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Kann Hautpilz vom Hund auf den Menschen übertragen werden?

Kann Hautpilz vom Hund auf den Menschen übertragen werden?

Puh, nach vier Wochen ist es endlich geschafft und der Hautpilz, der deinen Vierbeiner genervt hat, ist abgeheilt.

Aber jetzt entdeckst du plötzlich eine auffällige Stelle an deiner Hand. Die Haut ist gerötet, heiß und juckt, ganz ähnlich wie es zuvor beim Hautpilz deines Hundes war.

Zufall? Oder kann sich wirklich der Hautpilz vom Hund auf Mensch übertragen?

Was ist Hautpilz überhaupt?

Dermatomykose ist eine Infektionserkrankung. Als Hautpilz bezeichnet man auch Pilzerkrankungen, die Haare und Nägel betreffen.

Beim Menschen tritt ein Pilz meist an Händen, Füßen oder Nägeln auf. Aber jede andere Körperstelle ist ebenfalls möglich. Bei Hunden breitet sich die Krankheit auch häufig von den Ohren, Pfoten oder Beinen aus auf den restlichen Körper aus.

Auch bei ihnen kann der Pilz jede andere Körperstelle befallen.

Pilze sind keine Bakterien oder Viren. Sie bilden eine eigene Erregergruppe und können sowohl oberflächliche als auch systemische Erkrankungen auslösen.

Befällt ein Pilz den Magen oder Darm deines Hundes, erkennst du das an Verdauungsbeschwerden, Abmagerung und Bauchschmerzen.

Eine Pilzinfektion heilt so gut wie nie von alleine ab. Fast immer ist ein Besuch beim Tierarzt nötig und selbst mit den richtigen Medikamenten dauert die Behandlung mehrere Wochen.

Pilze sind leider sehr widerstandsfähig. Außerdem ist dein Hund nach einer durchgemachten Infektion nicht immun und kann sich theoretisch sofort wieder anstecken.

Warum Hunde Hautpilz bekommen und wie du ihn erkennst

Pilze, die Hautpilz verursachen, kommen überall in der Natur vor. Dein Hund kommt bei Spaziergängen oder Treffen mit Artgenossen mit ihnen in Kontakt.

Gelangen die Sporen auf seinen Körper, benötigen sie noch eine kleine Verletzung, um in die Haut zu kommen.

Hat sich dein Hund infiziert, erkennst du den Hautpilz an kreisrunden, kahlen Stellen in seinem Fell. Weitere Symptome, die auf einen Hautpilz hindeuten, sind

  • Juckreiz,
  • stumpfes Fell,
  • gerötete und heiße Haut,
  • Folgeentzündungen an betroffenen Hautstellen und
  • Schuppen.
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Ausführlichere Informationen findest du in diesem Artikel zu Hautpilz beim Hund.

Kann Hautpilz vom Hund auf den Menschen übertragen werden?

Ganz knapp: Ja, das ist möglich.

Manche Pilze, die Hauterkrankungen verursachen, sind Zoonosen. Das bedeutet, dass die Infektion natürlicherweise bei Wirbeltieren, also Tieren und Menschen, vorkommt.

Entsprechend kann sich sowohl ein Mensch bei seinem Hund, als auch ein Hund bei seinem Menschen mit Hautpilz anstecken. Dabei ist aber auffällig, dass sich Hunde deutlich häufiger bei ihren Besitzern infizieren.

Menschen sind viel seltener von Hautpilz betroffen, wenn ihr Vierbeiner an einem leidet.

Die Übertragungswege bei Hautpilz lauten:

  • direkter Kontakt (streicheln)
  • Kontakt mit kontaminierten Gegenständen (Liegeplätze, Halsbänder, Kleidung)

Die Übertragung erfolgt häufig einfach beim Streicheln. Pilze wachsen und verbreiten sich sehr schnell. Dafür benutzen sie Sporen, quasi ihre Samen.

Diese sind mikroskopisch klein und sammeln sich auf und in Umgebung der erkrankten Körperpartien. Du müsstest also nicht einmal die kahle Haut deines Hundes berühren.

Befinden sich im Fell darum herum genug Pilzsporen, kannst du dich auch darüber infizieren.
Ebenso kommen Pilzsporen recht lange ohne einen Wirt aus.

Das macht auch Liegeplätze, Halsbänder und sogar Spielzeug und Näpfe zu potenziellen Ansteckungsquellen.

Andersherum sieht es ähnlich aus: Hast du einen Hautpilz und kratzt dich an der Stelle, trägst du infektiöse Pilzsporen beim Streicheln auf deinen Hund. Auch über deine Kleidung kann sich dein Hund anstecken oder wenn er mit aufs Sofa oder in dein Bett darf.

Hund im Bett schlafen abgewöhnen
Irina Polonina / Shutterstock

Übertragung verhindern

Mit Hautpilz können Mensch und Hund theoretisch Ping Pong spielen.

Ist einer endlich genesen, geht die Krankheit beim anderen los und ehe man sich versieht, hat sich der erste beim zweiten schon wieder infiziert. Daher ist es besonders wichtig, die Übertragungswege zu kennen, um dieses ewige Hin und Her verhindern zu können.

Neben dem direkten Kontakt durchs Streicheln sind folgende Gegenstände besonders infektiös:

  • Liegeplätze (Decken, Kissen, Körbchen an sich)
  • Kleidung (auch für den Hund, also Halsbänder, Regenmäntel, …)
  • häufig genutzte Spielzeuge
Hund liegt im Hundebett
Filmbildfabrik / Shutterstock.com

Hast du den Pilz bemerkt, solltest du alle Textilien, mit denen dein Hund und/oder du häufig Kontakt hat/habt, regelmäßig waschen. Schaffe zusätzlich alles, was du nicht waschen kannst, erstmal beiseite.

Anschließend stellst du deinem Hund weniger Decken und Kissen zur Verfügung, um die Stellen, an denen sich die Pilzsporen besonders gut sammeln können, zu verringern.

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Vergiss auch während der Behandlung nicht, alles häufiger als normal zu waschen.

Bei den Spielsachen verfährst du ähnlich: Alles, was in die Waschmaschine kann, fährt eine Runde mit. Alles andere wird desinfiziert und kommt erst einmal außer Reichweite.

Reinige auch die Spielsachen regelmäßig, bis die Behandlung abgeschlossen ist.

Ansonsten ist Händewaschen jetzt sehr wichtig.

Halte auch im Haushalt lebende Kinder und immungeschwächte Personen dazu an. Sie stecken sich häufiger mit einem Hautpilz an. Weitere Risikogruppen sowie Informationen zum Hautpilz erfährst du in diesem Video.

Wie entsteht Hautpilz (Mykose)? Gehören Sie zur Risikogruppe?

Hast du mehrere Hunde, kann es sinnvoll sein, die Tiere zeitweise voneinander zu trennen oder alle zu behandeln.

Das gilt auch dann, wenn nur ein Vierbeiner Symptome zeigt. Dein Tierarzt wird dir sagen, ob du die augenscheinlich gesunden Hunde ebenfalls mit den verschriebenen Medikamenten versorgen sollst.

Um fremde Hunde nicht anzustecken, halte Bello für die Zeit der Behandlung an der Leine. Sicher gibt es in deiner Umgebung Orte, an denen du selten auf andere Hunde triffst.

Diese sollten für die nächsten Wochen eure bevorzugten Ausflugsziele sein.

Welche Pilze können sowohl Menschen als auch Hunde übertragen?

Es gibt viele verschiedene Erreger für Hautpilz beim Hund. Die häufigsten Zoonosen sind dabei

  • Microsporum canis,
  • Microsporum gypseum,
  • Trichophyton mentagrophytes und
  • Trichophyton verrucosum.

Microsporum canis

Microsporum canis ist vor allem bei Katzen als Ursache für Hautpilz bekannt. Er kommt speziell in südlichen Ländern vor und wird daher gern als unangenehmes Souvenir aus dem Urlaub mitgebracht.

Die in diesen Urlaubsgebieten lebenden Streuner sind so gut wie immer mit dem Pilz infiziert, zeigen jedoch selten Symptome.

In Deutschland betrifft das immerhin noch etwa 20 % der Katzen (Quelle).

Das bedeutet, dass Microsporum canis vor allem für Hunde und Menschen gefährlich ist, die häufig Kontakt mit Katzen haben.

Microsporum gypseum

hund wälzt sich in kot
VDB Photos / Shutterstock

Microsporum gypseum befällt vorrangig Pferde, macht aber auch vor Hunden und Katzen nicht Halt. Reiter infizieren daher häufig ihre Vierbeiner, wobei die umgekehrte Infektion vom Hund zum Menschen ebenso vorkommt.

Außerdem stecken sich Menschen häufig bei der Gartenarbeit an, weil der Pilz im Erdreich zu finden ist. Auf diesem Weg können sich auch unsere Hunde anstecken, wenn sie graben oder sich in der Erde wälzen.

Trichophyton mentagrophytes

Mit diesem Hautpilz hast du am wahrscheinlichsten nach einem Urlaub in Ägypten oder einem anderen nordafrikanischen Land zu tun.

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Trichophyton mentagrophytes bevorzugt nämlich Kamele als Wirt, überträgt sich aber auch auf unsere Haustiere und uns selbst. Bei den Haustieren sind am häufigsten Nager betroffen.

Trichophyton mentagrophytes befällt beim Menschen vorzugsweise den Kopf und die Haarfollikel. Diese Form nennt man Favus. Dabei dringen die Myzelien, also die Pilzfäden, tief in die Haarfollikel ein und umschließen sie.

Trichophyton verrucosum

Trichophyton verrucosum kommt vor allem bei Rindern vor.

Als Zoonose befällt der Pilz aber auch Menschen und andere Tiere. Personen, die viel mit Rindern zu tun haben, sind dabei natürlich häufiger betroffen. Dazu zählen Tierärzte und Landwirte.

Ihre Hunde haben entsprechend ebenfalls ein erhöhtes Risiko, sich mit dem Pilz zu infizieren.

Trichophyton verrucosum benötigt mehr als 35 °C, um optimal wachsen zu können. Dafür dringt er tief in die Haut ein. Die erkrankten Hautstellen zeigen Rötungen und nässende Pusteln.

Tiere leiden an diesen Stellen an Haarausfall, die Haare an den Rändern werden stumpf, brüchig und sehen allgemein krank aus.

Welpe mit Demodikose - Haarausfall beim Hund

Fazit: Hautpilz vom Hund auf Mensch übertragen

Bei vielen Hautpilzen handelt es sich um Zoonosen, also Krankheiten, die sowohl Menschen als auch Tiere befallen können. Da Pilze sehr widerstandsfähig sind, können sich Mensch und Hund immer wieder beieinander anstecken.

Um das zu verhindern, sollten Liegeplätze häufiger gereinigt werden. Händewaschen nach, bzw. vor Hautkontakt mit dem Hund (wenn du selbst infiziert bist) verringert die Ansteckungsgefahr ebenfalls.

In den meisten Fällen wirst du zum Tierarzt müssen. Hautpilz verschwindet so gut wie nie von alleine, sondern benötigt spezielle Medikamente, die über Wochen regelmäßig angewendet werden müssen.

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Häufig gestellte Fragen

Ist Hautpilz während der Behandlung ansteckend?

Ja, Hautpilz bleibt während der Behandlung ansteckend. Da sich diese über mehrere Wochen hinziehen kann, musst du die ganze Zeit über besonders vorsichtig sein.

Wann ist Hautpilz nicht mehr ansteckend?

Hautpilz kann sehr lange ansteckend bleiben. Gehen Rötung und Schwellung zurück und bilden sich an den betroffenen Körperstellen keine Schuppen mehr, ist die größte Gefahr vorüber.

Ist Hautpilz von Hunden auf Menschen übertragbar?

Ja, einige Formen von Hautpilz sind vom Hund auf den Menschen übertragbar. Umgekehrt, also dass ein Hund sich bei seinem Besitzer infiziert, ist eine Ansteckung ebenfalls möglich.