10 Anzeichen, dass dein Hund sich verabschieden will

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Der Tod gehört zum Leben dazu. Wir wissen das schon, wenn wir uns unseren Vierbeiner zulegen. Wird er älter, interpretieren wir oft viel zu viel in seine sich ändernden Verhaltensweisen hinein. Jedes Muskelzittern und Jaulen wird hinterfragt.

Wenn du auch zu dieser Sorte Hundebesitzern gehörst, verstehe mich bitte nicht falsch. Es ist toll, wenn du aufmerksam bist. So kannst du deinem Hund schnell helfen, wenn er Hilfe braucht.

Aber damit du etwas entspannter mit deinem Senior durch den Alltag kommst, lies am besten diesen Artikel. Du erfährst, welche Anzeichen tatsächlich darauf hindeuten können, dass sich dein Hund langsam verabschieden möchte.

#1: Nachlassende Aktivität

Im Alter werden Hunde leistungsschwächer. Gewohnte Gassirunden werden ihnen zu lang und zu Ballspielen lassen sie sich nicht mehr animieren. Das ist normal und gehört zum Älterwerden dazu. Nur weil dein Senior heute nicht vor die Tür möchte, heißt das also noch nicht, dass ihr euch bald verabschieden wollt.

Liegt dein Hund nur noch herum, könnte es sein, dass es demnächst so weit ist. Verlasse dich aber auch darauf nicht blind. Bewegungsunlust kann im Alter mit Arthrose und anderen altersbedingten Erkrankungen zusammenhängen. Hat dein Hund bei jedem Schritt Schmerzen, vermeidet er Bewegung natürlich wo es geht.

Übrigens kann auch plötzliche Bewegungslust auf ein nahes Ende deuten. Im Sterbeprozess blühen Hunde scheinbar auf, wollen raus und so viel wie möglich laufen. Gerade nach einer sehr ruhigen Phase, in der dein Hund kaum aufstehen wollte und auch der Napf voll blieb, deutet das auf einen Abschied hin.

#2: Futterverweigerung

Hunde lassen ihren Napf immer wieder mal unangetastet. Das ist nicht unbedingt ein Anzeichen für ihren Abschied. Speziell alten Hunden vergeht schnell der Appetit, beispielsweise wenn sie sich einen Infekt eingefangen haben. Verweigert dein Hund aber sowohl Futter als auch Leckerlis und Wasser, solltest du hellhörig werden.

Die völlige Futterverweigerung gehört zum natürlichen Sterbeprozess bei Hunden. Warum die Tiere in der ersten Phase des Sterbens keine Nahrung zu sich nehmen, wissen wir nicht genau. Manche Forscher gehen davon aus, dass das Tier keine Energie verschwenden möchte, denn es würde sie ohnehin nicht mehr verbrauchen.

Ich sehe darin eher eine Reaktion auf den beginnenden Abbau und damit verbundenen Stress. Unter starkem Stress vergessen wir auch gerne das Essen. Ein Hund weiß vielleicht nicht, dass er stirbt, aber er spürt doch, dass etwas nicht stimmt.

Völlige Futterverweigerung bei alten Hunden kann also darauf hindeuten, dass dein Hund bald stirbt. Ebenso möglich ist aber, dass er einfach nur krank ist.

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#3: Körperlicher Abbau

Im Alter bauen Hunde Muskeln ab. Das hängt mit einem veränderten Stoffwechsel zusammen. Dadurch fällt der Muskelabbau leichter und der -aufbau umso schwerer. Soll heißen, dass dein Hund, auch wenn er sich genauso viel bewegt wie immer, trotzdem als Senior Muskeln verlieren wird.

Diesen körperlichen Abbau sieht man alten Hunden an. Sie wirken eingefallen. Speziell an der Hüfte und den Schultern ist das erkennbar. Das allein ist aber noch kein Anzeichen für ein baldiges Ende.

Der körperliche Abbau greift in alle Bereiche ein. In den Wochen oder wenigen Monaten vor seinem Tod wird dein Hund anfälliger für Krankheiten sein. Außerdem könnte er

  • schlechter Luft bekommen,
  • deutlich weniger belastbar sein oder
  • Probleme beim Laufen haben/ständig wegknicken.

Werte diesen Abbau aber nicht zwingend als sicheren Anzeichen, dass es zu Ende geht. Nimm solche Symptome immer ernst und lasse deinen Hund untersuchen. Sie können alle auch auf ein behandelbares, gesundheitliches Problem hindeuten.

#4: Erhöhtes Schlafbedürfnis

Hunde haben ein sehr unterschiedliches Schlafbedürfnis. Manche bewegen sich nur aus ihrem Bett, wenn sie müssen. Andere sind auch im hohen Alter noch total aktiv. Unter anderem spielt hier die Rasse des Hundes eine Rolle. Ungeachtet der Rasse erhöht sich aber das Schlafbedürfnis der meisten Hunde im Alter.



Im Schnitt sagt man, dass Seniorhunde täglich 20 bis 22 Stunden Schlaf brauchen. Einen guten Teil davon verbringen sie aber nur dösend oder ruhend und schlafen nicht tief und fest. Zudem solltest du eher darauf achten, ob sich etwas am Schlafbedürfnis deines Hundes verändert. Schläft er plötzlich mehr, verlangt das Alter vermutlich langsam seinen Tribut.

Vermehrtes Schlafen ist kein sicheres Anzeichen dafür, dass dein Hund bald stirbt. Behalte das Verhalten aber im Auge und lasse auch behandelbare Ursachen ausschließen.

Ebenso solltest du aufhorchen, wenn dein Hund plötzlich aktiver wird. Das kann mit Demenz zusammenhängen. Demente Hunde werden rastlos und wandern auch nachts ohne Pause oder Ziel durch ihr Zuhause. Auch in der zweiten Sterbephase werden Hunde plötzlich sehr aktiv.

#5: Verhaltensveränderungen

Kurz vor ihrem Tod machen manche Hunde starke Verhaltensänderungen durch. Das kann mit fortschreitender Demenz zusammenhängen. Je älter ein Hund wird, desto höher ist sein Risiko, daran zu erkranken.

Zu dem, zugegeben, wenig überraschenden Schluss kam auch die Studie von Stanislav Katina und weiteren Forschern.

Die ersten Hinweise auf die Krankheit sind leicht zu übersehen. Oder Hundehalter schieben sie auf typische Vergesslichkeit oder Wunderlichkeit, die im Alter kommen sollen. Auch wenn bei deinem Seniorhund keine Demenz bekannt ist, ist es also gut möglich, dass er daran leidet.

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Die Verhaltensänderungen können sich unterschiedlich äußern. Manche Hunde

  • werden aggressiv,
  • jaulen oder bellen anhaltend oder
  • fressen plötzlich Gegenstände, bzw. kauen daran.

Diese Verhaltensänderungen können auch auf Schmerzen deuten. Ein Hund mit starken Rückenschmerzen reagiert möglicherweise aggressiv, wenn er dort angefasst wird. Lasse diese Veränderungen daher immer tierärztlich untersuchen. Sie deuten nicht sicher auf einen beginnenden Sterbeprozess.

#6: Anhänglichkeit oder Distanz

Dieser Punkt ist eine weitere Verhaltensänderung, die völlig gegenteilig ablaufen kann. Hierbei kommt es nicht nur auf euer Verhältnis an, sondern auch auf den Charakter deines Hundes. Manche werden in den Wochen vor ihrem Tod sehr anhänglich. Andere nehmen kaum noch am Familienleben teil.

Beides ist hierbei völlig ok, auch wenn die Distanz für dich sicher schwieriger zu ertragen ist. Wichtig ist gerade in erster Linie, was deinem Hund hilft. Sterben ist anstrengend. Braucht dein Hund dafür Ruhe, musst du sie ihm zugestehen. Natürlich sollst du ihn nicht ignorieren oder völlig allein lassen.

Schaue immer wieder nach ihm, sprich mit ihm, streichle ihn, wenn er das möchte. Zeige ihm, dass du da bist, wenn er dich braucht. Aber hole ihn nicht gegen seinen Willen von dem Ort weg, den er sich ausgesucht hat.

#7: Kontrollverlust über Körperfunktionen

Im Zusammenhang mit anderen Symptomen ist der Kontrollverlust über die Schließmuskulatur ein sehr sicheres Anzeichen. Ja, Hunde können im Alter eine schwache Blase bekommen und auch im Schlaf mal ein wenig Urin verlieren. In seinen eigenen Hinterlassenschaften liegen bleibt ein Hund aber nur, wenn er nicht mehr anders kann.

Ist dein Hund

  • kaum ansprechbar,
  • kann nicht mehr aufstehen und/oder
  • krampft,

ist der zusätzlich unkontrollierte Verlust von Kot und Urin ein sehr sicheres Anzeichen für sein baldiges Ende.

#8: Flache Atmung

Stirbt ein Hund, verändert sich seine Atmung. Das kann mit unentdeckten gesundheitlichen Problemen zusammenhängen. Kurz vor dem Ende wird die Atmung aber auch unabhängig davon anders.

Ein sterbender Hund atmet flacher oder zieht plötzlich und tief die Luft ein. Ähnlich wie wenn man aus dem Wasser auftaucht und so viel Luft wie möglich holen möchte. In diesem Zustand sind die Tiere meistens schon nicht mehr ansprechbar.

Schiebe eine veränderte Atmung aber nicht einfach so auf das baldige Ende deines Hundes. Sie kann viele Gründe haben und sollte unbedingt untersucht werden. Vielleicht macht dein Hund nur einen Infekt durch oder leidet an Herzproblemen. Diese können ihn so anstrengen, dass sich das in seiner Atmung zeigt.

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#9: Leerer Blick

Ein Hund, der seinen letzten Weg begonnen hat, nimmt nicht mehr viel von seiner Umgebung war. Deswegen wirkt sein Blick auf uns leer. Er scheint nichts mehr zu fokussieren, schaut einfach nur noch in die Ferne. Er folgt auch seinem Besitzer nicht mit seinem Blick, wenn dieser an ihm vorbeigeht.

Werte so einen leeren Blick aber bloß nicht als sicheres Anzeichen für einen drohenden Abschied. Viele Hunde leiden im Alter an Grauem Star oder anderen Augenerkrankungen. Beispielsweise kann unbehandelter oder schlecht eingestellter Bluthochdruck über längere Zeit zur Erblindung führen.

Grauer Star ist bei über 100 Hunderassen als erblich bedingte Augenerkrankung bekannt. Wie du in der Doktorarbeit von Shirin Hertslet nachlesen kannst, sind unter anderem Retriever, Huskys und britische Hütehunde besonders betroffen. Im fortgeschrittenen Stadium kann dein Hund kaum noch etwas sehen.

Auch dann würde dein Hund nichts mehr anvisieren können. Blindheit allein führt aber natürlich nicht zum Tod.

#10: Krämpfe

Zu Krämpfen kommt es aus ganz ungefährlichen Gründen. Mal liegt ein leichter Mangel an Mineralien vor oder die Durchblutung ist gestört. Auch nach Überanstrengung kann dein Hund mal einen leichten Krampf bekommen.

Wenn wir uns ansehen, was kurz vor dem Tod passiert, sprechen wir jedoch von generalisierten Krampfanfällen.

Solche Krampfanfälle gehören zum natürlichen Sterbeprozess dazu. Ausgelöst werden sie vermutlich durch nachlassende Gehirnfunktionen und sich anreichernde Abfallstoffe im Körper. Dabei wird der Körper deines Hundes steif und er kann nicht mehr laufen.

So ein Krampfanfall sollte nach wenigen Minuten vorbei sein. Anschließend würde ich dir dringend empfehlen, zum Tierarzt zu gehen. Hat der Anfall nichts mit dem baldigen Abschied deines Vierbeiners zu tun, hängt er vielleicht mit Epilepsie zusammen. Dann bräuchte dein Hund Medikamente, um weitere Anfälle zu verhindern.

Fazit

Das baldige Ableben lässt sich bei Hunden gar nicht so leicht erkennen. Zwar gibt es viele Hinweise, die darauf deuten können, aber diese sind nicht eindeutig. Viele können ebenso normale Krankheitssymptome sein.

Gerate also nicht in Panik, wenn dein Hund einige der hier beschriebenen Verhaltensweisen zeigt. Betrachte immer das Gesamtbild und lasse deinen Hund von deinem Tierarzt untersuchen. Auch alten Hunden kann man in vielen Fällen helfen.

Und wenn es nur noch darum geht, ihren letzten Weg zu erleichtern. Bei Atemnot oder Krampfanfällen ist eine Euthanasie meistens die bessere Wahl.

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