Futtermilben erkennen und verhindern – So geht’s

Futtermilben der Acaridae Familie
Tomasz Klejdysz / Shutterstock.com

Allergien nehmen leider auch bei unseren Hunden ständig zu. Warum das so ist, weiß niemand genau. Die einen sagen, es läge an der zunehmenden Belastung durch Umweltgifte, die anderen behaupten, es läge an der Qualität des Hundefutters.

Sicher ist nur eines – Futtermilben gehören zu den häufigsten Allergie-Auslösern beim Hund. Dein Bello kann sie über befallene Futtermittel aufnehmen.

Warum das nicht gut ist und wie Du die Tierchen vermeidest, erfährt Du in diesem Artikel.

Was sind Futtermilben überhaupt?

Futtermilben gehören zu den Spinnentieren. Sie sind winzig klein. Mit gerade einmal 0,3 bis 0,5 mm Körperlänge kannst Du sie mit bloßem Auge beim besten Willen nicht erkennen.

Futtermilben auf Buchweizen
Tomasz Klejdysz / Shutterstock.com

Sichtbar werden sie erst durch ihren Kot und die Mehle, die sie durch ihre Fresstätigkeiten hinterlassen.

Futtermilben ähneln den Hausstaubmilben oder besser gesagt, sie sind Teil des Hausstaubes. Man findet sie in Textilien, Teppichen, Matratzen oder Sofas. Riechen sie allerdings Futtermittel oder Getreidevorräte, werden sie aktiv.

Sie besiedeln Vorräte und pflanzen sich dort fort.

Diese Gruppe Milben, die Esswaren bevorzugen, nennt man auch Vorratsmilben. Zu dieser Familie gehört eine ganze Reihe einzelner Milbenarten, die sich jedoch nur für Experten unterscheiden.

Manche dieser Arten stellen sogar Käse-Spezialitäten her. Vielleicht hast Du schon mal von Milbenkäse gehört. Milben können Fermentationsprozesse begünstigen.

Gelangen sie ins Hundefutter, sind sie grundsätzlich schädlich oder zumindest ärgerlich. Ein verseuchtes Hundefutter wird durch die Milben leider nicht zur Spezialität, sondern eindeutig Abfall.

Weswegen Milben im Futter schädlich sein können

Futtermilben können eine schleichende Gefahr sein, wenn Du sie nicht bemerkst. Hat der Hersteller befallene Rohstoffe verarbeitet, sind sie im fertigen Futter nicht sichtbar.

Genauso ist es, wenn sich nur ein paar wenige Milben in der Packung zu schaffen machen.

Beides kann aber schon ausreichen, allergische Reaktionen auszulösen. Ganz so wie nicht alle Menschen auf Hausstaubmilben allergisch sind, reagieren nicht alle Vierbeiner auf die Milben im Hundefutter.

Auslöser der Allergie, sind Eiweiße (Proteine), die vom Kot, sonstigen Sekreten, Häuten oder von toten Milben ausgehen.

Anzeichen einer Futtermilbenallergie

Juckreiz und Hautprobleme

Warum das Immunsystem mancher Menschen und Tiere allergisch auf bestimmte Allergene reagiert, ist immer noch nicht wissenschaftlich erklärbar.

kratzender Hund
Phatthanun.R/Shutterstock

Im Grunde ist eine Allergie eine körperliche Überreaktion auf einen Stoff, der eigentlich keine Bedrohung darstellt.

Treffen die Allergene, in diesem Fall also die Eiweiße der Milben, auf Schleimhäute lösen sie eine Reaktion des Immunsystems aus.

Um sich zu schützen, produziert der Körper Histamin. Das ist ein Botenstoff, der für allgemeine Abwehrreaktionen des Organismus zuständig ist.

Im Fall der Milbenallergie beim Hund reagiert die empfindliche Darmschleimhaut. In der weiteren Verkettung zeigen sich

  • Juckreiz und
  • Hautprobleme

die unter anderem durch den hohen Histamin-Spiegel ausgelöst werden. Wird der Auslöser nicht erkannt und abgestellt können sich betroffene Hunde wund kratzen und schlimme Entzündungen bekommen.

Magen-Darm-Probleme

Verfütterst Du heftig befallenes Futter, machen sich sehr wahrscheinlich weitere Magen-Darm-Probleme (übel riechende Fürze, laute Darmgeräusche, Durchfall) bemerkbar.

Die Diagnose durch den Tierarzt

Eine Futtermilbenallergie sicher festzustellen, ist gar nicht so einfach. Zumal sich das Erscheinungsbild kaum von anderen Allergien beim Hund unterscheidet.

Tierarzt und ein Yorkterrier in der Tierklinik.
Zadorozhna Natalia / shutterstock

Hunde mit einer Futtermittelallergie zeigen die gleichen Symptome. Futtermittel-Allergene können alle möglichen Bestandteile der Hunde-Nahrung sein: Proteine aus Schlachtfleisch, Getreide, Ei, Nebenerzeugnisse, künstliche Zusätze wie Duftstoffe usw.

Theoretisch kannst Du Blut- oder Hauttests durchführen lassen. Die Ergebnisse sind aber nie zu 100% sicher. Dafür kosten die Tests einiges an Geld.

Bei einem Verdacht ist es sinnvoller, das Futtermittel zu wechseln und auf Hygiene in der Vorratshaltung zu achten. Bestenfalls verschwinden die Symptome dann einfach wieder.

Diese Meinung vertritt übrigens auch einer, der es wissen muss. Prof. Dr. Ralf Müller ist Allergie-Spezialist an der Kleintierklinik in München.

Im Video erklärt er, warum er die Tests für überflüssig hält und wie er versucht, Allergien auf die Schliche zu kommen.

Futtermittelallergie beim Hund – Allergietest, Eliminationsdiät und getreidefreies Futter

So erkennst Du Milben im Hundefutter

Hast Du lebendige Milben im Futter, kannst Du das ab einem gewissen Grad des Befalls sehen. Bei älteren Packungen befindet sich dann auf dem Boden eine Art fein gesiebtes Mehl.

Dieser Milbenstaub kann auch an einzelnen Trockenfutter-Teilchen hängen. Das Futter wirkt insgesamt staubig oder schmutzig. Glänzen die Kroketten sonst leicht, sind sie bei Milbenbefall fahl und an der Oberfläche porös.

Der feine Geruch ist dahin, stattdessen riecht das Futter sonderbar minzig, sauer oder leicht scharf.

Bemerkst Du solche Schäden an Deinen Futter-Vorräten, hilft nur die sofortige Entsorgung. Milben können sich auch rund um die Packung angesammelt haben. Es wäre also ratsam, den Lagerplatz großzügig zu säubern.

So kommen die Milben ins Futter

Auch wenn seitens der Futtermittel-Industrie gerne etwas anderes behauptet wird, kannst Du Milben schon mit der Packung einkaufen. Getreidevorräte, die als Rohstoffe für Trocken- oder Nassfutter genutzt wurden, können mit Milben verseucht gewesen sein.

Ein Milbenbefall muss im industriellen Großbetrieb trotz strengster Hygienevorschriften nicht immer sofort auffallen.

Hundefutter Hersteller Labor
SatawatK / Shutterstock.com

Theoretisch können sich die Winzlinge überall auf dem Produktionsweg, bei der Abfüllung oder bei der Lagerung in beschädigte Packungen einschleichen.

Die Milben überleben den Herstellungsprozess nicht. Trotzdem sind im fertigen Hundefutter tote Milben und deren Hinterlassenschaften enthalten.

Das reicht schon aus, um bei einem Allergiker Symptome auszulösen. Außerdem möchtest Du sicher kein Futter, das aus minderwertigen Rohstoffen hergestellt wurde.

Das Fatale an der Sache ist, dass Du diese Art des Befalls nicht erkennen kannst.

Die Experten vom Dr. Hölter Tierärzteteam weisen darauf hin, das solche Verunreinigungen in der Realität zwar selten, aber dennoch nicht auszuschließen sind. Je höher die Qualität des Futters ist, desto sicherer ist es.

Dazu gibt es inzwischen Futtermittel, die als garantiert milbenfrei (bzw. „für Allergiker geeignet“) verkauft werden.

Zuhause kannst Du Milben trotz peinlichster Hygiene nie völlig vermeiden. Mit ein paar Maßnahmen kannst Du aber dafür sorgen, dass die Tierchen nicht an Bellos Futter gehen.

Vorbeugung gegen Futtermilben

Die einfachste Art, Allergien zu heilen, ist immer noch die Vermeidung des Auslösers.

Milben fühlen sich bei Temperaturen zwischen 22 und 25 °C so richtig wohl. Ist es kälter, sind sie inaktiver und pflanzen sich weniger schnell fort. Die „milbenfreundliche“ Luftfeuchte liegt bei 55% – 80%. Ist es trockener als 55 Prozent sterben sie zuverlässig ab.

Hast Du Milben an Deinen Vorräten entdeckt, kannst Du schwer zugängliche Ritzen oder Winkel im Schrank oder der Vorratskammer deshalb auch wunderbar mit dem Haarföhn bearbeiten.

Reinigung

Ansonsten helfen diese Maßnahmen, die Anzahl der Milben im Hausstaub gering zu halten:

  • Textilien und Hundebetten regelmäßig bei 60 °C waschen.
  • Sofas und Matratzen regelmäßig mit Anti-Milben Sprays (gibt’s auch ökologisch) behandeln.
  • Teppiche und Schlafplätze regelmäßig lüften und absaugen (in der prallen Sonne sterben Milben auch ab).
Textilien und Teppich Reinigung mit Staubsauger
Africa Studio / Shutterstock.com

Lagerung

Als Nächstes solltest Du Deine Futtermittel gut und sicher aufbewahren:

  • Futter niemals offen lagern, selbst Kleinpackungen nicht. Viel besser ist eine luftdicht verschlossene Futterbox.
  • Futter nur in kühlen und trockenen Räumen lagern.
  • Futter nicht im selben Raum lagern, in dem Bello schläft.
  • Den Napf, Wasserschüsseln und Dosier-Schippen oder –Becher regelmäßig reinigen.
  • Den Verschluss an wiederverschließbaren Packungen auch wirklich benutzen.
  • Überlagerte Futtermittel und solche mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum immer entsorgen.
IRIS, luftdichte Futtertonne / Futtercontainer / Futterbehälter ATS-L, für Hundefutter,...
1.038 Bewertungen
IRIS, luftdichte Futtertonne / Futtercontainer / Futterbehälter ATS-L, für Hundefutter,...
  • Material Aufbewahrungsbox: Kunststoff
  • Maße (B x T x H) : 33.5 x 46 x 50
  • Material: Kunststoff
  • Volumen: 45 Liter / 15 kg
  • Farbe: Transparant / Schwarz / Schwarz

Einfrieren

Gelegentlich liest man den Tipp, Hundefutter zur Milbenbekämpfung einzufrieren. Das bringt aber nicht sehr viel.

Bestehende Milben werden dabei abgetötet. Sie vermehren sich also nicht mehr. Gibst Du das Futter nachher Deinem Hund, sind trotzdem tote Milben, Häute und Kot enthalten.

Schmeiß betroffenes und zweifelhaftes Futter lieber gleich weg.

Hast Du bezüglich einer Hundefutter-Marke ein komisches Gefühl, dann wechsle einfach. Manchmal muss man mit Allergikern etwas herumprobieren, bis das passende Futter gefunden ist.

Alternative Heilmittel bei Futtermilbenallergie

Egal, ob Bello gegen Futtermilben oder etwas anderes allergisch ist – Homöopathie ist bei Allergien aller Art sehr erfolgreich. Gerade, wenn Du den exakten Auslöser der Allergie nicht kennst, kann diese Heilmethode die beste Alternative sein.

Homöopathie

Das Tolle an der Homöopathie ist nämlich, dass Du den tatsächlichen Auslöser gar nicht kennen musst.

Diese Heilkunst arbeitet nur mit den offensichtlichen Symptomen. Dein Tierheilpraktiker oder ein naturheilkundlicher Tierarzt braucht nur zu wissen, wie sich Bello fühlt, verhält und welche Besonderheiten er seit dem Entstehen der Allergie zeigt.

Homöopathische Medizin
Chamille White / Shutterstock.com

Eine Tierärztin, die erfolgreich auf dem Gebiet der Allergie-Therapie arbeitet, ist die in Österreich prominente Tierärztin Dr. Ines Kitzweger.

Sie geht davon aus, dass 80 bis 90% aller Allergien beim Hund mittels der klassischen Homöopathie geheilt oder deutlich verbessert werden können.

Akupunktur

Akupunkturbehandlungen sind ähnlich. Da musst Du auch nicht wissen, was der genaue Auslöser ist.

Die Akupunktur versucht, Bellos Immunsystem wieder ins Lot zu bringen. Allerdings müssen Hunde für diese Art der Therapie ein bisschen Geduld mitbringen.

Akupunktur beim Hund
Daniel Barrios Jurado / Shutterstock.com

Das Setzen der Nadeln tut zwar nicht weg, Bello muss danach aber eine gewisse Zeit ruhig bleiben und darf die Nadeln nicht gleich wieder herausschütteln.

Futtermilben – das Wichtigste in Kürze

Futtermilben sind winzig kleine Spinnentiere. Sie ähneln den Hausstaubmilben und leben auch im Hausstaub. Mit bloßem Auge sind sie nicht zu erkennen.

Futtermilben befallen getreidehaltige Futtermittel. Entweder gelangen die Tierchen auf dem Produktionsweg in die Packung oder bei Dir Zuhause.

Hunde können auf die Proteine der Milben allergisch reagieren. Die Symptome sind Juckreiz und Hautausschläge. Sie ähneln anderen Allergieerkrankungen. Mit Hygiene und einem hochwertigen Futter kannst Du Futtermilben gut vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Futtermilbenallergie das Gleiche wie eine Futtermittelallergie?

Nein, bei der Futtermilbenallergie reagieren Hunde allergisch auf die Abbauprodukte der Milben bzw. das enthaltene Protein.

Futtermittelallergien können von anderen Inhaltsstoffen des Hundefutters ausgelöst werden.

Ist eine Futtermilbenallergie heilbar?

Medikamente wie Antihistaminika unterdrücken die Symptome bringen aber keine Heilung.

Am besten vermeidest Du Milben und andere Allergene so gut wie möglich. Sehr gute Heilungsaussichten bei Allergien bieten Behandlungen durch die klassische Homöopathie.

Was mache ich, wenn ich eine befallene Tüte gekauft habe und das Zuhause beim Öffnen bemerke?

Du kannst die Tüte beim Händler zurückgeben oder sie an den Hersteller schicken. Den Kaufpreis bekommst Du ersetzt.

So etwas sollte aber nur einmal vorkommen. Hast Du mehrmals eine eigenartige oder eindeutig befallene Packung in der Hand, solltest Du das Futter wechseln.

Über Stefanie Baumgartner 35 Artikel
Stefanie schreibt in Bellos Reich über Wissenswertes rund um das Thema Hund. Ihr Leben hat sie früher mit den Staffordshire Terriern Cäsar und Arnold sowie dem ungarischen Streuner Kazmer geteilt. Derzeit hat sie leider keinen Hund, dafür aber Katzen, Zwergkaninchen und ein Pferd.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*