeln kannst.

Es ist zum Glück gar nicht kompliziert.

Du musst deinen Hund einfach an der befallenen Stelle gründlich abduschen und das war es dann auch schon. Wenn dein Hund Grasmilben zwischen den Zehen hat, kannst du ihm ein Fußbad mit Kernseife machen. Das ist ebenfalls effektiv.

Dazu ist das Video „Herbstgrasmilben beim Hund: erkennen und behandeln!“ auf dem YouTube vom Kanal „Tierisch Gesund“ zu empfehlen. Dort erfährst du weitere Methoden zur humanen Behandlung.

Herbstgrasmilben beim Hund: erkennen und behandeln! (Tierarzt klärt auf)

Hausmittel

Bekannte Hausmittel, die abschreckend wirken sollen, sind Neemöl, Olivenöl, Apfelessig und Salzwasser. Eine leichte Alkhohollösung soll ebenfalls Effekt zeigen.

Fertige Schutzmittel

Es gibt auch bestimmte Floh- und Zeckenschutzmittel, deren Inhaltsstoffe
auch Grasmilben abschrecken. Ebenso gibt es Sprays, zum Beispiel das Anti-Grasmilben-Spray, das drei bis vier Tage wirken sollte.

AniForte Grasmilben-EX Spray 250ml - Grasmilbenspray für Hunde, Wirkung gegen Parasiten, effektive...
  • EFFEKTIVE ABWEHR: Hochwirksames Repellent zur Bekämpfung von Grasmilben - Abwehr und Pflege für Deinen Hund - Wirksame Rezeptur auf Basis ätherischer Öle...
  • BESSERE LEBENSQUALITÄT: Nachtkerzenöl und Lavendelöl beruhigen gereizte Haut, Linderung des Juckreizes durch Bisse von Grasmilben beim Hund
  • AUCH ALS SOFORTHILFE: Für Junior Junge (Junghunde) und Senior Alte (Senioren), große und kleine Hunde – Wirksam Grasmilben bekämpfen
  • PFLEGE BEI GEREIZTEN HAUTSTELLEN: Grasmilben sind dafür bekannt, dass ihre Bisse Quaddeln auf der Haut hinterlassen und einen starken Juckreiz auslösen...
  • VON EXPERTEN ENTWICKELT: Unsere Produkte werden stets von fachkundigen Tierärzten und erfahrenen Tierheilpraktikern entwickelt und auf die einzigartigen...

Auch Shampoos mit Pyrethroid-Wirkstoffen, können abschreckend wirken.

Zum Mildern des Juckreizes und der Irritation der Haut existieren Cremes und Salben mit Glucokortikoiden, umgangssprachlich als Cortison bekannt, wie beispielsweise die Creme „EWALIA“.

Ob du deinen Hund chemische Mittel geben möchtest, ist natürlich ganz allein deine Entscheidung. Informiere dich vorher ausgiebig über die möglichen Nebenwirkungen.

Was ich dir allerdings ans Herz legen würde, ist, die Qual des Juckreizes für deinen Hund durch eine speziell für den Hund gemachte Salbe oder Creme zu mildern, um dem ständigen Kratzen und den daraus folgenden Nachwirkungen vorzubeugen.

Damit geht es deinem Hund besser, der Juckreiz hört auf, er kratzt und beißt sich nicht mehr ständig und kann sich endlich wieder entspannt hinlegen.

Wenn du gar nichts unternehmen möchtest ist das auch in Ordnung, wenn auch unangenehm für deinen Hund. Wie gesagt, Grasmilben sind prinzipiell nicht gefährlich für Hunde.

Muss dein Hund zum Tierarzt?

Generell ist ein Tierarztbesuch nicht von Nöten, wenn du einen Befall feststellen konntest. Es sei denn, du möchtest die oben genannten Behandlungsmittel erhalten.

Aber, wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Hund Grasmilben hat oder nicht oder wenn der Befall so stark ist, das humane Mittel nicht wirken, ist ein Besuch bei einem Tierarzt deines Vertrauens zu empfehlen.

Dieser kann dir dann helfen und dich bei der Behandlung unterstützen. Auch, wenn bei deinem Hund Krämpfe auftauchen, was sehr selten vorkommt, solltest du unbedingt und unverzüglich zu einen Tierarzt gehen.

Kannst du einen Befall vorbeugen?

Abgesehen von den genannten Mitteln (Hausmittel, Schutzmittel, Sprays, Shampoos), gibt es keine Möglichkeit, einen Befall wirklich zuverlässig vorzubeugen.

Natürlich kannst du versuchen, Grünflächen zu vermeiden, aber was wäre das für ein Zustand für deinen Hund und dich? Wenn du einen eigenen grünen Garten hast und du möchtest herausfinden, ob es in ihm
junge Grasmilben gibt, kannst du ähnlich wie bei deinen Hund vorgehen.

Dazu stellst du einfach einen weißen Teller auf die Grünfläche, mitten in das Gras, und siehst von Zeit zu Zeit nach, ob du orange-farbene Pünktchen erkennen kannst.

Gegen Grasmilben in deinem Garten hilft übrigens ein regelmäßiges Schneiden und Sprengen der Grünflächen.

Übertragen Grasmilben sich auch auf Menschen und andere Tiere?

Grasmilben befallen prinzipiell alle Säugetiere, egal ob Vogel, Katze oder Maus. Auch Menschen sind geeignete Wirte für sie.

Anders als Ohrmilben, bleiben sie auf einem Wirt bis sie keine Körpersäfte mehr benötigen.

Das heißt, du kannst ganz beruhigt sein, denn du, deine anderen Hunde, deine Katzen oder deine Kleintiere können Grasmilben nicht bekommen, nur, weil einer deiner Hunde befallen ist.

Auch ein Kontaktverbot zu anderen Hunden ist also vollkommen sinnlos und überhaupt nicht nötig!

Für Menschen und andere Säugetiere sind Grasmilben ebenfalls ungefährlich. Doch auch sie bleiben vom Juckreiz nicht verschont.

Das Fazit von diesem kleinen Ausflug in die Welt der Grasmilben ist also, dass diese kleinen Tierchen zwar unangenehm aber nicht lebensbedrohlich für deine Fellnase sind. Sie übertragen auch keine Krankheiten, wie man es von der Zecke kennt.

Du kannst Grasmilben bei deinem Hund mit einfachen Mitteln erkennen und behandeln. Nur in seltenen Fällen musst du wirklich zum Tierarzt.

Einem Befall deines Gartens mit Grasmilben kannst du im besten Fall durch regelmäßiges Schneiden und Sprengen des Rasens vorbeugen.

Solltest du also feststellen, dass dein Hund von Grasmilben befallen ist, verfalle nicht in Panik, sondern behandele deinen Hund. Und auch, wenn du nichts tust, ist das kein Weltuntergang, denn die größerwerdenden Grasmilben gehen auch irgendwann von ganz alleine von deinem Hund herunter.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*