Mastin Espanol

Mastin Espanol (spanischer Mastiff)

Hier kommt ein fröhliches, äußerst liebenswertes Kraftpaket. Der „Mastín Español“ hilft seinen Menschen bereits seit dem 12. Jahrhundert beim Hüten von Tierherden und ist auch zu Hause ein sehr guter Wachhund.

Leider eilt dem kinderlieben Vierbeiner aufgrund seiner Statur ein gewisser Ruf voraus, für welchen er überhaupt nichts kann.

Bösartige Menschen drillen Hunde seiner Art seit vielen Jahren regelmäßig zu sogenannten Kampfhunden, welche sich gegenseitig zur „Belustigung“ zerfleischen sollen.

Steckbrief

Rasse: Mastín Español
Deutsche Bezeichnung:Spanischer Mastiff
Herkunft:Spanien
Größe:Rüden 77 bis 88 cm, Hündinnen 72 bis 88 cm
Gewicht:55 – 70 kg
Lebenserwartung:10 – 12 Jahre
Fellänge:mittellang
Fellfarbe:Schwarz, Rot, Hellbraun, Blau, Grau, Golden, mehrfarbig
Aufgaben:Der Mastiff dient seit langem als Herdenschutz- und Wachhund. Weiterhin lebt er als Haushund.
Listenhund:Ja (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen)
FCI Gruppe:Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
FCI Sektion:Sektion 2.2: Berghunde
FCI Standard:91
FCI Rasse-Standards:Zum PDF

Geschichte der Rasse

Welche spezifischen Rassen zu den Vorfahren des Mastín Españols zählen, ist ungewiss. Es ist jedoch klar, dass bereits jene Rassen jede Menge Ausdauer, Kraft und Bewegungsfreude besaßen.

Höchstwahrscheinlich waren seine Vorgänger größere Hunderassen, welche bereits vor rund 2000 Jahren von den Griechen und den Phönizien nach Spanien importiert wurden.

Schon im 12. Jahrhundert diente der Mastín Español seinen Menschen zum Hüten von Tierherden und als kompetenter Wachhund.

Diese Aufgaben erfüllt das gutmütige Kraftpaket teilweise bis heute. So beschützt er die Herden vor Wölfen und Viehdieben. Gelegentlich nimmt er es sogar mit einem Bären auf.

Mastin Espanol (spanischer Mastiff) steht auf einer Wiese

Ganz besonders bei Wanderschäfern machten sich die intelligenten Hunde einen Namen. Aber auch als reiner Familienhund fühlt er sich äußerst wohl und Kinder zählen zu seinen besten Freunden.

Die Rasse des Mastín Español steht in Deutschland in einigen Bundesländern auf der Liste der „potentiell gefährlichen Hunderassen“.

Auch in Österreich und in der Schweiz wird er dort aufgeführt. Schuld ist sein kräftiger Körperbau, seine Größe und sein kräftiger Kiefer, welche bereits einige Menschen dazu veranlasste, ihn als Kampfhund zu missbrauchen.

Leider wird er noch immer häufig bei illegalen Hundekämpfen eingesetzt. Dabei ist der Mastín Español alles andere als ein gefährlicher und bösartiger Kampfhund. Sogar ganz im Gegenteil.

Am 13.11.1954 nahm ihn die FCI in ihre Liste auf und erklärte ihn zur offiziellen Hunderasse ohne Arbeitsprüfung.

Mastin Español: Informationen zur Rasse

Charaktereigenschaften

Seine leicht einschüchterne Art ist dem spanischen Vierbeiner durchaus bewusst. Allerdings nutzt er diese nicht etwa zur Boshaftigkeit, sondern verdeutlicht sie höchstens durch einen gefestigten Charakter.

Er hat es gar nicht nötig, sich aufzuspielen oder sich zu beweisen. Es sei denn es ist tatsächlich Gefahr in Sicht, zum Beispiel ein Wolf, welcher seine Schafherde angreifen will.

Welpe eines Mastin Espanol (spanischer Mastiff) steht auf einer Wiese

In diesem Fall mutiert der Mastín Español zum waschechten Beschützer und zeigt dem Angreifer, wo es lang geht.

Bei seinen Menschen findet er weiterhin Verwendung als Wachhund. Allerdings würde er einen Eindringling niemals grundlos angreifen, sondern verteidigt sein Revier lediglich durch tiefes Bellen. Er kann sehr gut einschätzen, wann sein Einsatz gefragt ist.

Seiner Familie gegenüber ist er lieb, anhänglich, ausgeglichen und eher ruhig. Es gibt nichts Schöneres für den Mastín Español, als friedlich auf seiner Decke zu liegen und sein wohlverdientes Nickerchen zu halten.

Er liebt das Spiel mit Kindern und kommt bei angemessener Sozialisierung auch mit recht kleinen Kindern aus.

Trotzdem sollte man ihn mit kleineren Kindern niemals ganz alleine lassen, da diese oftmals die körperlichen Gegebenheiten des kräftigen Hundes unterschätzen. Auch ein gutmütiger Riese hat gewisse Grenzen.

Bei seiner Erziehung darf er niemals überfordert werden, da er andernfalls sehr schnell auf stur schaltet. Erfolgt diese durch eine erfahrene Hand, so gilt der Mastín Español als äußerst lernwillig und macht schnelle Fortschritte.

Da seine Erziehung sehr anspruchsvoll und wichtig für sein späteres Leben ist, ist er für Anfänger nicht wirklich geeignet.

Erscheinungsbild

Der kräftige Mastín Español zählt zur Kategorie der „großen Hunderassen“.

Rüden erreichen eine Schulterhöhe bis zu 88 cm, was gelegentlich sogar Hündinnen schaffen. Diese sind jedoch meist etwas kleiner und leichter. Es gibt sogar Ausnahmen, welche bis zu 100 cm groß werden können. Das Gewicht der Vierbeiner liegt zwischen 55 und 70 kg.

Optisch wirkt das Kraftpaket wie ein leicht korpulenter Teddybär. Seine Haut ist dick und hängt an einigen Stellen herunter, wie zum Beispiel unter seinem Kopf.

Mastin Espanol (spanischer Mastiff) schaut in die Kamera

Seine Schnauze ist üppig, seine Schlappohren sind relativ klein. Die kräftige Rute reicht fast bis zum Boden.

Der Spanier setzt seinen kräftigen Körper wohlgemerkt in Szene. Das Wort Schüchternheit kennt er nicht und tritt sehr selbstbewusst auf. Er weiß durchaus, was er zu bieten hat.

Allerdings verfügt er über einen sanften Charakter und ist bei richtiger Erziehung niemals aggressiv. Gelegentlich macht der leidenschaftliche Faulenzer sogar einen etwas tollpatschigen Eindruck. Sein verträumter und treuherziger Blick unterstreicht diese Erscheinung.

Das Fell ist kurz und verfügt über eine dichte Unterwolle. Zu Zeiten des Fellwechsels verliert er regelmäßig viele Haare. Das Fell kommt in den verschiedensten Farben und Mischungen vor.

Haltung und Pflege

Dieser riesige Vierbeiner ist für die Haltung in einer kleinen Stadtwohnung nicht gut geeignet. Menschen, welche dagegen über ein Haus mit großem Garten verfügen, könnten über eine Adoption des Vierbeiners nachdenken. Natürlich nur, wenn sie bereits Erfahrung mit Hunden gesammelt und auch regelmäßig Zeit für ihn haben.

Auf keinen Fall sollte er täglich mehrere Stunden alleine bleiben. Und natürlich dürfen auch seine täglichen Spaziergänge nicht fehlen.

Welpe eines Mastin Espanol (spanischer Mastiff) steht unter einem Baum

Seine Erziehung ist selbst für Menschen mit Hundeerfahrung eine enorme Herausforderung. Wer einen Hund erwartet, welcher stets auf Kommando hört, sollte sich keinen Mastín Español anschaffen.

Auch wenn dieser noch so gut erzogen wurde, wird er doch immer seinen eigenen Kopf behalten.

Was seine Ernährung angeht, so muss diese genau im Blick behalten werden. Hunde der Gattung Mastín Español, neigen zu einer recht schnellen Gewichtszunahme.

Die Pflege ist unkompliziert und gelegentliches Bürsten reicht vollkommen aus.

Und wie bei allen Hunden, darf natürlich auch hier der passende Tierarzt nicht fehlen.

Züchter

Inzwischen wird die Rasse „Mastín Español“ nicht mehr nur in Spanien, sondern auch in anderen Ländern gezüchtet. So auch in Deutschland.

Seriöse Züchter werden künftige Besitzer noch weiter über das freundliche Kraftpaket aufklären und Tipps für seine Haltung geben. Mögliche Anlaufstellen sind hier zu finden:

www.vdh.de/welpen/zuechter?id=318

www.protector-del-rebano.de/

clubfuermolosser.org/Unsere-Zuechter/Mastin-Espanyol