Mein Hund hat abends Angst raus zu gehen: 4 Tipps

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Gehörst du auch zu den Leuten, die die lange Dunkelheit im Winter stört? Ich kann es jedes Jahr kaum abwarten, dass es endlich wieder länger hell bleibt. Im Dezember findet schließlich oft schon der Nachmittagsspaziergang im Dunkeln statt.

Manche Hunde scheinen da eine ähnliche Abneigung zu spüren. „Im Dunkeln rausgehen? Nee, ohne mich“, wollen sie wohl sagen, wenn du eigentlich mit ihnen spazieren gehen möchtest.

Kann ein Hund tatsächlich Angst im Dunkeln haben? Woher kommt die Angst? Wie wird dein Hund sie wieder los? Und was gibt es bei Spaziergängen im Dunkeln noch zu beachten? Lies weiter für die Antworten.

Hund hat abends Angst rauszugehen: Auf den Punkt gebracht

Hunde fürchten sich bei eingeschränkter Sehfähigkeit oder durch unbekannte Geräusche im Dunkeln. Zusätzlich spiegeln sie die Gefühle ihres Besitzers oder verbinden die Dunkelheit mit schlechten Erfahrungen.

Weil kein Hund im Winter 18 Stunden am Stück einhalten kann, müsst ihr trainieren. Mit viel Futter und Gelassenheit wird dein Hund langsam mutiger.

❓ Kann ein Hund Angst im Dunkeln haben?

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Ja, das ist möglich, obwohl Hunde nachts besser sehen können als wir. Sie besitzen eine reflektierende Schicht im Auge, das Tapetum cellulosum lucidum. Diese Schicht sorgt dafür, dass einfallendes Licht zweimal die Netzhaut passiert. Für deinen Hund erscheint es also heller.

Den Effekt des Tapetum kannst du sogar sehen. Kommt dir dein Hund abends im Dunkeln entgegen, ist dir sicher schon mal aufgefallen, dass seine Augen leuchten. Genau diesen Leuchteffekt ermöglicht das Tapetum. Mehr über das Tapetum cellulosum lucidum erfährst du auf der Seite von DocCheck Flexikon.

Aber selbst, wenn es für deinen Hund nachts heller ist, können ihm Spaziergänge Angst machen. Sein Charakter spielt eine große Rolle. Dominante Hunde sehen sich eher in der Rolle des Beschützers. Auch sie haben möglicherweise Angst, zeigen dieser aber nicht so.

Manchen Hunden machen Dunkelheit und die gruseligen Geräusche der Nacht unabhängig von ihrem Charakter gar nichts aus.

Lies auch >> Brauchen Hunde nachts Licht?  5 Gründe für ein Nachtlicht

Woher kommt die Angst im Dunkeln?

Hunde können also Angst im Dunkeln haben. Die Gründe dafür sind auffällig vielfältig. Es geht hier nicht nur um nachlassende Sinne. Auch dein Auftreten als Halter ist für deinen Hund von großer Bedeutung.

Insgesamt kommen folgende 5 Ursachen für die Angst im Dunkeln infrage:

  1. Stimmungsübertragung von dir auf deinen Hund
  2. die Geräusche der Nacht
  3. Angst vor dem Unbekannten
  4. schlechte Sehfähigkeit
  5. schlechte Erfahrungen

🔍 Ursache #1: Stimmungsübertragung

Als echte Rudeltiere ist es Hunden wichtig, die Gefühlswelt ihrer Menschen zu kennen. Das ist auch bei Wölfen entscheidend. Nur, wer sich gegenseitig versteht, kann erfolgreich miteinander jagen.

Hunde verstehen aber nicht nur anhand unserer Mimik, Gestik, Stimme und unseres Geruchs, wie es uns geht. Sie orientieren sich auch an unserer Stimmung und nehmen diese selbst an. Das kannst du auch in dieser Studie von Charlotte Duranton, Thierry Bedossa und Florence Gaunet nachlesen.

Vor allem in Situationen, die ihm unbekannt sind, ist für deinen Hund wichtig, wie es dir dabei geht. Er rückversichert sich bei dir. Kommt ihm eine Situation bedrohlich vor, aber du bist völlig entspannt, überträgst du diese Entspannung auf deinen Vierbeiner.

Das funktioniert natürlich nicht zu 100 %, kann deinem Hund aber in Maßen die Anspannung nehmen. Ob die Angst im Dunkeln daherkommt, dass du bei nächtlichen Spaziergängen angespannt bist, lässt sich leicht herausfinden. Horche in dich hinein.

Wie geht es dir, wenn du im Dunkeln mit deinem Vierbeiner nochmal rausmusst? Um sicherzugehen, lasse ein Familienmitglied, das sich im Dunkeln wohler fühlt, abends spazieren gehen. Reagiert dein Hund jetzt anders, waren deine negativen Gefühle ausschlaggebend für seine Angst.

🔍 Ursache #2: Geräusche

Hunde sehen nicht nur besser als wir, sie haben auch ein viel feineres Gehör. Nachts kann sie genau das aber auch ängstigen.

Sie sehen zwar besser, das bedeutet aber nicht, dass sie im Dunkeln alles genauso wahrnehmen können, wie im Hellen. Die Nacht verschluckt auch für unsere Hunde einige Reize. Geräusche lassen sich daher nicht so einfach zuordnen. Eine wichtige Rolle spielen hierbei auch Gebäude und andere Hindernisse, die den Schall verändern.

Das Geräusch kommt möglicherweise gar nicht aus der Richtung, aus der es aufs Hundeohr trifft. Am Tag würde das deinem Vierbeiner schnell auffallen. Nachts hat er damit möglicherweise mehr Probleme.

🔍 Ursache #3: Angst vor dem Unbekannten

Einige Hunde fürchten sich grundsätzlich vor allem, was sie nicht kennen. Das ist im Grunde eine gesunde Einstellung. Schließlich können sie sich nie sicher sein, ob von diesem Unbekannten eine Gefahr ausgeht.

Ist dein Hund selten im Dunkeln draußen, macht ihm also vielleicht allein dieser Umstand Angst. Hinzu kommen andere Geräusche bei Nacht und flackernde Straßenlaternen. Daran muss sich dein Hund erstmal gewöhnen.

🔍 Ursache #4: Schlechte Sehfähigkeit

Im Alter leiden viele Hunde an einem Verlust ihrer Sehfähigkeit. Aber auch unabhängig davon können viele Vierbeiner schlecht sehen. Im Dunkeln schränkt sie das besonders ein. Wenn sie nicht sehen können, wo sie hintreten, weigern sie sich eher, rauszugehen.

Verständlich, ich würde mich auch nicht wohlfühlen, wenn ich den Boden, auf dem ich gehe, nicht sehen kann. Eine schlechte Sehfähigkeit erkennst du bei deinem Hund daran, dass er sich an fremden Orten sehr vorsichtig bewegt.

Eventuell stößt er sich bei wenig Licht hin und wieder an Möbeln oder läuft sogar gegen Wände. Im Alter fällt dir außerdem eine milchige Linse in seinem Auge auf.

🔍 Ursache #5: Schlechte Erfahrungen

Schlechte Erfahrungen verknüpfen unsere Vierbeiner besonders schnell. Sie wollen um jeden Preis vermeiden, dass es noch einmal dazu kommt. Hatte dein Hund das Pech, mehrmals schlechte Erfahrungen bei Nacht zu sammeln, verweigert er nun vielleicht Spaziergänge im Dunkeln.

Diese Erfahrungen können beispielsweise Schreckmomente sein. Ein plötzlich losfliegender Vogel oder eine Katze, die aus einer Hecke heraus nach deinem Hund schlägt, jagen ihm im Dunkeln ordentliche Schrecken ein.

Auch Silvesterfeuerwerk, Autogehupe und quietschende Reifen wirken bei Nacht besonders bedrohlich. Kommt es innerhalb kurzer Zeit mehrmals zu solchen Vorfällen, verknüpft sie dein Hund möglicherweise mit der Dunkelheit.

Entsprechend hat er dann kein Interesse mehr daran, abends rauszugehen.

4 Tipps wie du deinem Hund helfen kannst

Gerade in der kalten Jahreshälfte ist es kaum möglich, nur im Hellen vor die Tür zu gehen. Schließlich wird es bereits gegen 16 Uhr wieder spürbar dunkel. Bis zum nächsten Morgen kann kaum ein Hund einhalten. Ihr müsst raus.

Also müsst ihr die Angst überwinden. Wie ihr das schafft, erfährst du in den folgenden Unterpunkten.

💡 Tipp #1: Beginne mit kleinen Runden

Um deinen Hund langsam an die Dunkelheit zu gewöhnen, solltest du mit kleinen Gassirunden anfangen. Zu Beginn kann es schon ein Fortschritt sein, wenn dein Hund mit dir vor dir Tür geht. Tastet euch langsam voran. Es darf ruhig ein paar Tage dauern, bis ihr euer Grundstück verlasst.

Wähle dann gut ausgeleuchtete Strecken, damit es nicht zu bedrohlich ist. Steigere die Strecke langsam und achte immer darauf, wie es deinem Hund geht. Sprich dabei ruhig mit ihm. Nimm eventuell weitere Personen oder Hunde mit.

In großer Gruppe hat dein Vierbeiner sicher weniger Angst.

💡 Tipp #2: Füttere die Situation schön

Im Hundetraining läuft so gut wie alles über Futter. Eine bessere Belohnung gibt es für die meisten Hunde kaum. Streicheln, ein gequietschtes „Feiiiiin“ und auch Ballspiele hinterlassen keinen so bleibenden Eindruck wie etwas Leberwurst oder getrocknetes Hühnchen.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass Trainingsfortschritt solange möglich ist, wie dein Hund Futter annimmt. Ist dein Hund dafür zu angespannt, musst du also kleinschrittiger beginnen. Sobald dein Vierbeiner das Futter nimmt, hast du schon so gut wie gewonnen.

Leidet dein Hund unter starker Angst im Dunkeln, ist es gar kein Problem, wenn er sein gesamtes Abendessen auf eurem Abendspaziergang bekommt. Belohne Anfangs ruhig jeden Schritt. Später kannst du ihn auch mit Sprache und Streicheln loben.

Futter sollte er zwischendurch weiterhin bekommen.

💡 Tipp #3: Licht

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Vielleicht hast du schon mal einen Hund mit einer Taschenlampe gesehen. Manche Geschirre haben an der Seite eine extra Halterung dafür. Dein Hund trägt sein Licht dann selbst. Dreht er sich, dreht sich sein Licht automatisch mit. Du musst also nicht darauf achten, in seine Richtung zu leuchten.

Das passiert von selbst. So eine kleine Taschenlampe erleuchtet natürlich nicht die gesamte Umgebung deines Hundes. Aber sie sorgt zumindest dafür, dass dein Vierbeiner den Weg, der direkt vor ihm liegt, sehen kann. Das schenkt ihm etwas Sicherheit.

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💡 Tipp #4: Strahle Gelassenheit aus

Da sich dein Hund an deiner Gefühlslage orientiert, ist diese auch im Training wichtig. Du selbst musst ebenfalls deine Angst vor der Dunkelheit überwinden. Ansonsten wirst du deinen Hund immer wieder daran erinnern, dass der abendliche Spaziergang eben doch bedrohlich ist.

Versuche, so gelassen und selbstbewusst aufzutreten, wie es geht. Das wird von selbst dafür sorgen, dass deine Anspannung etwas verfliegt. Mehr Tipps, wie du deinem Hund Sicherheit im Dunkeln vermitteln kannst, findest du in diesem Video.

Sicherheit im Dunkeln vermitteln - was wenn der Hund Angst hat - TGH 232

Worauf du im Dunkeln noch achten solltest

Damit ihr euren abendlichen Spaziergang ohne Angst genießen könnt, habe ich weitere Tipps parat.

✔️ Sorge dafür, dass man deinen Hund sieht

Denke an die schlechten Menschenaugen. Einen schwarzen Labbi können die bei Nacht kaum wahrnehmen. Sorge also dafür, dass jeder, der mit dir bei Nacht draußen unterwegs ist, deinen Hund sehen kann.

Dafür hast du viele Möglichkeiten. Die Taschenlampe am Geschirr ist eine. Es gibt auch sogenannte Leuchtis. Das sind leuchtende Halsbänder, die extra für Spaziergänge im Dunkeln gedacht sind. Sie strahlen kein zu starkes Licht aus, sodass sie niemanden blenden.

Es gibt sie auch in verschiedenen Farben, damit du deine Hunde auseinanderhalten kannst. Bringe zusätzlich Reflektoren am Hundegeschirr an und besorge dir eine Leine, die Licht reflektiert. So könnt ihr nicht mehr übersehen werden.

✔️ Gehe nur an kurzer Leine spazieren

Bei Nacht ist es besonders wichtig, dass du deinen Hund unter Kontrolle hältst. Gerade wenn er ängstlich ist, könnte er sich ansonsten so erschrecken, dass er ausbüxen will. Fünf Meter Schleppleine lassen sich viel schlechter halten als ein Meter.

Die kurze Leine hat aber noch mehr Aufgaben. Sie verhindert, dass dein Hund vor Autos springt oder hinter einer Kurve verschwindet. Im schlimmsten Fall liegt dort ein Giftköder, den dein Vierbeiner jetzt in aller Ruhe auffressen kann.

✔️ Gehe keine unbekannten Wege

Unbekanntes kann Angst machen. Außerdem kennst du auf fremden Wegen die Gefahrenquellen nicht. Im Dunkeln fällt es schwerer, diese rechtzeitig zu erkennen. Dein Hund könnte in Schlaglöcher oder Scherben treten.

Manchmal haben fiese auch einen Stammplatz, von dem aus sie die Nachbarschaft terrorisieren. Wähle daher nachts nur Wege, die ihr beide gut kennt und die gut ausgeleuchtet sind.

Mein Hund hat Angst abends raus zu gehen: Das Fazit

Der Nachfahre des furchtlosen Wolfes, der bei Nacht die Wälder durchstreift, kann also Angst im Dunkeln haben. Tja, offenbar gibt es nichts, was es nicht gibt. Zumal die Angst vor der Dunkelheit bei unseren Hunden häufig erst durch die Angespanntheit ihrer Besitzer entsteht.

Wie so oft bist du als Halter in der Pflicht, deinem Hund zu helfen. Die Alternative kann nicht sein, dass ihr einfach nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr das Haus verlasst.

Die Lösung heißt also Training. Bei Angst ist es besonders wichtig, dass du behutsam mit deinem Vierbeiner umgehst. Jeder Schritt in der Dunkelheit ist ein Erfolg.

Häufig gestellte Fragen

Was tun, wenn der Hund Angst hat, rauszugehen?

Strahle Sicherheit und Ruhe aus, an der sich dein Hund orientieren kann. Belohne deinen Hund für jeden Fortschritt mit Futter und arbeite langsam an dem Problem.

Was bedeutet es, wenn der Hund abends nicht mehr Gassi gehen will?

Möglicherweise macht ihm etwas in der Dunkelheit Angst oder er fürchtet sich vor den unbekannten Geräuschen. Auch schlechte Erfahrungen, die dein Hund bei nächtlichen Spaziergängen machen musste, spielen mit rein.

Wie viele Stunden hält ein Hund ohne Gassi gehen aus?

Nachts schaffen die meisten Hunde problemlos acht Stunden, einige halten auch zehn Stunden ein. Mehr solltest du deinem Hund aber nicht zumuten, da ansonsten seine Nieren und seine Blase leiden können.

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