Mein Hund hat Würmer! Habe ich mich angesteckt?

Ein Hund bringt viel Freude in dein Leben… Er weckt dich mit einem dicken Schmatzer, freut sich über jeden Ausflug wie ein kleines Kind, hat Würmer,…

Moment, wie war das?

Wenn der eigene Hund Würmer hat, ist das schon ein unangenehmes Thema. Sich angesteckt zu haben, darüber spricht wohl kaum ein Hundehalter gern.

Aber es passiert. Zum Glück gibt es Medikamente sowie vorbeugende Maßnahmen, die eine Ansteckung verhindern.

Was du noch zum Thema Würmer bei Hund und Mensch wissen musst, erfährst du hier.

Kann mein Hund mich mit Würmern infizieren?

Die gute Nachricht vorweg: Es ist unwahrscheinlich, dass du dich über deinen Hund mit Würmern ansteckst. Unmöglich ist es aber nicht.

Das Problem dabei ist vor allem, dass es keine vorbeugenden Medikamente gegen Würmer gibt.

Um dich und deinen Hund vor Flöhen zu schützen, hast du die Wahl zwischen vielen Spot-Ons oder Tabletten. In den meisten Fällen wirken diese über Wochen.

Anders ist es bei Würmern.

Die Wurmkur befördert nur den bestehenden Befall aus deinem Hund. Allerhöchstens wirkt sie 48 Stunden nach Einnahme.

Danach kann dein Hund sich wieder infizieren, wenn er beispielsweise an fremden Haufen schnüffelt.

Wenn du weißt, wie Würmer übertragen werden und auf welche Symptome du bei deinem Hund achten musst, kannst du das Ansteckungsrisiko minimieren.

Dieses Video fasst dir in aller Kürze die wichtigsten Informationen zu den Übertragungswegen und der Lebensweise von Würmern zusammen.

Wie kommt der Wurm in den Hund? – ein Erklärvideo

Es gibt dir außerdem einen Ausblick auf Themen, die ich später in diesem Artikel behandeln werde.

Infektionswege

Würmer infizieren Menschen in unseren Breiten entweder oral oder perkutan.

Die perkutane Infektion, also die Infektion über die Haut, kommt aber kaum vor. Dein Hund spielt dabei auch keine Rolle, da sich die Wurmlarve in diesem Fall im Boden befindet.

Ähnlich sieht es bei von Mücken übertragenen Würmern aus. In Deutschland musst du dich vor einer Infektion über einen Stich zum Glück nicht fürchten.

In aller Regel müssen die Wurmeier also irgendwie in den Mund gelangen. Gerade kleine Kinder, die es mit der Hygiene noch nicht so ernst nehmen, sind dabei gefährdet.

Ältere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem erkranken ebenfalls leichter. Aber auch erwachsene, gesunde Personen sind nicht zu 100 % vor einer Infektion geschützt.

Am ehesten infizierst du dich über deinen Hund mit Würmern, wenn du…

  • deinen Hund streichelst und in seinem Fell Wurmeier kleben,
  • mit deinem Hund sehr engen Kontakt (Kuscheln auf dem Sofa oder Schlafen in einem Bett) hast oder
  • direkten Kontakt mit dem Kot deines Hundes hast.

Darüber hinaus können sich Wurmeier auf den Liegeplätzen deines Hundes sammeln.

In jedem Fall müssen diese anschließend in deinen Mund gelangen, um eine Gefahr zu werden. Sicherheitshalber solltest du dir daher die Hände waschen, wenn du die Hinterlassenschaften deines Hundes weggeräumt hast.

Decken, auf denen dein Hund gern liegt, schüttelst du am besten draußen aus. Umherfliegende Wurmeier könntest du ansonsten einatmen und dich so infizieren.

Die Eier sind außerdem ziemlich robust. Sie könnten sich auch auf Gegenständen absetzen und bleiben dort noch über Tage oder sogar Wochen infektiös.

Das mag gruselig klingen, aber eine Wurminfektion über deinen Hund ist trotzdem unwahrscheinlich. Beachte die Hygieneregeln und verhindere einen massiven Wurmbefall bei Bello.

Je mehr Würmer sich in deinem Hund befinden, desto eher kann er dich nämlich anstecken.

Symptome beim Hund

Meistens ist der Wurmbefall nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Gerade ausgewachsene und gesunde Hunde müssen wirklich stark befallen sein, um sichtbare Symptome zu entwickeln. Senioren oder Welpen reagieren da sensibler.

Bei ihnen können Würmer sogar zur Lebensgefahr werden.

Trotzdem gibt es Symptome, die du bei deinem Hund beobachten kannst, wenn er Würmer hat.

  • Durchfall oder Verstopfungen
  • Erbrechen
  • Gewichtsverlust bei gleichbleibender Futteraufnahme oder Fressunlust
  • vermehrte Müdigkeit oder Lethargie
  • häufige Infekte, erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten
  • aufgeblähter Bauch (vor allem bei Welpen mit massivem Befall)
  • stumpfes Fell
  • häufiges Husten und sofortiges Abschlucken

Diese Symptome deuten nicht nur auf Würmer hin.

Sie können bei ganz unterschiedlichen Krankheiten auftreten, sodass du nach der Ursache graben musst.

Findest du im Kot deines Hundes kleine weiße Punkte oder reiskornähnliche Stücke, leidet er aber sehr wahrscheinlich an Wurmbefall.

Richtig gefährlich ist der Darmverschluss.

Achte daher immer darauf, dass dein Vierbeiner regelmäßig Stuhlgang hat. Jeden Tag muss es nicht sein.

Du kennst deinen Hund am besten. Ändert sich plötzlich etwas an seiner Verdauung, fällt es dir am ehesten auf.

Einen Darmverschluss muss dein Tierarzt behandeln. Häufig reichen Abführmittel noch aus. Führen sie nicht zum Erfolg, muss er deinen Hund vermutlich operieren.

Unbehandelt führt ein Darmverschluss zum Tod.

Welche Würmer sind auf den Menschen übertragbar?

Nicht alle Würmer, die deinem Hund auf den Geist gehen können, sind auch auf dich übertragbar. Die gefährlichen Würmer sind…

  • Bandwürmer (Fuchs-, Gurkenkern und Hundebandwurm),
  • Spulwürmer und
  • Hakenwürmer.

Darüber hinaus gibt es noch den Herzwurm „Dirofilaria immitis“, den Stechmücken in Südeuropa beim Blutsaugen verbreiten.

Wohnt eine Katze bei dir, besteht außerdem ein ganz geringes Risiko, dass du dich mit dem Katzenleberegel „Opisthorchis felineus“ infizierst.

Bandwürmer

Die Infektion mit Bandwürmern führt zu einer Krankheit namens Echinokokkose.

Diese teilt sich in alveoläre und zystische Formen auf, je nach Ausprägungsart. Der Kleine Hundebandwurm ist dabei für die zystische Form verantwortlich.

Der Kleine Fuchsbandwurm löst die alveoläre Form aus. 2004 gab es in Deutschlandland insgesamt 97 gemeldete Fälle (Quelle).

Um dich mit Bandwürmern zu infizieren, musst du die Eier oral aufnehmen. Kot deines Hundes, seine Liegeplätze oder sein Fell können mit ihnen behaftet sein.

Anschließend vergehen mehrere symptomlose Monate oder sogar Jahre.

Die alveoläre Form äußert sich durch tumoröses Wachstum in der Leber. Daher gehen viele Ärzte zunächst von Krebs aus, bevor sie die eigentliche Ursache feststellen.

Unbehandelt führt Echinokokkose in 90 % der Fälle zum Tod.

Die gute Nachricht ist aber, dass der Mensch nicht zu den bevorzugten Wirten des Bandwurms gehört.

Das heißt, dass unser Immunsystem eine Infektion häufig verhindert oder die Würmer sich nicht weit genug entwickeln können.

Menschen können die Parasiten untereinander außerdem nicht übertragen.

Der Gurkenkernbandwurm ist ein etwas speziellerer Fall. Er wird über Flöhe übertragen.

In den Menschen gelangt er sehr selten. Wenn es passiert, betrifft es meistens Kinder. Die Infektion ist in der Regel auf die orale Aufnahme der Flöhe zurückzuführen.

Der Gurkenkernbandwurm löst die Krankheit Dipylidiasis aus, die beim Menschen nur bei massivem Befall zu Symptomen führt.

Dann treten Verdauungsbeschwerden und Juckreiz in der Analregion auf.

Spulwürmer

Spulwürmer befallen unsere Hunde mit Abstand am häufigsten. Trotzdem infizieren sich Menschen sehr selten.

In Österreich zählt man beispielsweise jährlich etwa 70 Fälle der durch Spulwürmer ausgelösten Krankheit Toxokarose (Quelle, PDF unten auf der Seite).

Leidet dein Hund an Spulwürmern, scheidet er ihre Eier mit seinem Kot aus. Um dich zu infizieren, musst du die Eier oral aufnehmen.

Der Spulwurm, der deinen Hund befällt, heißt Toxocara canis. Mit dem Menschen als Endwirt kann er nicht viel anfangen.

Die Larven entwickeln sich nicht weiter, können aber über Blutgefäße in Organe wandern.

Eine Spulwurminfektion äußert sich sehr unterschiedlich.

Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall treten häufig auf. Außerdem lösen die Würmer Entzündungen des Herzmuskels und der Nieren aus.

Hakenwürmer

Der Hakenwurm Ancylostoma caninum hat eine ganz fiese Art, seinen Wirt zu befallen.

Seine Larven schlüpfen im Hundekot und graben sich in die Erde. Dort warten sie, bis jemand auf sie tritt.

Ist dieser Jemand barfuß, sticht die Larve durch seine Haut und wandert in den Darm oder andere Organe.

Der Hakenwurm siedelt sich nur sehr selten im Menschen an. Tut er es doch, löst er unterschiedliche Symptome aus. Es kommt darauf an, wo er sich im menschlichen Körper befindet.

Im Darm führt er beispielsweise zu Darmentzündungen.

Mit Würmern angesteckt – Was nun?

Du vermutest eine Wurminfektion? Diese Symptome könnten dafür sprechen.

  • Fieber
  • blutiger Stuhl oder Urin
  • sichtbare Wurmfragmente im Stuhl (weiß, platt, länglich)
  • anhaltende Bauchschmerzen oder andere Verdauungsbeschwerden
  • sonstige, anhaltende Schmerzen, die du nicht zuordnen kannst
  • Juckreiz in der Analregion

In diesen Fällen solltest du deinen Arzt aufsuchen und ihm deine Probleme schildern.

Das muss dir auch nicht peinlich sein. Bis vor ein paar Jahrzehnten war Wurmbefall beim Menschen so normal, dass Kinder regelmäßig entwurmt wurden.

Vermutlich hat deine Apotheke die Medikamente sogar auf Lager.
Diese Medikamente heißen Anthelminthika.

Sie lähmen die Parasiten, sodass dein Körper sie hinaus schwemmt, oder töten sie direkt ab. Die meisten Anthelminthika wirken gegen mehrere Wurmarten.

Damit du dich nicht direkt neu infizierst, wasche alle Handtücher, Unterwäsche und Bettzeug bei mindestens 60 °C durch.

Leidest du an Juckreiz, schneidest du dir am besten die Fingernägel kurz und trägst Baumwollhandschuhe beim Schlafen.

Dadurch verletzt du dich nicht und verteilst keine Wurmeier, wenn es sich doch um Parasiten handeln sollte, die vorzugsweise Menschen befallen.

Um deinen Hund musst du dich natürlich auch kümmern. Wasche seine Decken, entwurme ihn und desinfiziere Flächen, auf die möglicherweise Wurmeier kommen könnten.

Wurmbefall verhindern

Damit es gar nicht erst so weit kommt, verhindert du am besten, dass dich dein Hund mit Würmern ansteckt.

Idealerweise ist er nie unbeaufsichtigt draußen. Auch auf Spaziergängen solltest du immer darauf achten, dass Bello nichts frisst, was er am Wegesrand findet.

Genauso wichtig sind regelmäßige Entwurmungen oder Kotuntersuchungen. Um herauszufinden, wie oft diese stattfinden sollten, stelle dir folgende Fragen:

  • Hat dein Hund Kontakt zu Spielkameraden?
  • Frisst dein Hund fremden Kot?
  • Jagt dein Hund erfolgreich kleine Beutetiere und frisst diese oder gefundene Kadaver?
  • Ist dein Hund manchmal unbeaufsichtigt im Freien?
  • Leben in deinem Haushalt Kleinkinder oder andere gefährdete Personen?
  • Ist dein Hund ein Welpe/Senior oder aus anderen Gründen (chronischen Krankheiten) stärker gefährdet?

Wenn du durchweg mit Nein antworten kannst, reichen eine bis zwei Entwurmungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr aus.

Bei einem bis drei Jas rate ich dir, vierteljährlich zu entwurmen. Stimmst du häufiger zu, spricht das für monatliche Entwurmungen, insbesondere wenn du Kleinkinder im Haus hast.

Sprich in jedem Fall mit deinem Tierarzt über dieses Thema. Zu viele Wurmkuren belasten deinen Hund.

Wenn du möchtest, lasse vorher seinen Kot auf Eier überprüfen. Bedenke dabei jedoch, dass ein negativer Befund nicht heißt, dass dein Hund wurmfrei ist.

Bei einer Kotuntersuchung auf Parasiten wird nur ein kleiner Teil des Stuhls überprüft.

Der Tierarzt kann nicht ausschließen, dass sich außerhalb dieser Probe trotzdem Wurmeier befinden.

Außerdem muss dein Hund nicht bei jedem Stuhlgang Wurmeier oder Wurmfragmente ausscheiden. Er kann trotzdem infiziert sein.

Fazit

Das Zusammenleben mit Hunden birgt leider gewisse Risiken. Eine Wurminfektion ist eines davon.

Glücklicherweise kommt es sehr selten vor, dass sich die Parasiten im Menschen ansiedeln.

Immungeschwächte Personen oder kleine Kinder, die sich alles in den Mund stecken, sind allerdings besonders gefährdet.
Um sie zu schützen, entwurmst du deinen Hund regelmäßig und wäschst seine Decken anschließend.

Achte auch darauf, dass er auf Spaziergängen nichts frisst.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange wirkt eine Wurmkur?

Wurmkuren befreien deinen Hund nur von dem aktuellen Befall. Sie haben keine prophylaktische Wirkung.

Wie erkenne ich Wurmeier im Kot?

Wurmeier erkennst du mit bloßem Auge nicht. Was du im Kot allerdings finden kannst, sind weiße, etwa reiskorngroße Wurmglieder.

Ich habe mich bei meinem Hund mit Würmern angesteckt. Worauf muss ich beim Kontakt mit anderen Menschen achten?

Handelt es sich wirklich um Würmer, die normalerweise Hunde befallen, überträgst du die Krankheit nicht. Natürlich solltest du trotzdem auf normale Hygiene achten.

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