Mein Hund erbricht mehrmals in der Nacht: Wie kann ich ihm helfen?

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Jeder Hundehalter findet hin und wieder morgens eine Pfütze Erbrochenes in seinem Heim. Tagsüber stellen sich viele Vierbeiner an die Tür, damit du eine Chance hast, sie rechtzeitig rauszulassen. Nachts bleibt ihnen nichts anderes übrig, als mit Teppich oder Fliesen vorlieb zu nehmen.

Einmalig macht dich das noch nicht hellhörig. Aber kommt es immer wieder und dabei nur nachts vor, ist das schon merkwürdig. Warum muss sich der Hund nur nachts übergeben? Wann wird es gefährlich? Und wie wirst du dem Problem Herr? Die Antworten findest du in diesem Artikel.

Mein Hund erbricht mehrmals in der Nacht: Auf den Punkt gebracht

Nächtliches Erbrechen hat häufig mit einem leeren Magen oder zu hastigem Fressen zu tun. Weitere Ursachen sind Stress, ein beginnender Infekt und eine Medikamentenreaktion. Zur Sicherheit solltest du nach 48 Stunden deinen Tierarzt aufsuchen.

Ein später Snack, Anti-Schling-Näpfe und Antistresstraining helfen dabei, das Problem in den Griff zu bekommen.

Ist Erbrechen gefährlich für meinen Hund?

Wirst du morgens von einer Pfütze Erbrochenem begrüßt, überlegst du sicherlich, ob du deswegen zum Tierarzt solltest. Wenn du dir die Pfütze etwas genauer anschaust, kannst du manchmal erkennen, wie dringend der Besuch beim Experten ist.

Etwas Galle oder Futter ist, sofern dein Hund ansonsten symptomfrei ist, kein Grund, um sofort zum Tierarzt zu fahren. Beobachte deinen Vierbeiner und biete ihm Schonkost (gekochtes Hähnchen und Reis) an.

Solange kein Durchfall dazu kommt und dein Hund ausreichend trinkt, kannst du ihm 48 Stunden Zeit geben, sich zu erholen.

Du solltest nicht abwarten, wenn das Erbrochene hingegen

  • voll mit weißem Schaum,
  • braun oder
  • rot ist.

Weißer Schaum kann harmlos sein, aber auch auf eine Vergiftung hindeuten. Braunes oder rotes Erbrochenes spricht für eine Blutung im Magen. Dann könnte ein Magengeschwür geplatzt sein oder dein Hund hat sich anderweitig eine Verletzung im Magen zugezogen.

Behalte aber im Hinterkopf, dass manche Lebensmittel stark färben. Hast du deinen Hund vorher mit roter Beete gefüttert, kann sein Erbrochenes auch auffällig rot sein.

Nächtliches Erbrechen: die 5 Ursachen

Erbricht sich dein Hund nur oder hauptsächlich nachts, ist das tatsächlich auffällig. Entsprechend kommen andere Ursachen dafür infrage, als wenn er sich auch tagsüber übergeben muss. Dies sind

  1. ein leerer Magen,
  2. ein beginnender Infekt,
  3. Stress,
  4. zu hastiges Fressen und
  5. eine Reaktion auf Medikamente.

🔍 Ursache #1: Leerer Magen

Der Magen gewöhnt sich an feste Fütterungszeiten. In freudiger Erwartung produziert er dann schon eine gewisse Zeit vorher etwas Magensäure.

Bleibt die Fütterung dann aus, etwa weil dein Hund auf Diät ist, hat die Magensäure nichts zu tun. Sie schwappt im Magen hin und her und sorgt für Übelkeit. Manche Hunde übergeben sich dadurch irgendwann. Das kann auch morgens passieren, wenn das Frühstück durch einen verschobenen Schlafrhythmus bei dir später stattfindet.

Es kann auch sein, dass dein Hund zu früh zu Abend isst. Bleibt er danach noch lange wach und sieht dir möglicherweise beim Snacken vor dem Fernseher zu, sammelt sich ebenfalls Magensäure an, die nicht benötigt wird.

Erbrechen aufgrund eines leeren Magens erkennst du daran, dass kein Futter darin enthalten ist. Stattdessen handelt es sich um eine häufig kleine Menge gelblicher Flüssigkeit.



🔍 Ursache #2: Infekt

Bei einem Magen-Darm-Infekt übergibt sich dein Vierbeiner natürlich nicht nur nachts. Es kann aber sein, dass die Symptome erst am späten Abend beginnen. Am nächsten Morgen befindet er sich manchmal schon wieder auf dem Weg der Besserung.

Dann wirkt es für dich so, als hätte der Zeitpunkt seines Erbrechens einen tieferen Sinn. Tatsächlich fand der Infekt nur zufällig zu genau dieser Zeit statt.

Ist dein Hund krank und erbricht deswegen, wird er höchstwahrscheinlich weitere Symptome zeigen. Eventuell verweigerte er am Abend vorher sein Futter, verhielt sich deutlich ruhiger oder schlief mehr. Manchmal hört man es dann im Hundemagen auch grummeln und blubbern.

🔍 Ursache #3: Stress

Stress schlägt uns und unseren Hunden auf den Magen. Besonders starker Stress oder sehr empfindliche Hunde reagieren da schnell mit Übelkeit bis zum Erbrechen. So ergeht es möglicherweise auch Welpen oder allgemein Hunden, die gerade erst in ihrem neuen Zuhause angekommen sind.

Alles ist neu und irgendwie gruselig. Sie müssen sich erstmal eingewöhnen. In dem Fall sollte das nächtliche Erbrechen bald aufhören. Beobachte deinen Hund aufmerksam. Ausschließen, dass er vielleicht doch einen Infekt mitgebracht hat, kannst du schließlich nicht.

Dann müsste es ihm auch am Tag schlecht gehen.

Für nächtlichen Stress gibt es aber noch mehr Gründe. Vielleicht hat dein Hund ein Problem damit, nachts allein zu sein. Manche Vierbeiner reagieren stark auf Geräusche von draußen. Leben weitere Tiere im Haushalt, können sie sich auch gegenseitig stressen.

Erbrechen durch Stress erkennst du daran, dass es schleimig aussieht.

🔍 Ursachen #4: Hastiges Fressen

Wie du in der Diplomarbeit von Alexandra Bartisch nachlesen kannst, fressen kleine Hunde schneller. Wenn sie können, neigen sie aber alle dazu, sich beim Fressen zu beeilen. Das Schlingen ist also ein natürliches Verhalten. Das Erbrechen danach ist eine Folge davon, die in der Natur sogar einen Grund hat.

Stelle dir ein Wolfsrudel an einem gerade erlegten Beutetier vor. Sie alle wollen so schnell wie möglich etwas von der Beute sichern. Wölfe haben aber selten Taschen dabei, die sie mit dem Fleisch füllen können. Daher fressen sie einfach so schnell und so viel sie können.

Kriegen sie keinen Bissen mehr herunter, suchen sie sich einen ruhigen Platz, wo sie verdauen können. Dann kommt es häufig dazu, dass sie sich übergeben müssen, weil sie zu viel gefressen haben. Das macht nichts, Wölfe sind da nicht so. Sie fressen das Fleisch einfach nochmal, aber dieses Mal langsamer. Schließlich ist jetzt keine Konkurrenz mehr in der Nähe, die ihnen das Futter streitig macht.

Hunde, die um ihr Futter kämpfen mussten, neigen daher bis heute dazu, ihr Futter zu schlingen. Sie hören auch nicht auf ihren Magen, wenn der ihnen sagt, dass er voll ist.

Dass dein Hund erbricht, weil er schlingt, erkennst du daran, dass sich im Erbrochenen viel unverdautes Futter befindet.

🔍 Ursache #5: Reaktion auf Medikamente

Manche Medikamente sorgen für etwas Übelkeit. Das lässt sich nicht immer vermeiden. Bei Wurmkuren kommt sie beispielsweise durch die absterbenden Würme zustande. Diese möchte dein Hund so schnell es geht loswerden. Entsprechend übergibt er sich oder leidet kurzzeitig an Durchfall.

Erbricht sich dein Hund kurz nachdem du ihm eine Tablette gegeben hast, ist es möglich, dass er diese mit erbricht. Gib trotzdem nicht einfach so eine neue Tablette nach.

Auch wenn du Reste davon im Erbrochenen findest, weißt du nicht, wie viel der Wirkstoffe bereits aufgenommen wurden. Du könntest eine Überdosis verursachen. Halte daher vorher Rücksprache mit deinem Tierarzt.

Lies auch: Hund frisst Erbrochenes: 3 Gründe und warum du es unterbinden solltest

5 Tipps, wenn dein Hund nachts erbricht

Jetzt weißt du, woher das nächtliche Erbrechen kommt. Da das kein Dauerzustand bleiben kann, erfährst du nun, was du dagegen tun kannst.

💡 Tipp #1: Ein Snack am Abend

Vermutest du, dass dein Hund nachts erbricht, weil sein Magen leer ist, hilft ihm ein Snack. Gib ihm dafür einfach kurz bevor es ins Bett geht eine Kleinigkeit zu fressen. Um seinen Magen zu beschäftigen, reicht schon eine Handvoll Trockenfutter, ein kleiner Kauartikel oder etwas Hüttenkäse.

Wenn dein Hund gerade abnehmen muss, kannst du das Futter auch von seinem Abendessen nehmen. Stelle einfach ein paar Futterkrümel beiseite, die es eben etwas später gibt. So erhält dein Hund trotzdem nur die eine Portion. Du verteilst sie aber auf zwei Zeitpunkte.

💡 Tipp #2: Tierarzt

Erbricht dein Hund, musst du nicht sofort zum Tierarzt gehen. Folgende Punkte helfen dir dabei abzuwägen, ob ein Besuch notwendig ist:

  • das Erbrechen hält länger als 48 Stunden an
  • der Hund zeigt weitere Symptome (Fieber, Durchfall, etc.)
  • der Hund zeigt untypisches Verhalten
  • das Erbrochene sieht auffällig aus

Trifft mindestens einer dieser Punkte auf deinen Hund oder sein Erbrochenes zu, gehe besser einmal zum Tierarzt.

💡 Tipp #3: Stress reduzieren

Leidet dein Hund nachts an Stress und erbricht sich deswegen, musst du die Stressquellen eliminieren. Kannst du das nicht, weil es sich beispielsweise um Geräusche auf der Straße handelt, musst du ihm anderweitig helfen.

Ich würde dir Antistresstraining empfehlen. Damit erreichst du, dass dein Hund gegenüber stressigen Situationen robuster wird. Sehr empfindliche Tiere sprechen aber möglicherweise nicht darauf an.

Jungen Hunden hilft es oft, wenn sie viel Kontakt zu Artgenossen haben. Das macht sie selbstbewusster, sodass sie in Situationen, die ihnen Angst machen, ruhiger bleiben.

Später kannst du es mit Desensibilisierungstraining versuchen. Sind laute Geräusche das Problem, steigerst du den Geräuschpegel langsam. Kommt der Stress vom Alleinsein in der Nacht, trainiert ihr zunächst tagsüber.

Achte immer darauf, dass dein Vierbeiner im Training entspannt ist. Etwas Unruhe ist okay, schließlich geht es um Desensibilisierung. Aber der Kern hierbei ist wirklich die langsame Steigerung.

Hunde können außerdem Kommandos mit Entspannung verbinden. Schickst du deinen Vierbeiner auf seine Decke, soll er dort sicherlich ruhig liegen bleiben, oder? Entsprechend verbindet er dein Kommando mit seinem entspannten Zustand. In Kombination mit den anderen Tipps kann ihm das ebenfalls den Stress nehmen.

💡 Tipp #4: Anti-Schling-Napf

Erbricht dein Hund nachts, weil er am Abend sein Futter zu schnell frisst, brauchst du einen Anti-Schling-Napf. Alternativ kannst du sein Futter auch auf dem Boden verteilen, sodass er gezwungen ist, langsamer zu fressen. Das geht aber nur bei Trockenfutter.

Anti-Schling-Näpfe haben Vertiefungen, in die das Futter fällt. Dein Hund muss es dann mit seiner Zunge herausangeln und kann sich nicht mehr innerhalb von Sekunden vollstopfen. Alternativ füllst du sein Abendessen in einen Kong, sodass er länger beschäftigt ist.

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Oder du verteilst es auf mehrere Portionen, damit er weniger auf einmal fressen kann. Mehr über Anti-Schling-Näpfe, Alternativen und eine Möglichkeit, schnell einen Anti-Schling-Napf selbst zu basteln, lernst du in diesem Video.

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💡 Tipp #5: Medikamentengabe anpassen

Führst du das Erbrechen in der Nacht auf Medikamente zurück, überlege, ob du etwas an den Zeiten ändern kannst. Wurmkuren musst du beispielsweise nicht abends geben. Die kann dein Vierbeiner zu jeder Tageszeit bekommen.

Erhält er hingegen dauerhaft Medikamente, wird es schwieriger. Sprich Änderungen im Zeitplan bitte immer mit deinem Tierarzt ab. Gib die Medikamente auch nicht mit Futter, wenn dein Tierarzt dir etwas anderes empfohlen hat. Manche Wirkstoffe werden durch Futter gehemmt. Sie wirken dann nicht richtig, sodass sie deinem Hund auch nicht ordentlich helfen können.

So ist es beispielsweise, wenn dein Hund Schilddrüsenhormone bekommt. Wie auch die Verbraucherzentrale schreibt, wirken die Hormone besser, wenn sie auf nüchternen Magen eingenommen werden. Das bedeutet aber nicht, dass dein Hund danach nichts mehr fressen darf.

Achte darauf, dass zwischen Medikamentengabe und Fütterung etwa eine Stunde Zeit vergehen kann. Wenn möglich, kannst du die Pause auch auf zwei Stunden ziehen. Danach ist es völlig okay, wenn dein Hund etwas frisst.

Fazit

Nächtliches Erbrechen kann bei Hunden aufgrund der unterschiedlichen Auslöser tatsächlich häufiger vorkommen. Es ist nicht immer ein Warnsignal. Aber als Halter musst du natürlich trotzdem aufmerksam bleiben und deinen Vierbeiner gut beobachten.

Tritt das nächtliche Erbrechen häufiger auf, lasse deinen Vierbeiner einmal tierärztlich durchchecken. Zeigt er ansonsten keine Symptome, kannst du mit den genannten Tipps versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen.

Häufig liegt es am leeren Magen oder dem Schlingen beim Abendessen. Beide Auslöser lassen sich leicht beheben.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Erbrechen beim Hund gefährlich?

In Kombination mit Durchfall kann Erbrechen schnell gefährlich werden, weil dein Hund viel Flüssigkeit verliert. Auch Blut im Erbrochenen sowie weißer Schaum, der auf eine Vergiftung deuten kann, sollten sofort untersucht werden.

Wie oft ist normal, wenn ein Hund kotzt?

Hunde erbrechen deutlich leichter als Menschen, sodass einmaliges Erbrechen bei ihnen noch lange nicht auf einen Infekt deuten muss. Beobachte deinen Hund aufmerksam und gib ihm zur Sicherheit einen Tag lang Schonkost.

Wie macht sich eine Magendrehung beim Hund bemerkbar?

Bei einer Magendrehung bläht sich der Bauch deines Hundes sichtbar auf und wird hart. Außerdem würgt er, übergibt sich aber nicht.

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