Ohrmilben beim Hund – wenn’s juckt im Ohr

Ohrmilben beim Hund

Dein Hund kratzt sich ständig am Ohr und schüttelt häufig den Kopf? Auf „Bello komm!“ oder „Bello sitz!“ zeigt er keine Reaktion? Nun, dafür gibt es zwei logische Erklärungen:

Entweder ist Bello gar nicht sein richtiger Name. Oder er leidet unter Milben im Ohr.

Ohrmilben – was ist das überhaupt?

Die Tierchen, die Deinem Bello das Leben schwer machen, nennen sich in der Fachsprache „Otodectes cynotis“ und gehören zur Familie der „Psoroptidae“. Kurz gesagt: Dein Hund leidet unter Ohrmilben. Das sind Parasiten, die zur Klasse der Spinnentiere zählen.

Die Milben sind zwischen 0,3 und 0,5 mm groß, haben einen längsovalen Körper und verhältnismäßig lange Beine. Sie sind weiß, beziehungsweise transparent und mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen.

Ohrmilbe - Schematische Darstellung

Parasiten dieser Art treten prinzipiell bei fleischfressenden Tieren (wie Hunden, Katzen oder Frettchen) auf. Sie nisten sich im Ohr des jeweiligen Tieres ein und legen dort auch ihre Eier ab.

Dabei muss es aber nicht bleiben! Manchmal kommt es vor, dass die Milben den ganzen Körper des Tieres befallen.

Meistens jedoch machen es sich die kleinen Spinnentierchen im Ohr des Hundes bequem, weil dort ein feuchtwarmes Klima herrscht. Sie finden dort alles, was sie brauchen.

Das Ohr Deines Hundes ist für sie ein All-you-can-eat-Buffet: Hautschuppen, Gewebsflüssigkeit, Ohrenschmalz und Blut zählen zu ihren liebsten Speisen.

Diese Umgebung ist also das ideale Kinderbett für die Eier, Larven und Jungtiere (auch Nymphen genannt) der Ohrmilben. Vom Ei bis zur ausgewachsenen Milbe vergehen ungefähr drei Wochen.

Jedes Muttertier kann bis zu zwanzig neue Eier legen. Und so geht der Kreislauf ewig weiter – wenn er nicht durch einen aufmerksamen Hundehalter unterbrochen wird.

Übertragbarkeit von Ohrmilben

Die Ansteckung erfolgt von Tier zu Tier. Also indem der Hund einem anderen Hund oder einer Katze begegnet, die bereits von Ohrmilben befallen ist. Die Tiere müssen sich dafür aber nicht zwingend berühren.

Wenn Du mit Deinem Hund an einem Ort unterwegs bist, an dem sich zuvor ein krankes Tier befunden hat, kann das schon genügen. Die Milben können nämlich noch einige Wochen weiterleben, wenn sie aus dem Ohr herausgeschüttelt worden sind.

Dann lauern sie an allen erdenklichen Stellen und suchen nach einem neuen Wirt. Tierheime, Zuchtstätten oder Bauernhöfe sind deshalb besonders stark gefährdet. Generell ist an jedem Ort, an dem viele Tiere aufeinandertreffen, Vorsicht geboten.

Symptomatik

Nicht jeder Hund, der unter Ohrmilben leidet, zeigt Symptome. Die meisten tun es aber doch, zumindest dann, wenn der Befall fortgeschritten ist. Die häufigsten Anzeichen für einen Befall zeigen sich im Verhalten des Hundes:

  • Er kommt nur schlecht zur Ruhe und putzt sich häufiger als sonst.
  • Er kratzt sich ständig am Ohr. Teilweise reibt er seinen Kopf an kantigen Möbelstücken, wie zum Beispiel dem Couchtisch.
  • Er schüttelt seinen Kopf und versucht die Milben dadurch loszuwerden.
  • Er reagiert schmerzhaft auf Berührungen.
  • Er hält den Kopf schief und kann sein Gleichgewicht nicht halten.
  • Er hat schmutzige Ohren. Im Inneren des Ohrs ist ein brauner Belag zu erkennen.
  • Die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang sind gerötet, geschwollen oder verkrustet.
  • Unter der Lupe sind kleine, weiße Punkte zu erkennen, die sich bewegen.
kratzender Hund
Phatthanun.R/Shutterstock

Falls Dein Hund eine oder mehrere dieser Verhaltensauffälligkeiten zeigt, liegt der Verdacht nahe, dass er von Ohrmilben befallen ist.

Krankheitsverlauf

Ein Ohrmilbenbefall kann glimpflich verlaufen. Er kann aber auch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Zu den harmloseren Folgeerscheinungen zählen:

  • Schürfwunden am äußeren Ohr durch intensives Kratzen,
  • Hautirritationen und
  • Verkrustungen.

Das ständige Kratzen am Ohr oder Schütteln des Kopfes kann ein sogenanntes Blutohr hervorrufen. Dabei handelt es sich um einen Bluterguss im Inneren der Ohrmuschel.

Ein solches Blutohr muss fachmännisch versorgt werden. Es kann sogar sein, dass ein operativer Eingriff notwendig ist.

Die Ohrmilben können das Ohr aber auch derart schädigen, dass es

  • zu einer Mittelohrentzündung kommt,
  • der Hund sein Gehör verliert,
  • oder das Trommelfell beschädigt wird.

Zusätzlich ist das verletzte Ohr Deines Hundes besonders anfällig für bakterielle Infektionen oder Pilzbefall.

Mit Ohrmilben ist also nicht zu spaßen. Sie können einen ganz gehörigen Schaden anrichten. Die Folgen beziehen sich nicht nur auf den betroffenen Hund, sondern auch auf seinen Halter. Dieser muss sich auf hohe Kosten einstellen, je nachdem, welche medizinischen Eingriffe erforderlich sind.

Wenn Du wissen möchtest, wie sich das Ohr Deines Hundes im Krankheitsfall verändert, sieh Dir dieses Video an:

Der Veterinärmediziner Dr. Phil erklärt hier ganz genau, was es mit den Ohrmilben auf sich hat und wie ein Tierarzt helfen kann.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch einen Tierarzt. Er kann mit seiner Ausrüstung nicht nur feststellen, ob es sich um Ohrmilben handelt. Vielmehr kann er auch beurteilen, ob vielleicht in Pilz für die Schäden am Ohr verantwortlich ist.

Zudem kann er den entstandenen Schaden einschätzen und weiß, welche medizinischen Vorkehrungen zu treffen sind.

Ohrmilbenbefall bei einer Katze
Ohrmilbenbefall bei einer Katze

Das erste Anzeichen für einen Ohrmilbenbefall ist das bräunliche Sekret. Es erinnert in Konsistenz und Farbe an Kaffeesatz und wird deshalb auch oft so genannt.

Im nächsten Schritt nutzt der Tierarzt ein Otoskop. Damit kann er in das Ohr des Hundes schauen und erkennen, wie es um den äußeren Gehörgang und das Trommelfell bestellt ist. Falls sich Milben im Ohr befinden, kann er sie nun deutlich sehen.

Um in seiner Diagnose sicher zu sein, kann im Anschluss daran eine zweite Untersuchung folgen. Der Tierarzt nimmt eine Probe des Ohrsekrets und betrachtet sie unter dem Mikroskop.

Durch die Vielfachvergrößerung kann er bestimmen, welche Milben dem Hund zu schaffen machen und in welchem Stadium sie sich befinden.

Behandlung

Ohrmilben müssen unbedingt behandelt werden. Besser gestern als heute. Die Parasiten verlassen ihren Wirt nämlich nicht freiwillig. Ohne entsprechende Hilfe wird der Hund seine Untermieter also nicht wieder los. Die gesundheitlichen Folgen werden von Tag zu Tag schlimmer.

Die Behandlung hängt ganz von der Diagnose des Tierarztes ab. Sofern das Trommelfell intakt ist, wird das Ohr zunächst einmal mit einem flüssigen Ohrenreiniger gesäubert.

Welche Medikamente im Folgenden verordnet werden, richtet sich nach dem Zustand des Trommelfells und danach, ob es bereits zu einer Entzündung gekommen ist. Prinzipiell kommen Ohrensalben und -tropfen, Tabletten oder Spot-on-Produkte infrage.

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Die enthaltenen Wirkstoffe (zum Beispiel Akariziden, Moxidectin oder Selamectin) töten die Milben ab, wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Bei akuten Entzündungen können antibiotische Salben genutzt werden, die zugleich den Juckreiz lindern.

Je nachdem, welches Mittel zum Einsatz kommt, variiert die Behandlungsdauer (drei bis acht Wochen laut ESCCAP-Empfehlug Nr. 4 aus dem Jahre 2011).

Das ist wichtig, weil die Entwicklung der Milbe drei Wochen dauert. Um also ganz sicher zu sein, dass keines der Tierchen überlebt, nimmt die Behandlung einige Zeit in Anspruch.

Achte unbedingt darauf, alle Tiere zu behandeln, die mit Dir zusammenleben.

Ohrmilben zu Hause behandeln

Der erste Teil der Behandlung beginnt immer mit dem Gang zum Tierarzt. Dieser stellt die sichere Diagnose und schaut, welche Begleiterscheinungen behandelt werden müssen.

Er wird genau erklären, welche Behandlungsschritte notwendig sind und welche Medikamente zum Einsatz kommen. Das ist wichtig, weil viele Arzneimittel nur beim Tierarzt erhältlich sind.

Mit den Anweisungen des Arztes wird die Behandlung dann selbständig zu Hause fortgeführt. In einem Folgetermin vergewissert sich der Tierarzt von dem Krankheitsverlauf und entscheidet über das weitere Vorgehen.

Milben beim Hund vorbeugen – gewusst wie

Damit es gar nicht erst so weit kommt, kannst Du ein paar vorbeugende Maßnahmen ergreifen:

Hygiene ist das A und O. Reinige die Ohren deines Hundes regelmäßig. Du kannst dafür lauwarmes Wasser nehmen. Befeuchte ein Taschentuch oder ein wenig Küchenrolle und wickle es um Deinen kleinen Finger. Damit kannst Du das Ohr nun vorsichtig von innen reinigen.

Alternativ kannst du auch die Finger-Pads von Canosept verwenden:

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Ebenso kannst Du Deinen Tierarzt um spezielle Pflegeprodukte, wie Ohrentropfen, bitten. Gib einige Tropfen des Ohrreinigers direkt ins Ohr und massiere es von außen ein.

Halte das Ohr des Hundes dafür mit einer Hand zu. Mit der anderen Hand knetest Du den unteren Bereich des Ohrs, bis ein Schmatzen zu hören ist.

Der Hund wird sich im Anschluss an diese Prozedur schütteln und das Ohrensekret hinausschleudern. Reinige seine Ohren deshalb draußen oder an einem Ort, den Du leicht säubern kannst.

Versuche einen Überblick darüber zu bekommen, mit welchen Hunden Dein Vierbeiner Kontakt hat. Streuner und fremde Hunde tragen immer ein erhöhtes Infektionsrisiko in sich. Meide erkrankte Hunde für einen Zeitraum von mindestens drei Wochen.

Wasche Deine Kleidung und alle Textilien, die mit Deinem Hund in Berührung gekommen sind, bei mindestens 60° C. Wische Fußböden und andere Oberflächen gründlich ab.

Die Milben können das Ohr verlassen oder herausgeschleudert werden. Um die Ansteckungsgefahr und das Risiko einer Neuinfektion zu verringern, sollte Reinlichkeit während der Behandlungsdauer großgeschrieben werden.

Das gilt auch für das Herrchen! Wasche Dir nach jeder Kuscheleinheit die Hände.

Es gibt Spot-on-Produkte, die sowohl gegen Flöhe und Würmer als auch gegen Ohrmilben schützen. Du kannst Deinen Vierbeiner also bei der nächsten Floh- und Wurmkur gleich gegen Milben mitbehandeln.

Fazit

Ohrmilben sind lästig und können schwere Folgen haben. Beuge deshalb mit einfachen Mitteln vor, damit Deine Fellnase gar nicht erst erkrankt. Habe immer ein Auge auf Deinen Hund und nimm erste Anzeichen für einen Milbenbefall ernst! So bekommst Du die Sache gut in den Griff.

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