Pyrenäen-Berghund

Pyrenäen-Berghund im Gras

Was für ein unendlich süßer und treuherziger Blick! Wer könnte diesem sanften Riesen wohl widerstehen?

Nun ja, möglicherweise wird dieser französische Berghund von dem einen oder anderen unterschätzt. Er ist der geborene Wächter und vollständig darauf ausgelegt, seine Familie zu beschützen.

Mit der richtigen Erziehung dürfte sich sein ungebrochener Wille, seine Familie zu verteidigen möglicherweise bändigen lassen.

Steckbrief

Rasse: Chien de montagne des Pyrénées
Deutsche Bezeichnung:Pyrenäen-Berghund
Herkunft:Frankreich
Größe:Rüden 70 bis 82 cm, Hündinnen 65 bis 74 cm
Gewicht:60-70 kg
Lebenserwartung:10 – 12 Jahre
Fellänge:mittellang
Fellfarbe:weiß
Aufgaben:bewachte früher die Schlösser der Pyrenäen und diente weiterhin als Hüte- und Herdenschutzhund
Listenhund:Nein
FCI Gruppe:Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer
FCI Sektion:Sektion 2.2: Molossoide, Berghunde
FCI Standard:137
FCI Rasse-Standards:Zum PDF

Geschichte der Rasse

Seine Wurzeln reichen bis ins 15. Jahrhundert. Damals diente er als Wächter von Schlössern in den französischen Pyrenäen. Und dabei erhielt er auch gleich seinen Namen „Pyrenäen-Berghund“ oder „Chien de Montagne des Pyrénées“ aus dem Französischen.

Pyrenäen-Berghunde - 2 Welpen

Die Menschen vor Ort bezeichneten ihn auch häufig mit einem neuen Spitznamen „Patou“.

Im Spanischen wird er als „Mastin del Pirinero“ bezeichnet. In Folge davon erweiterten sich seine Aufgabengebiete bis hin zum Hüte- und Herdenschutzhund, welcher die Schafe vor Dieben oder Wildtieren beschützte.

Schafe waren damals eines der kostbarsten Güter der Menschen, welche abseits in den Pyrenäen lebten und mussten unbedingt vor Wölfen und Bären geschützt werden. Und hier fand der „Pyrenäen-Berghund“ seine eindeutige Berufung.

Angeblich war die Arbeit der Hunde so effektiv und wirkungsvoll, dass sie bereits im Mittelalter zu ähnlichen Zwecken eingesetzt wurden. Dokumente lassen stark darauf schließen.

Die gezielte Züchtung konzentrierte sich bereits schon sehr früh auf diese Gattung Hund. So wurde der „Pyrenäen-Berghund“ bereits bei der allerersten Hundeausstellung im Jahre 1863 vorgeführt und eine eigene Klasse für ihn ins Leben gerufen.

Heute lebt er überwiegend als Familien- und Begleithund auf der ganzen Welt. Allerdings zählt er eindeutig zu den selteneren Hunderassen. In Deutschland werden im Schnitt pro Jahr nur etwa 100 Welpen in seriösen Zuchtstellen geboren.

Pyrenäen-Berghund rennt

Charaktereigenschaften

In seinen Wurzeln ist auch nach hunderten von Jahren noch immer der territoriale Wächter und Beschützer veranlagt. Auf den ersten Blick wirkt der „Pyrenäen-Berghund“ sehr sanft und ruhig, fast schon wie ein großer, weißer Teddybär.

Dieser Eindruck täuscht jedoch häufig. Er verfügt über einen gefestigten Charakter und hat ganz genaue Vorstellungen davon, was er will. Dieser Charakter verfestigte sich über all die Jahre, als er noch als bedingungsloser Wächter der Herden in den Bergen Frankreichs fungierte.

Er kann zuweilen eigensinnig sein, ist jedoch alles in allem sehr ausgeglichen, intelligent, lieb und selbstständig. Trotz allem ist er sehr wachsam und wird es auf keinen Fall zulassen, dass seiner geliebten Familie Schaden zugefügt wird. Er bellt im Verhältnis recht wenig, wenn dann aber sehr laut.

Aufgrund seines inneren Wächters, benötigt der freundliche, kinderliebe „Pyrenäen-Berghund“ von Anfang an die richtige Erziehung. Zunächst ist er von Natur aus kein Familienhund, kann aber zu einem solchen werden, wenn er von klein auf die richtige Sozialisierung erfährt.

Dazu müssen allerdings die äußeren Rahmenbedingungen stimmen und er sollte nur von Menschen adoptiert werden, welche bereits über viel Erfahrung mit Hunden verfügen. Er ist definitiv kein Anfängerhund und braucht seine Zeit, bis er vollkommen in sein neues Leben integriert ist.

Pyrenäenberghund [2019] Rasse, Aussehen & Charakter

Erscheinungsbild

Ein „Pyrenäen-Berghund“ ist ein recht großer, muskulöser und athletischer Vierbeiner. Diese Eigenschaften machte er sich als mutiger Beschützer seiner Schafherden über viele Jahre zunutze.

Er wirkt jedoch alles andere als plump und tollpatschig, viel eher edel und anmutig. Sein mittellanges weißes Fell, welches zuweilen gewellt sein kann, ist dicht, geschmeidig und sehr weich.

Es sieht so aus, als würde er einen dicken Pelzmantel mit Kragen tragen. Er verfügt ebenfalls über sehr dichte Unterwolle, welche ihm bereits früher dazu diente, bei kalten Temperaturen niemals frieren zu müssen, als er die Schäfchen in den Bergen Frankreichs bewachte.

Er erreicht eine Widerristhöhe bis zu 82 cm und ein Gewicht bis zu 70 kg. Allerdings ist er alles andere als dick. Sein imposantes Gewicht bezieht sich in erster Linie auf seine kräftige Statur, seine Größe und seine Muskelmasse.

Seine Schlappohren hängen seitlich am Gesicht herunter, seine Rute ist sehr lang, kuschelig und reicht fast bis zum Boden. Sein Gesicht ist länglich und leicht spitz.

Haltung und Pflege

Wie bereits erwähnt, ist der „Pyrenäen-Berghund“ nicht wirklich gut für Anfänger geeignet. Und selbst Profis haben es zuweilen recht stressig, aus dem robusten Wächter ein sozialisiertes Familienmitglied zu machen.

Das ist allein schon aufgrund seiner imposanten Größe eine echte Herausforderung. Hat man es in dieser Hinsicht jedoch geschafft, möglicherweise auch durch die Unterstützung einer kompetenten Hundeschule, so gibt es womöglich keinen treueren und liebevolleren Vierbeiner.

Was die Haltung angeht, sollte der große Berghund natürlich genug Platz haben. Am besten wäre für ihn ein großer Garten, da er zwischendurch auch sehr gerne einmal draußen nächtigt.

Was Spiele und Training auf Kommando angeht, so ist der „Pyrenäen-Berghund“ definitiv nicht der beste Kandidat. Er ruht in sich selbst und hat im Grunde nicht allzu viel Lust auf dauerhafte Action. Lange, regelmäßige Spaziergänge sind jedoch Pflicht.

2 Pyrenäen-Berghunde - Erwachsen und Welpe

Ebenso wie ein kompetenter Tierarzt, welcher sich dem allgemeinen Wohlbefinden des Vierbeiners annehmen wird.

Dabei sollte man ihm regelmäßig die Krallen schneiden, die Zähne reinigen, Wurmkuren verabreichen und sich um die regelmäßige Blutkontrolle kümmern.

Schließlich soll es dem weißen Kuschelbär gesundheitlich an nichts fehlen!
Auch das Fell sollte hin und wieder gepflegt werden.

Züchter

Erfahrene Hundehalter, welche sich ernsthaft für die Anschaffung eines „Pyrenäen-Berghundes“ interessieren, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie eine seriöse Zuchtstelle finden sollten.

Nur Hunde aus einer (gut geführten) Zucht bringen die Sicherheit mit, dass sie sich höchstwahrscheinlich besserer Gesundheit erfreuen als Hunde, bei welchen die Herkunft unklar ist.

Das ist natürlich auch nicht immer gesagt, allerdings können Züchter stets genaue Auskunft über Vorfahren, Gene, potentielle Erbkrankheiten und ähnliches geben. Folgende Adressen könnten womöglich gute Anlaufstellen sein:

www.vdh.de/welpen/zuechter?id=391

www.pyris-von-ehrenberg.de/

www.von-huettenbusch.de/

Literaturempfehlung

Herdenschutzhunde: Geschichte, Rassen, Haltung, Ausbildung
  • Krivy, Petra (Autor)
  • 256 Seiten - 17.01.2019 (Veröffentlichungsdatum) - Franckh Kosmos Verlag (Herausgeber)
Die Erlebnisse mit meinem Pyrenäenberghund: Hundebesitzer | Hund | Haustier | Notizbuch | Tagebuch...
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