Typische Dobermann Krankheiten: Diese solltest du kennen

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Diese Hunderasse finde ich persönlich höchst faszinierend.  Dobermänner sind eine der beliebtesten Hunderassen weltweit. Sie sind bekannt für ihre Eleganz, Sportlichkeit und Schönheit, aber auch für ihre Loyalität und Intelligenz. 

Doch obwohl der Dobermann eigentlich eine sehr robuste Hunderasse ist, sind sie leider anfälliger für bestimmte Krankheiten. Nur wenn du die rassetypische Erkrankung und deren Symptome kennst, kannst du früh genug handeln.

Auf den Punkt gebracht: rassetypische Dobermann Krankheiten

„Plötzlich ist er während dem Spielen einfach tot umgefallen“. Das ist bedauerlicherweise eine Aussage, welche man oft von Dobermann Besitzern zu Höhren bekommt. 

Herzerkrankungen, Hüftdysplasie, das Vestibularsyndrom, Magendrehungen, Blutgerinnungsstörungen sowie das Wobbler-Syndrom sind die bekanntesten, typischen Erkrankungen des Dobermanns. 

Für dich als Dobermann Besitzer ist es wichtig, dass du dich mit den Symptomen und Anzeichen dieser Erkrankungen vertraut machst. Bei einem frühen Verdacht, kannst du geeignete Maßnahmen ergreifen, die im schlimmsten Fall über das Leben deines Hundes entscheiden.

Dilatative Kardiomyopathie (DCM)

Die dilatative Kardiomyopathie ist eine schwerwiegende, meist tödlich endende Herzerkrankung, von der laut Studien jeder zweite Dobermann betroffen ist. 

Bei dieser Herzmuskelerkrankung dehnt sich das Herzgewebe des Dobermanns aus. Dadurch verringert sich die Pumpfunktion des Herzens, was zu einer eingeschränkten Durchblutung des Körpers führt. Die dilatative Kardiomyopathie kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, die das Leben des Hundes stark beeinträchtigen können.

Symptome

Zu den häufigsten Symptomen von DCM gehören 

  • anhaltende Erschöpfung 
  • Schwäche
  • Kurzatmigkeit
  • Husten

Der Hund gerät beim Spaziergang oder beim Spielen schnell außer Atem und wirkt müde, da das geschwächte Herz nicht mehr effektiv genug Blut pumpen kann.

In einigen Fällen können sich auch Flüssigkeitsansammlungen im Körper des Hundes bilden, was zu Schwellungen in den Beinen oder dem Bauchraum führen kann.

Fallen dir die oben aufgeführten Anzeichen bei deinem Hund auf, ist es von größter Wichtigkeit, diese Anzeichen ernst zu nehmen und sofort den Tierarzt zu konsultieren.

Wichtig:

Ist der Hund in einer okkulten Phase (die völlig unauffällige Phase der DCM, welche höchstens 2 bis 3 Jahre dauert) an DCM erkrankt, zeigt er keine Symptome! Es zeigen sich nur Herzrhythmusstörungen, die zu 30 % der betroffenen Hunde zum plötzlichen Herztod führen.

Behandlung

Ein Tierarzt kann eine genaue Diagnose stellen. Daraufhin erstellt er/sie  einen Behandlungsplan, der auf den individuellen Bedürfnissen deines Hundes basiert. Dabei wird er regelmäßig ein 24 Stunden EKG mit Herzultraschall vornehmen, um den Krankheitsverlauf zu begutachten. 

Die Behandlung der dilatativen Kardiomyopathie beim Dobermann umfasst in der Regel eine Kombination aus medikamentöser Therapie und einer angepassten Ernährung. 

Die verordneten Medikamente zielen darauf ab, die Pumpfunktion des Herzens zu verbessern und die Symptome zu lindern. Eine spezielle Diät hilft, deinen Hund mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

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Gleichzeitig wird die Belastung des Herzens durch Übergewicht reduziert. Regelmäßige Untersuchungen sind wichtig, um den Fortschritt der Erkrankung zu überwachen und wenn nötig, Anpassungen in der Behandlung vorzunehmen.

Ein Hund, welcher an DCM erkrankt ist, sollte “ eher eine ruhige Kugel schieben”.  Stress kann sich negativ auf das Herz auswirken und den Zustand des Hundes rapide verschlechtern.

Eine liebevolle Unterstützung und eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt können dazu beitragen, dass der Dobermann trotz der dilatativen Kardiomyopathie ein erfülltes und glückliches Leben führen kann.

Mitralklappeninsuffizienz

Die Mitralklappeninsuffizienz ist eine Herzerkrankung, die leider ebenfalls typisch für die Rasse Dobermann ist. Bei dieser Erkrankung funktioniert die Mitralklappe, die sich zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer befindet, nicht mehr richtig. 

Dadurch wird das Blut nicht nur in die Herzkammer gepumpt, sondern auch zurück in den Vorhof. Dies führt zu einer unzureichenden Blutversorgung des Körpers und kann zu verschiedenen Symptomen führen:

  • Herzrhythmusstörungen, die sich durch unregelmäßige Herzschläge oder schnellen Puls äußern können
  • Husten
  • Atemnot
  • Lethargie
  • Appetitlosigkeit
  • kurze Ohnmachtsanfälle

Der Hund kann auch Anzeichen von Schwäche, vermehrtem Durst und verminderter Ausdauer zeigen. Diese Symptome sind Anzeichen dafür, dass das Herz nicht mehr effektiv genug arbeitet und der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Es ist wichtig, diese Symptome zu erkennen und rechtzeitig einen Tierarzt aufzusuchen. Der Tierarzt kann eine genaue Diagnose stellen und einen individuellen Behandlungsplan erstellen.

Die Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz beim Dobermann besteht in der Regel aus medikamentöser Therapie. Ziel der Behandlung ist es, das Herz zu unterstützen und den Blutfluss zu verbessern. Es werden spezifische Medikamente verschrieben, die dabei helfen, die Funktion des Herzens zu optimieren und die Symptome zu lindern. 

Eine angepasste Ernährung, die auf die Bedürfnisse des erkrankten Hundes abgestimmt ist, sowie regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind ebenfalls Teil der Behandlung.

In einigen fortgeschrittenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Mitralklappe zu reparieren oder zu ersetzen. Dies ist jedoch eine komplexe Maßnahme, die von einem erfahrenen Tierchirurgen durchgeführt werden sollte.

Wobbler-Syndrom

Das Wobbler-Syndrom ist eine ernsthafte Erkrankung, die die Halswirbelsäule des Dobermanns betrifft. Es wird auch als zervikale Spondylopathie oder zervikale Myelopathie bezeichnet.

Diese Erkrankung kann zu einer Reihe von Symptomen führen, die das Wohlbefinden und die Beweglichkeit des Hundes stark beeinträchtigen können.

Die Ursache des Wobbler-Syndroms liegt oft in einer abnormen Entwicklung der Halswirbelsäule, die zu einer Verengung des Rückenmarks führt. Diese Verengung kann durch angeborene Fehlbildungen oder degenerative Veränderungen verursacht werden. 

Darüber hinaus können auch Verletzungen eine Rolle spielen, die zu einer Kompression des Rückenmarks führen. 

Symptome

Ein häufiges Symptom des Wobbler-Syndroms ist eine Schwäche in den Hinterbeinen. Der Dobermann kann Schwierigkeiten haben, sich zu bewegen oder sogar zu stolpern.  Diese Schwäche der Hinterhand ist der Namensgeber für die Krankheit: Wobbler. 

Auch die Koordination kann gestört sein, was zu unsicherem Gangbild und Gleichgewichtsproblemen führt. In diesem Video ist das typische Gangbild eines Dobermanns mit dem Wobbler-Syndrom zu sehen.

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Dobermann with Wobblers, gait/movements

Zudem können Hals- oder Rückenschmerzen auftreten. Dies fällt oft dadurch auf, dass der ansonsten so fidele und motivierte Hund beginnt, sich zurückzuziehen und zu schonen.

Behandlung

Die Behandlung des Wobbler-Syndroms hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und den Druck auf das Rückenmark zu verringern.

Während der Operation werden Metallimplantate eingesetzt, um die betroffenen Bereiche zu unterstützen und zu stabilisieren. Eine solche Operation erfordert jedoch spezialisierte Kenntnisse und sollte von einem erfahrenen Tierchirurgen durchgeführt werden.

Bei weniger schweren Fällen kann eine konservative Behandlungsoption gewählt werden. Dazu gehören die Verabreichung von entzündungshemmenden Medikamenten zur Schmerzlinderung sowie Physiotherapie, um die Beweglichkeit und Stärke des Hundes zu verbessern.

Es wird auch empfohlen, das Gewicht des Hundes zu kontrollieren, um zusätzlichen Druck auf die Wirbelsäule zu vermeiden.

Hüftdysplasie (HD)

Hüftdysplasie ist eine Erkrankung der Hüftgelenke, die häufig bei großen Rassen auftritt. Es ist eine Erkrankung, die vererbt wird. Durch eine abnormale Entwicklung des Hüftgelenks verursacht wird. 

Die Symptome von Hüftdysplasie können variieren, aber einige häufige Anzeichen sind 

  • Steifheit
  • Schmerzen 
  • Lahmheit in den Hinterbeinen

Behandlung

Die Behandlung von Hüftdysplasie beim Dobermann hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Eine konservative Behandlung kann Schmerzen lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Dazu können Schmerzmittel, physikalische Therapie, Gewichtsreduzierung und eine spezielle Diät gehören. In schweren Fällen kann eine Operation notwendig sein, um das Hüftgelenk zu stabilisieren oder zu ersetzen.

Mein Tipp:

Planst du dir in Zukunft einen Dobermann als neues Familienmitglied ein, empfehle ich dir, deinen Welpen von einem seriösen Züchter zu kaufen.

Da in einer seriösen und guten Zucht ein großer Wert auf die Gesundheit der Elterntiere gelegt wird, kannst du davon ausgehen, dass diese auf HD/ ED geprüft sind. Da HD eine Erbkrankheit ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bei HD negativen Elterntieren viel geringer.

Kongenitale Vestibularsyndrom

Das Kongenitale Vestibularsyndrom ist eine angeborene Erkrankung des Innenohrs, die häufig bei Dobermännern und anderen Hunderassen auftritt. Es wird oft im Welpenalter diagnostiziert und kann sich im Laufe seines Lebens verbessern oder stabil bleiben.

Symptome

Die Symptome des kongenitalen Vestibularsyndroms können variieren, aber typische Anzeichen sind: 

  • Schwindel
  • Kopfschiefhaltung
  • Taumeln 
  • unsicheren Gang 
  • Nystagmus (unwillkürliche Augenbewegungen)

Einige Hunde können auch Schwierigkeiten beim Fressen oder Trinken haben.

Behandlung

Es gibt keine Heilung für das Kongenitale Vestibularsyndrom, aber die Symptome können durch verschiedene Maßnahmen kontrolliert werden. Dazu können Medikamente wie Antibiotika und Schwindel Medikamente gehören, um Übelkeit und Schwindel zu lindern. 

Physiotherapie und Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts können ebenfalls hilfreich sein.

Von-Willebrand-Krankheit

Die Von-Willebrand-Krankheit ist eine Erkrankung des Blutgerinnungssystems, die bei vielen Hunderassen, einschließlich des Dobermanns, auftritt. 

Die Krankheit wird durch eine verminderte Menge oder Funktionsfähigkeit des von-Willebrand-Faktors verursacht, der für die Blutgerinnung wichtig ist. Hunde mit Von-Willebrand-Krankheit können bei Verletzungen oder Operationen schwer bluten.

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Symptome

Die Symptome von Von-Willebrand-Krankheit können variieren, aber einige Anzeichen sind

Behandlung

Es gibt keine Heilung für Von-Willebrand-Krankheit, aber sie kann durch verschiedene Maßnahmen kontrolliert werden. 

Dazu können Medikamente wie Desmopressin und Tranexamsäure gehören, die die Blutgerinnung fördern.

Blue Dobermann Syndrom

Das Blue Dobermann Syndrom ist auch als Dilute-Gene-Dermatitis oder Color Mutant Alopecia bekannt. Es ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die spezifisch bei blauen Dobermännern auftritt.

Symptome

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine seltene Form von Haarausfall und Hautproblemen, die durch die Verdünnung des schwarzen Pigments im Fell verursacht werden.

Die betroffenen Hunde zeigen in der Regel einen Haarverlust, insbesondere im Bereich des Rückens, der Flanken und des Kopfes. Die Haut kann trocken, schuppig und gereizt sein, was zu Juckreiz und Entzündungen führen kann. In einigen Fällen können sich auch Geschwüre oder Infektionen entwickeln.

Behandlung

Beim Blue Dobermann Syndrom gibt es leider keine Heilungsmöglichkeiten. Die Behandlung konzentriert sich in erster Linie auf die Linderung der Symptome und die Unterstützung der Hautgesundheit. Dazu gehören Produkte wie Shampoos, feuchtigkeitsspendenden Lotionen, Salben und Cremes. Sie sollen den Juckreiz und die Entzündungen der Haut lindern. 

Ebenso können eine bessere Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel helfen.

Magendrehung (GDV)

Die Gastric Dilatation and Volvulus ist auch als Magendrehung bekannt und tritt häufig bei großen, tiefbrüstigen Hunden wie dem Dobermann auf.

Bei dieser Erkrankung dehnt sich der Magen aus und dreht sich, was zu einer Blockade des Blutflusses und zum Tod von Magengewebe führen kann. Eine Magendrehung ist IMMER ein akuter medizinischer Notfall und führt ohne tierärztliche Hilfe in den meisten Fällen zum Tode des Hundes!

Symptome

Die Symptome von GDV können sehr plötzlich auftreten. Dazu gehören

Behandlung

Die Behandlung von GDV ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige chirurgische Intervention. Der Tierarzt wird versuchen, den Magen zu entlüften und ihn in seine normale Position zurückzubringen. In einigen Fällen kann eine Magenresektion erforderlich sein.

Mir ist bewusst, dass sich dieser Artikel als zukünftiger Dobermann Besitzer absolut abschreckend und ernüchternd liest.

Natürlich bedeutet dies nicht, dass automatisch jeder Dobermann an einer der beschriebenen Erkrankungen erleidet oder im schlimmsten Fall einfach stirbt. 

Genetisch bedingte Dobermann Krankheiten: Das Fazit

Dobermänner sind eine beliebte Rasse, aber sie sind anfälliger für bestimmte Erkrankungen als andere Hunderassen. Das ist bei ihnen genetisch bedingt.

Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, welche Krankheiten beim Dobermann auftreten können und wie sie behandelt werden können.

Regelmäßige Untersuchungen und eine gesunde Lebensweise können dazu beitragen, das Risiko von Krankheiten zu reduzieren und Ihrem Dobermann ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen.

Jedoch sollte man als Dobermann Besitzer immer im Hinterkopf behalten: Ein Dobermann ist leider eine der Hunderassen, welche oft an schwerwiegende Erkrankungen erleiden können. Dies sollte jedem zukünftigen Hundebesitzer bewusst sein, auch in Hinsicht auf den finanziellen Aspekt.

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