So erkennst Du Hautwürmer beim Hund

Hautwürmer beim Hund
el-ka / Shutterstock

Bei Würmern und Parasiten läuft es Dir eiskalt den Rücken herunter. Viele dieser Tierchen sind auch wahrlich schauderhaft.

Sie können sich in alle mögliche Körperteile Deines Hundes einnisten und mehr oder weniger schlimme Schäden anrichten. Beim Hautwürmern halten sich diese Schäden zum Glück in Grenzen. Trotzdem sind sie unangenehm.

Lange Zeit galten Hautwürmer als reine Erkrankungen der Südländer oder des Balkans. Doch vor allem eine Art, breitet sich inzwischen auffallend Richtung Norden aus.

Allgemeines über Hautwürmer

Es sind derzeit vier Wurmarten bekannt, die die Haut des Hundes befallen.

Der bekannteste Hautwurm ist Dirofilaria repens.

Seltener kommen diese Hautwürmer beim Hund vor:

  • Pelodera strongyloides
  • Acanthocheilonema reconditum
  • Cercopithifilaria grassi

Alle diese Würmer zählen zu den Fadenwürmern (Nemotoden). Fadenwürmer heißen so, weil sie lang und sehr dünn sind.

Der Hautwurm Dirofilaria repens

Wird in unseren Breiten vom Hautwurm gesprochen, ist in der Regel dieser gemeint.

Ein Befall mit Hautwürmern wird als subkutane Dirofilariose (oder auch nur kutane Dirofilariose) bezeichnet. Als Subkutis wird die Fettschicht der Haut bezeichnet. Dort nisten sich die Würmer ein, wenn sie ausgewachsen sind.

Männliche Hautwürmer werden etwa 5 cm lang, die Weibchen können bis zu 17 cm Länge erreichen.

Die aktuelle Situation und Verbreitung

Früher kam der Hautwurm fast nur in den Mittelmeerländern sowie in Rumänien, Bulgarien und Ungarn vor. Der Hautwurm breitet sich momentan dramatisch aus.

Experten machen dafür zwei Umstände verantwortlich

  • die zunehmenden Urlaubsreisen mit Hund nach Süd- und Osteuropas sowie
  • der Import von Straßen- und Tierheimhunden aus diesen Regionen

Das soll kein Statement gegen die Auslands-Tiervermittlung sein. Doch leider bemühen sich nicht alle Vereine und Agenturen darum, wirklich nur gesunde und geprüfte Tiere zu uns zu bringen.

Tatsächlich kann eine Hautwurminfektion längere Zeit unbemerkt bleiben. Infizierte Importhunde können den Wurm an andere Hunde weitergeben. Das passiert auch, denn die Fälle in Mittel- und Nordeuropa nehmen zu.

Bis vor zehn Jahren nur wurde die Krankheit nur bei ausländischen Hunden oder „Urlaubern“ festgestellt. Inzwischen sind auch im deutschsprachigen Raum immer mehr Hunde betroffen, die niemals im Ausland waren.

Laut den Parasiten-Experten von ESCCAP kam der Hautwurm in der jüngsten Vergangenheit auffallend häufig in der Region Berlin-Brandenburg vor.

Nachgewiesen wurde er bei Mücken, Hunden und sogar in einem Menschen.

Auslandsadoptionen und Parasiten – das solltest Du wissen

Die Adoption von armen Hundeseelen aus Süd und Ost ist eine gute Sache. Möchtest Du einem solchen Hund ein neues Heim bieten, ist das eine schöne Entscheidung.

Neben Hautwürmern gibt es zahlreiche weitere typische Krankheiten der Mittelmeer- und Osteuropa-Hunde.

Die Tests sind sehr aufwändig und teuer, wenn man dutzende oder gar hunderte Hunde zu versorgen hat.

Meistens erhalten die Tiere in ihren Herkunftsländern nur medizinische Grundversorgungen und vielleicht noch ab und an eine Wurmkur. Haben sich Parasiten festgesetzt kann das zu wenig sein oder die Wirkstoffe greifen nicht.

Hier musst Du als Interessent wach bleiben. Achte gut auf die Formulierungen der Vermittler und welche Tests Hunde tatsächlich haben.

Der Hautwurm ist nicht das große Problem. Wenn Du Deinen neuen Freund hier in Deutschland einem Tierarzt vorstellst, kann er gegebenenfalls recht leicht entfernt werden.

Bedenke aber bitte, dass die Streuner aus dem Ausland auch noch viel gefährlichere Krankheiten haben können, die nicht so leicht therapierbar sind.

So steckt sich der Hund mit dem Hautwurm an

Der Hautwurm wird ausschließlich von Stechmücken übertragen. Stechen die einen befallenen Hund, nehmen sie Larven aus dem Blut des Hundes auf.

Die Larven nennt man in der Fachsprache Mikrofilarien. Sticht die Mücke dann nochmals einen Hund, können die winzigen Mikrofilarien in einen neuen Wirt wandern.

Stechmücken sind leider überall und nur schwer zu vermeiden.

Die Entwicklung des Hautwurmes

Als Mikrofilarie schwimmt der Parasit frei im Blut. Er ist dabei aber keineswegs so gefährlich wie die Mikrofilarien des Herzwurmes (Dirofilaria immitis).

Die Infektion bleibt meistens unentdeckt und der Wurm kann sich munter entwickeln.

Im ausgewachsenen Zustand richten sich die Würmer in der Fettschicht unter der Haut ein. Dort kringeln sie sich einzeln oder in Grüppchen zusammen.

Als Halter siehst Du wahrscheinlich nur kleine Kuppeln auf der Haut. Vielleicht fallen Dir die Bollen beim Streicheln auf.

Du knubbelst ein bisschen daran herum, da alles weich ist und Bello keinen Laut gibt, kannst Du es für ein harmloses Hautknötchen halten.

Hautwürmer bleiben nicht zwingend immer an derselben Stelle. Sie können unter der Haut umherwandern.

Aus ihrem Versteckt pumpen die weiblichen Würmer immer neue Mikrofilarien in den Blutkreislauf. Die entwickeln sich dann zu erwachsenen Würmern, werden von einer Stechmücke abgesaugt oder über den Stoffwechsel ausgeschieden.

Symptome der Hautwurm-Erkrankung beim Hund

Nur wenn ein Hund sehr stark betroffen ist oder sensible Haut hat, zeigen sich auffällige Anzeichen wie:

Diagnose und Behandlung durch den Tierarzt

Der Hautwurm kann über einen Nachweis der Mikrofilarien im Blut festgestellt werden. Die medikamentöse Behandlung erfolgt in zwei Teilen:

Mikrofilarien werden durch gängige Antiparasitika wie Stronghold und Advocate (Moxidectin bzw. Selamectin) abgetötet.

Erwachsenen Würmer werden mit dem Wirkstoff Melarsomin-Dichlorhydrat bekämpft.

Bei starkem Befall und deutlichen Beulen in Bellos Fell, können erwachsene Würmer direkt aus der Haut herausoperiert werden.

Wie die Entnahme eines Hautwurmes aus dem Hund aussieht, zeigt dieses Video einer spanischen Tierklinik sehr eindrucksvoll.

Hautwürmer vermeiden mit Antiparasitika

Wie Du siehst lassen sich Mikrofilarien ganz einfach mit gängigen Spot-Ons bekämpfen. Die Mücke überträgt ja nur Larven in den Hund.

Hast Du Deinen Schatz vor einer Urlaubsreise oder generell mit Antiparasitika behandelt, haben Hautwürmer von Anfang an keine Chance.

Bei Reisen nach Südeuropa oder Osteuropa sollten Spot-Ons für Bello Pflicht sein.

Ob Du Deinen Hund auch Zuhause regelmäßig behandeln möchtest, musst Du selbst entscheiden.

Insgesamt ist das Risiko einer Infektion mit dem Hautwurm bei uns im deutschsprachigen Raum immer noch als gering einzuschätzen. Trotzdem können Dir die Spot-Ons weitere Vorteile bezüglich anderer Parasiten bieten.

Wenn Du in den Urlaub fahren möchtest, sieht die Präventivbehandlung so aus:

Bello bekommt insgesamt über drei Monate hinweg ein passendes Spot-On-Präparat. Achte beim Einkauf auf Wirkstoffkombinationen, die speziell auf Mittelmeer-Parasiten zugeschnitten sind.

Den erste Spot-On bekommt Bello einen Monat vor Abreise. Jeweils einen Monat später dann noch ein weiteres.

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Weitere Fadenwürmer, die die Haut befallen

Es gibt drei weitere parasitierende Würmer, die ebenfalls die Haut befallen. Wie bereits erwähnt, sind sie aber wirklich sehr selten.

Pelodera strongyloides

Ist ein weiterer Fadenwurm, der in ganz Mitteleuropa verbreitet ist. Hunde werden unter sehr unhygienischen Haltungsbedingungen befallen.

Vorzugsweise nisten die Würmer in altem Stroh oder verrottetem Holz. Werden Hunde in schmutzigen Ausläufen oder Hütten gehalten, können sich diese Würmer breit machen.

Über die Krankheit ist nur sehr wenig bekannt. Der Parasit setzt sich in den Haarwurzeln in den oberen Hautschichten fest und kann längere Zeit unerkannt bleiben.

Acanthocheilonema reconditum

Dieser in Süditalien und Griechenland heimische Parasit befällt die Unterhaut und angrenzende Organe. Übertragen wird er vermutlich von Flöhen.

Auch dieser Fadenwurm kann lange im Verborgenen im Hund leben. Nur bei einem Massenbefall treten Symptome wie Juckreiz oder organische Störungen auf.

Cercopithifilaria grassi oder Dipetalonema grassi

Bei diesem Wurm nisten sich die erwachsenen Parasiten ein, sondern die Mikrofilarien. Sie entwickeln sich in den oberen Hautschichten und können dort zu Juckreiz und Ausschlägen führen.

Heimisch ist dieser Parasit in Rumänien und Griechenland. Übertragen wird er von der Braunen Hundezecke.

Hautwürmer beim Hund – das Wichtigste in Kürze

Der bekannteste Hautwurm ist die Art Dirofilaria repens.

Früher war das ein typischer Mittelmeer- und Osteuropaparasit. Inzwischen breitet sich die Art aus.

Erwachsene Würmer setzen sich in der Fettschicht der Haut fest. Die Krankheit wird als subkutane Dirofilariose bezeichnet.

Festellen kann sie der Arzt über die Untersuchung der Beulen oder den Nachweis von Mikrofilarien (Larven des Wurmes) im Blut.

Symptome sind neben den Beulen, Juckreiz, Haarausfall sowie trockene Haut mit Schuppen.
Hautwürmer gelten als sehr gut therapierbar. Lebensgefährlich sind sie nicht.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich auch Hautwürmer bekommen?

Ja, es gab schon Fälle, in denen der Hautwurm beim Menschen gefunden wurde. In Mitteleuropa nehmen solche Infekte zu. Insgesamt ist das Risiko aber immer noch sehr gering.

Lassen sich Hautwürmer mit Anti-Mücken-Spray für Hunde vermeiden?

Theoretisch müssten sie Mücken und damit auch Larven des Hautwurmes abhalten. Praktisch bieten Anti-Mücken-Lotionen für den Hund niemals einhundert Prozent Schutz. Spot-Ons wirken über das Blut und sind wesentlich sicherer.

Sollte ich Bello ständig Spot-Ons geben. Davor warnen kritische Mediziner ja auch. Was ist das Beste für meinen Hund?

Keine Panik zu bekommen! Bei Reisen in den Süden oder nach Osteuropa sollte Dein Hund Spot-Ons bekommen.

Ansonsten sind die wirklich gefährlichen Würmer bei uns noch so selten, dass Du Deinen Hund deswegen nicht regelmäßig behandeln musst. Vor allem nicht, wenn Du den Wirkstoffen eher kritisch gegenüber stehst.

Über Stefanie Baumgartner 41 Artikel
Stefanie schreibt in Bellos Reich über Wissenswertes rund um das Thema Hund. Ihr Leben hat sie früher mit den Staffordshire Terriern Cäsar und Arnold sowie dem ungarischen Streuner Kazmer geteilt. Derzeit hat sie leider keinen Hund, dafür aber Katzen, Zwergkaninchen und ein Pferd.