Schafpudel

Schafpudel im Wald
TravelKiwis / Shutterstock.com

Dieses zottelige Bübchen hat im Gegensatz zu seinem Namen eigentlich gar nicht direkt etwas mit einem Pudel zu tun. Es wird zwar eine Verwandtschaft vermutet, bestätigt wurde dies jedoch nie.

Dafür hat er aber sehr viel mit Schafen zutun, welche er seit vielen vielen Jahren mit seinem Leben beschützt.

Ein äußerst disziplinierter Vierbeiner.

Rasse: Schafpudel
Herkunft:Deutschland
Größe:Rüden 50 bis 60 cm, Hündinnen 45 bis 55 cm
Gewicht:17 – 25 kg
Lebenserwartung:5 – 7 Jahre
Fellänge:Lang
Fellfarbe:Einfarbig, weiß, hellweizenfarbig, braun, grau, schwarz
Aufgaben:Der Schafpudel wurde vermehrt als Hütehund für Schafherden eingesetzt, lebt jedoch auch als Familienhund.
Listenhund:Nein
FCI Gruppe:Nicht von der FCI anerkannte Hunderasse

Geschichte der Rasse

Schon sehr früh wurde eine Hunderasse, welche sehr stark an den Schafpudel erinnert, in diversen Schriften beschrieben.

Diese gehen bis ins antike Zeitalter zurück. Eine direkte Verwandtschaft zum „Pudel“ wird vermutet, konnte jedoch niemals eindeutig nachgewiesen werden.

Schafpudel rennt durch den Schnee
Merel van Kooten, Schafpudel in de sneeuw, CC BY-SA 3.0

Der Schafpudel gehört zu den Altdeutschen Hütehunden, welche schon sehr früh damit beauftragt wurden, die Schafherden ihrer Herren zu bewachen.

Und in dieser Aufgabe blühte das sportliche Kerlchen mit dem zotteligen Fell auch stets auf.

Es gab niemals gezielte Züchtungen, welche sich auf einen eindeutigen Standard dieser Rasse konzentrierte. Es gibt ganz verschiedene Typen seiner Art, welche sich auch optisch voneinander unterscheiden.

Aufgrund dessen wurde er auch niemals von der FCI offiziell anerkannt.

Schafpudel spielt im Wald
Merel van Kooten, Schafpudel.1, CC BY-SA 3.0

Im Jahr 1927 wurde der „Verein für bodenständige Hütehunde“ vom Tierarzt W. Wieland und einigen anderen Männern gegründet.

Der Verein begann die verschiedenen Typen des Schafpudels etwas übersichtlicher zu kategorisieren.

Hierzu zählten die drei Typen:

  • Typ 1: Weißer, zotthaariger Pommerscher, auch genannt „Schäferpudel“, welcher dem ungarischen Komondor stark ähnelt.
  • Typ 2: Weißer schlichthaariger Pommerscher, welcher Gemeinsamkeiten mit dem ungarischen Kuvasz besitzt.
  • Typ 3: Schlicht langhaariger oder kraushaariger Hütehund, welcher optisch an den Skye Terrier erinnert.
Schafpudel steht auf einer Wiese
Renate Heer, Schafpudel 1, CC BY-SA 3.0

Mittlerweise ist der Bestand des Schafpudels stark zurückgegangen und diverse Züchter sind darum bemüht, den Erhalt seiner inzwischen seltenen Rasse zu gewährleisten.

Bis heute wird er bevorzugt als Hütehund für Schafherden eingesetzt, fand über die Jahre jedoch auch häufig sein Körbchen als reiner Familienhund.

Ein ganzheitliches Schafpudel-Zuchtkonzept • Mechthild Jennissen-Tibbe • Saxony⁵ Woche 2019

Charaktereigenschaften

Der Schafpudel strotzt nur so vor Energie und ist ein echtes Arbeitstier.

Seine Aufgabe als Beschützer erledigt er gewissenhaft und behält stets alle Schafe gut im Blick. Selbst dann, wenn Herrchen mal kurz außer Sichtweite ist.

Er verfügt über einen sehr hohen Bewegungsdrang, welchen er auf der Weide auch regelmäßig ausleben kann. Es macht ihm nichts aus, den ganzen Tag „auf den Pfoten“ zu sein, da ihm seine Puste nicht so schnell ausgeht.

Schafpudel rennt durch den Wald
TravelKiwis / Shutterstock.com

Selbst wenn er als Familienhund lebt, sollte diese ziemlich sportlich aktiv sein und täglich mehrere Stunden mit dem niedlichen Powerpaket spazieren gehen.

Auch als Begleiter für Sportler ist er absolut tauglich. Hundesportarten wie Agility machen ihm Freude.

Seiner Familie gegenüber verhält er sich liebevoll und loyal, bei Fremden dauert es eine Weile, bis er auftaut.

Schafpudel Hündin und ihr Welpe
Merel van Kooten, Schafpudel met pup, CC BY-SA 3.0

Zunächst ist er hier noch etwas schüchtern und checkt erstmal in aller Ruhe die Lage.

Da von ihm als Hütehund eine große Portion Selbstständigkeit erwartet wird, ist auch sein Charakter nicht immer ganz einfach. Manchmal handelt er auf „eigene Pfote“ und seine Erziehung sollte im besten Fall von einem Profi übernommen werden.

Für Anfänger ist er nicht die beste Wahl.

Es gibt sogar Züchter, welche ihn lediglich als Hütehund vermitteln, ihn jedoch selten in die Hände einer normalen Familie geben.

Schafpudel mit seiner Herde
Dierk Queren www.queren.com, Schafpudel und Herde, CC BY-SA 3.0

Der Schafpudel ist ein Wächter und verfügt aufgrund dessen auch über einen gewissen Wachtrieb.

Er beschützt zuweilen sein Revier und gibt regelmäßig Meldung, wenn sich etwas „Verdächtiges“ nähert. Er ist zwar sehr wachsam und gelegentlich laut, allerdings nur selten angriffslustig oder aggressiv.

Erscheinungsbild

Schafpudel zählen zu den mittelgroßen Hunderassen. So erreichen Rüden eine Schulterhöhe bis zu 60 cm, Hündinnen sind mit maximal 55 cm in aller Regel etwas kleiner.

Das Idealgewicht liegt zwischen 17 und 25 kg.

Sein Körperbau ist rechteckig, seine Statur, insbesondere sein Rücken sind sehr kräftig. Seine buschige Rute ist mittellang, seine Schlappöhren hängen oder stehen je nach individueller Stimmungslage.

Sein Fell, welches überwiegend in den Farben weiß, beige, grau, schwarz und weizenfarben vorkommt, ist sehr lang und zottelig.

Da der Schafpudel über reichlich Unterwolle verfügt, friert er nicht so schnell und hält auch draußen im kalten Winter viele Stunden durch.

Für Allergiker ist er nicht unbedingt die beste Wahl.

Da sein Fell aufgrund der dichten Unterwolle dazu neigt, zu verfilzen, sollte es regelmäßig, am besten einmal täglich, gründlich ausgebürstet werden.

Auch sein Gesicht, welches ebenfalls von langen Haaren bedeckt ist, sollte bei der Pflege berücksichtigt werden.

Um Entzündungen der Augen vorzubeugen und dem kleinen Kerlchen eine noch bessere Sicht zu ermöglichen, sollte das lange Fell im Gesicht regelmäßig ein Stückchen gestutzt werden.

Haltung und Pflege

Da der Schafpudel unbedingt beschäftigt werden muss und von Natur aus ein echtes Arbeitstier ist, sollte er lediglich von Menschen adoptiert werden, welche ausreichend Zeit für ihn haben.

Er ist kein Kandidat für stundenlange Einsamkeit, während Herrchen oder Frauchen ihrem Vollzeitjob nachgehen. Im besten Fall ist er der Gefährte eines Schafhirten, welcher ihn täglich an seiner Seite hat.

Schafpudel im Wasser
Merel van Kooten, Schafpudel in water, CC BY-SA 3.0

Wird er als Familienhund gehalten, so sollte unbedingt einer regelmäßig in seiner Gesellschaft sein.

Ganz zu schweigen von den täglich langen Spaziergängen, welche er braucht, wie die Luft zum Atmen.

Erhält er diese, so kann der Schafpudel auch problemlos in einer Stadtwohnung glücklich sein, wenn er draußen die tägliche Bewegung erhält.

Obwohl ihm natürlich ein großer Garten am liebsten wäre, keine Frage.

Sein Fell, welches zum schnellen Verfilzen neigt, sollte täglich gebürstet und auch regelmäßig gestutzt werden. Ist es erst einmal so richtig verklebt, so könnte die Pflege äußerst schmerzhaft werden.

Der Schafpudel wird trotz seiner bescheidenen Größe nicht sonderlich alt.

Erreicht er sieben Jahre, so ist dies schon ein sehr hohes Alter für ihn. Um ihm sein kürzeres Leben so unbeschwert wie möglich zu gestalten, muss er natürlich auch regelmäßig von einem guten Tierarzt untersucht werden.

Züchter

Der Bestand des Schafpudels ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Inzwischen gibt es einige Züchter, welche sich seiner Rasse annahmen und den Erhalt seiner Art unbedingt aufrecht erhalten möchten.

Um die Gattung Schafpudel zu unterstützen, empfiehlt es sich, von einem seriösen und guten Züchter zu kaufen.

Folgende Adressen können Interessenten weiterhelfen:

schafpudel.de/schafpudel/zuechter/

www.schafpudel-zucht.de/

www.schafpudel-ninaborzner.de/