Südrussischer Owtscharka

Südrussischer Owtscharka - Südrussischer Schäferhund beim Sonnenuntergang
Callipso / Shutterstock.com

Dieser wuschelige Vierbeiner ist Beschützer mit Leib und Seele. Es gibt nicht viele Hunde, welche sich so explizit und mit vollem Einsatz dem Bewachen seiner Herde hingeben.

Ein begnadeter Wächter auf der Weide, zu Hause jedoch auch häufig sehr eigensinnig und dominant. Es braucht eine Menge Fachwissen, um diesem Sturköpfchen zu zeigen, wo der Knochen hängt.

Steckbrief

Rasse: Südrussischer Owtscharka
Deutsche Bezeichnung:Südrussischer Schäferhund
Herkunft:Russland
Größe:Rüden 65 bis 66 cm, Hündinnen 62 bis 66 cm
Gewicht:45 – 60 kg
Lebenserwartung:12 – 15 Jahre
Fellänge:Lang
Fellfarbe:Weiß, grau, beige, zweifarbig
Aufgaben:Der Südrussische Owtscharka wird als Herdenschutzhund, gelegentlich auch als Therapie- und Familienhund gehalten.
Listenhund:Ja (Nur im Schweizer Kanton Tessin)
FCI Gruppe:Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
FCI Sektion:Sektion 1: Schäferhunde
FCI Standard:326
FCI Rasse-Standards:Zum PDF

Geschichte der Rasse

Weltweit gibt es weniger als 1.000 offiziell registrierte Exemplare dieser seltenen Rasse, was den Südrussischen Owtscharka zu etwas ganz Besonderem macht.

Südrussischer Owtscharka - Südrussischer Schäferhund sitzt auf der Wiese
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Seine Ursprünge gehen auf die russische Krimhalbinsel, wo der begnadete Wächter erst im 19. Jahrhundert ins Leben gerufen wurde.

Über den nördlichen Kaukasus verbreitete er sich im Laufe der Zeit im südlichen Raum von Russland.

Die erste, offizielle Züchtung seiner Art begann im Jahre 1898 und besteht bis heute überwiegend in Russland und in der Ukraine.

In anderen Ländern ist der seltene, Südrussische Owtscharka nicht allzu häufig vertreten.

Seine hauptsächliche Aufgabe bestand stets darin, in der südrussischen Steppe auf Merino-Schafe aufzupassen. Und dieser Berufung wurde der aufmerksame Vierbeiner stets mehr als gerecht.

2 Südrussische Owtscharka - Südrussische Schäferhunde in den Bergen in Slowenien
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Es gibt nur wenig Hüte- und Treibhunde, welche ein derartig konsequentes Verhalten an den Tag legen wie er.

Von Anfang an wurde von ihm eine sehr große Selbstständigkeit erwartet und er musste häufig blitzschnell auf „eigene Pfote“ handeln und seine Schafe auch vor Bären und Wölfen schützen.

Zuweilen findet er auch Verwendung für Therapiezwecke und lebt auch gelegentlich als Wach- und Familienhund.

Im Jahr 1983 wurde der Südrussische Owtscharka von der FCI als offizielle Hunderasse anerkannt.

Im Schweizer Kanton Tessin steht er auf der Liste der potenziell gefährlichen Hunderassen und seine Haltung ist dort bewilligungspflichtig.

Mein Liebling, der Owtscharka | Global 3000

Charaktereigenschaften

Der Südrussische Owtscharka wurde speziell als eigenständiger Wächter gezüchtet.

Diese Tatsache prägte natürlich auch seinen persönlichen Charakter welcher sich bis heute in einer gnadenlosen Unabhängigkeit und in einem kompromisslosen Beschützer zeigt.

Er betrachtet die Welt sehr allgemein und teilt sie gezielt in „Mein“ und „Dein“ ein. Kommt man seinem Revier, seiner Familie oder seiner Herde zu nah, so wird er je nach individueller Erziehung reagieren.

Südrussischer Owtscharka - Südrussischer Schäferhund liegt im Gras
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Das bedeutet nicht, dass er jedem Besucher sofort den Kopf abreißen wird. Aber dennoch zieht er hier sehr klare Grenzen und macht deutlich, was ihm gehört.

Wer sich einen Hund wünscht, welcher bedingungslos auf jedes Kommando hört, ist beim Südrussischen Owtscharka definitiv an der falschen Adresse.

Selbst bei optimaler Erziehung, welche stets durch Besitzer mit Hundeerfahrung erfolgen sollte, wird er immer einen Teil seines selbstständigen Handeln behalten.

Natürlich ist der kluge Wächter durchaus dazu in der Lage um Neues zu lernen. Aber diesbezüglich darf bei ihm nicht zu viel erwartet werden.

Er ist kein typischer Kandidat für Familien, welcher sich stundenlangen Spiel- und Kuschelstunden hingibt.

Südrussischer Owtscharka - Südrussischer Schäferhund spielt im Schnee
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Gelegentlich sucht auch er die Aufmerksamkeit, allerdings nur, wenn ER dies gerade möchte. Er sollte niemals zu etwas gedrängt werden, da er in diesem Fall sehr schnell auf Durchzug schaltet.

Mit Kindern und Artgenossen kommt er in aller Regel sehr gut zurecht, obwohl er bei anderen Hunden auch gelegentlich seine Dominanz zur Schau stellt.

Erscheinungsbild

Mit einer Schulterhöhe von bis zu 66 cm, welche Rüden der Gattung „Südrussischer Owtscharka“ erreichen können, zählt dieser Vierbeiner bereits zu den größeren Hunderassen.

Südrussischer Owtscharka - Südrussischer Schäferhund bei einem Spaziergang
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Auch Hündinnen erreichen jene Größe problemlos und liegen auch in puncto Gewicht nicht viel unter ihren männlichen Kollegen.

Das durchschnittliche Gewicht liegt sowohl bei Rüden als auch bei Hündinnen zwischen 45 und 60 kg.

Der Körperbau ist kräftig und athletisch, was durch das lange Fell, welches in den Farben Weiß, grau, beige, cremefarben oder auch zweifarbig vorkommt, nicht eindeutig ersichtlich ist.

Das Fell ist sehr grob und erinnert an das einer Ziege. Sein Fell ist schmutzabweisend, wetterfest und bedarf auch keiner größeren Pflege.

Südrussischer Owtscharka - Südrussischer Schäferhund auf der Wiese und schaut in die Kamera
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Seine dreieckigen Hängeohren sind ebenfalls sehr behaart, genauso wie seine mittellange Rute.

Seine dunklen Augen sind durch das lange Haar in seinem Gesicht meist bedeckt und darf gerne regelmäßig gestutzt werden, um dem Hund eine noch bessere Sicht zu ermöglichen.

Südrussischer Owtscharka - Südrussischer Schäferhund im Schnee
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Haltung und Pflege

Wer sich einen Hund der Gattung „Südrussischer Owtscharka“ zulegen möchte, sollte bereits schon über sehr viel Erfahrung mit Hunden verfügen.

Denn bei diesem russischen Wächter stoßen selbst Profis zuweilen an ihre Grenzen.

Um seinen eigenwilligen und dominanten Charakter bestmöglich unter Kontrolle zu bekommen, ist eine autoritäre Persönlichkeit als Herrchen oder Frauchen notwendig.

süßer Südrussischer Owtscharka - Südrussischer Schäferhund im Schnee
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Andernfalls wird er es sein, welcher ganz automatisch die Rolle des „Rudelführers“ übernehmen wird.

Auch als Wachhund für ein größeres Grundstück ist er sehr gut geeignet, da auf seinen Wachinstinkt jederzeit Verlass ist.

Ohnehin ist ein Grundstück, ein Anwesen oder ein Haus mit Garten die beste Wahl für den Südrussischen Owtscharka die beste Wahl, in einer beengten Stadtwohnung würde er auf Dauer verkümmern.

Wird er zu lange alleine gelassen, so wird er sich mit Sicherheit selbstständige Beschäftigung suchen.

Er braucht natürlich regelmäßige Ausläufe in freier Natur, ist aber kein allzu großer Freund von Hundesportarten und Spielen.

Südrussischer Owtscharka - Südrussischer Schäferhund vor einem Busch
Nadezhda Zaitceva / Shutterstock.com

Viel lieber liegt er entspannt im Garten, von wo aus er gleichzeitig den optimalen Überblick behält. Dies vermittelt ihm Sicherheit.

Seine Pflege ist dank des robusten Fells sehr simpel und gelegentliches Bürsten ist ausreichend.

Und natürlich darf auch ein kompetenter Tierarzt nicht fehlen, welcher sich regelmäßig um explizite, gesundheitliche Probleme und natürlich auch die allgemeine Gesundheit des Vierbeiners kümmert.

Züchter

In Deutschland gibt es keine offiziellen Züchter, welche sich speziell auf die Rasse des Südrussischen Owtscharkas konzentrieren.

Auch in Tierheimen sind nur sehr selten Hunde dieser Gattung anzutreffen. Wer sich einen Hund dieser Gattung wünscht, muss sich in Russland oder in der Ukraine umsehen, um ein reinrassiges Exemplar seiner Rasse zu erhalten.

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mit-hunden-therapieren.de/artikel/der-südrussische-owtscharka

Literatur

Impulskontrolle für Treib- und Hütehunde: Für mehr Gelassenheit im Alltag
  • Schnepper, Christiane (Autor)
  • 112 Seiten - 22.06.2017 (Veröffentlichungsdatum) - Verlag Eugen Ulmer (Herausgeber)
Ausbildung von Hütehunden
  • Chifflard, Hans (Autor)
  • 236 Seiten - 02.03.2009 (Veröffentlichungsdatum) - Verlag Eugen Ulmer (Herausgeber)
Powerspiele für Hütehunde: Border Collie, Australian Shepherd & Co. rassegerecht beschäftigen
  • Mahnke, Karina (Autor)
  • 128 Seiten - 01.10.2014 (Veröffentlichungsdatum) - Verlag Eugen Ulmer (Herausgeber)